Die Ex­zen­t­ri­zi­tät der deutschen Let's Player

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Die Ex­zen­t­ri­zi­tät der deutschen Let's Player

    Anzeige
    Zunächst einmal grüße ich dich lieben Leser, da du diesen kuriosen Titel für interessant genug hältst, um ihm deine Aufmerksamkeit zu schenken. Im Laufe der letzten Jahre widmete ich mich viel der genaueren Analyse von Let's Playern und insbesondere dessen, inwiefern sich der gewöhnliche Let's Player von Youtubern aus anderen Bereichen unterscheidet. Hierbei sei vorweg vermerkt, dass meine Argumente auf Beobachtungen basieren, die sich nicht auf jede Person übertragen lassen und sich zudem ausschließlich auf die Kategorie der videoproduzierenden Let's Player beziehen, nicht jedoch auf die Personen, welche Let's Plays in schriftlicher Form veröffentlichen. Hierbei bezieht sich meine Argumentation ferner nur auf den deutschen Raum, da sich einige Beobachtungen ganz erheblich vom internationalen Raum unterscheiden.

    Theorie: Es gibt keine Let's Play Szene

    Es mag zwar Communitys geben wie auch dieses Forum, jedoch gibt es unter den deutschen Let's Playern keine etablierte Szene. Ich deklarierte das, was der Volksmund als "Let's Play Szene" bezeichnet als "Zusammensetzung von Splittergruppen und Individuen mit teilidentischen Interessen". Wie jedoch komme ich zu dieser kurios erscheinenden Schlussfolgerung? Hierfür erlaube ich mir die Definition einer Szene genauer zu erläutern:

    "Szenen sind moderne Sozialisationsinstanzen die es den meist jugendlichen Akteuren eine Identitätsbildung erleichtert ermöglichen. Aus diesem Blickwinkel haben Szenen die sozialisierende Funktion Identität, Kompetenzen und Relevanzhierarchien dauerhaft(d.h. über den Zeitraum der Szene-Vergemeinschaftung hinaus) interaktiv aufzubauen und zu stabilisieren." [1]

    Man kann also einer Szene primär die sozialisierende Funktion zuordnen, d.h. innerhalb einer Szene wird die gegenseitige Unterstützung in den Fokus gerückt um zum Einen die Mitglieder dieser zu unterstützen, zum Anderen aber auch die Szene an sich zu stärken. Für die weitere Argumentation ist es wichtig zu wissen, wie aber Szenen enstehen:

    „[Der Ursprung der Szenebildung liegt in] der Suche nach Eindeutigkeit, nach Anhaltspunkten, nach kognitiver Sicherheit in einer zunehmend unübersichtlichen Situation. Dem ständig drohendem Chaos setzen die Menschen vereinfachende Strukturvorstellungen entgegen. Szenen, alltagsästhetische Schemata, (…) sind Versuche, sich in einer schwer überschaubaren sozialen Wirklichkeit zu orientieren.“ [2]

    Unter klassischen Beobachtungsversuchen lässt sich in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum der Anzahl Let's Player vermerken. Kannte man vor einigen Jahren den Neologismus "Let's Play" noch gar nicht, gibt Google mittlerweile über 162 Millionen Ergebnisse aus - Tendenz steigend. Um auf Klaus Jankes Zitat über Szenenbildung zurückzukommen, kann man beim Let's Play Wachstum durchaus davon sprechen, dass eine unübersichtliche Situation ausschlaggebend dafür ist, dass sich eine sogenannte "Let's Play Szene" zunehmend bildet. Was aber sorgt nun für meine Aussage "Es gibt keine Let's Play Szene", wenn die Entstehung dieser logisch nachvollziehbar ist?

    Der Szenenenstehung steht der Konkurrenzkampf entgegen. Ich gehe davon aus, der Begriff einer defekten Demokratie sollte allen geläufig sein. Wie ich nun auf Demokratie komme? Ebenso wie in einer Szene, ist bei einer Demokratie die Gemeinschaft das höchste Gut. Nun behaupte ich, die Merkmale einer defekten Demokratie lassen sich ebenso auf Szenen übertragen. Hier funktioniert der Effekt allerdings eher umgekehrt, da der Defekt durch die Mitglieder der Szene ausgelöst wird und nicht durch Außenfaktoren. Eine Szene neigt meiner Meinung nach dann dazu defekt zu werden, sobald Gedanken überwiegen, deren Intention nicht mit einer sozialisierenden Funktion verknüpft ist.

    Am konkreten Beispiel der "Let's Play Szene" lässt sich festhalten, dass der vorherrschende Konkurrenzgedanke dem Sinn einer Gemeinschaft widerspricht. Dadurch, dass Konkurrenzgedanken vermehrt geläufig werden, stagniert die Zusammenarbeit und die sozialisierenden Funktionen werden ins Gegenteil verkehrt. Die Szene wird also defekt und ähnlich wie eine defekte Demokratie hat eine defekte Szene keine weitere Funktion. Sie existiert zwar, hat aber ihr Fundament verloren. Aus diesem Grund ist meine Schlussfolgerung:

    "Eine defekte Szene ist gleichbedeutend mit einer funktionslosen Gemeinschaft und unterscheidet sich damit nicht von einer nicht-existierenden Szene. Aus der Beobachtung des Defekts der Let's Play Szene folgt also,dass es keine Let's Play Szene gibt."

    Quellen:

    [1] - Ronald Hitzler und Arne Niederbacher: Leben in Szenen. 3. überarbeitete Auflage. VS Verlag 2010. ISBN 978-3-531-15743-6 S.15-31

    [2] - Klaus Janke, Stefan Niehues: Echt abgedreht. Die Jugend der 90er Jahre. 4 Auflage. C.H.Beck, München 1996, ISBN 3-406-37481-6, S. 17 -23

    Was den Konkurrenzkampf belebt oder verhindern könnte

    Nach dem recht sozialwissenschaftlichen Ansatz folgt nun etwas einfachere Kost. Was sorgt eigentlich dafür, dass die Szene als solche nicht mehr funktioniert?
    Hierfür habe ich einige Stichpunkte herausgearbeitet, die ich entweder an eigenen Erfahrungen ausmache, oder an den Aussagen anderer Let's Player.

