Sind LPs pädagogisch Wertvoll?

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Sind LPs pädagogisch Wertvoll?

    Anzeige
    Eigentlich ne blöde frage, welche man wohl mit "nein" beantworten würde aus dem Stand.
    Aber man kann sicher für beides Argumentieren und man hätte mal wieder was zum Diskutieren.

    Also: Sind LPs pädagogisch Sinnvoll? Oder Wertvoll? Oder doch totaler Schmarren und Zeitvergeudung? Wo kann es helfen? Wo nicht?
    Das bezieht sich auf den Konsum und auf die Produktion jener!
  • Ich empfinde LPs als Unterhaltung. Wenn Unterhaltung pädagogisch wertvoll ist, dann ist das meistens nur ein Nebeneffekt. Ist aber durchaus möglich. Habe in LPs schon ein paar Sachen erfahren, die ich so nicht wüsste. Aktuelles aus der Netzwelt z. B.
    Dass ich da allerdings mal etwas gelernt (wirklich im Sinne von einer Sache, die man sonst in der Schule oder sonstwo wirklich lernt) habe, da wüsste ich jetzt kein Beispiel.

    Also würde ich eher nein sagen - aber nicht prinzipiell. Gibt ja auch so einen Künstler auf YT, der Songs über Mathe veröffentlicht. Ist ein Extrembeispiel, aber pädagogisch wertvoll. Und Musik. Also pädagogisch wertvolle Unterhaltung. :D
    You like music? I like pissing.
    ~Corey Taylor

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von StrohiZock ()

  • Sie sind es nicht zwangsläufig und müssen es nicht sein, das liegt wohl größtenteils an der Person die sie gestaltet sowie an der Person die sie sich ansieht und eben empfindet das sie pädagogisch Wertvoll sind oder eben nicht, von daher sage ich die meisten LPs sind es nicht aber es gibt durchaus Ausnahmen, ich müsste wohl lügen wenn ich sage ich hätte noch nie in einem LP was neues erfahren oder gelernt, wobei bei gelernt bin ich mir nicht 100%ig sicher.
  • Anzeige
    Also da der Großteil einfach Müll ist sage ich mal ganz klar nein.

    Im Detail betrachtet gibt es natürlich einige Let's Player, die in ihren Lps moralische Werte und Verhalten ansprechen und ihre durchaus gute Einstellung dazu weitergeben.
    Das selbe gibt es mit Religion, dass es jeder für sich frei entscheiden sollte und man Toleranz zeigen soll.
    Generell findet man diese Aspekte leider nicht bei dem Großteil der Let's Player, daher bleibt ein nein hier stehen.

    Ich finde es auch immer schön, wenn das Thema Alkohol, Gruppenzwang oder Rauchen (sagen wir hier gleich Drogenkonsum) angesprochen wird und klar und deutlich verständlich gemacht wird.
    Zudem ist sowas auch Spielabhängig und muss in die Szenerie passen, ansonsten kann man gleich ein Commentary machen.
    Werte in jeder Form können überall miteingebracht werden, aber leider ist es nunmal nur ein Bruchteil, der es wirklich tut.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von RIG ()

  • Ich würde über Sprache dafür argumentieren. Wie wird man in einer Sprache besser? Unter anderem durch Lesen und Zuhören. Bücher, Radio, Fernsehen und Youtube.

    Am besten in einer Fremdsprache.
    Als Beispiel: Als ich in der Schule war habe ich die Geschichte eines Magiers, der sich solo durch Baldur's Gate 2 gekämpft hat (Link), gelesen, die mein Englisch ne ganze Ecke besser und sicherer gemacht hat, weil ich wirklich an dem Text interessiert war. Und heute würde ich die Geschichte ein LP nennen.

    Vielleicht sollte ich besser sagen LPs können in dem Kontext zu pädagogischen Zwecken eingesetzt werden. ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Brakhet ()

  • Das kommt ganz auf den Pädagogen an. ;)

    Achon schrieb:

    Also: Sind LPs pädagogisch Sinnvoll? Oder Wertvoll?
    Im Grunde genommen nicht. Wenn es einen pädagogischen Wert hat, dann eher für den Produzenten.

    Achon schrieb:

    Oder doch totaler Schmarren und Zeitvergeudung?
    Solange es Unterhaltung für den Moment bedeutet, sehe ich darin keine Zeitvergeudung. Zumindest nicht, solange man noch Hobbies fernab von Let's Plays hat.

    Achon schrieb:

    Wo kann es helfen?
    Dem Konsumenten beim Ablenken und als Hilfsmittel, um im Spiel besser zu werden oder weiterzukommen.
    Dem Produzenten in Sachen Rhetorik, Zuverlässigkeit, Qualitätsbewusstsein, generell Kommunikation bzw. Community-Arbeit.

