Zuschauer sind das Problem, nicht das Ziel

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  • Zuschauer sind das Problem, nicht das Ziel

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    Ein argloser Anstoß zu einer Diskussion, die nicht in einer Hetzjagd nach einer richtigen Antwort ausarten muss, da es ja unglaublicherweise nicht um den Wunsch nach mehr Liebe von Fremden oder die Anzweiflung deren Rentabelkeit geht. Die Spaß-Argumentierer mögen sich mal wenigstens noch 1 weiteres Argument vorm Posten überlegen.

    Also fangen wir direkt damit an, was einige sich direkt denken, dass es ja keinen Sinn hätte seine LPs überhaupt hochzuladen, wenn Zuschauer es nicht sehen sollen. Aber hier liegt auch direkt das Problem, da das LPn nach unserem Verständnis den Zuschauer unweigerlich mit einschließt.
    Doch was tun die eigentlich, außer Klicks zu generieren und somit bei manchen den Geldbeutel klingen lassen?

    Es gibt die guten Freunde; treuen Abonnenten. Für gewöhnlich stark in der Unterzahl - bei größeren LPern sehe ich davon nicht mehr viel, wohl auch weil sie schon ein paar Jahre dabei sind und die wenigsten so lange Interesse an einem LPer haben, der auch immer wieder was anderes spielt.
    Aber die schreiben eventuell gute Kommentare und freuen sich über jedes Video. Total zu befürworten? Nur bedingt, denn grade von denen lässt man sich reinreden, was erstmal nicht so schlimm erscheint.

    Dann gibt es den großen Rest, der für gewöhnlich höchstens ein "tolles Video" unters Video setzt. Der, für den Qualität total egal ist oder der, für den Qualität alles ist. Und hier fängt der (offene) Spaß an. Manche wollen sich nicht reinreden lassen in der Art und Weise, wie sie Spielen, aufnehmen, ihre Videos präsentieren - damit schließen sie die Zuschauer aus, für die sie es eigentlich machen.
    Ich habe so unendlich viele LPer getroffen die schrottige Qualität (tut mir Leid, dass ich das wieder mit einbringe) abliefern, weil die Zuschauer es einen Dreck interessiert, ob man verwaschene Grafiken und schwarze Balken an allen 7 Seiten hat. Man ist es sich nicht wert, sein Werk zu seiner eigenen Zufriedenheit zu optimieren. Man hat einen schlechten PC und wenig Internet? Aber es muss für den Zuschauer ja jeden Tag ein Video kommen; also setzt man die Qualität herab, die eh nur 1% interessiert - man selbst guckt die Videos eh nicht.

    Wie läuft das in anderen Bereichen? Manche Buch-Autoren lassen sich Jahre lang Zeit, ehe sie ihr Werk veröffentlichen. In dem Falle geht es ihnen darum, auf ihr Geschaffenes stolz sein zu können. Bei den LPern sehe ich sehr sehr viele, die ihre Videos selbst als Unsinn/Chaos ohne Verstand bezeichnen.

    Videos sind eine Kunst, doch wie überall gibt es Schmierfinken; aber [ab hier geht es weiter mit Unterstützung von @Damakash]
    gerade bei Videos scheint das nicht viel auszumachen. Da loben die Zuschauer einen Lper in den Himmel, den man vor lauter Rauschen und Ragen nicht versteht. Oder es werden Videos geteilt, die so viele Artefakte haben, dass selbst aus Battlefield ein Minecraft verschnitt wird. Der LPer freut sich natürlich. Seine Videos bekommen viele Views - die Abos steigen - es scheint doch gut anzukommen. Und genau das ist das Problem. Denn wer glaubt schon etwas zu sein, hört auch auf etwas zu werden. Viele ruhen sich auf den Lorbeeren aus, dabei wäre noch so viel Potential zum verbessern vorhanden.

    Kommt dann mal ein kritischer Zuschauer des Weges und merkt das ein oder andere freundlich an, was man am Video verändern könnte, werden Kommentare gelöscht, der Kanal dieses YouTubers gehatet oder auch gar nicht reagiert.

    Die erfolgreichsten Videos, gemessen an Aufrufen, haben viele ja bei den ältesten und eigentlich schlechtesten. Man wird immer besser, aber die Aufrufe immer schlechter bzw. kommen nie an die alten ran. Dann fehlt das Engagement, sich weiter verbessern zu wollen.
    Allerdings denke ich schon, dass man weiterhin etwas wird, wenn man denkt etwas zu sein. Aber die Richtung und Geschwindigkeit kann sich erheblich verändern.

    Sorgen viele Zuschauer also dafür, dass man selbst still steht und sich nicht mehr entwickelt? Verbessert man sich nicht eher, wenn die Zuschauer eben nicht eine bestimmte Anzahl erreicht haben?

    Sind zu viele Zuschauer also das Problem, dass man nicht das Maximum an sich herausholt? Werden Zuschauer nur als willenlose Aufrufgenerierer angesehen?


    Seit es fast nur noch ums Monetarisieren geht und jeder auch die Möglichkeit dazu hat, scheint Masse statt Klasse mehr denn je an der Tagesordnung zu sein.

    Und wie kann sich das auf den Kommentar auswirken? Dazu nur ein unvergessenes Beispiel, damit der Text nicht zu lang wird: youtube.com/watch?v=iyz75uBxEkc

    Wer die ganze Konversation mit Damakash nachlesen möchte, kann das hier tun: abload.de/img/diskussionsthread_-_l70sr0.png
  • Wie schon geschrieben: Interessantes Thema.

    Erstmal zur Frage, was Zuschauer (für mein Empfinden) wirklich tun, außer Klicks zu generieren:
    Die Zuschauer, die den Kanal mit Leben füllen, indem sie interessante Kommentare schreiben, zu Diskussionen anregen und Feedback da lassen helfen mir persönlich mich zu entwickeln. Sei es die Qualität, die ich dadurch verbessern kann ( 4:3 Projekte und die bösen Balken zum Beispiel oder auch Tonabmischung usw). Sie bringen neue Denkanstöße in Diskussionen ein oder sie zeigen mir ein Spiel aus ihrer Perspektive. Wie sie manche Szenen oder Situationen wahr genommen haben. Sie helfen auch schon mal aus, wenn ich in einem Spiel etwas nicht sehe oder nicht weiter komme. Außerdem wirkt der Kanal so lebendig und das gefällt mir einfach.
    Natürlich ist es schon richtig: Solche Kommentare sind nicht die Regel. Und man muss auch wirklich immer sehen, dass genau diese aktiven Zuschauer, mit denen man in eine Art Beziehung tritt, die meiste "Macht" haben einen zu manipulieren. Deswegen würde ich auf jeden Fall sagen: Überprüft jede Idee und auch jede Kritik, ob es für euch ok ist, daran etwas zu tun.

    Als kleines Beispiel von meinem Kanal: Ich habe ein absolutes Mädchen-Pink-Kinderspiel angefangen. Mein geliebtes Rapunzel von Disney <3 Und meine Stammzuschauer waren schon ziemlich irritiert und haben nett darauf hingewiesen, dass sie sich dieses Zuckerwattespiel bei aller Liebe nicht geben können. Ich für meinen Teil finde das ok. Ich spiele eben wonach mir ist. Und wenn nun eine Meute kommt, die mir Minecraft nahe legt, dann würde ich es trotzdem nicht LPen. Ich bin bereit auf Verbesserungsvorschläge einzugehen und ich bin auch immer bereit Projekte ins Auge zu fassen, die sich gewünscht werden. Aber ich bin nicht bereit, mich komplett den Zuschauern anzupassen. Und bisher hat sich daran auch noch niemand wirklich gestört. Also auf die Zuschauer einlassen und mitreden lassen ja - aber totales verbiegen für die Zuschauer: nein.

    Die "tolles Video" Kommentare sind meistens für mich nicht wirklich aussagekräftig. Denn ich trete gerne in den Dialog und das ist hier ja nicht wirklich möglich. Außerdem gibt es da einfach auch viele "Zuschauer" die solche Kommis schreiben, einfach, damit sie unter vielen Videos stehen. Manche auch gleich mit dem Zusatz "schau doch auch mal bei mir vorbei". Ich schaue sowieso immer auf einen Kanal, der bei mir kommentiert und den ich nicht kenne. Allerdings nur dann, wenn der Kommi mich angesprochen hat. Dann möchte ich doch auch gerne wissen, wer das war und was er so macht. Da muss man mich nicht extra drauf hinweisen ^^ Bettelei finde ich also nicht so schick. Vor allem weil das keine wirklichen "Zuschauer" sind, habe ich den Eindruck. Über einen Kamm kann man hier sicher nicht alle scheren und das will ich auch nicht. Aber der große Teil dieser Zuschauer sind von Kanal zu Kanal unterwegs und schauen eigentlich nicht richtig zu.

