Der Job macht mich kaputt!

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  • Der Job macht mich kaputt!

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    Hallöchen!

    Ich habe mir eine kleine Nebenhöhlenentzündung eingefangen und wurde deswegen krankgeschrieben, aber da ist mir etwas aufgefallen. Wie unglaublich erleichtert ich bin, gerade eine Woche (wenn auch etwas schmerzhaften) Zwangsurlaub zu haben.

    Ich bin seit 8 Jahren in meinem Job. Ich mochte ihn nie so besonders, aber es gibt schlimmeres. Nun probiere ich aber seit ca. neun Monaten, schwanger zu werden. Es klappt nicht und ich gebe mehr und mehr meinem Job und dem psychischen Stress, den er mir macht, die Schuld. Ich bin drauf und dran, einfach zu kündigen, aber dann kriege ich kein Arbeitslosengeld, habe nur drei Monate, einen neuen Job zu finden und muss den evtl. gleich wieder verlassen, weil ich plötzlich schwanger geworden bin.
    Aber ich denke oft darüber nach, dass vielleicht meine Gesundheit über der Vernunft steht. Mein Mann geht auch arbeiten. Ich könnte mit meinem Chef über einen Auflösungsvertrag reden. Ich könnte das mit dem Baby noch etwas verschieben, bis ich ca. ein Jahr im neuen Job gearbeitet habe.

    Ich bin einfach massiv unglücklich mit dieser Arbeit. Mein Chef ist das blanke Chaos. Sämtliche Organisationsvorschläge stoßen auf taube Ohren oder bedeuten dreimal mehr Arbeit für mich und meine Kolleginnen. Grundsätzlich sind wir Angestellten schuld. Mein Chef meint außerdem, die beste Methode zu arbeiten wäre, den GANZEN Tag bei mir im Büro zu sitzen und mich von Arbeiten abzuhalten, die ich ohne ihn machen kann oder einfache Arbeiten zu beaufsichtigen, die ich ohne ihn 10mal schneller gemacht hätte.

    Ich bin sicher nicht die Einzige, die so Probleme mit ihrem Job hat, denn in der letzten Zeit sind 50 % der Arbeitsunfähigen dies auf Grund psychischer Probleme. Dass ich noch nicht dazu gehöre, verdanke ich dem glücklichen Umstand, dass ich wenigstens kaum Überstunden machen muss und meine Organisation im Haushalt perfekt ist und ich mich zuhause auch mal ausruhe, anstatt etwas zu machen.
    Aber in letzter Zeit beginne ich, meine Arbeit körperlich abzulehnen... Als ich letztens ins Auto gestiegen bin, bin ich fast in Tränen ausgebrochen.

    Jetzt, nachdem ihr diese Geschichte kennt: Seid ihr zufrieden mit eurem Job? Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen? Was würdet ihr in meiner Situation tun?

    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?

    P.S.
    Ich hab tatsächlich schon drüber nachgedacht, mich kündigen zu lassen, indem ich mir einen leiste, z.B. absichtlich unentschuldigt der Arbeit fernbleiben, aber leider sieht mein Arbeitsvertrag eine Vertragsstrafe bei sowas vor :-/ Außerdem kommt so eine Aktion bei zukünftigen Jobs nicht gut. Aber auch das gibt mir zu denken...
  • Schonmal gut das du darüber sprichst

    Ich gehe von grundauf anders an die Dinge - ich nehme die Arbeit mir nicht zu ner existenzgrundlage. Ich gehe nicht 15h täglich arbeiten (übertreiben - auf die Überstunden bezogen), ich lasse mich nicht extrem hetzen - gute Arbeit braucht Zeit, wenn ich zuviel Arbeit bekomme .. tja dann müssen die Leute nunmal warten. Ich werde mich garantiert nicht ins Burnout drängen lassen. Auch wenn ne sichere einnahmequelle wichtig ist, so würde, auch wenn ich das nicht mag, der Staat aushelfen z.b. HartzIV.

    Gut vielleicht sehe ich das Leben auch so gechillt, weil ich keine Familie habe, aber vielleicht ist das auch der Grund warum ich KEINE haben möchte.

    Für mich steht auch ganz klar Gesundheit über Arbeit. Da kann mir mein Chef sonstwas erzählen und mich nötigen ewigkeiten auf Arbeit zu bleiben - glücklicherweise gibts auch Rechte für uns AN ;) gehts mir scheiße bleib ich zuhause, bin ich krank bleib ich zuhause - ich werd mich nicht krank auf Arbeit schleppen um einen "Guten Eindruck" zu machen. Einige kritisieren vielleicht diese Sichtweise, aber ich arbeite um zu Leben und ich lebe nicht um zu Arbeiten.

    MrsLittletall schrieb:

    Seid ihr zufrieden mit eurem Job?

    Nunja .. es gibt besseres sag ich mal so. Ich würde ehrlich gesagt auch weniger Geld bekommen, wenn die Arbeit wirklich der entspräche die ich absolut gerne tagtäglich machen würde, und wo ich das Gefühl hab das die Zeit dermaßen schnell vorbei geht, das ich das garnich merke. "Wie im Flug"
    Fakt ist aber das Leben gibt nicht immer das Optimum :P ich bin froh etwas arbeiten zu können, aber es gibt besseres. Ich mag viele Kollegen hier - einen, der ausgerechnet in meinem Büro sitzt, kann ich aufn Tod nich leiden, aber gut damit muss man leben.