    1. Professionalisierung Youtubes

    Etwas, das man kaum verschweigen kann, ist die Veränderung der Plattform Youtube. Während es früher aussschließlich den Hobby-Youtuber gab, gibt es heutzutage nicht nur das Motiv, dem Hobby nachzugehen, sondern auch ein Erfolgsmotiv. Beide Motive haben jedoch ihre Daseinsberechtigung, auch wenn letzteres Motiv selbstverständlich schwerer umzusetzen ist. Tendenziell sorgen Gruppierungsunterschiede bei jeder Thematik für ein Konfliktrisiko. Solange jedoch der Umgangston gewahrt wird, sollten sich die Gruppierungen gegenseitigen Respekt zollen. Jeder ist seines Glückes Schmied. ;)

    2. Altersunterschiede

    Ein großes Problem sind Vorurteile aufgrund des Alters. Das ist sehr gängig und betrifft nun wirklich nicht nur die Let's Player, allerdings macht es sich häufig bemerkbar. Da Let's Plays ein Massenphänomen sind ist es nur natürlich, dass sich auch viele jüngere Leute mit der Materie beschäftigen, es wäre allerdings witzlos ein wirklich hohes Niveau zu erwarten. Sollte sich jedoch ergeben das dies doch der Fall ist, dann freut euch lieber darüber und zeigt die Wertschätzung. Es gibt Leute die schon ganz jung eine tolle Qualität haben wie z. B. AltF4Games und auch Leute die sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Denkt daran was eine Szene ausmacht. Das hat hier noch größere Relevanz, da junge Leute einer Szene meist recht lange treu bleiben möchten, mit schlechten Vorbildern Defekte jedoch verstärken können.

    3. Teamwork & Kritik

    Zusammen arbeiten ist etwas ganz Wichtiges, um eine Szene zu beleben. Ich werfe da mal einen Blick über den Tellerand zu meinen lieben Pen & Paper Freunden. Ohne Zusammenarbeit könnte man hier z. B. gar nicht erst sein Hobby ausüben. Oder wer geht nicht gerne mit Freunden, die den selben Musikgeschmack teilen zu einem Konzert? Die gemeinsame Arbeit ist im Normalfall für beide Seiten förderlich. Weiterhin sollte man auf Kritik niemals verletzt reagieren. Vor kurzem habe ich auf meinem Communitykanal z. B. eine Show gezeigt, die noch sehr unausgereift war. Die zweite Folge bedeutete jedoch eine enorme Steigerung, die positiv vermerkt wurde. Souveränität ist wichtig. Vergesst aber meinen 2. Punkt nicht: Junge Leute können tendenziell schlechter mit Kritik umgehen, man sollte das ebenso respektieren. Früher oder später kommt die Erkenntnis dann schon von alleine.

    4. Du nutzt den Algorithmus aus!

    Wer kennt nicht das Argument, dass jemand ganz dreist falsche Titel, oder problematische Thumbnails benutzt, oder gar andere Tricks verwendet? In Punkt 1 wurde festgehalten, dass es zwei Motive gibt. Die hier genannten Tricks können für das Erfolgsmotiv verwendet werden und sind dann durchaus plausibel. Aber ist es nicht auch völlig logisch, dass man - sofern sich die Möglichkeit ergibt - gerne mehr Zuschauer erreicht? Wenn ihr es persönlich anders machen würdet: Behaltet das lieber für euch. Coldmirror monetarisiert nicht 1 Video? LeFloid benutzt fast ausschließlich sexualisierte Thumbnails? Nicht euer Problem und wenn es kleiner Youtuber machen: Auch nicht euer Problem. Leute nutzen Werkzeuge unterschiedlich und das ist nichts schlechtes.

    5. Du musst aber das und das anders machen!

    Nein, muss ich nicht, denn...
    Bleibt sachlich und lasst euch keine Vorschriften machen, wenn ihr euch bedrängt fühlt. Notfalls wird das gesagte ignoriert. Euer Channel, euer Glück. Youtube macht dir keinen Spaß? Du machst etwas falsch, oder schränkst deine eigene Kreativität ein, aufgrund einer voreingenommenen Grundeinstellung. Individualität kann man auf Youtube richtig genießen und Let's Plays können künstlerische Meisterwerke sein. Im Prinzip ist nichts unmöglich... strengt eure grauen Zellen an, oder lasst es - Eure Entscheidung. ;)

    6. Zahlenvergleiche

    "Deine Views sind schlecht!" "Ab xTausend Abos ist eh alles mies". Zahlenvergleiche sind eine Möglichkeit der Diskussionsbeteiligung, die fast grundsätzlich zu Problemen führt. Schnell findet sich Neid an jeder Ecke und Leute zweifeln an sich. Ich bin der Meinung, man sollte öffentliche Zahlenvergleiche auf keinen Fall erzwingen. Auch hier ist es gerade bei jungen Leuten ein Problem, dass diese den Zahlen eine zu große Bedeutung zuordnen und andere Dinge vernachlässigen. Lasst lieber Vorsicht walten.

    X. Dein persönlicher Punkt

    Ich habe jetzt einiges angemerkt und würde diesen Thread gerne im Laufe der Zeit um einige interessante Stichpunkte erweitern. Es sei hier nochmal angemerkt, dass dieser Thread in keinster Weise versucht irgendein Regelwerk zu entwickeln. Es handelt sich lediglich um einige Gedankenausflüge, die ich für interessant und diskussionswürdig halte. Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass uns die internationale Let's Play Szene meilenweit vorraus ist, denke aber auch, dass man das ändern könnte. Deswegen spreche ich auch von der Exzentrizität der deutschen Let's Player.
  • TLDR: YouTuber (LPer) haben ein enormes Geltungsbedürfnis, keiner ist besser als Sie, daher ist Kooperation selten und wenn dann nur Netzwerk-Intern weil jemand höheres sagt "Mach das, steht im Vertrag!".

    .
    .

    Chrisblue schrieb:

    Ich gehe davon aus, der Begriff einer defekten Demokratie sollte allen geläufig sein.

    Also wenn das eine Facharbeit ist dann darfst du davon ausgehen, da es aber in einem LP-Forum gepostet wurde solltest du es lieber in einem Satz erklären.

    .

    Chrisblue schrieb:

    Coldmirror monetarisiert nicht 1 Video?