    Das jeden Tag ein Video kommen "muss" ist auch so eine Sache. Ich denke es muss regelmäßig Content kommen. Aber regelmäßig ist eben auch alle 2 Tage oder jeden Freitag oder wie auch immer. Ansonsten springen viele Abonnenten wieder ab. Das sehe ich ja bei mir selbst als Zuschauer auch. Wenn auf einem Kanal 3-4 Wochen nichts mehr kam, dann deabonniere ich in der Regel. Es sei denn, der jenige hat gesagt, dass er in Urlaub ist oder so etwas. Und egal wie viele Videos man so produziert, sollte man wirklich sehen, dass die Qualität nicht vollkommen unter aller Sau ist. Ich erwarte ja schon nicht viel (mir reichen zB 720p - auch wenns anders hübscher wäre und mir reicht ein Mikro, dass ich den LPer klar verstehe usw). Aber selbst das ist bei einigen echt leider nicht gegeben. Masse statt Klasse? Ich finde da eine gesunde Mischung angebrachter.

    Kritik scheint auf YouTube leider tatsächlich etwas verpönt. Aber ich habe auch schon YouTuber gesehen, die gerne die Kritik annehmen und fragen wie sie es anders/besser machen können. Leider ist das nicht die Mehrheit. Ich bin immer über Hilfe Dankbar und suche sie mir auch gezielt, wenn Kritik kommt. Denn manche Sachen sieht/hört man selbst auch gar nicht so - betriebsblind nennt man das wohl.

    Sind also Zuschauer das Problem, dass man nicht das Maximum aus sich raus holt? Vielleicht ein Stückchen. Und wahrscheinlich ist das abhängig vom eigenem Charakter und die Ansprüche, die man an sich und seine Videos hat. Ich bastel eigentlich immer wieder mal herum und versuche Dinge besser zu machen. Und ich scheue mich auch nicht, hier dann den ein oder anderen per PN anzuschreiben und genauer nachzufragen, wenn etwas nicht klappt (die jenigen wissen schon, dass sie gemeint sind XD ) und ich muss ganz ehrlich sagen: Die LPer sind zum großen Teil sehr hilfsbereite Menschen, die sich für mich schon einiges an Zeit genommen haben, was ich sehr zu schätzen weiß.

    Und zu guter Letzt noch das monetarisieren: Ja, mittlerweile kann wirklich jeder ein paar Cents mit seinen Videos machen. Wie sinnvoll das gerade am Anfang ist sei allerdings dahin gestellt. Wie in der PN schon geschrieben, hab ich hier irgendwo im Forum mal gelesen: "Und irgendwann geht es nur noch ums Geld." und das finde ich befremdlich. Ist das wirklich so? Wenn nicht - wieso ist dann Werbung vor den Videos? (Netzwerkmitglieder mal raus genommen, die müssen ja monetarisieren ^^)
    ☆:•´¯`•.♥ YouTuberinStreamerintypisches MädchenHonigkuchenpferdleise Tönegroße Klappeviel Herz ♥.•´¯`•☆

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Damakash ()

  • Also, um jetzt ganz ehrlich zu sein wird hier das LPertum zu Etwas verkannt, was ich persönlich irgendwie nie darin gesehen habe ...

    sam schrieb:

    Videos sind eine Kunst, doch wie überall gibt es Schmierfinken


    LPs sind Kunst? Dass scheint mir doch sehr hoch gegriffen. Falls Du damit überhaupt LPs meinst. So etwas wie Stop Motion Pictures, Selbst gedrehte Musikvideos, Kurzgeschichten in Videoform, dass kann wirklich Youtube Kust sein, aber zumindest bei LPs habe ich nie ein solches Gefühl gehabt. LPs sind Spaß, Hobby und sollen unterhalten nicht nur den Zuschauer, sonder im Besonderen den Spieler hinter dem LP. Da ist mir dann die Videoqualität und oder auch das Ragen manchmal herzlich egal als Zuschauer. Klar, versuch ich beim aufnehmen immer besser zu werden, einen besseren Redefluß zu haben etc. Aber als Zuschauer machen gerade die Fehler, die ein anderer LPer hat, manchmal den Charme und die Symphatie aus. Wenn ich tolle Grafiken sehen möchte, kann ich ohnehin kein Video ansehen, dann muss ich zwangsweise das Spiel selber spielen.
    Und bin ich nur ein Klickgenerator für die meisten? Irgendwie schon, ich bin schließlich Konsument im kapitalistischen Sinne. Wenn ich mal Kommentiere dann wirklich nur kritisch - so ist eben meine Art - warum sollte ich auch einfach nur Lobhudelei aussprechen. Ich rede, wenn ich auch was zu sagen habe.

    Damakash schrieb:

    Sind also Zuschauer das Problem, dass man nicht das Maximum aus sich raus holt?

    Vielleicht kann ich das auch einfach nicht beurteilen, weil ich einfach fast keine Zuschauer habe. Aber um ehrlich zu sein, sind Zuschauer für mich keine wirkliche Instanz. Mag sein, dass ich ganz anders denken würde, wenn ich täglich Hudnerte Aufrufe hätte, aber irgendwie ist das nicht meine Motivation - ich sehe auch schon, dass ich damit von der Masse abweiche, aber bei mir wird es sicher nie Monetarisierung geben. Bei mir stehe ich im Fokus, ich zeichen Videos auf, weil ich es möchte - weil es mir einen Unterhaltungszugewinn beim spielen bringt. Hätte ich genügend Festplattenspeicher würde ich vielleicht nichtmal die Videos hochladen, die ich so verbreche. Mein YouTube Account ist mein persönliches Videotagebuch. Ein offenes Tagebuch, in das gerne Alle Leute, die es interessiert reinlesen dürfen, so wie ich selbst es genieße in andere Erlebnisse reinzuschnuppern. Sicher, ich seh mir keine FPS Spiele oder so an. Aber zB die Gefühle und Emotionen eines Stanley Parable LPs mitzuerleben ist ein hoch interessantes Erlebniß für mich selbst. Da stört es mich nicht weiter, wenn es in 360p geschiet und man vielleicht nicht die beste Mikrofonqualität hat. Es ist sicher von Vorteil, wenn die audio-visuelle Präsentation eine anständige Qualität hat - aber keine Kategorie, die ich für unbedingt notwenig halte, um ein Let's Play genießen zu können.

    Ein weiteres Beispiel dafür, wie ich LPs "konsumiere" ist auch der "Missbrauch" als Hörspiel zum Einschlafen. Gerne nehme ich da einen leiseren, etwas monoton wirkenden Spieler her - am besten eines Spieles, dass ich selber in und auswendig kann (Vorzugsweise RPG oder Adventure) - und lasse mich von ihm in den Schlaf reden. Hier spielt wirklich die Audioqualität eine Rolle, da ich mit Ploppen und Knacken nur schlecht einschlafen kann. Aber dann lasse ich eben auch mal eine ganze Playlist die Nacht durchlaufen, ohne nur einen Like oder Kommentar zu geben. Wie sollte ich das auch tun, vom Reich der Träume aus.
    Bin ich als Zuschauer, dann das Problem, wenn ich in einer Weiße "konsumiere", die keine kritische Komponente hat?

    sam schrieb:

    Total zu befürworten? Nur bedingt, denn grade von denen lässt man sich reinreden, was erstmal nicht so schlimm erscheint.


    Dass musst mir nochmal erklären. Meinst Du damit Leute, die einfach nur jedes Video liken und für gut befinden, dass der Spieler seine Videos nicht ändert, seinen Stil nicht mehr an den Mainstream anpasst? Ist doch schön wenn Leute dich motivieren, auch ohne das Du groß etwas dafür tust - Ist halt das Elternphänomen. Wenn die Eltern bei den ersten Schritten schon kritik üben, wird das Kind ohne ausreichende Resilienz gleich in seiner Entwicklung gehemmt und kommt möglicherweise nie aus seiner Schüchternheitsphase herraus.
    Vielleicht hab ich in letzter Zeit auch zuviele kleine LPer mit keinen 50 Abos gesehen, aber ziemlich viel von dem, was hier bisher geschrieben steht, könnte ich so nicht sehn. Um nochmal auf die Kunst und Monetarisierung zurückzukommen, finde ich es persönlich doch schlimmer, dass offensichtlich mit LPs gut Geld gemacht wird, weil es irgendwie Mainstream ist und die Leute unterhalten kann und wirkliche Künstler, die Videos mit Leidenschaft produzieren, im großen Mainstream Brei keine Achtung und keinen Obolus erhalten. Um einen Vergleich zu ziehen, so ein bisschen als ob man Mario Barth mit Volker Pispers vergleicht. Der eine wird ein reicher Mann, weil er so geringe Standards setzt, der andere hat wirklich was zu sagen und bekommt nur einen Bruchteil, von dem, was ihm zustehen würde, weil er sich so extrem viel Mühe gibt, dass er nur wahre Kenner zu erreichen weiß.
    So man es will, muss man eben selbst der kritische Zuschauer sein, der nur wirkliche Kunst sieht. Dann ist er aber allgemein im Rahmen der LPs im falschen Bereich. Aber wer will schon die ganze Zeit nur Kafka lesen, oder David Lynch Filme sehn? Genauso ist es wohl auch mit dem youtube Viewer.