    MrsLittletall schrieb:

    Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen?

    Mein Traumberuf halt :P

    MrsLittletall schrieb:

    Was würdet ihr in meiner Situation tun?

    Lass dich irgendwo beraten, die wirklich Ahnung haben - mit absicht mist bauen um gekündigt zu werden hat sicher auch Schattenseiten die du so jetzt nicht siehst. Es gibt dafür auch Anlaufstellen, die sich um solche Probleme kümmern - ich denke das passt besser als n Forum :/

    MrsLittletall schrieb:

    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?

    Definitiv. Ich denke das hab ich mit meinem Einleitungstext aber schon erklärt. Schließlich zahlen wir ALLE Steuern, und haben auch ein Recht diese mal zu nutzen für uns selbst wenns mal müllig läuft.

    Viel Erfolg weiterhin :/
  • Es kann schon sein, dass der ganze Stress verhindert, dass du schwanger wirst. :( deshalb mein Tipp: schau erstmal nach dir. Sorg dafür, dass es dir wieder gut geht und du dich wieder wohl fühlst. Denn dann kannst du dich auch vollkommen drum kümmern, für einen kleinen Menschen zu sorgen.
    Was sagt denn dein Mann zu dem ganzen? :/
    Ich wäre dafür, wirklich weiter nach einem neuen Job zu suchen. Denn wenn du merkst, dass es dir nicht gut geht, wird es Zeit etwas zu ändern. Ich weiß, das ist alles andere als einfach. Aber es lohnt sich.

    Ich hab aus diesem Grund das Abitur abgebrochen. Ich war nur noch müde, hab schlechte Noten geschrieben und bin regelmäßig in Tränen ausgebrochen, wenn wieder eine Klausur oder Referat oder Abfrage anstand... Und zugenommen hab ich auch sehr. Ich hing nur noch in den Seilen. Vor einem Monat hab ich aufgehört und mach nun Praktika und ich merke, wie es mir schon viel besser geht. Ich bin entspannter, kann wieder mehr anpacken und nehme auch wieder ab. Ich bin ausgeruhter und brech nicht mehr so oft in Tränen aus. Es war zwar eine schwere Entscheidung, aber dafür die richtige.



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    MrsLittletall schrieb:


    ich gebe mehr und mehr meinem Job und dem psychischen Stress, den er mir macht, die Schuld.


    Ein Faktor den man ganz sicher nicht vernachlässigen sollte.
    Ich bin jetzt alles andere als ein Experte was Schwangerschaft und Co angeht aber Druck und Stress sind nie gut, vor allem im Hohen Maße.

    MrsLittletall schrieb:


    Mein Chef ist das blanke Chaos.


    Das haben Chefs so an sich.

    MrsLittletall schrieb:


    Mein Chef meint außerdem, die beste Methode zu arbeiten wäre....


    Das ist schon mal Blödsinn. Ein Chef weiß nicht wie die Mitarbeiter am besten arbeiten können um ihre Arbeit perfekt zu erledigen.

    MrsLittletall schrieb:


    Seid ihr zufrieden mit eurem Job? Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen?


    Nein aber ich beiß in den sauren Apfel und bin froh das ich einen Job habe. Ich geh jedes mal mit dem Gedanken zur Arbeit: Hey noch 9einhalb Stunden dann ist Feierabend :)

    MrsLittletall schrieb:


    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?


    Definitiv
    DerMichi Im Reich der Retro Games
    Aktuelle Projekte:
    Super Metroid Redesign
    Secret of Mana
    Lufia & The Fortress of Doom

    Where the Fairy flies

    Break the Streak 21:1

  • Vor 3 Jahren habe ich auch meinen Job gekündigt, weil ich absolut unzufrieden war. Ich war Körperlich ein totales Wrack und hätte schon heulen können, wenn ich grad erst Feierabend hatte und an den nächsten Arbeitstag dachte.

    Ich bin eher jemand, der dann extrem Gewicht verliert und so wirkte auch das dem Ganzen negativ zu. Ich habe einen Beruf gelernt, den ich nicht wollte, nur weil ich nichts anderes bekommen habe (Habe das aber durchgezogen). Habe auch weiter in diesem Beruf gearbeitet, weil ich den nun mal gelernt hatte. Irgendwann hatte ich einfach die Schnauze voll. Ganz abgesehen davon, dass es Körperlich nicht mehr ging. Da ich früher zu "faul" war in der Schule, konnte ich das was ich wollte nicht machen. Also dachte ich mir: Hey, warum sollst du dich durch einen Job quälen, wenn du mit bisschen Aufwand alles nachholen kannst und eher das machen kannst, was du eher magst? Und so mache ich mein Abitur auf der Abendschule nach und schmeiß mich auf eine Uni. Das war die beste Entscheidung, die ich hätte für mich treffen können.

    Klar muss man individuell die Situation betrachten, aber meiner Meinung nach lebt man nur einmal und warum soll man sich unnötig Foltern? Es ist SO zwar nicht die beste Art das zu lernen, aber besser Spät als nie.