    Achon schrieb:

    Wo nicht?
    Beim Staubsaugen?
    Projektportfolio
    BioShock Blue Dragon Castlevania Dark Souls Enchanted Arms Eternal Sonata Final Fantasy Gray Matter
    Infinite Undiscovery
    Kingdoms Of Amalur Lost Odyssey MagnaCarta Nier Terranigma The Last Remnant

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Negoya ()

  • Tja, ähm... da müssen wir erstmal klarstellen, ob Videospiele das sind, pädagogisch wertvoll.

    Was die Videospiele betrifft, ich habe schon einiges in Videospielen gelernt. In Okami z.B. lernt man sehr viel über japanische Sagen und Legenden. Und auch in den Pokémon Spielen sind immer wieder Sachen eingestreut, die tatsächlich stimmen und so einen Lerneffekt haben, wenn man das Spiel bloß gründlich durchsucht. Weiterhin schaue ich gerade ein LP von Battle of Olympus, was die griechichen Sagen doch recht genau wiedergibt... Ob das wirklich pädagogich ist, kann ich nicht sagen. Ein Minispiel in FFX-2 hat mir aber tatsächlich mal dabei geholfen, mit dem fixen Kombinieren von Zahlen und Multiplizieren zurechtzukommen. SphereBreak oder so hieß das.
    Sicher gibt es auch Spiele, in denen man nichts lernt, wo aber die Reaktionsfähigkeit geschult wird. Da hat man beim Zusehen natürlich nichts von. Quatsch! Ich lerne soviel bloß durchs Zusehen!

    Zur Frage, ob die LPs an sich pädagogisch wertvoll sind, das kommt wohl auf den Kommentator an... wenn er nur Mist erzählt, eher nicht, wenn er aber auch mal interessante Sachen zu erzählen hat, dann schon...
  • Hmmm, ich das kann durchaus sein. Ein Lerneffekt kann auch nur sein wenn man sich denkt "Aha!". Ich hab zum Beispiel desöfteren bei Daily Dose Minecraft von Honeyball so etwas, sie gibt ja Themen wieder und das find ich sehr interessant, letztens hatte sie Biologie und ich bin da am PC bzw. Bildschirm kleben geblieben wie nix.
    Kommt warscheinlich immer drauf an.
    Drakolyr der Zockerkater!
    "Ich bin nicht verrückt, meine realität ist nur anders als Eure."
    Minecraft Skin gefällig?
  • Achon schrieb:

    Sind LPs pädagogisch Sinnvoll?

    Sie haben an sich sicherlich das Potential, das i.d.R. natürlich einzig durch den Kommentar bestimmt wird. Einen Großteil der LPs würde ich aber nicht als pädagogisch wert- oder sinnvoll bezeichnen, einfach schon, weil dieser Anspruch nicht da ist (zumindest habe ich es noch nicht erlebt). Und wenn man "ein" LP als komplettes Projekt betrachtet, würde ich sagen, dass bislang kein LP wirklich pädagogisch wertvoll ist. Es mag Elemente geben (wie R.I.G. sie zum Beispiel angesprochen hat), aber nur, weil in mehreren Stunden Filmmaterial ein Mal über gewisse Themen gesprochen wird, kann man ja nicht gleich ein Gütesiegel drauf pappen.

    Hypothetisch würde ich sagen, dass es sich durchaus als pädagogisches Konzept umsetzen ließe. Freies Sprechen, sich selbst ausdrücken, sich präsentieren, Aufbau des Selbstwertgefühls, etwas aktiv gestalten / erstellen. Das sind alles Dinge, die damit möglicherweise gefördert werden könnten. Fraglich ist jetzt noch, inwiefern das Internet da mit einbezogen werden könnte. Sich tatsächlich einer weitestgehend anonymen Öffentlichkeit zu präsentieren, die dann auch kein Blatt vor den Mund nimmt oder sich irgendwie gesellschaftlich verantwortlich fühlt, ist dann ja doch eine sehr unliebsame Variable. Vielleicht könnte man in Kleingruppen LPs produzieren und sie sich untereinander vorstellen, miteinander an der Verbesserung arbeiten, etc.? Wäre dann auch direkt eine Gruppenaktivität.

    Potenzial für einen pädagogischen Nutzen ist also da, zumindest im Youtubeland fehlt da aber, denke ich, einfach der Anspruch.
    It doesn't really matter if there is no hope
    As the madness of the system grows
  • Also für einen selbst, der LP's produziert sind sie immer pädagogisch wertvoll, weil man immer etwas neues dazu lernt. (Ob mans später im Berufsleben braucht sei dahingestellt).