    Edit: Um nochmal auf den ersten Satz zu kommen, dass sind meine persönlichen subjektiven Gedanken zu dem hier gelesenen und auch kein "zum Ziel Führendes" Argumentationsgut. Undm dass das Publikum schon seit jehher das "Problem" war, ist ja bekannt:
    youtube.com/watch?v=bmojcdWSbAc
    Advanced Chemistry - An das Publikum 1992

    Planescape: Torment, Dark Souls 2, Civ5 LPT, System Shock 2 LPT
    "Sei Du selbst der Wandel, den Du dir für diese Welt wünschst." - Frei nach Ghandi

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von DaveInc ()

  • Schönes Thema hast du/ habt ihr da gewählt.

    ich muss vor allem Damakash in fast jedem Punkt zustimmen.

    Zuschauer sollten unterstützend, aber nicht bestimmend wirken. Da wir Menschen - Gott sei Dank - alle ein Gehirn und hoffentlich freien Willen besitzen, sollten wir das auch einsetzen. Gerade in Bezug auf die Betriebsblindheit ist das angesagt. Es stimmt schon, dass man häufig selbst Sachen nicht bemerkt, weil man sie vielleicht immer so macht oder einfach abgelenkt ist. Bei mir/uns ist es zum Beispiel so:

    Ein Spiel fesselt uns meistens so sehr, dass wir vieles übersehen. Klassischerweise sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. gerade in unserem Outlast LP ist es mir in der Nachbearbeitung aufgefallen. Wir suchen verzweifelt Treppen für den nächsten Stock und rennen dreimal an einem Treppenschild (wo ein Pfeil nach rechts drauf ist) vorbei und beschweren uns, dass man sich nicht zurecht findet :D.
    HÄTTEN wir einige aufmerksame Zuschauer ^^, dann wäre soetwas sicherlich bereits bemängelt worden und gut ists. Natürlich habe ich es auch selbst bemerkt, wobei tatsächlich die Frage bleibt, ob ich das auch noch bemerkt hätte, wenn ich bereits 5 Videos pro Woche heraushauen müsste...

    Gleichzeitig würde ich auch keine Spiele spielen, die mir eine Community aufzwingen will. Das würde auch sowieso nicht funktionieren, weil es immer auffällt, ob jemand ein Spiel nicht mag. Das würde ich vermutlich in einem Video kurz klarstellen. Wenn dann weiter gebettelt wird, würde ich auf die Erklärung verweisen und dnach Wochen wohl die Kommentare ignorieren.

    Die Fans/Zuschauer sollten eine unterstützende Kraft und keine "Sklaventreiber" sein.
    Bei jeder Bemerkung kann man darüber nachdenken wie ernst und sinnvoll der Ansatz ist. Wenn mir jemand eine genaue Begründung liefert, warum mein Video in der Qualität zu schlecht ist, würde ich es mir natürlich anhören und darüber nachdenken. Verlangt jemand, dass ich jedes Video in 4K hochlade, dann kann er das erstmal vergessen^^. Wenn aber z.B. die Helligeit bemängelt würde, dann würde ich mal ausprobieren, ob sich da was regeln lässt.
    Zuschauer sollten es aber auch verstehen, wenn man gerade kein Geld hat sich ein neues Mikro oder eine Aufnahmesoftware zu leisten.

    Um auf die Frage bezüglich hoher Abozahlen einzugehen. Ich denke Geld KANN jeden verändern. Es liegt bei jedem einzelnen daran, wo seine Grenze liegt. Wenn ich gezwungen bin jeden Tag ein Video hochzuladen, weil Youtube meine einzige Einnahmequelle ist, dann würde ich vermutlich nicht so sehr auf die Qualität achten (können). Wichtig für die Entscheidung ist auch das Zeit/Lust/Community Verhältnis.

    Wenn ich meiner Community verspreche 3 Folgen die Woche hochzuladen, dann versuche ich das auch einzuhalten. Die Frage, die sich dann stellt ist ganz einfach, ob die Qualität oder "das Versprechen" wichtiger ist. Sollte ich auf ein Video pro Woche verzichten, was dann jeden stört, oder lieber bei allen auf sehr hohe Qualität verzichten?
    Das ist dann wohl reine Ermessenssache des Einzelnen. Ich würde es vermutlich vom Projekt abhängig machen.

    Ich selbst habe übrigens (noch) nicht monetarisiert. Warum sollte ich das für Billigbeträge auch tun? Das stört doch nur jeden. Wie ich bei 100 000 Abonnenten handeln würde kann ich erst sagen, wenn ich da mal hinkommen sollte ;D

    Also zusammengefasst würde ich sagen:
    1. Community ist wichtig und sollte realistische Verbesserungsvorschläge liefern.
    2. Geld verändert uns, auch wenn wirs nicht wahrhaben wollen, ABER jeden ab einer anderen Grenze(Geldhöhe).
    3. Kopf einschalten: Auch mal selbst eigene Videos kritisch anschauen und Vorschläge überdenken.
    Wir sind zu zweit, dementsprechend eventuell im Forum etwas schizo unterwegs. :D Einfach nicht weiter beachten! ;)

    Momentan am Spielen/laufende Projekte:
    Amnesia

    Abgeschlossene Projekte:
    7 Days|Outlast Whistleblower DLC|Hyde|Among the Sleep (Alpha)|Pulse Phobia|Obscure Together|Outlast|Tomb Raider 2013

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    Ich finde das Thema sehr interessant. Ich bin mir bewusst, dass ich mich nicht so gut ausdrücken kann, wie die anderen hier und möchte mich dafür schonmal entschuldigen :)

    Ich komme erstmal zum Zuschauer an sich.
    Zuschauer sind Menschen, ganz klar. Manchmal auch Bots aber doch zum großen Teil Menschen.
    Jeder Mensch ist anders. Manche wollen gute Qualität, andere wollen möglichst viel. Ich biete selber nicht viel Qualität. Meine Audioqualität ist in Ordnung und ich lade maximal in 720p hoch. Geschaut wirds trotzdem, und zwar von den Stammzuschauern. Diese hinterlassen unter jedem Video ein Like und einen sehr guten Kommentar. Sie gehen auf bestimmte Stellen aus dem Video ein und teilen mir mit, wie sie das Ganze gesehen haben. Ich habe damit wohl die besten Zuschauer, die man sich nur wünschen kann. Meistens entsteht daraus eine Diskussion und das macht momentan für mich Youtube aus. Da es seit längerer Zeit nun schon diese gleichen Zuschauer sind, lerne ich sie sogar nach und nach immer besser kennen.
    Kommentare wie "Gutes Video" oder "Schönes Spiel" finde ich Scheiße. Diese Leute haben wahrscheinlich keine Sekunde des Videos geschaut und wollen, wie Damakash schon sagte, wahrscheinlich unter möglichst vielen Videos stehen. Aber auch hier merke ich, wie ich mich schon von Zuschauern habe beeinflussen lassen. Einer sagte mir, dass er es toll fände, wie ich auf jeden einzelnen Kommentar antworten würde. Und da fings an. Ab diesem Moment habe ich sogar diesen besagten, nichts aussagenden Kommentaren geantwortet.
    Dass meine LP's nur ein Videotagebuch sein könnten, ist ein sehr interessanter Gedanke. Ich würde wahrscheinlich einige Spiele nichtmal kaufen, wenn ich dazu nicht quatschen könnte.
    Ich unterhalte mich gerne, und wenn es dann auch mit den Zuschauern während einer Aufnahme oder eines Livestreams ist. Youtube macht mir Spaß und ist mein liebstes Hobby. Als Kunst würde ich diese Videos aber nicht ansehen.
  • Das Thema ist in der Tat ziemlich interessant, aber mir persönlich noch nicht differenziert genug.
    Ich würde vielmehr sagen ob Zuschauer das Ziel oder das Problem sind, hängt alleine schon von der Zielsetzung des Let's Players ab.

    Bin ich jemand, der die Videos für sich produziert (Erfolgsargumente, Spaß, neues Wissen) oder für die Zuschauer (Unterhalten, inspirieren)?
    Ja, ich denke man kann das so zusammenfassen und in der Realität gibt es auch genug Let's Player, die beide Wege einschlagen.
    Für diejenigen sind Zuschauer also nun weder Ziel, noch Problem. Sie sind eine optionale Komponente, die vielmehr unseren eigenen Unterhaltungswert reflektieren und damit schlussendlich auch uns wieder auf verschiedene Art und Weise beeinflussen. Sie können uns im Umkehrschluss also ebenso inspirieren und unterhalten, oder sogar aktiv bestimmte Projekte beeinflussen.
    Manche Let's Player sind auf diese Art der Kommunikation angewiesen und sind unzufrieden, wenn sie zu wenig Zuschauer erreichen. Anderen Let's Playern ist es wiederrum egal, womit wir eben bei einer optionalen Komponente landen. Interessant wird es erst, wenn jemand tatsächlich aufgrund des Erfolgs Videos produziert. Ab diesem Zeitpunkt wird der Zuschauer zur festen Komponente, die auf keinen Fall fehlen darf. Ab dann erfüllt dieser mit seinen Aktionen schlicht und ergreifend den Zweck, das Geld verdient wird.

    Man kann es auch so formulieren: Die Rolle des Zuschauers hängt von persönlichen Präferenzen ab, wird aber durch die Zielsetzung des Erfolgs massiv beeinflusst.

