Lords of the Fallen

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    • Lords of the Fallen

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      Lords of the Fallen ist ein sehr unterhaltsames Action-RPG und kein! Dark Souls Klon, sondern ein eigenständiges Spiel, welches unter den ganzen DS Vergleichen leidet. Dazu mehr im Schlusswort, kommen wir erst einmal zum Spiel.

      Story & Charaktere:

      Die Story ist ein typischer 0815 Plot, der so gut wie in jedem zweiten Fantasybuch vorkommt. Ein ehemaliger Verbrecher namens Harkyn zieht mit seinem Mentor los um die Welt zu retten. Im Laufe der Geschichte erfahren wir durch die vielen, teilweise gut versteckten Audionotizen mehr über die Welt, über den Konflikt der Menschen und Götter und auch die sporadischen Zwischensequenzen Hauchen der Welt Leben ein. Neben dem Protagonisten gibt es noch eine handvoll Nebenfiguren, die jedoch leider alle blass in der Charakterzeichnung bleiben. Generell sind die Figuren sehr eindimensional. Es gibt den nervigen Begleiter, den weisen Mann, den Antihelden, den Arschlochtypen und so weiter. Man kennt die Charakterzüge aus anderen Spielen, Filmen oder Büchern. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung erhofft. Vor allem kann Deck13 interessante Figuren kreieren! Denken wir einfach mal an ihre alten Adventures zurück oder auch an Venetica. Das nächste Mal bitte etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit. Eine interessantere Vergangenheit der einzelnen Akteure, spannendere und/oder unterhaltsamere Dialoge, weniger schwarz & weiß, kurz: Vielschichtig und undurchsichtig.
      Die Geschichte und auch die Figuren in LotF sind keinesfalls schlecht, aber man kennt sie eben schon in und auswendig.

      Die Welt & das Leveldesign
      Es gibt insgesamt 5 Bereiche im Spiel. Einmal das Kloster mit seinen vielen Gängen und Wegen (Keller, Flügel, Haupthallen und so weiter) den Außenbereich, der sehr linear gehalten ist, die „Dämonenwelt“, Katakomben und die andere Dimension. Die Optik der unterschiedlichen Gebiete ist unglaublich stimmig. Fast alle paar Meter gibt es einen „Davon-muss-ich-einen-Screenshot-machen“ Moment. Wenn der Wind den Schnee über das offene Terrain weht, das Sonnenlicht sich in den bunten Gläsern der Haupthalle bricht und in der Dämonenwelt dunkle Wurzeln aus den Mauern ragen, verspürt man sofort dieses angenehme Kribbeln in der Bauchgegend. Die Welt mag nicht neu sein, zumindest findet man diese ganzen Eigenarten der einzelnen Abschnitte in vielen MMOs, anderen Spielen oder Filmen, aber SO eine Präsentation habe ich selten erlebt. Hier wirkt nichts nach Copy & Paste, sondern hier wurde alles mit Herzblut erstellt und platziert. Vor allem das Panorama im Außenbereich hat es mir angetan. Einfach mal stehen bleiben und in die Ferne blicken. Eine sehr gute Atmosphäre und eine noch bessere Darbietung. Die Welt ist nicht neu, auch nicht das Artdesign, aber die Optik und Darstellung faszinieren.
      Das Leveldesign ist, trotz der wenigen Gebiete, vielschichtig aufgebaut. Es gibt einige Shortcuts, verschlossene Türen, brüchige Wände und teilweise viele Abzweigungen. In den Katakomben wird man sich beim ersten Mal sicherlich verlaufen. Die einzelnen Bereiche sind nicht übermäßig groß oder weitläufig, aber trotzdem wirkt es durch die vielen Wege und Möglichkeiten nie zu klein. Wer hier jedoch eine offene Welt wie in Skyrim oder Ghotic erwartet und einen schlechten Orientierungssinn sein Eigen nennen darf (Es gibt keine Karte!) der wird enttäuscht sein. Wer sich auf das Schlauchdesign einlässt, mit einer kleinen Prise Entdeckerfreude ausgestattet ist, der wird sich hier pudelwohl fühlen.

