Leiharbeit - Moderne Sklaverrei

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  • Leiharbeit - Moderne Sklaverrei

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    Hallo ich wollte mal eure Meinung zu dem Thema Leiharbeit wissen. Ich erkläre kurz nach meinem Wissenstand was Leiharbeit ist.

    Leiharbeit ist eine befristete Arbeitnehmerüberlassung, wo der eigentliche Arbeitgeber einem vorwiegend handwerklichen Betrieb, einen Mitarbeiter schickt, der dann für diesen Arbeitet. Der Leihbetrieb zahlt dann dem Verleihbetrieb Geld für den Mitarbeiter, der weit über dem eigentlichen Gehalt des "Leiharbeits" liegt. Der Leiharbeiter bekommt, dann den Mindestlohn für seine Arbeit, der vom deutschen Staat vorgeschrieben wird. Den rest streicht sich der Verleihbetrieb als Gewinn ein.

    Ich selber war früher auch Leiharbeiter und heute frage ich mich immer noch. Wie konnte ich mich nur so ausnutzen lassen. Denn als Jungspund frisch aus der Lehre gekommen, wollte ich schnell wieder an arbeit kommen und habe mich überall beworben.
    Irgendwann war ich dann vor einer Tür einer Leiharbeitsfirma. Die mir einen tollen Arbeitsvertrag versprochen haben und und und. Die Firma an sich war in irgendeiner anderen Stadt als meiner, da wo ich war war nur eine zweigstelle. Wo die Leute verpflichtet wurden. 2 Wochen später an einem Freitag wurde mir dann gesagt. Sie müssen Montag in Frankfurt sein. Ich erstmal total entsetzt, ich hab dem Bearbeiter am Telefon dann gesagt, ich kann da nicht hin, da ich kein Auto, weder Geld habe um dort hin zu fahren. Der hat mir dann ganz frech gesagt. Wenn Sie da nicht hinfahren werden Sie Vertragsbrüchig und müssen eine Vertragsstafe zahlen. Aber das hat meine Probleme nicht gelöst. Irgendwie bin ich dann da hingefahren mit einer Fahrgemeinschaft. Das am Sonntag. Ich hab mich dann bemüht da eine unterkunft zu bekommen. Aber scheiße wars. Nix alles zu teuer. Irgendwann habe ich dann den Sonntag in einer Sparkasse verbracht und dort geschlafen. am nächsten tag hat mir dann ein Kollege gesagt, das die Firma, dir eine Unterkunft stellen muss. Das haben die dann auch nachdem ich nachgefragt habe.

    Ich war eine Woche dort und es war zum kotzen.

    Diesen mist habe ich dann an vielen weiteren Standorten über ein halbes Jahr mitgemacht. Bis Anfang Dezember. Wo ich dann immer öfter krank wurde, weil die Anfahrt und das Essen und die Überstunden, die man nicht ausbezahlt kommt, krank gemacht haben. Irgendwann hatte ich dann eine Kündigung im Briefkasten und gleich am nächsten Tag hat mich dann die Leiharbeitsfirma angerufen und wollte die Kündigung wiederufen. Aber auf den laden hatte ich da schon lange keine Lust mehr.

    Ein halbes Jahr später war ich dann bei einer neuen Leiharbeitsfirma die mir anständige sachen vermittelt haben. Aber mich ebenfalls ende Dezember gekündigt haben ...

    danach folgen noch zweimal Leiharbeitsfirmen und zum glück hat mich meine heutige Frau davon abgebracht leiharbeiter zu sein und seitdem bin ich viel fitter und gesünder und meine arbeit macht mir spaß.




    So Leute was haltet ihr von der Leiharbeit ist es was gutes weil man schnell an arbeit kommt oder was schlechtes weil man als Wegwerfartikel behandelt wird oder in der Firma in der man ist als "Leiher" betitelt wird
  • BlackwingDave schrieb:

    Der Leihbetrieb zahlt dann dem Verleihbetrieb Geld für den Mitarbeiter, der weit über dem eigentlichen Gehalt des "Leiharbeits" liegt. Der Leiharbeiter bekommt, dann den Mindestlohn für seine Arbeit, der vom deutschen Staat vorgeschrieben wird. Den rest streicht sich der Verleihbetrieb als Gewinn ein.


    Prinzipiell nichts falsches dran. Wenn eines gewahrt bleibt: Der Leiharbeiter bekommt denselben Bruttolohn ausgezahlt wie ein Festangestellter im Betrieb, welcher die gleiche Arbeit verrichtet. Unabhängig von Branchentarifen. Dies müsste gesetzlich verankert werden. Weiter eben natürlich wie in Holland: Leiharbeit eine maximale Zeitspanne. Danach Festanstellung oder Kündigung ohne mögliche Neuanstellung eines weiteren Leiharbeiters. Beides Zusammen müsste Leiharbeit auf das Reduzieren, was sie ist: Eine Notwendigkeit in Betrieben die saisonale Ertragsunterschiede haben (müssen). Firmen wie BMW oder Toshiba brauchen so etwas nicht, da der Kauf von Elektronika oder Autos nicht so stark von Jahreszeiten abhängt. Ein Hotel hat in Ferienzeiten aber z.B. deutlich mehr Betrieb als an anderen Tagen. Hier ist es nachvollziehbarer.
    Vermutlich haben viele Firmen nur Angst aufgrund des Kündigungsrechtes in Deutschland. Aber wenn das aufgeweicht wird bin ich der erste, der mit Fackeln vor dem Bundestag steht.