    Mir persönlich sind übrigens Kommentare sehr wichtig und gerade jene, die mir auch Informationen liefern. Ich habe da einen sehr aktiven Zuschauer, den ich mir nicht mehr wegdenken könnte. Nur weil ich Teil eines Netzwerks bin, bedeutet das auch nicht, dass ich auf Geld aus bin. Es ist natürlich ein Zusatzargument, dass die Rolle des Zuschauers im kapitalistischen Sinne durchaus verändert. Ob ihr jedoch mit eurer Persönlichkeit über dem steht, ist komplett euch überlassen.
  • Zunächst mal: Ich finde, das Eingangsposting ist durchsetzt von Verallgemeinerungen, Idealisierungen und Fehl-Differenzierungen. Etwa, dass "das LPn nach unserem Verständnis den Zuschauer unweigerlich mit einschließt" oder dass es die "guten Freunde" und den "großen Rest" gäbe. Das stimmt einfach nicht - der Grau-Bereich dazwischen ist riesig und stellt vermutlich eher den großen Korpus an Zuschauern dar. - Weitere Diskussionen darüber können wir uns übrigens sparen, solange wir dazu keine vernünftige Untersuchung machen. Es bleibt bis dahin Spekulation.

    Dass manche sich nicht reinreden lassen wollen in ihre Art aufzunehmen mag sein - aber nicht, dass sie damit diejenigen ausschließen, "für die sie es eigentlich machen". Denn sie machen es vielleicht gerade für diejenigen, die denjenigen in der Art aufnehmen sehen wollen, wie er es gerade macht. - Warum sollte das so schwarz/weiß gezeichnet sein? - Ferner: kritische Kommentare können mich selbst in Frage stellen und ich kann mich ändern, weil auch ich mit dieser Änderung sehr einverstanden sein könnte: Selbsterkenntnis muss nicht immer nur vom Selbst kommen.

    Wenn die Video- und Audio-Qualität schlecht ist - who cares, solange das Video unterhaltsam ist? Ich habe früher gern ferngesehen. Soll ich nochmal nachsehen in welcher Auflösung? Ich hatte sogar einen kleinen Fernseher, an dem man an Rädchen die Kanäle einstellen konnte und es dadurch manchmal gegrizzelt hat: who cares? Ich habe gern auf diese Art ferngesehen. Man muss Acht geben, dass ein Qualitätsfetisch oder ein Gebashe auf die Qualität anderer nicht bloß die Sublimierung der eigenen gefühlten Minderwertigkeit ist, weil man keine Views generiert mit dem, was man selbst produziert. - Ob ein Buch-Autor Jahre für ein Werk braucht: was für ein Kriterium für was soll das in welchem Kontext sein?

    "Videos sind eine Kunst" - Nein. Vielleicht, aber das liegt zunächst mal in Augen und Händen des Schöpfers, ob er es als solches erschaffen hat. Was der Zuschauer darüber denkt ist eine andere Sache. Ich kann Let's Plays durchaus auch im Sinne einer "Tageszeitung" verstehen: Ich nehm's heran um mir ein bissl die Zeit zu vertreiben. Ein Medium, von dem man kein Hochglanz erwartet.

    "Viele ruhen sich auf den Lorbeeren aus, dabei wäre noch so viel Potential zum verbessern vorhanden." - Wo denn, wer denn? Vielleicht besteht gerade in der Inperfektion die Attraktivität? Ich sehe - freilich, in Berlin wundert einen nichts - Leute, die sich ihre Hosen kaputt schneiden oder nur mit einem halben T-Shirt herumlaufen: Es ist Teil des Stils, der das Ganze stimmig macht. Qualität ist nicht gleich Qualität.

    Hier mal in voller Länge zitiert: "Kommt dann mal ein kritischer Zuschauer des Weges und merkt das ein oder andere freundlich an, was man am Video verändern könnte, werden Kommentare gelöscht, der Kanal dieses YouTubers gehatet oder auch gar nicht reagiert." Wer macht sowas denn? - Natürlich: Kritik tut weh. Und ich habe gestern erst Evaluationsergebnisse zu etwas anderem als zu einem Video bekommen und zwei Sätze aus dem sonst sehr guten Bericht bleiben wie Stachel hängen: Es ist Kritik. Nun muss man schauen, wie man damit umgeht. In Bezug auf Videos: Was soll man tun? - Meine Standard-Antwort: "Danke für Dein Feedback, ich schau mir das selbst nochmal an. :)"

    "Die erfolgreichsten Videos, gemessen an Aufrufen, haben viele ja bei den ältesten und eigentlich schlechtesten. Man wird immer besser, aber die Aufrufe immer schlechter bzw. kommen nie an die alten ran. Dann fehlt das Engagement, sich weiter verbessern zu wollen." - Unschlüssig. Damit dieser Schluss klappt, muss gelten, dass viele Views ein gutes Video bedeuten. Dass ältere Videos generell mehr gesehen sind als die neuen kann an vielem liegen: Stichwort SEO.

    "Seit es fast nur noch ums Monetarisieren geht und jeder auch die Möglichkeit dazu hat, scheint Masse statt Klasse mehr denn je an der Tagesordnung zu sein." - Die alte Kritik am Produkt jedwelcher Industrie. Die Entwertung durch das Viele, die Inflation durch das masturbatorisch vermeintlich Immer-Gleiche. Und ich frage mich: Worum geht es in diesem Thread überhaupt?

    Und wie kann sich das auf den Kommentar auswirken? Dazu nur ein unvergessenes Beispiel, damit der Text nicht zu lang wird: youtube.com/watch?v=iyz75uBxEkc

    Absolut konsequent. Ich kenne Emeros Kanal schon sehr lang und das ist nicht der einzige Kommentar von ihm auf Zuschauer-Kommentare. - Wofür ist er nun nochmal ein Beispiel?

    Bisher habe ich mich nur - zurecht! - an Fremdem gerieben. Meine persönliche Haltung zur Sache ist sehr locker: Der Prozess zwischen Zuschauer und Interpret ist prinzipiell dynamisch und hochgradig individuell. Worüber wir hier meistens sprechen sind oberflächliche Dinge: Qualität, Sympathie, View- und Abo-Zahlen: die Spitze des Eisberges. Bei der Entscheidung, welches mediale Gut wir uns ansehen und welches nicht, gibt es das große Unbewusste, das sich von manchem mehr, von manchem weniger ansprechen lässt. - Das Adventuremap-Getrolle auf PietSmittie oder die "Geschichten" von Gronkh sind immer etwas, was etwas bei Leuten anspricht - in beiden Fällen offenbar sogar bei einer großen Menge von Menschen. Nur rein willkürlich gedacht: vielleicht das Getrolle als ständiger Identifikationspunkt pubertärer Lebensmuster, in denen man steckt, oder die Wunscherfüllung eines engen sozialen Bandes. - Oder, oder, oder.

    Der Horizont, in dem das geschieht, ist Youtube. Eine Welt, die nun mal auf anderer Ebene kommerziell funktionieren will. Das muss man fressen. Oder eben nicht.
  • Sorgen viele Zuschauer also dafür, dass man selbst still steht und sich nicht mehr entwickelt?

    Also ist bei mir eigentlich anderes herum dadurch bekomme ich erst wieder die Richtige lust weiter zu machen , und ich Persönliche würde ich nach Aufrufen und Abos gehen hätte ich schon lange aufgehört

    Verbessert man sich nicht eher, wenn die Zuschauer eben nicht eine bestimmte Anzahl erreicht haben?
    Ja, weil einfach der Ansporn viel höher ist was zu erreichen noch
    Sind zu viele Zuschauer also das Problem, dass man nicht das Maximum an sich herausholt?
    Ja, weil man sich denkt so viele können ja nicht abhauen da brauch ich mich nicht mehr zu verbessern
    Werden Zuschauer nur als willenlose Aufrufgenerierer angesehen?
    Ja, es geht den Meisten doch nur um die Klicks was die leute dan wirklich wollen ist doch vielen egal.
  • sf19012 schrieb:

    Also ist bei mir eigentlich anderes herum dadurch bekomme ich erst wieder die Richtige lust weiter zu machen , und ich Persönliche würde ich nach Aufrufen und Abos gehen hätte ich schon lange aufgehört

    Ich glaube so war das nicht gemeint :)
    Wenn du beispielsweise immer nur Minecraft gemacht hast und du plötzlich ein LP zu Super Mario World machen wölltest, würdest du einen großen Schritt wagen. Du würdest dich weiterentwickeln. Deine Zielgruppe erweitern. Da allerdings deine vorigen Zuschauer nur Minecraft von dir kennen und womöglich nur Minecraft von dir wollen, werden einige dieser Zuschauer dir versuchen, diesen Plan aus dem Kopf zu schlagen. Andere drohen mit Deabo und wieder andere schauen dann das neue LP einfach nicht an. Das ist der Grund, warum Zuschauer einen daran hindern, sich weiterzuentwickeln.
  • T.Sebo schrieb:

    sf19012 schrieb:

    Also ist bei mir eigentlich anderes herum dadurch bekomme ich erst wieder die Richtige lust weiter zu machen , und ich Persönliche würde ich nach Aufrufen und Abos gehen hätte ich schon lange aufgehört

    Ich glaube so war das nicht gemeint :)
    Wenn du beispielsweise immer nur Minecraft gemacht hast und du plötzlich ein LP zu Super Mario World machen wölltest, würdest du einen großen Schritt wagen. Du würdest dich weiterentwickeln. Deine Zielgruppe erweitern. Da allerdings deine vorigen Zuschauer nur Minecraft von dir kennen und womöglich nur Minecraft von dir wollen, werden einige dieser Zuschauer dir versuchen, diesen Plan aus dem Kopf zu schlagen. Andere drohen mit Deabo und wieder andere schauen dann das neue LP einfach nicht an. Das ist der Grund, warum Zuschauer einen daran hindern, sich weiterzuentwickeln.

