Hatred - Kunst oder Schwachsinn?

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  • Hatred - Kunst oder Schwachsinn?

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    Hey, vielleicht haben es manche von euch schon gehört, aber in letzter Zeit macht das Spiel "Hatred" von Destructive Creations die Runde.
    Der "Amoklauf-Simulator" löste einen Shitstorm sondergleichen aus.

    Hier der Trailer (nichts für schwache Gemüter)

    Was haltet ihr davon? Ist das eine Art Kunst, hat dieses Spiel deshalb eine Daseinsberechtigung? Oder ist das einfach nur krank?
    Wäre schön, wenn du mal bei mir vorbeischaust! :)

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  • Kann man aktuell ja noch garnicht beurteilen, weil es nicht mehr als einen Trailer gibt. Wenn ich ein Videospiel noch nicht gespielt habe, kann ich keine Aussage darüber treffen, ob das in meinen Kunst ist, oder nicht. Vielleicht ist es als wundervoller Seitenhieb auf die scheinbare Korrelation zwischen Amokläufen und gewalttätigen Videospielen zu sehen, vielleicht will es auch einfach nur provozieren und hat sein Ziel somit schon vor Veröffentlichung erreicht (auch reine Provokation kann übrigens Kunst sein).

    Aber ich verstehe nicht, weshalb das Spiel keine Daseinsberechtigung haben sollte, wenn es sich nicht hinter irgendeinem künstlerischen Anspruch verstecken darf, und finde den ganzen Aufruhr einerseits extrem lächerlich, und andererseits geprägt von einer Doppelmoral, die das Spiel hier -ob gewollt oder nicht- mal wieder aufdeckt. Was ist so schlimm an diesem Spiel? Dass ich Zivilisten töte? Kann ich in GTA auch. Und da sind die nicht minder wehrlos.
    It doesn't really matter if there is no hope
    As the madness of the system grows
  • Lustig ich hab heute überlegt, ob ich einen Hatred Thread eröffnen soll, hab es aber gelassen, da dieses Spiel wirklich auf jeder Seite totdiskutiert wurde.
    Viele vergleichen das Spiel etwas mit GTA oder Postal und argumentieren immer damit, dass die anderen Spiele Satire seien und man ja auch nicht gezwungen wird Leute zu töten (was ja auch völlig stimmt). Vom Gameplay her kann man es mit Spielen wie Dead Nation vergleichen, wobei hier die Zombies durch hilflose Passanten ersetzt wurden und die Brutalität sehr viel höher ist.
    Die Bild hat sich natürlich schon auf das Spiel gestürzt und das Spiel als "Hass" und Skandalspiel bezeichnet, welches man nicht Spielen wie Call of Duty oder GTA V vergleichen könne.
    Es wird wahrscheinlich nur ein sehr durchschnittlicher bis schlechter Top down Shooter werden, der nur durch seine Brutalität aufmerksamkeit erhielt. Wird in Deutschland wahrscheinlich eh indiziert und die Konsolenhersteller werden wie Epic Games nichts damit zu tun haben wollen.