    Die war doch letztens erst bei "Almost Daily" zu Gast und hat erzählt das sie aufgrund der zahlreichen Claims eh nichts monetarisieren könne selbst wenn sie wollte... aber sie arbeitet ja für diesen Sender der ARD, ihr wichtigster Grund war das es bei YouTube keinen Ansprechpartner gibt den man anrufen kann und sagt "Ey, wo bleibt meine Kohle!" den sie bei der ARD eben hat.
    ——YouTube————————————————————————————————————————————
    — Endlos-Projekte: Minecraft (SinglePlayer), Craft The World, Banished, Besiege, Sims4
    — ..Abgeschlossen: Leisure Suit Larry 6+7, Dishonored, Surface 2+3, Mirrors Edge, uvm
    — . Kurz- Projekte: The Tower, Fighting Is Magic, Euro Truck Simulator 2, uvm
    — ......Retro-Ecke: Day Of The Tentacle, Flight Of The Amazon Queen, NFS: HP2, uvm
    ————————————————————————————————————————————TbMzockt.de—
  • Chrisblue schrieb:

    Aus diesem Blickwinkel haben Szenen die sozialisierende Funktion Identität, Kompetenzen und Relevanzhierarchien dauerhaft(d.h. über den Zeitraum der Szene-Vergemeinschaftung hinaus) interaktiv aufzubauen und zu stabilisieren.


    Die Identität eines LPers liegt in seinem Fundament mit dem was er tut. Die Frage: "Wann ist ein LPer ein LPer?" gehört zum wesentlichsten der Identität. Jeder Mensch auf der Welt bringt dazu auch seine persönliche Identität hinein. Die Identität wird mit der LPer Zeit immer weiter gefestigt im Normalfall.

    Die Kompetenzen, also die Pflichten und Rechte, sind beim LPen doch sehr stark gefächert. In dieser Hinsicht sollte man sein Ziel im Rahmen der Rechtslage die man mit Youtube oder sonstigen Videoportalen eingeganen ist selbst festlegen. Ein LPer hat eigentlich nur ein Hauptziel: Nämlich Spaß an der ganzen Sache zu haben.
    Seine Pflichten kann man aber auch anders definieren. Und zwars geben andere LPer etwas vor, das man vllt selbst übertreffen will. In diesem Fall ist es seine persönliche Pflicht dem gleichzukommen oder es auf jedenfall zu versuchen.
    Hier sei gesagt das ein LPer mit 0 Kompetenz über LPs kein echter LPer ist. Ein Ziel sollte man immer haben. Nur das dies von einem selbst kommen muss schon.

    Zu Relevanzherachien... kA was damit gemeint wurde. Ich sehe das jetzt aber so: Herachien gibt es unter LPer tatsächlich. LPer lassen sich in Gruppen gliedern. Dabei haben aber nur wenig Relevanz. Denn unbekannte LPer bleiben in der Regel oftmals auch unbekannt. Leute wie Gronkh, Sarazar, Pewdiepie & Co. gehören zu der relevantesten Gruppe in der Hirachie der LPer.

    Chrisblue schrieb:

    „[Der Ursprung der Szenebildung liegt in] der Suche nach Eindeutigkeit, nach Anhaltspunkten, nach kognitiver Sicherheit in einer zunehmend unübersichtlichen Situation. Dem ständig drohendem Chaos setzen die Menschen vereinfachende Strukturvorstellungen entgegen. Szenen, alltagsästhetische Schemata, (…) sind Versuche, sich in einer schwer überschaubaren sozialen Wirklichkeit zu orientieren.“


    Dieses Zitat lässt sich auch auf LPer spiegeln.
    LPer sind in dieser Hinsicht vllt sogar noch etwas Vielfältiger als es beispielsweise die Gothic Szene oder Anime Szene ist.
    Die Frage was einen Anime Fan aus macht und wie dieser sich der "normalen" Welt stellt ist die gleiche Frage die man einen LPer geben könnte.
    Ein echter Anime Fan festigt seine Grundprinzipien aus dem was ihm diese gezeigt und beigebracht haben. Sein Soziales Verhalten wird in Kombination zu seinen Umfeld allen durch diese Anime geprägt.
    Einen aus der Gothic Szene zu sehen der nicht irgendwo Schwarz gekleidet ist ist auch recht seltsam oder nicht?
    Einen LPer hingegen kann man eigentlich nachsagen das seine ganze Vorstellung, sein ganzen Persönliches in Kombination zu sein "normalen Umfeld" ihn eine ganz besondere Art der Sichtweise auf andere Themen hat.
    Ein LPer ist einen Gamer ähnlich. Einen Gamer zu einem LPer unterscheidet nur die Öffentlichkeit mit der Veröffentlichung seiner Gedanken zu dem Spiel an andere Leute.

    Daher sind die Gamer Szene und die LP Szene sich sehr ähnlich. Man kann fast sagen das es die nächste Stufe ist. Denn ohne jemals ein Spiel gespielt zu haben, kann man schließlich auch nicht LPen ^^


    Zum Thema Konkurenz...
    Was früher als kleine LP Gemeinschaft begann wo man sich Tipps und Tricks gegenseitig gab, ist es heute so das diese Art von Gemeinschaft immer weiter abdriftet.

    Zum einen ist der Hauptgrund die immer weiter wachsende LPer Masse und zum zweiten die daraus resultierende Sicht nicht entdeckt zu werden.
    Denn generell die Masse der LPer hat ein falsches Motiv bei der ganzen Sache. Ein LP soll vor allem als Hobby gelten und nicht um sich damit famen zu lassen in irgendeiner Art und Weise. Das ist nicht der Kernpunkt eines LPers.

    Die Spaltung der LPer unter sich zeigt sich ja oft auch dadurch das viele in ganz andere Richtung arbeiten wollen. Die einen wollen nur den Youtube Erfolg haben. Vllt. noch in Kombination mit dem was sie Hochladen erfolgreich zu werden. Dabei ist es ihnen oft auch "Scheiß Egal" ob es ihnen nun Spaß macht oder nicht.
    Dann die wahren LPer noch, die sich um Sachen wie Erfolg nicht scheren. Ihnen interessieren keine Zahlen auf YT oder sonstwas. Sie wollen einfach ihre Spiele vorstellen und kommentieren.
    Und dann gibt es noch die Perfektionisten Gruppe der LPer. Man sagt in diesem Fall oftmals auch Veteranen die es verstehen Video und/oder Audio so zu gestalten das man als üblicher Standard LPer sich fragt wie man sowas machen kann. Dies sind dann oft die Leute die sich dann damit auch beschäftigt haben.