    Ich hätte zu deiner Situation auch gesagt, dass du das mit deinem Mann besprechen musst. Die beste Unterstützung ist der Ehepartner. Zusammen findet ihr da schon eine Lösung. Zudem du ja auch schwanger werden willst. Bin jetzt auch kein Experte was das angeht. Ich kann da nur von einer Freundin sprechen, die Jobtechnisch so viel Stress hatte und nicht schwanger wurde. Erst als sie aufgehört hat, wurde sie schwanger. Kann natürlich auch nur Zufall sein. Denke aber ein Arzt könnte dir/euch da mehr erzählen?

    MrsLittletall schrieb:

    Seid ihr zufrieden mit eurem Job?


    Wenn ich den Job auf die Schule beziehe? Ja, definitiv.

    MrsLittletall schrieb:

    Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen?


    Habe ich ja eigentlich schon beschrieben, aber muss dazu sagen: Ich würde es immer wieder so machen, sollte ich wieder in so einer Situation sein.

    MrsLittletall schrieb:

    Was würdet ihr in meiner Situation tun?


    Sprich das mit deinem Mann ab. Sprich mit einem Arzt bezüglich der Schwangerschaft. Alles ist besser, als sich ins Auto setzen zu müssen und zu weinen. <- Das ist nicht akzeptabel.

    MrsLittletall schrieb:

    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?


    Definitiv. Was bringt dir der Job, wenn du im Sarg liegst?
  • Das ist ein schweres thema. Ich würde mich da an einen arzt wenden und mit der krankenkasse über eine Kur reden. Das ist manchen Leuten eine hilfe. Andere seits wäre ein Job wechsel auch eine Lösung.
    Da solltest du mal mit deiner Familie drüber reden.
    "Wenn wir die Wahrheit sagen, dann sind wir schlecht, irgendwo zwischen hart und ungerecht."
    Wir Sind Keine Engel

    ->Liste aller Projekte<-

    Zum Kanal des Todesengels
  • Blendwerkk schrieb:

    Definitiv. Was bringt dir der Job, wenn du im Sarg liegst?


    Was bringt dir das Überleben, wenn du nicht lebst? Lässt sich halt net so einfach beantworten wie fragen.

    Schwangerschaft: Haben wahrscheinlich schon andere gefragt, aber beim Arzt gewesen?
    Kündigung: Es scheint ja nicht so, als ob du deinen Chef hassen würdest, bevor du das machst, würde ich zumindest versuchen, mit ihm darüber zu reden. Mein Dad hat bei seiner letzten Stelle gekündigt, nicht nur, aber vor allem/auch weil er bis 18 statt wie vereinbart bis 17 Uhr arbeiten musste. Als er seine Kündigung eingereicht hatte meinte sein Chef, er hätte doch mit ihm drüber reden sollen, weil er ihn als Mitarbeiter so gern hatte xD. Aber das musst du wissen, ich kenn deinen Chef und euer "Verhältnis" nicht.

    Scheinst ja mehrere Probleme zu haben, vielleicht solltest du an anderer Stelle um Hilfe fragen. Gibt Leute, die mit den Problemen anderer Leute ihr Geld verdienen xD.

    Jetzt, nachdem ihr diese Geschichte kennt: Seid ihr zufrieden mit eurem Job? Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen? Was würdet ihr in meiner Situation tun?


    Mit dem "Job" (BFD) per se schon, nur leider wohne ich auch da wo ich arbeite (Jugendherberge), hab während meiner Arbeitszeit nur mit, sagen wir, "reiferen" Menschen zu tun und abends dank "Winter" kaum Kontakt zu Gleichaltrigen, was mir wie mir am Wochenende aufgefallen ist deutlich zusetzt. Ich verliere mehr und mehr die Fähigkeit mit eben diesen zu kommunizieren oder deren Kritik anzunehmen. Auch eine Art von Isolation. Und irgendwie hängt das ja wohl schon mit dem Job zusammen..

    Was ich mache um die Woche zu überstehen möchte ich aus rechtlichen Bedenken nicht nennen und ist auch nicht empfehlenswert. Was ich machen sollte, ist offener zu sein oder mir Hilfe zu suchen, aber das eine kann ich nicht (mehr) und auf das andere hab ich keine Lust. Außerdem hab ich das Gefühl, einen unfassbar großen Egoismus entwickelt zu haben. Nicht im Sinne von "ich bin der beste", sondern wirklich das "nur mich gibts". Aber das hängt eventuell mit erwähntem nicht empfehlenswerten Vorgehen zusammen.

    ^Ich denke, ein gewisser Zusammenhang wegen der Überschneidung von psychischen Problemen ist vorhanden, wenn auch nur indirekt auf den Job bezogen.

    In speziell deiner Situation würde ich mit deinem Mann reden, aber entscheiden musst du das immer noch selbst. Nachdem das bei dir ja defintiv richtungsweisende Entscheidungen sind eben noch andere Meinungen einholen, aber um's nochmal deutlich zu machen: Du kannst von vielen Seiten viele verschiedene Aussagen hören, aber DU musst entscheiden.

    --

    Und um's mal selber zu versuchen anstatt nur zu meckern:
    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?


    Ich denke, beides hängt zusammen. Alleine schon deshalb, weil wir als Arbeitslose (Schule mal mit eingeschlossen) psychisch nicht gesund sein können. Das ist meine Meinung, ihr könnt das gerne anders sehen, aber ich könnte ohne Arbeit nicht leben.