      Monster, Waffen & Rüstungen
      Das Design der Monster ist an sich gut gelungen. Leider wurden hier öfters die Modelle recycelt. Heißt: Manche Gegner sehen fast identisch aus und unterscheiden sich nur durch ihre Bewegungen und Angriffe. Das Erscheinungsbild der Gegner ist stimmig, aber nicht überwältigend, eher für das Fantasygenre typisch.
      Die Waffen und Rüstungen sehen unglaublich gut aus, man muss aber natürlich auch eine gewisse Vorliebe für das „protzige“ Artdesign haben. Funkelnde Dolche, leuchtende Hämmer, unglaublich lange Großschwerter und Rüstungen, in denen man wie ein Panzer aussieht. Natürlich gibt es auch schlichtere Klamotten, zum Beispiel leichte Rüstungsset, dennoch wirkt Harkyn irgendwie immer ziemlich breit, muskolös und in einer schweren Rüstung wie ein Koloss. Was ich ein wenig schade finde. Ich hätte gerne auch mal einen schmächtigen Charakter gespielt.

      Charaktererstellung und Attribute:
      Der Charakter ist vorgegeben. Man kann nicht zwischen männlich oder weiblich wählen, auch bleibt der Körperbau vorgefertigt. Dünn, dick, mager, breite Brust, dünne Taille und so weiter, können leider nicht eingestellt werden. Finde ich ein wenig störend, denn nach meinem „vierten“ Harkyn, hängen mir seine breiten Schultern bzw. generell sein sehr muskulöser Körper zum Hals heraus. Harkyn ist toll designt und beim ersten Mal hatte ich auch sehr viel Spaß mit unserem Glatzkopf, aber beim zweiten Durchlauf habe ich den Charaktereditor vermisst. Wer das Spiel nur einmal durchspielt, wird sich daran nicht stören. Wer jedoch mehrere Speicherstände benutzt (Für Speedruns zum Beispiel oder Guides etc.) wird sich höchstwahrscheinlich mehr Abwechslung bei der Erstellung wünschen.
      Es gibt drei Klassen: Kleriker, Schurke und Krieger. Außerdem können wir am Anfang zwischen drei verschiedenen Magie“schulen“ wählen. Trost, Täuschung und Prügel, die jeweils 4 Fertigkeiten mit sich bringen, die wir nach und nach freischalten. Je nach Kombination unterscheiden sich auch unsere Startitems. Ein Schurke hat zum Beispiel schon 5 Heiltränke, dafür kann der Kleriker seine erste Fertigkeit sofort benutzen, ohne diese erst freizuschalten. Wie sinnvoll die jeweiligen Fähigkeiten sind, muss jeder selber entscheiden. Außerdem findet man später einen magischen Handschuh, der drei verschiedene Angriffe bietet. Geschoss, Granate und Druckwelle.
      Ein RPG braucht natürlich ein Skillsystem. Durch das besiegen der Gegner erhalten wir EXP, die wir zum Leveln benutzen können. Uns stehen verschiedene Attribute zur Verfügung. Stärke, Ausdauer, Geschick, Glück, Glaube. Je nach Spielweise müssen wir natürlich unsere Punkte anders verteilen. Jemand, der sehr oft seine Fähigkeiten benutzt, wird logischerweise in Glaube die Punkte stecken. Das System ist relativ einfach gehalten. Hier vermisse ich ein wenig die Komplexität.

      Gameplay:

      Das Kampfsystem in Lords of the Fallen macht irrsinnig viel Spaß. Wenn meine riesige Axt gegen das Schild des Gegners donnert, sprühen Funken (Sehr schöne Partikeleffekte!) und der Klang von aufeinanderprallendem Eisen ist ein Orgasmus für die Ohren. Selten habe ich die Wucht eines Angriffs so intensiv gespürt wie in Lords of the Fallen. Die Waffentypen fühlen sich alle einzigartig und nie gleich an. Ein Stab bietet vollkommen andere Kombinationsmöglichkeiten und Angriffsmuster, als ein Hammer. Man kann leichte und starke Angriffe ausführen, wenn man das richtige Timing/Geschick besitzt, lassen sich so verheerende Kombinationsangriffe ausführen. Auch das Gewicht der Waffe und der Rüstung beeinflussen die Spielweise. Bin ich zu schwer, ist meine Rolle eher träge, dafür halte ich mehr aus und komme nicht aus der Balance, bin ich leichter, kann ich um meinen Gegner „tänzeln“ und schnelle, präzise Schläge ausführen. Die Kämpfe sind anfangs fordernd, aber mit der Zeit lernt man dazu und dann lässt der Schwierigkeitsgrad leider nach. Vor allem als Krieger kann man später viele Gegner mit einem Schlag erledigen. Dadurch ist das Spiel etwas fairer, humaner als andere Spiele, aber eben auch etwas anspruchsloser – zumindest für routinierte Spieler. Der durchschnittliche Spieler dürfte sich wohl an der ein oder anderen Stelle die Zähne ausbeißen.
      Man kann seine Rüstung, seine Waffen und auch seinen Magiehandschuh mit Runen verstärken. Die Gegner lassen öfter mal kleinere Runen fallen und Bosse sogar Große.

      Bosse
      Die Bosskämpfe sind definitiv das Highlight im Spiel. Jeder Boss besitzt mehrere Phasen mit unterschiedlichen Angriffen, außerdem unterscheidet sich ihre Mechanik enorm. Ich könnte stundenlang gegen die Endgegner kämpfen, es macht einfach Spaß, auch wenn sie leider etwas zu leicht ausgefallen sind. Ist natürlich eine sehr subjektive Meinung, viele beschweren sich, sie seien zu hart. Aber wenn man einmal den Dreh raus hat, ist es wirklich sehr leicht. Dennoch hatte ich mit den Bossen die meiste Unterhaltung. Auch das Design und die Präsentation der Gegner ist hier sehr gelungen. Man hat automatisch Respekt vor dem Gegner und stürmt nicht einfach blind drauf los, sondern beobachtet erst einmal was er denn nun alles kann.

      Grafik & Steuerung
      Die Grafik ist ein wahrer Blickfänger, vorausgesetzt man steht auf das Artdesign. Manchmal wirkt es ein wenig überladen, vor allem in der Dämonenwelt gibt es oft viele Eindrücke auf einmal, dass man gar nicht weiß wo man zuerst hinschauen soll. Die Steuerung geht vollkommen in Ordnung. Das Spiel lässt sich gut mit Maus und Tastatur spielen, trotzdem würde ich einen Controller empfehlen, ist einfach angenehmer.

      Wiederspielbarkeit & Schwierigkeitsgrad
      Kommen wir nun zum wichtigsten Punkt, wie ich finde: Die Wiederspielbarkeit.
      Es gibt den New Game + und New Game ++ Modus. Die Gegner werden einen Ticken härter, teilen mehr Schaden aus, können mehr Schaden schlucken und geben dafür auch mehr EXP.
      Es gibt sehr viele Secrets! Versteckte Räume, versteckte Truhen, kleinere Nebenquests und so weiter. Wenn man wirklich Alles entdecken möchte, vergehen sehr viele Stunden. Die ganz Mutigen wagen sich an die Bonusherausforderungen der jeweiligen Bossgegner.
      Zum Beispiel: Wer beim ersten Boss (Hüter) keinen Schaden erleidet, erhält als Belohnung das Großschwert Beständigkeit in goldener Ausführung mit einer Special Attacke. Nach jedem Durchlauf kann man außerdem einen neuen Magiebaum auswählen, so muss man sich nicht jedes Mal einen neuen Charakter erstellen, wenn man alle Fertigkeiten benutzen möchte.
      Der Schwierigkeitsgrad ist leider nicht so hoch wie ich dachte. Das Spiel wurde zwar als human beworben, dennoch sollte es herausfordernd sein. Naja. Ich fand das Spiel zu leicht. Aber so etwas ist natürlich immer subjektiv.