    Ich sag mal das sind die extremsten Gruppen und sorgen untereinander auch oft für Streiterein in ihren Methoden zum Ziel zu kommen.

    Ich denke da einfach das von jedem etwas sein sollte. Wenn ich schon sehe das die Masse der LPer 0 Ahnung von Videotechnik haben, obwohl sie Tag Täglich als LPer damit zu tun haben ist die Wissenrate aller LPer davon sehr gering. Und Unwissen wird oft auch in andere Foren verstärkt. Es gibt nur wenige Foren die ein ordentlichen Support dafür machen. Daran sollte man vllt auch denken.

    In Sachen Teamwork ist meist die Community immer für einen da. Sei es z.B. die Suche nach Teampartnern für Multiplayer Games oder Support für technische Fragen oder aber auch das Unterhalten untereinander über gleichwidrige Themen.

    Chrisblue schrieb:

    5. Du musst aber das und das anders machen!


    Diesen Punkt. Und genau diesen vermisse ich bei den LPern. Nämlich die Kreativität.
    Was alle immer gerne machen und auch glauben haben zu müssen sind Intros. Nein, braucht man nicht. Wenn euch hier im Forum einer einen Rat gibt oder eine Vorlage, dann braucht ihr das nicht gleich 1:1 kopieren. Denn jedes Video ist ein Unicat und sollte auch so behandelt werden.
    Wenn ihr denkt jedes Video müsse aufgrund einiger Ratschläge nur in 1800p oder 1440p encodiert werden... nein, muss es nicht. Es ist oftmals auch nur ein Gut gemeinter Rat etwas besser machen zu wollen. Oftmals kommen diese Ratschläge von den drei Hauptgruppen die ich etwas weiter oben schon genannt habe.

    Aber eines ist immer Fakt: Ihr seid bei euren Videos der Regisseur und müsst selbst entscheiden wie euer Meisterwerk am Ende aussehen soll. Es gab schon Projekte auf YT da haben einige Menüs gebaut, damit der Zuschauer interaktiv mitmachen konnte. Sowas nenn ich mal Kreativ.
    Ich denke aber auch, da ich das oft im Bereich 2 sehe, das viele gar nicht so mit der Videotechnik klar kommen. Was fehlt ist die Beschäftigung damit. Bei vielen sogar. Denn Kreativ kann man in vielerlei Hinsicht sein, wenn man weiß wie. Nur das wissen oft nur die wenigen leider. ^^

    Die beste Frage zu dem was ich schrieb grad wäre: "Bei was will man bei einem Gamevideo kreativ sein?"

    Da gibt es viele Möglichkeiten eigentlich. Bei manchen Games bietet sich sowas genrell ja schon an. Wie NDS Aufnahmen wo man 2 Displays hat. Oder ein LP in Form einer Reportage. Wenn ich da so manch alte GameStar Reportagen heute schaue wo die Redaktion was vorstellt, dann schaue ich das oft auch zu ende, weil die das so gut mit Bild und Wort rübergebracht haben.
    Oder sone GB Pokemon Spiele die in 10:9 Auflösung sind. Da find ich es auch Kreativ einen interaktiven Rahmen zu sehen welche man gefangen hat oder welche man gerade mitführt.
    Kreativ ist es in Spielen mit Eastereggs auch diese mal zu zeigen, statt vorbeizurennen.

    ...
    Kreativ wäre es auch wenn man mal selbst ein wenig mitdenkt wenn jemand schon mal was erklärt (*An einige Themen in Forum denke*)


    Zum Punkt Altersunterschied...
    Ich sage da immer... jeder fängt mal klein an. Und jeder sollte selbst seine Erfahrungen damit machen. Aber wie in jeder Gruppe es Üblich ist wird aussortiert. Eine Gruppe akzeptiert auch nur diejengen die ihren Werten irgendwo entsprechen.
    Und das fängt beim geistigen Alter an.

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann man selbst 12 jährige die Videobearbeitung so erklären das er dies so könnte nachher das er selbst einen Laien mit nem Alter von 40 in den Schatten stellt.

    Alles eine Frage des Interesses an der Materie.
    Und auch selbst die geistige Reife kann bei manch 12+ jährigen so weit sein, das sie sich mit den "großen Kindern ;D" gut verstehen können.

    Aber auch hier liegt die Masse sehr gering das sowas mal ist.
    geistig weit sind sie dann so ganz langsam im Alter von 15 und 16+. Dann wenn die Großen die kleinen akzeptieren in ihren Reihen.

    Dieses Verhalten sollte eigentlich von der Schule bekannt sein ^^ Ist mehr oder weniger ein ein Gruppeninstinkt der Altersklassen ^^

    Kennt man doch eigentlich auch von Zuhause. Wer versteht schon seine Eltern? ^^


    Um wieder auf die LP Szene zurückzukommen...
    An sich ist die Gamer Szene und die LP Szene sehr miteinander verbunden und bauen auch untereinander auf. Denn um es mal in den Raum zu werfen: Was machen Counterstrike oder StarCraft Spieler Online? Was machen die Leute die nur Multiplayer Games zocken?
    Richtig zu komunizieren über das was sie untereinander tun.
    Und das wächst auch. Was früher nur über Chatfenster ging wird Verbal alles heutzutage gemacht über Skype, TS3 oder sonstge von Messenger. Eingebaute Mikrofonunterstützung für Sprachunterhaltung lassen sich ja auch bei Call of Duty finden für die Multiplayer oder Koopsachen.

    Was ich damit sagen will: Games zu zocken und darüber zu diskutieren wärend man zockt. Sprich sich untereinander absprechen etc. was eindeutig auch als Kommentieren bezeichnet werden kann, gehört zur Gamer Szene. Die LP Szene ist nur eine Weiterentwicklung dessen.
    Diese Weiterentwicklung beruht sich nun darauf über ein Medium seine Geschen in einem Spiel anderen zu zeigen.
    Die Streaming Sachen via Twitch, OBS sind auch nix anderes als das was Gamer seit graumer Zeit machen.