    THC schrieb:

    In einer Toilette kann man auch situationsbedingt Kartoffeln kochen. Kann ja eine besonders geeignete, sterile Toilette sein.
  • MrsLittletall schrieb:


    Ich habe mir eine kleine Nebenhöhlenentzündung eingefangen und wurde deswegen krankgeschrieben, aber da ist mir etwas aufgefallen. Wie unglaublich erleichtert ich bin, gerade eine Woche (wenn auch etwas schmerzhaften) Zwangsurlaub zu haben.


    Erstmal gute Besserung! ;)

    MrsLittletall schrieb:

    Als ich letztens ins Auto gestiegen bin, bin ich fast in Tränen ausgebrochen.


    Ohje...bei sowas ist auf jeden Fall Vorsicht geboten, wenn du so unglücklich bist. Ich hatte mal eine Kollegin der ging es ähnlich. Das war noch in meinem Ausbildungsbetrieb. Dort herrschte extremer Druck, dem sie einfach nicht mehr Stand halten konnte. Ich will nicht sagen, dass du genau das selbe machst, aber mittlerweile liegt die Betonung leider wirklich auf hatte. Sie hat einen Abschiedsbrief geschrieben (nachdem sie in mehreren Therapien war), ihre Lage erklärt und sich das Leben genommen. :( Allerdings hat bei ihr auch privat nichts gestimmt, was bei dir ja zum Glück anders ist. Das ist in so einer Situation sehr wichtig und gibt Kraft.

    MrsLittletall schrieb:

    Seid ihr zufrieden mit eurem Job?

    Leider bin ich momentan arbeitslos, kann aber von meinem letzten Job ähnliches berichten. Dort hatten wir zwar eine nette Abteilungsleiterin, haben aber jede Woche immer 50 Stunden gearbeitet und mussten dann teilweise noch am Wochenende rein. Das ganze unter einer Zeitarbeitsfirma, also auch noch für nen Appel und n' Ei. Das hat sich erst auf mein Privatleben ausgewirkt (musste z.B. mein langjähriges Hobby aufgeben, weil ich an dem einen Tag die Woche nicht früher Schluss machen durfte) und schließlich auch auf meinen Körper.
    Ich bin komplett unvermittelt eingeschlafen...egal ob ich zu Hause, auf der Arbeit oder im Auto war. Zuerst habe ich versucht mich mit Tabletten auf zu putschen...man muss ja funktionieren im Job. Dann bin ich auf Drängen meines Freundes zum Arzt gegangen der mich erst mal 2 Monate krank geschrieben hat mit der Begründung, dass ich dringend Pause bräuchte und erst wieder arbeiten gehen soll, wenn das mit den Schlafattacken weg ist, da ich sonst für mich und mein Umfeld eine Gefahr darstellen würde (aufs Autofahren bezogen).
    Schließlich kam es dann so, dass die Abteilung trotz der Arbeit aufgelöst wurde. Auf der einen Seite war das natürlich "unschön" arbeitslos zu werden, auf der anderen Seite ist mir ein ganzer Berg vom Herz gefallen. Ich muss ehrlich sagen ich hab wieder angefangen zu leben, bin wieder zu mir selber geworden und habe jetzt auch wieder den Elan mir einen tollen, neuen Job zu suchen. Meine ganze Einstellung ist viel positiver geworden.
    Zufrieden war ich mit dem Job sicherlich NICHT!

    MrsLittletall schrieb:

    Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen? Was würdet ihr in meiner Situation tun?

    Ich glaube ich würde mir an deiner Stelle ganz schnell etwas anderes suchen mit was du glücklicher bist. Eventuell kannst du dir auch ein Zeitlimit setzen. Manchmal hilft es ein klares Ziel, in deinem Fall evtl. ein Auflösungsvertrag, vor Augen zu haben. Letzteres würde ich mich aber wohl nur trauen, wenn man trotzdem finanziell noch gut über die Runde kommen würde.

    MrsLittletall schrieb:

    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?

    Jein...natürlich ist ein sicherer Job wichtig. Wirkt er sich aber derart negativ auf die Gesundheit aus, geht das erstmal vor. Es gibt genug Leute die sich ihr ganzes Leben durch beißen und dann irgendwann zusammen klappen, weil sie nicht mehr können oder nichts mehr vom verdienten Ruhestand haben. Wie heißt es so schön: Geld allein macht nicht glücklich.

    MrsLittletall schrieb:


    P.S.
    Ich hab tatsächlich schon drüber nachgedacht, mich kündigen zu lassen, indem ich mir einen leiste, z.B. absichtlich unentschuldigt der Arbeit fernbleiben, aber leider sieht mein Arbeitsvertrag eine Vertragsstrafe bei sowas vor :-/ Außerdem kommt so eine Aktion bei zukünftigen Jobs nicht gut. Aber auch das gibt mir zu denken...

    Das finde ich zu riskant, genau aus dem von dir genannten Grund. Das wird sich sehr negativ auf dein Zeugnis auswirken und selbst mit einem guten Arbeitszeugnis ist es schwer einen anständigen Job zu finden...


    P.S.: Natürlich will ich schnell wieder Arbeit finden, aber endlich hab ich mal Zeit für meinen Freund, unsere Hunde und den Haushalt. Konnte mich während meines alten Jobs um nichts von allem mehr gescheit kümmern...
  • Du Arme!