    Für die Zuschauer an sich kommt es auf den Let's Player an. Letztens hat z.B. einer die Geldentwertung relativ gut erklärt (Namen nenne ich hier nicht :D). 12 Jährige Minecraftler bringen pädagogisch gesehen wahrscheinlich relativ wenig.

  • Der wäre?

    Ich denke mal es kommt drauf an. Wenn ich ein Spiel aktiv LPe dann kann das schon im Bereich Medienkompetenz helfen. Denn dazu gehört auch, zu unterscheiden was ein gutes und ein schlechtes Produkt ist und wie das Produkt funktioniert. DH ich könnte ja auf die Story eingehen und die "zerlegen". Damit habe ich eine Leistung vollbracht die durchaus Wert hat. Man kann das natürlich nicht machen und am Ende einfach nur gedaddelt haben.
    Für mich ist es wichtig, zu sagen ob es ein Aktiver oder passiver Konsum ist. Passives LP wäre: Einfach durchzocken, wenig Gedanken machen. Aktiv wäre, aktiv Spielen, die Story verfolgen (Logiklücken) das Desing ins Auge fassen und und und.

    Fatalo schrieb:

    12 Jährige Minecraftler bringen pädagogisch gesehen wahrscheinlich relativ wenig.

    Stimmt wohl, kommt aber drauf an.

    Tyerell schrieb:

    Was ist denn, wenn man ein Lernspiel spielt (z.B. Addy oder Prinz geht zur schule).
    Theoretisch zeigt man doch dann einen pädogogischen Betrag.

    Komm wohl auf die Umsetzung drauf an und auf den Zuschauer. Wenn ic hes spiele und wärendessen Aktive mich damit beschäftige, dann würde ich sagen ja.
    Wenn das mehr ein Jux (also passiv) ist in dem man eben nicht auf Designschwächen und Co eingeht sondern nur rumblödelt, weil es so witzig ist, dann würde ich sagen nein.

    MrsLittletall schrieb:

    da müssen wir erstmal klarstellen, ob Videospiele das sind, pädagogisch wertvoll.

    Kommt wohl auch wieder drauf an. Medium verstehen ioder nur Konsumieren. Wenn ich WoW zocke (so ein zwei mal im Jahr) dann beschäftige ich mich meist mit der Frage "Was macht eigentlich so süchtig und warum" Das kan nman beim Spielen durchaus merken und es ist auch echt interessant.

    Jaffar Anjuhal schrieb:

    Potenzial für einen pädagogischen Nutzen ist also da, zumindest im Youtubeland fehlt da aber, denke ich, einfach der Anspruch.

    Wäre das mal nicht ein gute Anspruch an uns selbst? Das Produkt zu verstehen und zu versuchen das Verständnis weiter zu geben? Oder generell versuchen seine Inhalte (zB Sprache, Ausdruck, Eingehens aufs Spiel, Erklärungen) mit mehr Inhalt zu spicken? Wäre doch möglich und was neues.

    Noch mal zwei Links zu Thema Spiele
    Play 13 - Creative Gaming
    Spielerategeber NRW
    Könnte man vielleicht etwas übernehmen in LPs

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Achon ()

  • Ich denke, dass Spiele, bzw. LPs definitiv pädagogisch wertvoll sein können.

    Es kommt halt drauf an, was für ein Kommentator dahinter sitzt und ob er nur on, oder halt auch offtopic kommentiert und vielleicht irgendwelche interessanten Sachen erklärt.
    Lernen kann man wie MrsLittle schon sagte natürlich auch aus Videospielen, egal ob es jetzt nur stumpfe Fakten, oder sogar extrem interessante Sachen in Bereich Erdkunde, Geschichte, etc sind. Ich zum Beispiel habe mein Englisch durch World of Warcraft damals sehr stark aufgebessert...

    Auch kann man durch Videospiele seine Reaktion trainieren, was jedoch durch das LP schauen wohl eher wegfällt, da man ja selber nicht aktiv spielt.

    Für den Produzenten ist ein LP in jedem Fall pädagogisch wertvoll, da man sich ja mit der Materie beschäftigt und dabei immer neue Kniffe in der Videobearbeitung und oder der Videoverarbeitung lernt.


    Aktuelle Projekte
    Mass Effect 2 | The Legend of Zelda: Skyward Sword
  • Pauschale Frage - pauschale Antwort: Nein.