    Der einzige Unterschied besteht nun darin ein Medium zu haben was man ändern kann.
    Der LPer unterscheidet sich zum Gamer ausschließlich eigentlich darin, das der LPer seine Spiele archivieren tut in Form von Filmen. Man könnte auch sagen das er sich ein Replay speichert.
  • Ich muss gestehen, den Theorie-Teil nachvollziehen zu können und sehe in ähnlicher Weise, dass das Konkurrenzmoment das zu untergraben scheint, was gemeinhin mit dem Begriff der Szene ausgedrückt werden soll. Dass hier eine dialektische "Verkehrung ins Gegenteil" stattfindet - das ist mir zu historisch. Die Konklusion logisch aus sozialwissenschaftlichen Begriffen abzuleiten - okay. Aber für mich für das, was ausgedrückt werden soll, too much.

    Ein paar kritische Gedanken zu Deinen aufgeführten Punkten:

    1. Professionalisierung

    Die Entwicklung und der Begriff, der für sie verwandt wird, ist nicht zu leugnen. Aber entschuldige - für mich klingt hier das "gute alte" "Früher war alles besser" mit. Was wollte der "Ur-YouTuber"? Sich und nur sich ausdrücken im Sinne einer romantisierten Kunst-Form? Ich sehe den Prozess der Professionalisierung vielmehr als Kontinuum und auf ihm nicht zwei distinkte Kategorien, sondern lediglich zwei Punkte. Die heißen "Hobby" und "erfolgsorientiert".

    Dein Punkt 4 spielt hier herein: Der "Erfolg" muss nicht stets durch eine monetäre Vergütung der Tätigkeit definiert sein. Als Videokünstler kann man ganz eigene und individuelle Interessen haben, die auf den psychodynamisch verzweigtesten Wegen und mit auch den eigentümlichsten Mitteln zu erreichen sind.

    2. Altersunterschiede

    Ich verstehe nicht, inwiefern der Gegenstand dieses Punktes "den Konkurrenzkampf beleben oder verhindern" könnte.

    X. Dein persönlicher Punkt

    "Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass uns die internationale Let's Play Szene meilenweit vorraus ist" - Warum ist sie das? Was macht sie anders als "die" deutsche? Der Begriff der "Exzentrizität" muss ebenso historisch verstanden werden, damit er sinnvoll ist: Was ist denn das Zentrum oder die Mitte, in der sich die deutschen Let's Player nicht befinden? Dem Begriff liegt etwas zugrunde, das man gern kritisieren kann und ihn ad absurdum führt.
  • Anzeige
    Ein gutes beispiel für den geringen zusammenhalt der dutschen szene (exemplarich) ist der Threat au meiner Signatur.
    Da wird zu inem Communety Projekt aufgerufen und nur anfänger und kleine YTer machen mit.
    Den rest werde ich mir nochmal durchlesen wenn ich zeit habe.
    "Wenn wir die Wahrheit sagen, dann sind wir schlecht, irgendwo zwischen hart und ungerecht."
    Wir Sind Keine Engel

    ->Liste aller Projekte<-

    Zum Kanal des Todesengels
  • Bin seit langem nur noch stiller Leser, da das Forum mittlerweile nur noch ein Lachen oder Tränen bei mir hervorrufen kann. Mal sehen, zu was dieser Thread tendiert. Mal wieder ein Diskussionsthread, wo über eine derart simple Tätigkeit wie das LPen so rauf und runter diskutiert und lamentiert wird, dass ich es nicht nachvollziehen kann.

    Hey, ich will euch den Spaß nicht verderben. Aber man darf auch ruhig mal die Sinnhaftigkeit solcher Threads in Frage stellen. Ein paar schöne Wörter und viel zu lange Texte trösten ja doch über eines nicht hinweg: Wir bequatschen in der Regel Gameplay und klatschen das auf Youtube. Keine Kunst, keine kreative Höchstleistung (Ausnahmen bestätigen bla bla..).

    Eine Szene gab es nie und wird es nie geben. Das brauche ich nichtmal zu begründen. Wieso man sich bei einem Hobby unter Druck setzen lässt, auf unerwünsche Kommentare, Dislikes und all solchen Kram derartig gekränkt reagiert sollte ist mir auch schleierhaft. Wenn Horst sagt ich soll doch mal von Projekt xyz schnell mehr Videos hochladen, dann ignoriere ich das entweder oder antworte kurz und knapp darauf, wenn ich Lust darauf habe. Davon lasse ich mir den Spaß nicht verderben. Zumal hier keiner täglich 1000ende solcher Kommentare bekommt, wie so manch anderer großer Youtuber.

    Der Threadtitel "Die Ex­zen­t­ri­zi­tät der deutschen Let's Player" ist sehr gut gewählt. Genau das geschieht hier.
  • So, bevor dieser Thread ins Nirvana abdrifted, wird es Zeit die Diskussion wieder anzukurbeln.

    TbMzockt schrieb:

    TLDR: YouTuber (LPer) haben ein enormes Geltungsbedürfnis, keiner ist besser als Sie, daher ist Kooperation selten und wenn dann nur Netzwerk-Intern weil jemand höheres sagt "Mach das, steht im Vertrag!".


    Das ist sicher nicht der Fall. Insbesondere als der Begriff Let's Play noch ein recht unbekannter war, war Zusammenhalt sehr wichtig. Wobei ich es für interessant halte, hier den Begriff Netzwerk zu erwähnen. Das spielte früher sicherlich keine große Rolle, heute aber durchaus. Das ist eben eine der Entwicklungen, die im Zuge der Professionalisierung Youtubes stattfand.

    TbMzockt schrieb:

    Also wenn das eine Facharbeit ist dann darfst du davon ausgehen, da es aber in einem LP-Forum gepostet wurde solltest du es lieber in einem Satz erklären.


    Vorsichtig, das ist nicht grundlos so geschrieben. Ein derartiger Satz spornt entweder Leute an, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, oder vertreibt Leute, die sowieso nichts interessantes beizutragen hätten. Psychologie. ;)

    TbMzockt schrieb:

    Die war doch letztens erst bei "Almost Daily" zu Gast und hat erzählt das sie aufgrund der zahlreichen Claims eh nichts monetarisieren könne selbst wenn sie wollte... aber sie arbeitet ja für diesen Sender der ARD, ihr wichtigster Grund war das es bei YouTube keinen Ansprechpartner gibt den man anrufen kann und sagt "Ey, wo bleibt meine Kohle!" den sie bei der ARD eben hat.