    Vielleicht liegts daran das meine lol projekte soviele views kriegen, andere aber nicht - ist mir aber sowas von egal. Der Zuschauer solls hinnehmen, oder gehen - ich lasse mir nicht vorschreiben wie ich meinen Kanal zu führen hab ^^ (aber gut, viele denken hier natürlich anders - gerade die, die täglich threads aufmachen "lohnt sich das" - da bin ich mit meiner Denkweise schon weit weit vorne)
  • sam schrieb:

    Manche wollen sich nicht reinreden lassen in der Art und Weise, wie sie Spielen, aufnehmen, ihre Videos präsentieren - damit schließen sie die Zuschauer aus, für die sie es eigentlich machen.

    Wurde an sich schon geschrieben, es ist mir aber so stark aufgefallen, dass ich es gerne nochmal selbst formulieren möchte:
    In Dingen der Videogestaltung und -produktion nicht auf Vorschläge von Zuschauern einzugehen, ist nicht gleichzusetzen mit einem generellen Ausschluss der Zuschauer. Vor allem nicht mit einem derer, für die man seine Videos erstellt.
    In einem Interview hat Kai Blasberg (Geschäftsführer Tele5) mal gesagt, dass er -trotz zahlreicher Zuschauerwünsche in diese Richtung- keine Animes mehr ins Programm aufnehmen werde. Darauf folgte die Aussage des Interviewers, man mache doch Fernsehen für das Publikum. Blasberg darauf: "Ja, für mein Publikum."
    Eine in meinen Augen wundervolle Grundhaltung. Wieso sollte ich die Art und Weise, wie ich meine Videos gestalte, verändern, wenn das daraus resultierende Endprodukt doch überhaupt nicht meinen Vorstellungen entsprechen würde? Indem man die Videos nach den eigenen Wünschen gestaltet, und sich nicht hereinreden lässt (es sei denn, die Vorschläge finden tatsächlich das eigene Gefallen), schließt man sicherlich manchen potenziellen Zuschauer aus. Der gehörte dann aber von Anfang an nicht zur Zielgruppe, die man erreichen möchte.

    sam schrieb:

    Bei den LPern sehe ich sehr sehr viele, die ihre Videos selbst als Unsinn/Chaos ohne Verstand bezeichnen.

    Was ja auch in Ordnung ist. Dann will ich eben einfach nur flott 7 Videos am Tag machen, die irgendjemanden unterhalten. Vielleicht wird mir das nach 2 Monaten langweilig, vielleicht bleibe ich -aus welchen Gründen auch immer- dabei.
    Der vorangehende Vergleich mit Buchautoren ist mir aber etwas zu allgemein, und i.d.R. befinde die sich auch in einer ganz anderen Situation. Solange ich nicht die Mittel habe, mein Buch selbst zu veröffentlichen, bin ich auf einen Verlag angewiesen. Dass mein Werk eine vernünftige Qualität hat, ist also keine Option, sondern eine Notwendigkeit, wenn ich den Verlag von mir Überzeugen möchte. Dass es auch anders geht, zeigen Selbstverleger mit Werken wie "Die Abenteuer des Stefón Rudel".

    sam schrieb:

    Die erfolgreichsten Videos, gemessen an Aufrufen, haben viele ja bei den ältesten und eigentlich schlechtesten. Man wird immer besser, aber die Aufrufe immer schlechter bzw. kommen nie an die alten ran. Dann fehlt das Engagement, sich weiter verbessern zu wollen.

    Wenn mein erstes Video seit über 2 Jahren auf Youtube herumgeistert, und mein neuestes seit gestern Nachmittag, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich auf das alte Video zufällig ein paar Menschen mehr verirrt haben, doch recht enorm.
    Hier Rückschlüsse auf den Einfluss der Qualität (in welchem Bereich auch immer) zu ziehen, lässt also den Faktor Zeit völlig außer Acht. Insofern verstehe ich auch nicht, weshalb das in irgend einer Form demotivierend wirken sollte.

    Zu "LPs als Kunst": Sehe ich nicht so. Immer, wenn versucht wird, LPs mit (hoher) Kunst gleichzusetzen, möchte ich einen Karton voller Hündchen gegen die Wand klatschen. Video als solches ist erst Mal ein Medium. Über dieses Medium kann ich Kunst erschaffen und vermitteln. Nur, weil etwas auf Video gebannt ist, kann man es aber nicht direkt als Kunst bezeichnen.

    Leider ist mir eines jetzt immer noch nicht so ganz klar: Wo genau liegt das angesprochene Problem, das die Zuschauer sein sollen? Vielleicht kann mir das jemand nochmal kurz und klar darlegen.
    It doesn't really matter if there is no hope
    As the madness of the system grows
  • DarkHunterRPGx schrieb:

    Vielleicht liegts daran das meine lol projekte soviele views kriegen, andere aber nicht - ist mir aber sowas von egal. Der Zuschauer solls hinnehmen, oder gehen - ich lasse mir nicht vorschreiben wie ich meinen Kanal zu führen hab (aber gut, viele denken hier natürlich anders - gerade die, die täglich threads aufmachen "lohnt sich das" - da bin ich mit meiner Denkweise schon weit weit vorne)

    Ich habe, und dafür habe ich schon 10x in der Kirche gebeichtet :D) auch vorher immer wieder Minecraft zwischendrin gemacht. Jetzt ist das vorbei und Pandora's Tower, sowie Pokemon Nuzlocke fingen an. Ich habe auch festgestellt, dass Minecraft wesentlich mehr Views brachte. Nein, ich lass mir da auch nicht reinreden. Ich möchte Menschen mit meinen Videos erreichen, nur sollen die nicht hauptsächlich aus 12-jährigen bestehen.
  • Ich lass ja immer erstmal gerne ein paar Tage verstreichen bevor ich mich wieder dazu äußer. ;)

    Spoiler anzeigen

    Damakash schrieb:



    Erstmal zur Frage, was Zuschauer (für mein Empfinden) wirklich tun, außer Klicks zu generieren:
    Die Zuschauer, die den Kanal mit Leben füllen, indem sie interessante Kommentare schreiben, zu Diskussionen anregen und Feedback da lassen helfen mir persönlich mich zu entwickeln.

    Ohne Zuschauer würde man sich doch auch entwickeln, oder? Vielleicht kommen einem selbst bessere Ideen, wenn man nicht ständig das Gestammel der Zuschauer ertragen muss?
    Oder denkst du, man würde sich dann gar nicht mehr verändern und immer nur dasselbe bringen?

    Aber ich bin nicht bereit, mich komplett den Zuschauern anzupassen. Und bisher hat sich daran auch noch niemand wirklich gestört. Also auf die Zuschauer einlassen und mitreden lassen ja - aber totales verbiegen für die Zuschauer: nein.

    Wenn man nun aber tagtäglich irgendwelche Vorschläge bekommt die man nicht umsetzen will, setzt man vielleicht gar nichts mehr um.
    mit dem Zusatz "schau doch auch mal bei mir vorbei".

    Diese Seuche scheint proportional zum Wachstum der LPer anzusteigen.

    Ich schaue sowieso immer auf einen Kanal, der bei mir kommentiert und den ich nicht kenne. Allerdings nur dann, wenn der Kommi mich angesprochen hat.

    Also ist dein Ziel auch die Interaktion mit Zuschauern ansich, nicht nur um deine Videos zu verbessern.

    (mir reichen zB 720p - auch wenns anders hübscher wäre und mir reicht ein Mikro, dass ich den LPer klar verstehe usw).

    Allerdings haben die meisten LPer (schätzungsweise) so tolle PCs und Internetverbindungen, dass es einen kaum zu beachtenden Mehraufwand bedeuten würde in 4k hochzuladen. - Allerdings würde auf Dailymotion auch locker 720p reichen. Fakt ist ja: die Mobilzuschauer sind bei umdie 50% (meiner Zuschauer) und erkennen eh 0 Unterschied oder können nichtmal mehr als 240p auswählen. Wenn man sich hier also den Zuschauern unterordnet, könnte man die Qualität verringern und somit sein Gesamtwerk schmählern, weil es ja keiner ganz ansehen würde.

    Die LPer sind zum großen Teil sehr hilfsbereite Menschen, die sich für mich schon einiges an Zeit genommen haben, was ich sehr zu schätzen weiß.

    Das kann ich so nicht stehen lassen. Die paar User im LPF sind hilfsbereite Menschen. Der Großteil der LPer holt sich jedoch meiner Ansicht nach höchstens Hilfe und will Abos (ob Leichen oder nicht).