    BlackwingDave schrieb:

    Irgendwann war ich dann vor einer Tür einer Leiharbeitsfirma. Die mir einen tollen Arbeitsvertrag versprochen haben und und und. Die Firma an sich war in irgendeiner anderen Stadt als meiner, da wo ich war war nur eine zweigstelle. Wo die Leute verpflichtet wurden. 2 Wochen später an einem Freitag wurde mir dann gesagt. Sie müssen Montag in Frankfurt sein. Ich erstmal total entsetzt, ich hab dem Bearbeiter am Telefon dann gesagt, ich kann da nicht hin, da ich kein Auto, weder Geld habe um dort hin zu fahren. Der hat mir dann ganz frech gesagt. Wenn Sie da nicht hinfahren werden Sie Vertragsbrüchig und müssen eine Vertragsstafe zahlen. Aber das hat meine Probleme nicht gelöst. Irgendwie bin ich dann da hingefahren mit einer Fahrgemeinschaft. Das am Sonntag. Ich hab mich dann bemüht da eine unterkunft zu bekommen. Aber scheiße wars. Nix alles zu teuer. Irgendwann habe ich dann den Sonntag in einer Sparkasse verbracht und dort geschlafen. am nächsten tag hat mir dann ein Kollege gesagt, das die Firma, dir eine Unterkunft stellen muss. Das haben die dann auch nachdem ich nachgefragt habe.


    Joar. Klingt illegal. Anzeigen. Und da du jetzt Geld verdienst: Rechtsschutzversicherung abschließen. Eine die möglichst alles wichtige umfasst und DIR Klageberechtigung zuspricht. Nach der privaten Haftpflichtversicherung das wichtigste für einen Privatmenschen.
    CobraVerde. Spieleklassiker und untergegangene Juwelen schamlos beworben.
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CobraVerde ()

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    BlackwingDave schrieb:

    Mir ist das jetzt egal und das hat sich vor 3-4 Jahren zugetragen. Jetzt da noch was zu Reißen habe ich auch keine Lust und Energie mehr. Damals hätte mir das mehr gebracht.


    Du kannst aber wieder in so eine Situation kommen. Denk' nicht so kurzfristig und schließe so eine Versicherung ab. Im Deutschen Rechtssystem muss man vor allem eines können: Sich wehren. Und wer sich eben KEINE Sorgen um das Tragen der Prozesskosten machen muss, der traut sich eher zu widersprechen.
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  • Ich habe selbst eine Zeit als Leiharbeiter verbracht und wurde als Asthmatiker zum Maschinen testen in ein Kieswerk geschickt. Dort war ich insgesamt 6 Wochen starkem Staub ausgesetzt und es gab nur diese einfachen Schutzmasken, welche von Malern verwendet werden. In diesen 6 Wochen sind bestimmt 10-12 verschiedene Menschen meine Kollegen gewesen und alle waren nach maximal 2 Wochen krank und wurden gekündigt.
    Nach 6 Wochen (in denen ich mir selbst sogar eine Schutzmaske gebraucht gekauft habe), wurde ich dann ebenfalls krank und wurde noch während meines Krankenhausaufenthaltes gekündigt (weil ich nicht im Büro der Firma erschienen bin).

    NIE WIEDER!
  • Naja, scheint auch humane Leiharbeitsfirmen zu geben.
    Die Firma in der ich arbeite, versucht ständig die guten Leiharbeiter rauszusortieren und zu übernehmen..die meistens ablehnen, weil sie als Leiharbeiter wesentlich mehr verdienen.
    Aber die Nachfrage nach Leiharbeitern ist nicht nur saisonal bedingt.
    Wir haben in der Firma starken Mangel an Arbeitskräften, wir sind einfach fast immer auf Arbeitskraft von außerhalb angewiesen. Neue Leute einstellen funktioniert auch nicht, wenn sich keine finden lassen.
    Aber wir sind auch immer hinterher, dass die Leiharbeiter nicht ausgenutzt werden. Bei ner Tariferhöhung seitens der Leiharbeitsfirma, wird zB erstmal der Leiharbeiter gefragt, ob er den auch was davon hat usw.