    Im Folgesatz wurde erklärt, dass dies keine Rolle spielen soll.

    Sagaras schrieb:

    Ein LPer hat eigentlich nur ein Hauptziel: Nämlich Spaß an der ganzen Sache zu haben.


    Ist dem so? Das ist das, was ein Großteil von uns für vernünftig hält, aber gibt es nicht genug Let's Player, die ganz andere Ziele haben? Ich selbt habe zwar Spaß am Let's Playen, das war aber nicht mein Hauptziel. Mein Ziel war es Gleichgesinnte zu treffen. ;)

    Sagaras schrieb:

    Ich sehe das jetzt aber so: Herachien gibt es unter LPer tatsächlich. LPer lassen sich in Gruppen gliedern. Dabei haben aber nur wenig Relevanz. Denn unbekannte LPer bleiben in der Regel oftmals auch unbekannt. Leute wie Gronkh, Sarazar, Pewdiepie & Co. gehören zu der relevantesten Gruppe in der Hirachie der LPer.


    Ich denke, das kann man so unterstreichen.

    Sagaras schrieb:

    Daher sind die Gamer Szene und die LP Szene sich sehr ähnlich. Man kann fast sagen das es die nächste Stufe ist. Denn ohne jemals ein Spiel gespielt zu haben, kann man schließlich auch nicht LPen


    Das ist auch ein sehr interessanter Ansatz, den man gut nachvollziehen kann. Man könnte uns also als eine Art Milieu der Gaming-Szene betrachten.

    Sagaras schrieb:


    Ich denke da einfach das von jedem etwas sein sollte. Wenn ich schon sehe das die Masse der LPer 0 Ahnung von Videotechnik haben, obwohl sie Tag Täglich als LPer damit zu tun haben ist die Wissenrate aller LPer davon sehr gering. Und Unwissen wird oft auch in andere Foren verstärkt. Es gibt nur wenige Foren die ein ordentlichen Support dafür machen. Daran sollte man vllt auch denken.

    In Sachen Teamwork ist meist die Community immer für einen da. Sei es z.B. die Suche nach Teampartnern für Multiplayer Games oder Support für technische Fragen oder aber auch das Unterhalten untereinander über gleichwidrige Themen.


    Bei technischen Fragen funktioniert das LPF meist sehr gut, das stimmt. Alles was jedoch darüber hinaus geht, sorgt meist für Probleme. Insbesondere Diskussionen zur Art der Videoproduktion führen oft zu Streitereien die ohne moderative Eingriffe schnell ausarten würden.

    Sagaras schrieb:

    Aber eines ist immer Fakt: Ihr seid bei euren Videos der Regisseur und müsst selbst entscheiden wie euer Meisterwerk am Ende aussehen soll. Es gab schon Projekte auf YT da haben einige Menüs gebaut, damit der Zuschauer interaktiv mitmachen konnte. Sowas nenn ich mal Kreativ.
    Ich denke aber auch, da ich das oft im Bereich 2 sehe, das viele gar nicht so mit der Videotechnik klar kommen. Was fehlt ist die Beschäftigung damit. Bei vielen sogar. Denn Kreativ kann man in vielerlei Hinsicht sein, wenn man weiß wie. Nur das wissen oft nur die wenigen leider.


    So ist es. Ich empfinde es als unglaublich schade, dass die Szene derart unkreativ ist. Aber wie du schon richtig erwähnst: Ohne das passende Wissen, kann man seine Kreativität nicht ausschöpfen und viele Let's Plays entstehen auch aus Entspannungszwecken. Rein vom Grundwissen das man benötigt um loszulegen gibt es schließlich kaum Formate, die einfacher umzusetzen wären als Let's Plays.

    Sagaras schrieb:

    Aus meiner eigenen Erfahrung kann man selbst 12 jährige die Videobearbeitung so erklären das er dies so könnte nachher das er selbst einen Laien mit nem Alter von 40 in den Schatten stellt.


    Das stimmt. Alles natürlich eine Frage der Toleranz, was wiederrum auf Gegenseitigkeit beruht.

    Sagaras schrieb:

    Alles eine Frage des Interesses an der Materie.


    Richtig. Ich frage mich nur: Warum herrscht bei vielen ein solches Desinteresse? Gerade da man wenig Grundwissen braucht, sind Let's Plays auch in viele Richtungen stark ausbaufähig. Wir haben momentan vielleicht bestenfalls den Grundstein für Let's Plays gelegt. Ausgeschöpft ist das Medium mitnichten.

    Sagaras schrieb:

    Was ich damit sagen will: Games zu zocken und darüber zu diskutieren wärend man zockt. Sprich sich untereinander absprechen etc. was eindeutig auch als Kommentieren bezeichnet werden kann, gehört zur Gamer Szene. Die LP Szene ist nur eine Weiterentwicklung dessen.


    Ja, Kommunikation und Gaming liegen eng zusammen, das kann ich nur bestätigen. Ist die LP Szene nun eine Weiterenwicklung? Das ist schwierig, ich würde eher behaupten, bei uns hat Kommunikation noch einmal einen anderen Stellenwert.

    Sagaras schrieb:

    Der einzige Unterschied besteht nun darin ein Medium zu haben was man ändern kann.


    Ja und diese Möglichkeit bietet sehr viel Potenzial. Jetzt muss man sich schonmal überlegen, wer sich überhaupt die Mühe macht am Medium etwas zu ändern und das sind nicht viele. Oftmals werden die Live-Kommentare ohne großartige Bearbeitung hochgeladen.

    letheia schrieb:

    Dein Punkt 4 spielt hier herein: Der "Erfolg" muss nicht stets durch eine monetäre Vergütung der Tätigkeit definiert sein. Als Videokünstler kann man ganz eigene und individuelle Interessen haben, die auf den psychodynamisch verzweigtesten Wegen und mit auch den eigentümlichsten Mitteln zu erreichen sind.