    Netzwerkmitglieder mal raus genommen, die müssen ja monetarisieren ^^)

    Wo wir bei der Frage wären, warum man eigentlich in ein Netzwerk geht, wenn die meisten dadurch eh nur Geld verdienen wollen. Krieg das ja nur am Rande mit, aber meines Wissens steht denen auch nur Fair Use zur Verfügung.



    Spoiler anzeigen

    DaveInc schrieb:

    Also, um jetzt ganz ehrlich zu sein wird hier das LPertum zu Etwas verkannt, was ich persönlich irgendwie nie darin gesehen habe ...
    Darauf gehe ich später im Post noch ein

    sam schrieb:

    Videos sind eine Kunst, doch wie überall gibt es Schmierfinken


    LPs sind Kunst? Dass scheint mir doch sehr hoch gegriffen.

    Wieso hoch gegriffen? Kunst muss nicht immer gleich was von Da Vinci sein. Gibt auch viele Leute die Taubendreck auf einem Blatt Papier als Kunst bezeichnen. Und selbst ein Minecraft-Video ist da mehr, weil wesentlich mehr dazugehört, dass es überhaupt entstehen kann.

    im Besonderen den Spieler hinter dem LP.

    Und hier haben wir die besondere Rolle die du dem ganzen zuschreibst, während es scheinbar den meisten Zuschauern für gewöhnlich um das Spiel geht und es eher schön wäre, wenn die Stimme des LPers nicht total unangenehm klingen würde.

    Ein weiteres Beispiel dafür, wie ich LPs "konsumiere" ist auch der "Missbrauch" als Hörspiel zum Einschlafen.[...]
    Bin ich als Zuschauer, dann das Problem, wenn ich in einer Weiße "konsumiere", die keine kritische Komponente hat?

    Du bist zumindest nicht das Ziel, würde ich mal behaupten.
    Dass musst mir nochmal erklären.

    Damit sind die Leute gemeint, mit denen man sich gut versteht und die Kunst anders sehen als man selbst und somit Tipps geben, damit es für sie optimaler wirkt, aber nicht für dich. Aber du willst ja, dass es ihnen gefällt bzw. merkst gar nicht, dass es eigentlich nicht das ist, was du selbst willst.



    Spoiler anzeigen

    M&J schrieb:

    Schönes Thema hast du/ habt ihr da gewählt.

    ich muss vor allem Damakash in fast jedem Punkt zustimmen.
    Ok, dann muss ich auf dich ja nicht weiter eingehen. Damakash hab ich weiter oben bearbeitet. ^^

    Also zusammengefasst würde ich sagen:
    1. Community ist wichtig und sollte realistische Verbesserungsvorschläge liefern.
    2. Geld verändert uns, auch wenn wirs nicht wahrhaben wollen, ABER jeden ab einer anderen Grenze(Geldhöhe).
    3. Kopf einschalten: Auch mal selbst eigene Videos kritisch anschauen und Vorschläge überdenken.

    1. Sollen soll viel. Sein tut zum Schein zumindest weniges.
    2. Stimmt.
    3. Definitiv


    Spoiler anzeigen

    T.Sebo schrieb:

    Geschaut wirds trotzdem, und zwar von den Stammzuschauern. Diese hinterlassen unter jedem Video ein Like und einen sehr guten Kommentar. Sie gehen auf bestimmte Stellen aus dem Video ein und teilen mir mit, wie sie das Ganze gesehen haben. Ich habe damit wohl die besten Zuschauer, die man sich nur wünschen kann. Meistens entsteht daraus eine Diskussion und das macht momentan für mich Youtube aus.

    Würdest du die Interaktion mit diesen Zuschauern eintauschen gegen eine kostenlose, professionelle Dauer-Beratung, wie du deine Videos auf einfachstem Wege optimieren kannst?
    Ah, ich glaube, ich habe die Antwort:
    Als Kunst würde ich diese Videos aber nicht ansehen.


    Spoiler anzeigen

    Chrisblue schrieb:


    Ich würde vielmehr sagen ob Zuschauer das Ziel oder das Problem sind, hängt alleine schon von der Zielsetzung des Let's Players ab.

    Genau darauf läuft das Ganze hinaus. :)


    Manche Let's Player sind auf diese Art der Kommunikation angewiesen und sind unzufrieden, wenn sie zu wenig Zuschauer erreichen. Anderen Let's Playern ist es wiederrum egal, womit wir eben bei einer optionalen Komponente landen. Interessant wird es erst, wenn jemand tatsächlich aufgrund des Erfolgs Videos produziert. Ab diesem Zeitpunkt wird der Zuschauer zur festen Komponente, die auf keinen Fall fehlen darf. Ab dann erfüllt dieser mit seinen Aktionen schlicht und ergreifend den Zweck, das Geld verdient wird.

    Doch wie ist das Verhältnis von "Manchen" und den "Anderen" auf YouTube, im Let's Play Forum?

    Nur weil ich Teil eines Netzwerks bin, bedeutet das auch nicht, dass ich auf Geld aus bin.

    In welchem Netzwerk bist du denn und was ist dein Gewinn dort, wenn nicht Geld? Kontakte? Kann man die nur über ein NW pflegen?


    Spoiler anzeigen

    letheia schrieb:

    Zunächst mal: Ich finde, das Eingangsposting ist durchsetzt von Verallgemeinerungen, Idealisierungen und Fehl-Differenzierungen. Etwa, dass "das LPn nach unserem Verständnis den Zuschauer unweigerlich mit einschließt" oder dass es die "guten Freunde" und den "großen Rest" gäbe. Das stimmt einfach nicht - der Grau-Bereich dazwischen ist riesig und stellt vermutlich eher den großen Korpus an Zuschauern dar. - Weitere Diskussionen darüber können wir uns übrigens sparen, solange wir dazu keine vernünftige Untersuchung machen. Es bleibt bis dahin Spekulation.

    Darauf muss diese Diskussion sich aufbauen, oder kennst du einen guten Analytiker? ^^
    Ich stütze meine Behauptungen auf die mehrheitliche Meinung in diesem Forum, deren Entwicklung ich seit 2010 beobachte.

    Selbsterkenntnis muss nicht immer nur vom Selbst kommen.

    Was sicher auch mit dem geistigen Alter zu tun hat. Doch wenn man das Hobby nur als spaßige Zeitverschwendung betrachtet, warum sollte man dann nach Selbsterkenntnis streben?

    who cares?

    Demon. ^^
    Ja, ne. Das ist es, was ich auch sagen will. Es interessiert die Wenigsten. Sollte man sein Werk ihnen zuliebe nun schmälern? Vielleicht als Grund, dass größere Auflösungen ständig nicht laden auf YouTube?

    Ich habe gern auf diese Art ferngesehen.
    Ich auch. Inzwischen bin ich größere TVs gewohnt (bzw. nur noch Monitore) und fühle mich unwohl dabei auf die alten, kleinen Bildschirme zu gucken.

    Man muss Acht geben, dass ein Qualitätsfetisch oder ein Gebashe auf die Qualität anderer nicht bloß die Sublimierung der eigenen gefühlten Minderwertigkeit ist, weil man keine Views generiert mit dem, was man selbst produziert. - Ob ein Buch-Autor Jahre für ein Werk braucht: was für ein Kriterium für was soll das in welchem Kontext sein?

    Und was ist das für eine Annahme? Gronkh produziert meines Wissens schon ein paar Views und lädt in 4k hoch. Zu schnell wird Gebashe pauschalisiert und mit Gebashe beantwortet.
    Da ich Videos als Kunst bezeichnet habe, ist dass das Kriterium.

    Ich nehm's heran um mir ein bissl die Zeit zu vertreiben. Ein Medium, von dem man kein Hochglanz erwartet.

    Was genau so eine Verallgemeinerung ist, was du mir anfangs 'vorgeworfen' hast. ;)

    Vielleicht besteht gerade in der Inperfektion die Attraktivität?

    Gefällt mir der Gedanke. Vielleicht zur Identifikation mit dem Zuschauer bzw. umgekehrt?

    Wer macht sowas denn? - Natürlich: Kritik tut weh. Und ich habe gestern erst Evaluationsergebnisse zu etwas anderem als zu einem Video bekommen und zwei Sätze aus dem sonst sehr guten Bericht bleiben wie Stachel hängen: Es ist Kritik. Nun muss man schauen, wie man damit umgeht. In Bezug auf Videos: Was soll man tun? - Meine Standard-Antwort: "Danke für Dein Feedback, ich schau mir das selbst nochmal an. :)"

    Schöne Antwort. Ich selbst versuche erstmal meist das Gegenteil zu behaupten. ^^
    Löschen tun einige. Ich gebe ja hin und wieder Feedback im Projektebereich und kriege das dann mit. Allerdings laden die dann meistens nicht mehr viel hoch oder hören nach ein paar Monaten auf.

    dass viele Views ein gutes Video bedeuten. Dass ältere Videos generell mehr gesehen sind als die neuen kann an vielem liegen: Stichwort SEO.

    Eben drum. Dennoch kann es so angesehen werden.

    Worum geht es in diesem Thread überhaupt?