    Niemand sollte einen Job machen indem er nicht wirklich zufrieden ist. Natürlich muss man auch die Zähne zusammen beissen aber wenn man merkt das es körperlich und seelisch einfach nicht mehr geht sollte man aufhören. Auch wenn das heisst "krank zu machen" um sich kündigen zu lassen.
    Definitv ist Stress ein wichtiger Grund dafür das du nicht schwanger wirst. Das war bei mir auch so. Als plötzlich alles wieder gut ging wurde ich auch schwanger und warte jetzt voller Freude auf meine kleine Tochter.

    Gibt es einen Beruf den du denn lieber ausüben würdest? Ich denke du solltest versuchen dich glücklich zu machen mit allen Mitteln :) Das tut nicht nur dir gut sondern auch einem Mann! Schliesslich sorgt er sich doch auch um dich :3 Kopf hoch <3 Du schaffst das!
  • Ich finde, dass man sich mal überlegen sollte ob der Job auch zu einem passt. Die Gesundheit steht natürlich klar über dem Job. Außerdem sollte einen die Tätigkeit nicht in irgendeiner Form belasten, denn das ist meiner Meinung nach nicht wirklich Förderlich für die Gesundheit und unter anderem auch für die Arbeitsmoral.

    Solltest du einen Beruf kennen, welchen du lieber ausüben würdest, dann solltest du definitiv Wechseln.

    Was die Schwangerschaft angeht, solltest du dir genau darum auch keine Gedanken machen. Wenn es soweit ist, dann wirst du es schon merken. :p


    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück für die Zukunft ! :)
    #FORENKING

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  • Ich schließe mich da der Meinung der anderen an. Ein Job ist zwar wichtig und ich würde auch eher einen mäßigen/schlechten Job annehmen, bevor ich absolut nichts anderes bekomme, aber alles hat seine Grenzen. Und das ist eben, wenn man so gesehen, einfach nur noch unglücklich ist. Klar, es gibt auch einfach mal schlechte Phasen, aber ich kenne es auch, dass es ganz oft nicht mal am eigentlichen Job liegt, sondern an der Atmosphäre auf der Arbeit. Gerade Chefs, die keine Ahnung haben und trotzdem alles diktieren und kontrollieren wollen, sind da mit das Schlimmste, was einem passieren kann.

    Aber wie gesagt, wenn es zu schlimm ist, ist es wohl an der Zeit, neue Wege zu gehen. Gerade, da du das Glück mit einem Mann hast, der arbeitet und die Zeit sicherlich auch allein überbrücken kann. Im Optimalfall findet man vielleicht sogar schon etwas, bevor man aus dem alten Job raus ist. Da muss man einfach sein Glück versuchen.

    MrsLittletall schrieb:

    Seid ihr zufrieden mit eurem Job?


    Definitiv. Ich hab ein traumhaftes Arbeitsklima, wunderbare Kollegen und einen eben so guten Chef. Viel besser hätte es mich damals nicht treffen können, aber etwas Glück gehörte natürlich wie so oft auch dazu.

    MrsLittletall schrieb:

    Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen?


    Versuchen durchzuhalten, bis sich eine bessere Möglichkeit ergibt und wenn es gar nicht mehr geht, die Konsequenzen ziehen.

    MrsLittletall schrieb:

    Was würdet ihr in meiner Situation tun?


    Eben das, was ich zuvor geschrieben habe. Bzw. direkt aktiv werden und das Glück auf dem Arbeitsmarkt versuchen, wenn du dir das mit der Unterstützung deines Mannes erlauben kannst.

    MrsLittletall schrieb:

    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs?


    Die Gesundheit geht meiner Meinung nach immer vor.
  • Was könnte man da anderes sagen außer das, was bereits genannt wurde? Ja, ich würde dir auch definitiv raten, dir eine andere Arbeit zu suchen sobald es geht, sonst endet das ganze nicht gut für dich. Wenn du nicht selber die Konsequenzen ziehst, wird es dein Körper für dich tun und das würde ich an deiner Stelle unbedingt verhindern wollen. Wenn der Körper erstmal soweit ist und zusammenbricht wird es zu spät sein, also rede mit deinem Mann und wende dich an Leute, die dir eine andere Arbeit/Perspektive vermitteln können. Eventuell kannst du es auch so machen, dass du erstmal eine komplette Auszeit nimmst - also arbeitslos machst - und dich so erstmal komplett erholst. Im Optimalfall kannst du einen Job klar machen, dessen Beginn aber erst einige Monate in der Zukunft liegt, so dass du Zeit zur Erholung hast. Das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass ihr immer noch über die Runden kommt, falls dein Gehalt wegbricht und auch das Arbeitsamt nichts zahlen will.

    Kurz gesagt: Zieh jetzt die Konsequenzen, sonst endet es schlecht.
  • Ich würde auch erst mal raten: Sprich mit deinem Chef, um die Situation auf der Arbeit zu verbessern, wenn das möglich sein sollte. Wenn da wirklich null Vertrauen auf irgend einer Ebene besteht, würde ich dir auch eher dazu raten, dich bzgl. deiner Arbeit neu zu orientieren. Solange dein Mann arbeitet, steht ihr immerhin nicht völlig mittellos dar.
    Dich jetzt psychisch kaputt zu machen, bis du auch körperlich nicht mehr kannst, hilft niemandem. Mit Depressionen, Burn-Out etc. ist nicht zu spaßen. Habe da selbst jemanden im Freundeskreis, der damit zu kämpfen hat.