    Dabei könnte man doch eigentlich ein interessantes Spiel aus dem Thema machen z.Bsp zuerst die Vorgeschichte des Protagonisten in Farbe erzählen, damit die Spieler verstehen, warum der Antiheld diesen Amoklauf begonnen hat und in schwarz weiß dann die brutalen Szenen zeigen. Im Spiel würde man dann in Farbe sehen (da das Spiel ja schwarz weiß ist), wie der Protagonist vllt diskriminiert, beleidigt oder gemobbt wird und in schwarz weiß dann die resultierenden Folgen darstellen. Daraus könnte man ein "Anti-Amoklauf" Spiel machen, den man wird ja nicht durch das bloße spielen von solchen Titeln zum Amokläufer. Die Ursachen liegen doch immer in anderen Gründen, den die Amokläufer wurden davor von jemanden gemobbt, erniedrigt, ausgestoßen und rächen sich somit an den Tätern. Es gab doch vor einigen Monaten einen jungen Amokläufer (Elliot Rodgers) in California, der von Mädchen "ausgestoßen" wurde und sich an ihnen rächen wollte.
    Auf jeden Fall wird Hatred beim Release von den Kritikern fertig gemacht werden, den es sieht momentan noch nicht danach aus, dass das Spiel mit einer guten Story oder Charakteren aufwarten könnte.
    [Nur Reviews , keine Lets Plays]
  • Es sieht danach aus als wollte ein studio, welches kaum einer kennt, mal ein bisl bekannter werden und sucht sie dafür ein sehr kontroverses thema aus ;) noch weiß man ja sehr wenig von dem spiel, daher lässt sich nur sagen, dass die pr von den funzt, denn niemand weiß was, aber alle sprechen :)
    würde mich nicht wundern, wenn das spiel am ende so gar nicht erscheint...
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  • AW: Hatred - Kunst oder Schwachsinn?

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    Alles was neu und anders ist, ist erst mal interessant. Es könnte sogar auf psychologischer Ebene ein gutes Spiel werden. Ist Manhunt 2 auch. Also abwarten, was da noch kommt. Wenn es nicht zu billig und plump ist, könnte es richtig gut werden. Aber selbst wenn es plump wird, kann es immer noch gut sein. Es könnte auch einfach schlecht werden. Irgendwie sehe ich aber mehr Möglichkeiten, dass es gut wird. Jaja, Glaskugel und so.
    Shure SM7b :love:
  • Pesti schrieb:

    Alles was neu und anders ist, ist erst mal interessant. Es könnte sogar auf psychologischer Ebene ein gutes Spiel werden. Ist Manhunt 2 auch. Also abwarten, was da noch kommt. Wenn es nicht zu billig und plump ist, könnte es richtig gut werden. Aber selbst wenn es plump wird, kann es immer noch gut sein. Es könnte auch einfach schlecht werden. Irgendwie sehe ich aber mehr Möglichkeiten, dass es gut wird. Jaja, Glaskugel und so.


    In Manhunt tötet man wenigstens keine Zivilisten.
    Solche Spiele ruinieren nur das Bild von uns Gamern.
  • Hach ja, da wurde wirklich schon viel drüber diskutiert. Wie schon richtig angemerkt ist es einfach noch zu früh um das zu beurteilen.
    Ich habe mal ein Interview mit den Entwicklern gelesen, was ich sehr interessant fand. Mal sehen, was dann schlussendlich daraus wird.
    Aber die Entwickler haben sich mehr Gedanken gemacht, als nur durch eine Kontroverse Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn die Rechnung aufgeht dann könnten sie auch ziemlich erfolgreich werden. :)
  • Ich finds ehrlich gesagt überhaupt nicht schlimm. Die Entwickler haben dazu ja in einer Stellungnahme gesagt, dass sie lediglich ihr Recht nutzen zu Erschaffen worauf sie Lust haben.
    Und ganz ehrlich auch in GTA kann man Zivilisten abknallen oder überfahren. Auch wenn das nicht das Hauptziel ist, schon allein die Möglichkeit besteht. Und da gab es niemals so eine Debatte wie jetzt Momentan bei Hatred. Es ist eben nur ein Spiel. Pixel. Nichts weiter.
    Man kann ja auch Filme sehen, in denen grundlos gemetzelt wird und da regt sich kaum jemand drüber auf. Ich verstehe nicht warum das bei Spielen immer viel krasser ausfällt.
    Jedenfalls haben Sie ja wirklich Glück gehabt, dass es so stark in de Medien gekommen ist. Bessere Werbung kann man nicht haben!
  • Das mit GTA spielen ist ziemlich flach argumentiert, weil es eine bestrafung gibt, nämlich die polizei und es gibt keine mission in der es heißt töte so viel zivilisten wie du kannst. das scheint aber in hatred bis jetzt der fall zu sein, daher gibt es prinzipiell keine bestrafung und das ist schon etwas anderes. der kontext scheint hier völlig anders zu sein.