    Steht im Titel. Und wenn man das eigene Werk nicht als Kunst, eher als 'Müll nebenbei' ansieht, sollte man dann guten Gewissens Geld dafür nehmen?

    Wofür ist er nun nochmal ein Beispiel?

    Für Zuschauer, die ein Problem sind, nicht das Ziel.

    oberflächliche Dinge

    Ich dachte, das Thema wäre nicht so tiefgründig? :p
    Der Horizont, in dem das geschieht, ist Youtube. Eine Welt, die nun mal auf anderer Ebene kommerziell funktionieren will.

    Was auch noch nicht lange (für den LPer) möglich ist. Ist das nun ein Schritt in die falsche Richtung?



    Spoiler anzeigen

    Jaffar Anjuhal schrieb:

    sam schrieb:

    Manche wollen sich nicht reinreden lassen in der Art und Weise, wie sie Spielen, aufnehmen, ihre Videos präsentieren - damit schließen sie die Zuschauer aus, für die sie es eigentlich machen.

    Wurde an sich schon geschrieben, es ist mir aber so stark aufgefallen, dass ich es gerne nochmal selbst formulieren möchte:
    In Dingen der Videogestaltung und -produktion nicht auf Vorschläge von Zuschauern einzugehen, ist nicht gleichzusetzen mit einem generellen Ausschluss der Zuschauer. Vor allem nicht mit einem derer, für die man seine Videos erstellt.

    Das stimmt. Doch eventuell ist der generelle Auschluss notwendig, um seinen Weg leichter bestreiten zu können. Doch das wird keiner anstreben, das ist schon klar.


    "Ja, für mein Publikum."

    Doch man kann sich sein Publikum nicht aussuchen. Manche mögen dich vielleicht gar nicht und posten dennoch ständig unter deine Videos. Wenn man nun keinen gefestigten Charakter hat oder es einfach nicht mehr ertragen möchte, versucht man dann vielleicht zumindest ein wenig seine Produktion zu verändern, damit diese Leute befriedigt sind?

    Eine in meinen Augen wundervolle Grundhaltung. Wieso sollte ich die Art und Weise, wie ich meine Videos gestalte, verändern, wenn das daraus resultierende Endprodukt doch überhaupt nicht meinen Vorstellungen entsprechen würde?
    Aufs Fernsehen bezogen: weil man sonst eventuell Pleite geht.

    sam schrieb:

    Bei den LPern sehe ich sehr sehr viele, die ihre Videos selbst als Unsinn/Chaos ohne Verstand bezeichnen.

    Was ja auch in Ordnung ist. Dann will ich eben einfach nur flott 7 Videos am Tag machen, die irgendjemanden unterhalten. Vielleicht wird mir das nach 2 Monaten langweilig, vielleicht bleibe ich -aus welchen Gründen auch immer- dabei.

    Und ohne die Zuschauer würde man sich vielleicht 2 Monate hinsetzen und ein Meisterwerk des LPs kreieren.


    Hier Rückschlüsse auf den Einfluss der Qualität (in welchem Bereich auch immer) zu ziehen, lässt also den Faktor Zeit völlig außer Acht. Insofern verstehe ich auch nicht, weshalb das in irgend einer Form demotivierend wirken sollte.
    Weil alte/schlechte Videos mehr Aufrufe bekommen als die, wo man sich nun viel mehr Mühe gibt. Meine ältesten Videos sind übrigens lange nicht meine meist-geklickten LPs. Womit das SEO Argument weiter oben auch nicht immer angewendet werden kann.

    Zu "LPs als Kunst": Sehe ich nicht so. Immer, wenn versucht wird, LPs mit (hoher) Kunst gleichzusetzen, möchte ich einen Karton voller Hündchen gegen die Wand klatschen. Video als solches ist erst Mal ein Medium. Über dieses Medium kann ich Kunst erschaffen und vermitteln. Nur, weil etwas auf Video gebannt ist, kann man es aber nicht direkt als Kunst bezeichnen.

    Was vielleicht an den Zuschauern liegt? Wäre es nicht schön, wenn man Kunst kreieren könnte, weil man es nicht so eben mal nebenbei aufnimmt, damit man Leute unterhalten kann?

    Leider ist mir eines jetzt immer noch nicht so ganz klar: Wo genau liegt das angesprochene Problem, das die Zuschauer sein sollen? Vielleicht kann mir das jemand nochmal kurz und klar darlegen.

    Sollte durch diese Antwort + neue Fragen nun klar sein!?




    -- Zitate-Wirrwar. Hoffe, das stört jetzt nicht zu sehr. :p
  • sam schrieb:


    Ohne Zuschauer würde man sich doch auch entwickeln, oder? Vielleicht kommen einem selbst bessere Ideen, wenn man nicht ständig das Gestammel der Zuschauer ertragen muss?
    Oder denkst du, man würde sich dann gar nicht mehr verändern und immer nur dasselbe bringen?


    Ich denke, einem würden manche Dinge vielleicht nicht so auffallen. Entwickeln würde man sich sicher - aber konstruktive und sinnvolle Kritik kann einem schon helfen in eine andere Richtung zu denken. Man wird mit der Zeit vielleicht einfach betriebsblind. Da kann (muss aber nicht) es hilfreich sein, Input von außen zu bekommen.

    Wenn man nun aber tagtäglich irgendwelche Vorschläge bekommt die man nicht umsetzen will, setzt man vielleicht gar nichts mehr um.


    Wenn aber tagtäglich von unterschiedlichen Leuten der Hinweis kommen würde, dass dies oder jenes nicht optimal ist, fängt man vielleicht an sich selbst mal kritischer zu hinterfragen. Es ist ja auch unwahrscheinlich das einzig und alleine nur Vorschläge kommen, die man gar nicht umsetzen will.

    Also ist dein Ziel auch die Interaktion mit Zuschauern ansich, nicht nur um deine Videos zu verbessern.


    Ja, auf jeden Fall. Interaktion mit anderen YouTubern ist tatsächlich etwas, was mir richtig Spaß macht. Egal, ob hier und da mal rumblödeln oder vielleicht auch mal eine ernsthafte Diskussion führen. Deswegen versuche ich Zuschauer auch immer so gut es geht in den Kanal einzubinden. Das passiert durch Togethers, die mir tierisch Spaß machen oder durch so Projekte wie "Ein nachmittag zusammen mit allen TF2 zocken" - oder zu Diskussionen anregen. YouTube ist für mich eher eine Art "Mitmach-Fernsehen" - die Möglichkeiten sind nahezu unendlich und es wäre Schade, wenn man sie nicht nutzt.

    Aber wie schon geschrieben: Verbiegen würde ich mich nicht. Aber offen für Neues bin ich immer ^^

    Allerdings haben die meisten LPer (schätzungsweise) so tolle PCs und Internetverbindungen, dass es einen kaum zu beachtenden Mehraufwand bedeuten würde in 4k hochzuladen. - Allerdings würde auf Dailymotion auch locker 720p reichen. Fakt ist ja: die Mobilzuschauer sind bei umdie 50% (meiner Zuschauer) und erkennen eh 0 Unterschied oder können nichtmal mehr als 240p auswählen. Wenn man sich hier also den Zuschauern unterordnet, könnte man die Qualität verringern und somit sein Gesamtwerk schmählern, weil es ja keiner ganz ansehen würde.


    ich denke, da muss man eben sehen, wie es für einen selber in Ordnung ist. Mir reichen zum anschauen 720p bei anderen LPern. ich selbst lade normalerweise 1080p hoch, weil ich das einfach für mich und meinen Kanal so haben will. Ausnahmen gibts da aber auch bei mir durchaus ^^ Und ich habe mich für 1080p entschieden, ohne das irgendwer sich über die 720p mit denen ich angefangen habe beschwert hätte. Ob ich irgendwann mal bei 4k lande, werde ich sehen ^^

    Das kann ich so nicht stehen lassen. Die paar User im LPF sind hilfsbereite Menschen. Der Großteil der LPer holt sich jedoch meiner Ansicht nach höchstens Hilfe und will Abos (ob Leichen oder nicht).


    Davon gibt es sicher sehr viele. Das streite ich nicht ab. Aber es gibt eben auch viele die helfen bei Fragen einfach weiter.


    Wo wir bei der Frage wären, warum man eigentlich in ein Netzwerk geht, wenn die meisten dadurch eh nur Geld verdienen wollen. Krieg das ja nur am Rande mit, aber meines Wissens steht denen auch nur Fair Use zur Verfügung.