    Ganz genau, das ist aber vielen scheinbar gar nicht bewusst. Man muss bei Erfolg immer differenzieren: Geht es nun um persönlichen Erfolg, oder um Erfolg im Sinne der gesellschaftlichen Verwirklichung? Das sind große Unterschiede. Ich z. B. meine, dass ich mit meinen Let's Plays erfolgreich im Sinne des persönlichen Erfolgs bin. Allerdings sehe ich keinen erhöhten Stellenwert in der Gesellschaft, dafür sind zu viele Faktoren nicht erfüllt.

    letheia schrieb:

    "Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass uns die internationale Let's Play Szene meilenweit vorraus ist" - Warum ist sie das? Was macht sie anders als "die" deutsche? Der Begriff der "Exzentrizität" muss ebenso historisch verstanden werden, damit er sinnvoll ist: Was ist denn das Zentrum oder die Mitte, in der sich die deutschen Let's Player nicht befinden? Dem Begriff liegt etwas zugrunde, das man gern kritisieren kann und ihn ad absurdum führt.


    Das ist recht einfach zu erklären. Hierfür müssen wir einen Blick in die Vergangenheit wagen und zur Enstehung der Let's Plays. Entstanden ist die Idee in einem Bezahlforum, d.h. jeder der dort angemeldet ist, trägt zum Erhalt des Forums bei. Die Szene entstand über dieses Forum und war zunächst eher im amerikanischen Raum präsent. Von anfänglichen Screenshot-LPs folgten bald die heute so bekannten Video-Let's Plays. Im Vordergrund der Szene stand zunächst die Präsentation von Spielen. Man arbeitete allerdings zusammen schnell daran, sich gegenseitig zu unterstützen und langsam ein weiteres wichtiges Element der Let's Plays auszubauen: Den Kommentar. Das Medium wurde persönlicher und immer individueller, schließlich ist ein Spiel an sich immer gleich. D.h. erst der Moderator sorgt dafür, dass sich sein Video von anderen abheben kann. Jedoch wird das Medium Let's Play im internationalen Raum gängigerweise als Kunstwerk gesehen, was einen Konkurrenzkampf im Prinzip von vornherein relativiert. Ich verfolgte über sehr lange Zeit viele englische Let's Player und tatsächlich ist die gegenseitige Unterstützung etwas, das stärker in den Vordergrund gerückt wird. Es gibt zwar nur wenige englische Let's Play Foren, der Umgangston ist aber stets sehr angenehm und Diskussionen arten nicht aus. Wir sind insofern nicht mit im Zentrum, da die Masse von uns in Let's Plays keine Kunst sieht. Das ist allerdings unlogisch, denn alleine durch die Definition von "Kunst", lassen sich Let's Plays rein objektiv der Kunst zuordnen.

    ArkusLP schrieb:

    Bin seit langem nur noch stiller Leser, da das Forum mittlerweile nur noch ein Lachen oder Tränen bei mir hervorrufen kann.


    So geht es auch mir. Eine Entwicklung, die ich sehr schade finde.

    ArkusLP schrieb:

    derart simple Tätigkeit wie das LPen


    Vorsicht. Let's Plays können simpel sein, sie müssen es aber nicht sein. Wie @Sagaras richtig erwähnte, haben wir bei Let's Plays ein Medium, das wir verändern können. Let's Plays setzen zunächst wenige Grundkenntnisse vorraus, sind aufgrund dessen aber sehr variabel. Du kannst Schnitte setzen, weitere Medien miteinbeziehen, Videomenüs bauen, durch Anmerkungen weitere Interaktion bewirken, durch Fremdsprachen nebenbei Lerninhalte vermitteln, nicht nur von außen kommentieren, sondern tatsächlich in die Rolle der Spielfigur schlüpfen, etc.
    Das ist nur ein Bruchteil des Spekrums, das du mit Let's Plays basteln kannst. Let's Plays sind Kunst, das ist kein Geheimnis.

    ArkusLP schrieb:

    Eine Szene gab es nie und wird es nie geben. Das brauche ich nichtmal zu begründen.


    Das brauchst du nicht zu begründen? Warum nicht? Das macht deine Argumentation direkt schwächer.

    ArkusLP schrieb:

    Wieso man sich bei einem Hobby unter Druck setzen lässt, auf unerwünsche Kommentare, Dislikes und all solchen Kram derartig gekränkt reagiert sollte ist mir auch schleierhaft. Wenn Horst sagt ich soll doch mal von Projekt xyz schnell mehr Videos hochladen, dann ignoriere ich das entweder oder antworte kurz und knapp darauf, wenn ich Lust darauf habe. Davon lasse ich mir den Spaß nicht verderben. Zumal hier keiner täglich 1000ende solcher Kommentare bekommt, wie so manch anderer großer Youtuber.


    Das hier hat wiederrum nichts mit dem Thread zu tun. Intention?
  • ArkusLP schrieb:

    Wieso man sich bei einem Hobby unter Druck setzen lässt, auf unerwünsche Kommentare, Dislikes und all solchen Kram derartig gekränkt reagiert sollte ist mir auch schleierhaft. Wenn Horst sagt ich soll doch mal von Projekt xyz schnell mehr Videos hochladen, dann ignoriere ich das entweder oder antworte kurz und knapp darauf, wenn ich Lust darauf habe. Davon lasse ich mir den Spaß nicht verderben. Zumal hier keiner täglich 1000ende solcher Kommentare bekommt, wie so manch anderer großer Youtuber.


    Chrisblue:
    "Das hier hat wiederrum nichts mit dem Thread zu tun. Intention?"

    Lediglich etwas mit dem Oberbegriff "Die Ex­zen­t­ri­zi­tät der deutschen Let's Player".

    Und deine Aussage "Let's Plays sind Kunst, das ist kein Geheimnis" *seufz*
    Also, mir ist noch kein LP untergekommen, wo ich sagen würde "DAS IST KUNST!"
    Ist der Großteil eines LPs doch ein Inhalt von Dritten und nicht von einem selbst. Es gibt unterhaltende, informative und sicherlich auch rührende Let's Plays. Aber Kunst?

    Aber da will ich nicht groß diskutieren, da der Begriff eh sehr weit ausgelegt wird. Ich kann auch eine Klobürste in einen leeren Raum stellen, dieser einen kritischen Unterton a la "Der Verfall der Gesellschaft" geben und es als Kunst verkaufen. Wenn auch nur eine Person es als Kunst sieht, ist es Kunst. Wenn du ein LP als Kunst siehst, dann..ist es wohl so.