    ich gebe meinen vorredern recht, dass es durchaus auf die atmosphäre ankommt, aber auch der vergleich mit manhunt hinkt hier schon etwas. aber so wie es bis die eigendarstellung des spiels ist finde ich es noch nicht besonders ansprechend, ich bin aber sehr gespannt was da noch passiert.
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  • GameJane schrieb:

    Und ganz ehrlich auch in GTA kann man Zivilisten abknallen oder überfahren. Auch wenn das nicht das Hauptziel ist, schon allein die Möglichkeit besteht. Und da gab es niemals so eine Debatte wie jetzt Momentan bei Hatred.

    Ähm... doch.


    BobsonGaming schrieb:

    Das mit GTA spielen ist ziemlich flach argumentiert, weil es eine bestrafung gibt, nämlich die polizei und es gibt keine mission in der es heißt töte so viel zivilisten wie du kannst. das scheint aber in hatred bis jetzt der fall zu sein, daher gibt es prinzipiell keine bestrafung und das ist schon etwas anderes.

    Das weiß doch noch niemand. Außerdem: Hast Du den Trailer eigentlich angesehen? Mehr als einmal ist eindeutig die Staatsgewalt zu sehen. Welche Rolle die spielen wird, scheint aber noch unklar zu sein. Und dass in GTA die Polizei "eingreift" ist natürlich auch wieder nur eine Seite der Medaille: Die könnte ich theoretisch auch alle dem Erdboden gleich machen.
  • Solche provokanten Geschichten sind immer wieder mit Interesse zu beobachten. Auch hier wird jetzt also die Polizei in GTA angeführt, die -wie erwähnt- entweder niedergemacht werden kann, oder der man meistens ohne große Probleme entkommt.

    Mortal Kombat hat mal für die Einführung der ESRB-Ratings in den USA gesorgt. Sicherlich wird es immer noch Menschen geben, die so manchen Finisher daraus zu krass finden, aber im Großen und Ganzen scheinen Zeitlupen-Röntgen-Wirbelsäule-aus-dem-Körper-zieh-und-Blutfontäne-auslös-Momente inzwischen unter Gamern akzeptiert zu sein. Hierzu der Hinweis, dass man niemals einen Fatality auslösen MUSS. Man macht es aus Spaß, und das Spiel wirbt letztlich auch schon immer damit. Der Spieler wird also dahingehend manipuliert, diese Finisher ausführen zu wollen, obwohl er seinen Gegner auch mehr oder minder human töten könnte.

    Wenn Fallout geschnitten in Deutschland erscheint oder irgendein Shooter für School-Shootings verantwortlich gemacht wird, dann wird mit großem Eifer darauf hingewiesen, dass es keine Kausalität zwischen Spielen und Gewalttaten gibt (wenn ich mich recht entsinne, gibt es eher Studien, die eine Korrelation zwischen gewalttätigen Spielen und der Abnahme von Gewalttaten in der Gesellschaft gefunden haben. Belegen kann ich das hier aber nicht, ist also aktuell als simple Behauptung von mir zu betrachten). Da wird gesagt, dass Spiele Kunst sind und diesen Schutz genießen sollen.

    Insofern verstehe ich nicht ganz, wo hier das Problem liegt. Der Grad der Gewaltdarstellung wurde bereits zahllose Male übertroffen. Das Spiel wird keinen Menschen dazu bringen, plötzlich wild durch seinen Vorort zu laufen und Leute abzuknallen.
    Ich kann mir als einziges Gegenargument vorstellen, dass man die Thematik hier für respektlos gegenüber den Opfern und Hinterbliebenen von School-Shootings und Amokläufen findet. Dass man hierin nicht mehr sieht, als Geschmacklosigkeit.