    Kommt aufs Netzwerk an :) Und Netzwerke bieten ja ein bisschen mehr als Lizenzen. Aber das ist ein Thema, das sollten wir gesondert diskutieren :D Das sprengt sonst den Rahmen ^^
    ☆:•´¯`•.♥ YouTuberinStreamerintypisches MädchenHonigkuchenpferdleise Tönegroße Klappeviel Herz ♥.•´¯`•☆
  • Ich habe immernoch starke Kritik an dem hier verwendeten Kunst Begriff. Kunst ist per Definition ein schöpferisches Unterfangen, nicht im Sinne einer produzierenden Tätigkeit, sondern eine kreativen Neuerschaffung. Kunstwissenschaftler beginnen ja auch die künstlerische Kraft in Werken zu hinterfragen, die im Laufe einer Stilepoche, nur die vorherrschende Strömung kopieren. Ich spreche LPs in soweit den Anspruch auf Kunst ab, als dass sie mittlerweile eine sehr sehr weit verbreitete Stilrichtung in diesem Sinne ist. Die von dir sam aufgeführte Vogelkacke ist nur in einem schöpferischen Kontext als Kunst zu begreifen, in dem es etwas nie vorher Dagewesenes in einem künstlerischen Kontext präsentiert. Mag sein, dass man mit einer nie vorher dagewesenen Formates des LPs auch als Kunst durchgehen kann, aber selbst dann kann man den Kunstbegriff im Sinne einer kunsthistorischen und kunstwissenschaftlichen Praxis verneinen.

    Planescape: Torment, Dark Souls 2, Civ5 LPT, System Shock 2 LPT
    "Sei Du selbst der Wandel, den Du dir für diese Welt wünschst." - Frei nach Ghandi
  • sam schrieb:

    Wie läuft das in anderen Bereichen? Manche Buch-Autoren lassen sich Jahre lang Zeit, ehe sie ihr Werk veröffentlichen. In dem Falle geht es ihnen darum, auf ihr Geschaffenes stolz sein zu können. Bei den LPern sehe ich sehr sehr viele, die ihre Videos selbst als Unsinn/Chaos ohne Verstand bezeichnen.
    Die einzige Parallele, die ich zu anderen Medien sehe, ist, dass der Markt überschwemmt ist und viele Perlen dadurch untergehen. Für die Schreiberlinge und Musiker ist das ein teilweise noch viel härteres Geschäft, da man in der Regel keine Masse produziert, sondern die künstlerischen Erzeugnisse mehr Zeit und Herzblut erfordern. (Nein, aufflammende Rages oder Begeisterungsausbrüche in einem Let's Play sind nicht vergleichbar mit mehreren Jahren, die man in die Entwicklung eines Albums bzw. in das Verfassen eines Buches steckt.)

    sam schrieb:

    Denn wer glaubt schon etwas zu sein, hört auch auf etwas zu werden. Viele ruhen sich auf den Lorbeeren aus, dabei wäre noch so viel Potential zum verbessern vorhanden.
    Wer die Lorbeeren schon hat, wird im Umkehrschluss davon ausgehen, alles richtig gemacht zu haben. Das ist im Grunde genommen nicht falsch. Dieser permanente Drang, sich verbessern zu müssen, kann in bestimmten Fällen auch hinderlich sein. Predigen wir nicht immer, möglichst locker und authentisch in die Aufnahmen zu gehen? Hat sich nicht derjenige verbessert, der es schafft, unbeschwerter in die Aufnahmen einzusteigen als noch vor 2 Jahren? Kann nicht auch der gewinnen, der seinem Konzept treu bleibt und eher an der Vermarktung seines Kanals arbeitet?
    Vielleicht werden die großen Kanäle immer größer, gerade weil sich nichts ändert. Heißt natürlich nicht, dass man jegliche Verbesserung im Keim ersticken soll. Aber Vorhaben à la "Ab der nächsten Woche mache ich das und das anders!" gehen immer mit der Gefahr einher, an Authentizität einzubüßen, zumindest wenn man im Verbesserungsprozess vom Commentary spricht.
    Viele würden sich schon dadurch verbessern, wenn sie einfach etwas lockerer und "aus dem Bauch heraus" mit/zu ihren Zuschauern sprechen würden.

    sam schrieb:

    Die erfolgreichsten Videos, gemessen an Aufrufen, haben viele ja bei den ältesten und eigentlich schlechtesten. Man wird immer besser, aber die Aufrufe immer schlechter bzw. kommen nie an die alten ran. Dann fehlt das Engagement, sich weiter verbessern zu wollen.
    "Verbesserung" ist ein so unglaublich dehnbarer Begriff. Viele verbeißen sich in bestimmten Themen und meist ist der erste Schnellschuss: Klarer Fall, meine Technik ist zu schlecht! Wichtiger sind in meinen Augen eher Themen wie: Wo stehe ich im Suchranking, wenn ich meine eigenen Projekte auf Youtube suche? Wie sinnvoll sind meine Tags? Was tue ich, um die Online-Welt auf meinen Kanal aufmerksam zu machen? Was kann ich den Zuschauerfeedbacks entnehmen? Ist meine Projektauswahl die richtige? Wie zuverlässig ist meine Upload-Quote? Schließe ich angefangene Projekte immer ab? Mit wem kann ich zusammenarbeiten, um etwas zu lernen und/oder meine Reichweite auszubauen? Würde ich mir selbst beim Reden zuhören wollen? Hebt sich mein Commentary in irgendeiner Art und Weise vom Einheitsbrei der Masse ab? Wenn ja, wodurch? Wenn nicht, wie kann ich das ändern?

    Wenn am Ende alles nichts nützt, dann muss man auch so selbstreflektiert sein und sich fragen, ob man mit diesem Hobby glücklich wird. Man kann nicht alles immer erzwingen. Wenn man mich zum Profi-Autofahrer ausbilden möchte, beißt man sich die Zähne aus. Wenn ich meinen Kumpel dazu bringen will, ein gutes Buch zu schreiben oder einfach nur ein paar Seiten zu verfassen, dann ist das ein hoffnungsloses Unterfangen. Man kann nicht alle Grenzen immer einreißen.

    sam schrieb:

    Sorgen viele Zuschauer also dafür, dass man selbst still steht und sich nicht mehr entwickelt? Verbessert man sich nicht eher, wenn die Zuschauer eben nicht eine bestimmte Anzahl erreicht haben?
    Nein, nicht zwangsläufig. Viele Zuschauer vermitteln aber den Eindruck, dass man auf dem richtigen Weg ist und das Produzierte gemocht wird. Was ja auch richtig ist.
    Prinzipiell würde ich aber nicht sagen, dass die kleinen Youtuber von Natur aus motivierter sind. Der Großteil macht sich doch gerade deshalb so viele Gedanken, weil er eben größer werden möchte. Wenn jemand auf Teufel komm raus Geld investiert und Maßnahmen ins Leben ruft, dann dient das doch einzig dem Zweck, größer zu werden. Ich bin mir relativ sicher, dass dieser Aktionismus bei vielen Youtubern nachlassen würde, sobald die angepeilte "Wunschgröße" erreicht ist.

    sam schrieb:

    Sind zu viele Zuschauer also das Problem, dass man nicht das Maximum an sich herausholt? Werden Zuschauer nur als willenlose Aufrufgenerierer angesehen?
    Die Zuschauermenge wird auf Youtube immer ein Indikator für Verbesserungen bleiben. Werden es mehr, machen wir alles richtig. Haben wir Stillstand, tun wir nicht genug. So ist die gängige Betrachtungsweise.
    Wie man sich bei steigenden Zuschauerzahlen verhält, hängt im Wesentlichen mit der eigenen Zielsetzung auf Youtube und von dem eigenen Anspruch ab. In meinen Augen lassen "große" Youtuber nicht nach oder werden schlechter. Diese weit verbreitete Meinung kann ich so nicht unterstreichen, vielleicht stecke ich aber auch zu wenig in der "Szene" drin.

    sam schrieb:

    Seit es fast nur noch ums Monetarisieren geht und jeder auch die Möglichkeit dazu hat, scheint Masse statt Klasse mehr denn je an der Tagesordnung zu sein.
    Das "Masse statt Klasse"-Prinzip sehe ich auch häufig bei kleinen Youtubern. Finde nicht, dass das ein klares Charakteristikum der Großen ist. Klar, wer damit viel Kohle scheffelt und ggf. sogar davon lebt, hat eine höhere Frequenz, hier ist die Qualität aber nicht schlechter als bei vielen kleinen Youtubern, die täglich/wöchentlich weitaus weniger Videos bringen.
    Projektportfolio
    BioShock Blue Dragon Castlevania Dark Souls Enchanted Arms Eternal Sonata Final Fantasy Gray Matter
    Infinite Undiscovery
    Kingdoms Of Amalur Lost Odyssey MagnaCarta Nier Terranigma The Last Remnant
  • @sam Eher wurden andere Dinge gelöscht^^ z.B ein ganz großer Kandidat hier dieser selbsternannte LPer supporter, habter sicher schon gesehen im Tutorialbereich.

    Er erzählt halt echt extrem viel Unsinn in seinen Videos und bei einer simplen Frage eines Users mit welchem Programm er eine höhere Auflösung als 1080p codieren kann, kommt der tolle Supporter an und schreibt da Sony Vegas Pro hin..

    Ich meine... das kann hier sogar um Geld gehen jetzt. Und die Leute werden dem mit seiner riesigen Tutorial Reihe eventuell auch glauben und vermeinen das diese person sich entsprechend gut auskennt.

    Wenn man in seinen Tutorials aber was kritisiert, wird das weder ernst genommen, nein es kommen sogar dumme antworten und damits später keiner lesen kann, wird natürlich die ganze Konversation gelöscht. Inklusive die eigentliche Frage des Users.
    Aktuelle Projekte/Videos