    Zu den Fragen:
    -Bin ich zufrieden mit meiner Arbeit? Nun, an sich bin ich Student. Es gibt also schlimmeres und stressigeres. Bin nach wie vor nicht ganz sicher, ob ich den richtigen Weg eingeschlagen habe, aber ich lass das einfach mal auf mich zukommen. Praktika haben mir bislang, je nach spezifischem Arbeitsfeld, sehr bis weniger gut gefallen.

    -Was würde ich tun, wenn ich meinen Job nicht mögen würde? Gesetzt dem Fall, ich könnte ihn wirklich nicht leiden, würde ich mir eine neue Arbeit suchen. Mich irgendwo bewerben, zu Gesprächen gehen, und dann einen neuen Vertrag unterschreiben, durch den ich direkt nach der Kündigungsfrist der alten Stelle anfangen kann.
    Bin aber auch in keiner Weise wirklich gebunden, ist für mich also eigentlich sehr einfach.

    -Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs? Im Dienst zu sterben ist für den Soldaten ein simples Berufsrisiko. Wegen eines Bürojobs im Auto zu weinen, sollte aber ein deutliches Zeichen sein, dass eine Grenze überschritten wurde.

    Abschließend: Hab keine Angst, dass du keine neue Arbeit findest. Du bist ja keine alte Omi, die ihr letztes Jahr für die Rentenkasse ableisten möchte. So eine Situation macht erst mal Angst, aber lass dir deine Lebensplanung nicht von einer Arbeit kaputt machen, die dir überhaupt nicht gefällt.
    It doesn't really matter if there is no hope
    As the madness of the system grows
  • Ärger im Job und Auswirkungen auf die eigenen Gesundheit sind ein sehr unterschätztes Thema. Viele gehen viel zu leichtfertig damit um. Man sollte immer auf seinen Körper hören, weil das sonst verdammt nach hinten los gehen kann. Ich kenne leider jemanden, bei dem das sehr übel geendet hat. Am Ende bekam die Person keinen geraden Satz mehr aus dem Mund und musste sogar in die Klinik. Das oft benutzte Wort "Burnout" war in dem Fall leider nicht nur eine "Modeerscheinung" sondern ein sehr ernstes Problem

    Zu deinen Fragen:
    Seid ihr zufrieden mit eurem Job? Ich war Bürokauffrau in einem Lüftungsbetrieb und ich war dort absolut nicht zufrieden
    Wärt ihr es nicht, was würdet ihr machen? Dem entgegenwirken. Wenn dem nicht möglich ist, sofort einen anderen Job suchen
    Was würdet ihr in meiner Situation tun? Ich würde versuchen ob es möglich ist im Betrieb eine Änderung herbei zu führen. Ansonsten würde ich versuchen einen anderen Job zu suchen. Wenn es dermaßen auf die Psyche schlägt sollte man sich auch Gedanken machen, einen Therapeuten auf zu suchen und sich notfalls krank schreiben zu lassen. Zumindest dann, wenn es wirklich schon sehr ernste Folgen auf einen selbst hat.
    Geht die Gesundheit über die Sicherheit eines Jobs? Definitiv! Denn wer nicht gesund ist, ist früher oder später auch seinen Job los, weil er einfach nicht mehr das leisten kann was er soll
  • Guten morgen.

    Erstmal vielen Dank für all eure Worte. Mit meinem mann habe ich schon drüber geredet. Ich habe auch schon nach Jobangeboten gesucht, aber die Anforderungen sind kurios... die wollen teilweise Sachen, die macht ein anwalt. Ich bin als fachangestellte ausgebildet. Ich mache organisation, fristen und kostenanträge. Von ca. 20 angeboten kamen nur zwei in frage... das frustriert schon.

    Mit meinem chef zu reden klappt nicht. Schon oft versucht. Gibt sogar stories von meinen älteren kolleginnen. Ich bin gerade am tablet, ich führ das genauer aus, wenn ich später den pc anmache.

    So, am PC kann ich das gleich viel besser ausführen:

    Ich werde mal ein wenig was über meine Arbeit ausführen.... Wie gesagt, ich arbeite dort seit einiger Zeit und zwar seit 2006. Ich wurde damals dort eingestellt, um die Kostennoten zu erledigen. Das habe ich anfangs auch gemacht. Ich hatte noch eine Kollegin, die war schon ein paar Jahre da und kümmerte sich normalerweise um die Akten des Chefs. Ich hab natürlich versucht, eine gute Beziehung mit ihr aufzubauen, aber ich schien ihr völlig egal zu sein... dann der Knaller: Die hatte längst gekündigt! Nach nur drei Monaten Arbeit stand ich völlig alleine dar. Der Chef musste sich auf mich stürzen und fand Gefallen an mir, da ich schnell tippen konnte und eine gute Auffassungsgabe hatte. Für drei Monate war es die pure Hölle, bis wir jemand neues fanden. Meine neue Kollegin war klasse. Wir verstanden uns blendend. Wir interessierten uns für ähnliche Dinge, wir gingen immer gemeinsam zum Bahnhof und wir waren uns beide einig, dass auf der Arbeit riesiges Chaos herrschte.
    Zu der Zeit erfand meine Arbeit etwas neues... plötzlich wollten sie auch Seminare anbieten und meine Kollegin musste dafür herhalten. Sie hat das gehasst. Sie hat dann ihren Freund geheiratet und wurde von ihm schwanger, so dass sie dem entkommen konnte. Sie hat mir aber auch gesagt, dass sie sowieso ein Kind wollte. Ihre Situation war also damals ein wenig wie meine, nur, dass bei ihr alles gut ging. Sie hat inzwischen schon ihr zweites Kind bekommen und ihr Mann hat eine gute Arbeit, so dass sie Hausfrau sein kann.
    Ich bekam dann natürlich wieder eine neue Kollegin... und... dieses Mädchen mochte ich nicht. Es schien mir, als seie sie der Meinung, die Welt drehe sich nur um sie. Immer nur ich, ich, ich. Außerdem flog ihr wirklich ALLES in den Schoß. Ich muss sagen, ich hab angefangen, sie deswegen zu hassen. Sie ist dann gegangen, weil sie einfach so einen Job in einer Bank bekommen hat. Ich war heilfroh darüber.
    Nun ist meine jetzige Kollegin da. Ich komme ganz gut mit ihr zurecht, sie ist nett, aber wir sind uns nicht besonders ähnlich, was uns Probleme verschafft, ein Gesprächsthema zu finden. Wir waren uns nur wegen einem einig, unsere Arbeit nimmt überhand. Zu zweit kamen wir einfach nicht voran. Also wurde ein drittes Mädchen eingestellt. Dieses Mädchen blieb aber nicht lange... sie kam JEDEN Tag zu spät, war alle zwei Wochen plötzlich krankgeschrieben und wenn sie da war, hat sie eher mit dem Handy telefoniert als gearbeitet. Sie wurde ziemlich schnell wieder rausgeworfen.
    Wir haben jetzt noch eine weitere Kollegin... diese ist bereits 44 Jahre alt. Sie gibt sich zwar Mühe, aber man merkt doch, dass sie mit den modernen Techniken etwas Probleme hat...

    So, das waren erstmal die Ausführung zu meinem Kolleginnen-Marathon.

    Bevor wir alle da waren, hat jemand anderes zusätzlich für meinen Chef gearbeitet. Dieser ist nämlich nicht bloß Anwalt, sondern gleichzeitig Geschäftsführer eines eingetragenen Vereins. Dessen Sekretärinnen hat er dann einfach für sich beansprucht, ja, sogar die Buchhalterin. Diese haben uns erzählt, dass er dann Mitarbeiterbesprechungen angesetzt hat. Sie sind zur ersten Mitarbeiterbesprechung, haben gesagt, was ihnen nicht passt und der Chef hat diese sofort wieder abgesetzt! Unfassbar!

    Dann habe ich ja erzählt, dass der Chef sich immer bei mir im Büro aufhält und mich von allem möglichen abhält, was ich allein machen könnte oder mich dabei beaufsichtigt. Der reinste Kontrollfreak! Ich fühle mich deswegen so nervös, dass ich manchmal anfange, dämliche Fehler zu machen. Ich kann es einfach nicht leiden, wenn mir jemand bei der Arbeit zusieht oder mich dabei total beobachtet. Ich hab meinem Chef dann gesagt, dass ich seine Methode nicht gut finde und es viel praktischer wäre, wenn er seine Diktate auf ein Band spricht und während ich es schreibe, kann er den zweiten Teil diktieren und während ich das schreibe, kann er Korrekturen im ersten Teil machen usw. Das einzige, was er sagte: "Für mich ist das die einzig wahre Methode." Gespräch beendet. Einfach so!
    Dann hatte ich eine Zeitlang massive Probleme mit der zweiten Anwältin, eine freie Mitarbeiterin in der Kanzlei. Wie ich schon gesagt habe, wenn ich beobachtet werde oder unter Druck gesetzt werde, leidet meine Leistung darunter. Sie kam immer rein, wenn ich mit Mandanten telefonieren musste und ist dann einfach nicht gegangen. Da bin ich natürlich immer ins Stocken gekommen und hatte einen telefonischen Blackout. Ich hatte sie sogar mal gebeten, mich doch bitte beim Telefonieren nicht so abzulenken. Leider kommt sie immer noch rein, starrt auf die Nummer, tut ab und an den Lautsprecher anmachen oder fragt so zischend: "Wer ist dran?" und ich verstehe meinen Partner kein bisschen und muss mich entschuldigen und um Wiederholung bitten. Dann hab ich am Anfang meiner Arbeitszeit nunmal kleinere Fehler gemacht.... und die hat angefangen, mich zu beleidigen! Frau K., Sie sind eine Trantüte. Frau K., ich glaube, Sie haben Tomaten auf den Ohren! Meine frühere Kollegin, die, die schwanger geworden ist, hat mir über Facebook erzählt, dass sich diese Anwältin tatsächlich manchmal bei ihr über mich ausgelassen hat. Die Frau K. ist ja soooo dumm! und so weiter.
    Ich hab irgendwann zu der Anwältin gesagt, als sie wieder mit Beleidigungen anfing, dass ich so nicht mit mir reden lasse. Sie hat dann mit den Beleidigungen aufgehört, aber nun rede ich ständig eingeschnappt. Und das, obwohl ich ganz normal rede. Ich hab sogar meine jetzige Kollegin gefragt und sie hat gemeint, ich klinge nicht eingeschnappt. Ich hab nunmal so eine Stimme! Ich kann da auch nix dafür.
    Es ist verrückt, aber kennt ihr die Küchenschlacht? Dort kommt manchmal eine Köchin als Jurorin, deren Stimme klingt genau wie die der Anwältin. Ich kann sie nicht ertragen zu hören. Ich lehne diese Tonart und diese Stimmlage total ab!