    Edit: Das mit der Szene muss ich nun wirklich begründen? Wikipedia sagt dazu ja folgendes "Eine Szene ist ein soziales Netzwerk
    in Form eines freizeitlichen Sozialisationsraumes, das durch gemeinsame
    Interessen, Überzeugungen, Vorlieben oder Geschmäcker von Menschen verdichtet ist.[1]"

    Im ersten Moment würde man denken: Moment! Ja! Wir teilen alle das selbe Hobby also gehören wir einer gemeinsamen Szene an. In der Realität ist diese Szene aber aufgeteilt in verschiedene Splittergruppierungen und ein wirklicher Zusammenhalt/Solidarität herrscht nicht wirklich. Die hat es auch nie gegegen. IMO gehört das auch ein wenig dazu. Konkurrenzdenken, verschiedene Auslegungen in der Ausübungen dieses Hobbys, führen zu verschiedensten Streitereien und demnach auch zu gespaltenen Gruppierungen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ArkusLP ()

  • Dann gäbe es aber auch keine Metalszene, da es dort auch unterschiedliche Stilgruppen gibt, die sich teilweise noch um einiges stärker voneinander Abgrenzen. Jede Szene hat ihre Untergruppen, da halt doch jeder unterschiedlich ist. Und in Szenen wo es einen messbaren Erfolg gibt, gibt es eben auch einen kleinen Teil ganz Bekannter, sowie den großen Teil ziemlich Unbekannter.
    Für mich ist es eine Szene, weil ich es selbst so sehe und ich damit nicht alleine bin. Von daher jedem seine Ansicht ^^

    Aktuell: Planet Coaster RimWorld [Alpha 17] Stardew Valley The Witcher 3
  • ArkusLP schrieb:

    Und deine Aussage "Let's Plays sind Kunst, das ist kein Geheimnis" *seufz*
    Also, mir ist noch kein LP untergekommen, wo ich sagen würde "DAS IST KUNST!"
    Ist der Großteil eines LPs doch ein Inhalt von Dritten und nicht von einem selbst. Es gibt unterhaltende, informative und sicherlich auch rührende Let's Plays. Aber Kunst?


    Ist dem so? Das tut mir wirklich leid. Wer sagt eigentlich, dass ein Großteil des Inhalts von Dritten kommen muss? Tatsächlich kann man mit seiner Stimme theoretisch Spiele völlig neu erfinden. Und ich als Entwickler werde mir sicherlich irgendwann mal den Spaß gönnen und meine eigenen Werke spielen. ;)

    ArkusLP schrieb:

    Aber da will ich nicht groß diskutieren, da der Begriff eh sehr weit ausgelegt wird. Ich kann auch eine Klobürste in einen leeren Raum stellen, dieser einen kritischen Unterton a la "Der Verfall der Gesellschaft" geben und es als Kunst verkaufen. Wenn auch nur eine Person es als Kunst sieht, ist es Kunst. Wenn du ein LP als Kunst siehst, dann..ist es wohl so.


    Das wiederum ist eine sehr traurige Sichtweise. Wer seinen Horizont derart beschränkt wird niemals das wahre Spektrum der Let's Plays erkennen. Öffne deinen Geist und lerne, nicht mit dem Strom zu schwimmen. Als ob sich kreatives Schaffen und das Thema Let's Play abstoßen würden. Warum denken viele Menschen so? Ich jedenfalls verspüre als Künstler den Drang, mehr aus meinen Videos herauszuholen, es ist eine starke Faszination. Im übertragenen Sinne vergleichbar mit dem Wunsch eines Blinden wieder sehen zu können. Mir kommt es geradezu lächerlich vor, wenn du selbst als Let's Player deine Werke nicht als Kunst betrachtest. Im Prinzip machst du dein Schaffen damit schlechter, als es in Wirklichkeit ist. Warum sollte man dann überhaupt Let's Plays machen? Hast du keine Zielsetzung?

    ArkusLP schrieb:

    Im ersten Moment würde man denken: Moment! Ja! Wir teilen alle das selbe Hobby also gehören wir einer gemeinsamen Szene an. In der Realität ist diese Szene aber aufgeteilt in verschiedene Splittergruppierungen und ein wirklicher Zusammenhalt/Solidarität herrscht nicht wirklich. Die hat es auch nie gegegen. IMO gehört das auch ein wenig dazu. Konkurrenzdenken, verschiedene Auslegungen in der Ausübungen dieses Hobbys, führen zu verschiedensten Streitereien und demnach auch zu gespaltenen Gruppierungen.


    Völlig falsch. Der Zusammenhalt ist tief in der Szene verwurzelt und international praktisch ominipräsent. Ich würde nicht von einer defekten Szene sprechen, wenn man nicht klar ein Fundament einer Szene erkennen würde, das du ja auch nicht direkt abstreitest. Wir sind für uns gesehen defekt, weil der Zusammenhalt auseinanderreißt. Diese Community repräsentiert jedoch nur einen kleinen Szenenanteil. Ich empfehle dir dringend die internationale Szene zu analysieren, ehe du weiterhin falsche Behauptungen aufstellst. Schließlich muss man für diese Diskussion zunächst mal verstehen, inwiefern wir anders sind, als die internationale Szene. Nicht umsonst spreche ich von der Exzentrizität der deutschen Let's Player.
  • Chrisblue schrieb:

    Theorie: Es gibt keine Let's Play Szene


    Sorry, aber das ist keine Theorie sondern geht eher in die Richtung einer Hypothese. Du hast leider auch keinerlei Versuchsaufbau und Erhebung durchgeführt, bzw. ohnehin erstmal eine grundlegende Operationalisierung der zu untersuchenden Merkmale vorgenommen.

    Chrisblue schrieb:

    Was den Konkurrenzkampf belebt oder verhindern könnte


    Es kann natürlich gut sein dass Du keine einheitlichen Motive unter de Let's Playern wahrnimmst. Dies heißt jedoch nicht, dass das Ausmaß an Konkurrenzdenken unter den Let's Playern einen Wert überschreitet, der so nicht auch außerhalb von Youtube zu finden wäre.