    Die vermittelten Inhalte a) des Spiels b) der Moderation durch den LPer können natürlich annähernd erzieherischen Charakter haben, aber das ist eher die Minderheit.
    Der Hauptzweck ist Unterhaltung - bei Spielen und bei LPs. Da bleibt nicht viel Platz für Pädagogik.
  • moe schrieb:

    Pauschale Frage - pauschale Antwort: Nein.

    Die vermittelten Inhalte a) des Spiels b) der Moderation durch den LPer können natürlich annähernd erzieherischen Charakter haben, aber das ist eher die Minderheit.
    Der Hauptzweck ist Unterhaltung - bei Spielen und bei LPs. Da bleibt nicht viel Platz für Pädagogik.
    Sehe ich ähnlich.

    Vielleicht kann man aber vl. so etwas behaupten wie "Förderung des Lernverhaltens" oder "Förderung des Lesens", "Meinungsbildung" .. kA - Wenn, dann aber nur begrenzt, imo.
  • Ok, dann lass mich dir gleich mal wiedersprechen.

    Es gibt das sogenannte "Lernen am Model" (Model ist hier eine Person). Dh ein Kind (person) sieht eine andere Person die etwas tut. Daraufhin wird die Person bestraft oder belohnt oder gar nichts passiert. Dh also, wenn ich dafür sorgen kann, dass sich ein Spieler mit einer Figur assoziiert, so kann ich die Person dazu bringen bestimmte Verhaltensweisen zu lernen oder zu imitieren. Theoretisch zumindest. Somit können wir also eine Spielfigur moralisch Handeln lassen und amoralisches Verhalten bestrafen. Durch zB schwerere Aufgaben ect.
    Das so im groben.
    Wikilink

    Demnach können Spiele pädagogisch Wertvoll sein. Also würde ich nicht sagen:

    moe schrieb:

    Pauschale Frage - pauschale Antwort: Nein.


    Das lässt sich jetzt mal auf einen LPer übertragen. Der LPer kann zum Model (Idol) werden und es werden Verhaltensweisen adaptiert, denn sie führen ja zu einem erfolg. Daher bin ich ja froh, dass ein Gronkh so bekannt ist und nicht ein SnipscroopeHDxxllpkilla.

    Interessant wäre auch hier die Bobo Doll studie als Beispiel.
    Also, pauschale Antwort? Eher nicht. Diskutierbar? Schon eher.
  • Achon schrieb:

    Es gibt das sogenannte "Lernen am Model" (Model ist hier eine Person). Dh ein Kind (person) sieht eine andere Person die etwas tut. Daraufhin wird die Person bestraft oder belohnt oder gar nichts passiert. Dh also, wenn ich dafür sorgen kann, dass sich ein Spieler mit einer Figur assoziiert, so kann ich die Person dazu bringen bestimmte Verhaltensweisen zu lernen oder zu imitieren. Theoretisch zumindest. Somit können wir also eine Spielfigur moralisch Handeln lassen und amoralisches Verhalten bestrafen. Durch zB schwerere Aufgaben ect.
    Das so im groben.
    Wikilink

    Wenn wir schon auf dieser Eben diskutieren, dann muss man auch 8/10 Spielen vorwerfen, sie seien unterschwellig gewaltverherrlichend.
    Und jeder LPer, der NICHT ruft "Oh, sorry, wollte dir nicht weh tun, lieber NPC" (nimm mir den Sarkasmus nicht übel bitte :P), wäre damit moralisch nicht tragbar, weil er Gewalt verherrlicht. Naja. Arg schwammig eben, bzw halt reine Theorie.

    Was aber mein Punkt eigentlich ist:
    All diese Theorien "Lernen am Modul", Belohnungsgedanke, etcpp, findet man ja im alltäglichen Leben. Immer und überall, von der Geburt bis zum Grab - und ist dann die Zeit, die man mit LPs gucken beschäftigt ist wohl nicht pädagogisch wertvoller, als irgendwo mit echten Situationen und moralischen Konflikten umzugehen.
    Ich sehe keinen triftigen Grund, warum LPs da einen pädagischen MEHRwert haben sollten.
    Dass sie einen Wert haben können, das bestreite ich gar nicht - aber eben keinen, der dem LP vom Prinzip her geschuldet wäre.

    Hoffe, mein Standpunkt ist einigermaßen klar geworden. :)

    P.S. Das mit 'Pauschale Frage -> pauschale Antwort" bezog sich eigentlich nur auf die Titelfrage (und darauf gibts eben nur ein Ja oder ein Nein). Dass das damit begründet zu beantworten wäre, habe ich ja mit meinen eigenen Erläuterungen schon (bewusst) wiederlegt ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von moe ()