    Ansonsten kann ich nicht viel zu sagen, hab weder in einer gearbeitet noch anderstwo damit was zutun gehabt

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von IAdmiralAwesomeI ()

  • Nur ein Beispiel:

    Ein guter Kumpel von mir, ausgebildeter Werkzeugmechaniker, wird in seinem Betrieb (in dem er regulär als fest Angestellter tätig war), "betriebsbedingt" gekündigt.
    Eine kleine Odyssee von verschiedenen, allsamt sehr kurzfristigen, Tätigkeiten später kommt er dann bei einer Zeitarbeitsfirma an, die ihn, wiederum kurzfristig, in zwei weitere Betriebe steckt, bis er dann schlussendlich wieder an seine alte Firma zurückvermittelt wird.
    Der Haken an der Geschichte ist nun folgender:
    Die letztendlich arbeitgebende Firma (also die alte vom Anfang) zahlt quasi doppelt Gehalt, nämlich einmal an ihn selbst und dann auch noch zusätzlich an die Zeitarbeitsfirma (wenn auch nicht im gleich Maße). Aber trotzdem (!) kommen die immer noch günstiger dabei weg, als wenn sie ihn regulär beschäftigen würden.

    Ich denke, man muss weder Mathematik noch Wirtschaft studiert haben, um zu bemerken, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt ..

    Ein schönes Stichwort ist in diesem Zusammenhang auch die Scheinselbstständigkeit - aber darum geht es hier ja nicht speziell (auch, wenn es in dieselbe Richtung geht, sprich Ausbeutung).
    I´m selling these fine leather jackets.
  • IAdmiralAwesomeI schrieb:

    Naja, scheint auch humane Leiharbeitsfirmen zu geben.
    Die Firma in der ich arbeite, versucht ständig die guten Leiharbeiter rauszusortieren und zu übernehmen..die meistens ablehnen, weil sie als Leiharbeiter wesentlich mehr verdienen.
    Aber die Nachfrage nach Leiharbeitern ist nicht nur saisonal bedingt.
    Wir haben in der Firma starken Mangel an Arbeitskräften, wir sind einfach fast immer auf Arbeitskraft von außerhalb angewiesen. Neue Leute einstellen funktioniert auch nicht, wenn sich keine finden lassen.
    Aber wir sind auch immer hinterher, dass die Leiharbeiter nicht ausgenutzt werden. Bei ner Tariferhöhung seitens der Leiharbeitsfirma, wird zB erstmal der Leiharbeiter gefragt, ob er den auch was davon hat usw.

    Ansonsten kann ich nicht viel zu sagen, hab weder in einer gearbeitet noch anderstwo damit was zutun gehabt

    Ich kenns auch nicht pers., aber wenn die Leute schon nicht übernommen werden wollen, weil sie bei einer Leiharbeitsfirma mehr verdienen, sind die angebotenen Löhne einfach bescheiden.

    Im Grunde haben die die selben Löhne, wie ein Festangestellter. Nur, dass sie am Ende einen Teil an die Sklaventreiber abtreten müssen.
  • Leiharbeit .. total super .. 6 Tage Woche .. jeden Tag 10 Stunden ( Minus Pause 9 Stunden und 15 Minuten ) also eine 55 Stunden Woche.

    Das alles für etwas mehr als 700 Euro Netto. Ne, dass mache ich nie wieder wenn ich nicht muss. Das es so etwas in Deutschland geben darf, traurig.


    Nun jedoch zu den guten Seiten :

    Man lernt viele neue Bereiche kennen da man viele Firmen abklappern kann. Man gewöhnt an auch noch die dümmste Arbeit, kann demnach bei einer Festanstellung etwas vorweisen und das mögen die Chef's.

    Wer scheisse frisst, ist gerne gesehen weil dann die zukünftigen Chef's wissen, der kann arbeiten.

    Trotzdem ist es zum kotzen. Mit dem Fahrtweg gerechnet ( den ich zu 100 % selber zahlen musste ) waren von den 700 Euro nurnoch 450 Euro über. 250 Euro musste ich monatlich zahlen um überhaupt zur Arbeit zu kommen. Als ich Arbeitssuchend war, hatte ich das selbe Geld über und viel mehr Freizeit.

    Jedoch habe ich durch genau diese Zeitarbeit Erfahrungen und Zeugnisse sammeln können, die mich nun im jetzigen Job gut bereichern ;)
    LP = MC²
  • Jap das sind wirklich Sklaven und Idioten noch dazu(Naja sagen wir ein großteil).

    Wir haben bei uns im Geschäft öfters Leiarbeiter was uns manche da schon erzählt haben.

    Wir hatten schon Zeitarbeiter die haben 5,50€ Brutto gekriegt, echt unter aller Sau.

    Aber wir hatten auch schon welche die haben 12€ gekriegt.

    Ich glaub das kommt ganz auf die Firma an wir kennen Zeitarbeitsfirmen da nehmen die halt nicht jeden die verdienen dann auch ordentlich.

    Aber wenn man nichts gelernt hat, noch nie beim Zahnarzt war etc. was man da alles so sieht immer ohje :D

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ruhrpotter ()

  • Ruhrpotter schrieb:

    Aber wenn man nichts gelernt hat, noch nie beim Zahnarzt war etc. was man da alles so sieht immer ohje :D

    Bestimmt nicht vorteilhaft, aber die Jungs stehen morgens immerhin auf und machen etwas. Allein deswegen sollte man dafür sorgen, dass sie ein gewissen Lebensstandard halten können. Das ist mit 5.5€ nicht der Fall, im Gegenteil - da fällt das Überleben schwer.