    Um zu diesem Kunstbegriff zurückzukommen: Soll Kunst nicht auch provozieren? Muss sie es nicht sogar? Ist es nicht ihre Aufgabe, unangenehm zu sein, zum Nachdenken anzuregen, sich mit den Reaktionen auf das gewählte Medium zu beschäftigen und dabei auch mal Leuten weh zu tun?
    Mir scheint es manchmal so, als wollten Leute gerne, dass Videospiele Kunst sind, aber doch bitte nur politisch korrekt und schön anzuschauen. Gut, ist letztlich natürlich mit jedem Medium so, nicht nur bei Spielen.

    Das alles ohne Wertung. Sind nur die Gedanken, die sich seit gestern Abend zu dem Thema in meinem Kopf geformt haben.
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  • Sieht nach einem spaßigen Spiel aus. Leg ich mir vielleicht zu.

    Ich geb' aber zu, dass das ganze wirklich sehr provokativ aussieht, ich kann absolut nachvollziehen, wenn Leute so etwas nicht angebracht finden. Ich könnte mir sogar sehr vorstellen, dass das ganze noch Konsequenzen mit sich ziehen wird (Wahnsinnige imitieren das Spiel und bringen wirklich Menschen um/ in Gefahr).
  • Schon vor Äonen wurde mit Kunst provoziert. Es gab Balladen, Gedichte, Sagen, Mythen und sonstiges in lyrischer Form. Visuell wurde es mit Bildern / Gemälden ebenso oft dargestellt, gerne auch sehr detailverliebt. Bücher haben zuliebst solche Szenarien aus "nächster Nähe" beschrieben, damit man sich stärker mit dem Werk identifizieren kann und eher das Gefühl hat, Teil der Geschichte zu sein. Und seitdem es Filme gibt, ist Splatter und co. recht allgegenwärtig und der Großteil der Menschen sollte inwzischen sensibilisiert sein. Wieso ist es dann bei Spielen so aufsehenerregend?

    Bei allen Medien kann man sich reinsteigern und letzlich auf einen anderen Pfad geführt werden, wobei ein Medium nichtmal der Katalisator sein muss. Worte können auch schon überzeugend sein. Alleine schon wenn es um religiöse Zeremonien ging...haben die bestimmt alle gemacht nachdem die sich die 8-Bit Version von Hatred angeguckt haben. Und wenn man sich an gewisse, historische Ereignisse zurückerinnert...die Geschichte ist nicht minder mit Blut befleckt.

    Ich finde es ok, wenn es bei Menschen zum Nachdenken anregt und sie müssen es auch nicht mit aller Macht unterstützen. Man darf es auch ekelerregend oder widerlich finden. Solch visuelle Darstellung hat ja auch mehrere Wirkungen. Aber mir dreht sich schon der Magen um, wenn dadurch wieder auf Amokläufe und ähnliches geschlossen wird. Medien müssen nicht immer der Auslöser sein...bzw. die Verursacher. Bei vielen wird es vorher schon irgendwo da gewesen sein...also bitch please.

    Ich für meinen Teil werde mir das Spiel nicht besorgen. Ich betrachte es als das Medium, das es ist: Unterhaltungssoftware. Das Gameplay sieht öde aus und in mir weckt die Präsentation kein Interesse. Die Thematik könnte mich schon für sich einnehmen wenn es denn interessanter bzw. künstlerisch und storytechnisch anspruchsvoller gestaltet wäre.

    Ich hoffe mal, dass diese Welle von "KILLERSPIELE (immernoch ein absolut lachhafter Begriff. Wage, schwammig, inhaltslos und die letzte Bastion für Leute, die nicht ohne solch ein negativ behaftetes Wort ihre Argumentation stärken können) FÜHREN ZU AMOKLAUF!!!111" irgendwann mal aufhört. Ich würde mein Frühstück nicht gerne so oft durch solchen Quark wieder aus meinen Magen entfernen müssen.

    Best regards,
    Exorion
    Stupidity Is Inexcusable...