    Uh, das ist jetzt aber eine Wall of Text geworden.... und ich habe noch nichtmal von dem Chaos erzählt, das meine Arbeit ist! Wer bis hierhin durchgehalten hat, Glückwunsch. Jetzt das Chaos...
    Als ich anfing, war ich entsetzt. Es gab keine Akten, nur Ordner, in die je 10 Fälle eingeheftet waren. Und es waren vielzuviele Fälle. Allein 2004 hatte über 1.000 Akten! Das lag an vielen gleichgelagerten Fällen in unserem Fachrecht, die man aus irgendeinem blöden sozialgerichtlichen Grund nicht zusammen anhängig machen darf. Wirklich, es werden dann 500 Fälle eingeklagt und dann werden 499 zum Ruhen gebracht, bis das eine Musterverfahren in allen Instanzen entschieden ist. Was soll der Schwachsinn? Jedenfalls, ich und alle Kolleginnen, die je da waren, haben sich stark dafür eingesetzt, mehr Ordnung zu schaffen. Wir konnten dann nach und nach mehr Ordner anlegen, bis uns der Platz ausging. Dann konnten wir die Anwälte überreden, die alten Ordner mal auszusortieren. Leider haben es bis jetzt nur die Ordner von 1999 rausgeschafft.... wir haben 2014! Anwälte müssen ihre Akten 10 Jahre lang aufheben, alle Ordner bis 2004 könnten längst weg sein! Leider haben wir aber kaum Zeit, die sog. Ablage zu machen. Das sind alle Schriftstücke, die wir bearbeitet haben und die in die Ordner müssen. Ich habe teils versucht, sie immer sofort zu machen, nachdem ich einen Stapel gemacht habe, aber weil die Ordner in unseren Büros verteilt sind, wurde ich ständig von unserer freien Anwältin herausgeworfen. Ich störe sie in ihrer Konzentration. Sie hat so eine ähnliche Auffassung wie mein Chef und belagert ständig das Büro meiner Kollegin, wo die Ordner von über 3 Jahren herumstehen... Wir hatten dann für kurze Zeit einen Ablagejungen, aber der hat dann einen Studienplatz bekommen und ist weg.

    Ok, nun aber genug. Ehrlich gesagt, es tat mir gut, mir das alles mal von der Seele zu schreiben. Das ist sozusagen die Situation, in der ich mich befinde und die ich seit 8 Jahren machen muss. Ehrlich gesagt, alles fing damit an, dass ich in meiner Probezeit so schmählich allein gelassen worden bin. Ich hab damals noch bei meinen Eltern gewohnt. Eigentlich hätte ich mein eigenes Kündigungsrecht nutzen sollen, um mir etwas anderes zu suchen. Aber nun ist es vorbei. Ich kann nur in die Zukunft schauen, nicht in die Vergangenheit.

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  • Es ist allerdings auch üblich, dass Stellenausschreibungen komplett überzogen sind, was die Anforderungen angeht. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen.

    Einfach bewerben, kostet ja quasi nichts. Alles andere klärt sich im Zweifelsfall im Gespräch. Und da stellt sich dann meist raus, was die eigentlich vom Bewerber wollen.
  • Probleme im Job sind wirklich eine schwierige Sache. Kann ich gut nachvollziehen. Ich habe seit Ende letzten Jahres einen neuen Job angenommen, wegen Umzug und dergleichen und bin nun auch total unzufrieden. Daher kann ich deine Situation gut verstehen. Besonders wenn der Chef einen beim arbeiten stoppt. Es ist einfach schrecklich nicht so arbeiten zu können wie man möchte, vor allem da man weiß, man kann eigentlich mehr, darf es nur nicht. Ich bin nun auch schon auf der Suche nach einen neuen Job, das solltest du auch machen. Natürlich erst einen neuen Job suchen und dann kündigen. Verschiebe das Baby bis es dir wieder besser geht und du den neuen Job sicher hast. Alternativ lass dich krankschreiben, Burnout ist heutzutage eine häufige Krankheit die anerkannt ist.
    Bei mir auf Arbeit gibt es auch ständig streiteren unter den Mitarbeiterinnen, wegen sinnlosen Zeug, was die geschäftsführung eigentlich hätte verhindern können. Aber das interessiert keinen solange die Zahlen stimmen. Das das Betriebsklima drunter leidet ist da nebensächlich. Ich finde Arbeit sollte auch Spaß machen und man sollte auch dort schon einige Freiheiten haben, solange man seinen Job gut macht. Schließlich verbringt man dort viel Zeit und es ist ja keine Gefängnisarbeit.