      Fazit:
      Das Spiel macht mir unglaublich viel Spaß. Die vielen Secrets, das tolle Kampfsystem und die überragenden Bosse unterhalten mich prächtig. Ich werde das Spiel noch viele Stunden zocken und ich freue mich auf das angekündigte DLC :)! Wenn dir Spiele wie Darkriders, Dark Souls, Bound by Flame und so weiter, gefallen, wirst du mit LotF auch deinen Spaß haben. Bist du eher ein Spieler, der sehr viel Wert auf glaubhafte/einzigartige Charaktere, einer epischen Story und einer großen Welt legt, solltest du lieber warten, bis das Spiel etwas günstiger ist.
      Wenn man unbedingt Punkte verteilen müsste, würde ich dem Spiel eine 8 von 10 Punkten geben.

      Was ich mir von Lords of the Fallen 2 wünsche (Falls es jemals geben sollte)
      Einen höheren Schwierigkeitsgrad
      Einen Charaktereditor
      Glaubhafte und einzigartige Charaktere
      Ähnliches Leveldesign, nur noch etwas komplexer, mit mehr Gebieten und etwas verschachtelter
      Einen zentralen Hub bzw. mehr RPG Einflüsse.
      Mehr Eigenständigkeit. Die Ansätze sind da. Das Kampfsystem funktioniert, die Bosse sind toll, das Artdesign gefällt mir unglaublich gut, jetzt noch mehr eigene Ideen reinbringen. Traut euch ruhig.

      Schlusswort:
      Das Spiel besteht aus viel mehr, als nur die paar Bosse zu töten. Es gibt viele Secrets z.B versteckte Geheimräume, kleinere Rätsel, Druckplattformen und optionale Gebiete.
      Deshalb verstehe ich die vielen negativen Bewertungen nicht. Natürlich, Geschmack ist immer subjektiv, aber wer hier ein zweites Dark Souls erwartet hatte (Mit ähnlicher Atmosphäre, ähnlicher Komplexität) der sollte noch einmal seinen "Beruf" (Gilt an die ganzen Wertungsseiten, die das Spiel förmlich zerreißen, aber ein neues CoD mit 80 oder mehr bewerten ...) überdenken. Ich vergleiche doch auch nicht jedes Adventure mit The Vanishing of Ethan Carter, Dark Falls oder Black Mirror. Ich vergleiche auch nicht jedes Jump and Run mit Mario, Super Meat Boy oder Battle Block Theater UND ich vergleiche auch nicht jedes Open World Spiel (heutiger Zeit) mit GTA, Saints Row oder Sleeping Dogs. Dann müssten wir keine neuen Spiele mehr spielen, sondern einfach auf die Fortsetzungen zu den jeweiligen Kings warten. Am besten gibt es nur noch 30 Enticklerstudios die nur noch Fortsetzungen zu unvergesslichen Klassikern und Spielehits produzieren. Assassins Creed 210 ... öhm wart ma :/ Da war doch was.
      Man kann natürlich Vergleiche ziehen, die Spiele gegenüber stellen und so weiter, ABER man sollte niemals davon ausgehen, dass sich ein ähnliches Spiel so spielt und so anfühlt wie der jeweilige "Genrekönig". Jedes Spiel sollte für sich stehen. Ja, LotF fühlt sich an wie ein Mix aus mehreren Spielen, aber der Mix fühlt sich gut an und bringt eigene Ideen mit! Vor allem ist ein Mix gleich geklauter Spielinhalt? Nein. Nur weil es in XY schon einmal Shortcuts gab, nur weil es in XYZ schon protzige Rüstungen gab, nur weil es in XYZ eine ähnliche Story gab (OMG! Wir dürfen keine Fantasybücher mehr lesen o0! Gab es schon alles tausend Mal! Hilfe!) und nur weil manche Mechaniken sich ähneln, ist Lords of the Fallen kein Abklatsch! Es macht Spaß. Das Spiel ist herausfordernd, es gibt viel zu entdecken, die Entwickler patchen fleißig und die Story kann gut unterhalten (Auch wennse mau ist) was will man mehr? Das Spiel ist natürlich nicht perfekt und es gibt auch negative Punkte, aber diese ganzen miesen Bewertung von "professionellen" Spieletester sind ein Witz und die Entwickler tun mir Leid. Manche Tester haben anscheinend ein neues Dark Souls erwartet. Natürlich. Die Spielen ähneln sich, aber es sind eben doch zwei unterschiedliche Schuhe. In LotF steckt viel Arbeit und das merkt man. Ich hoffe Deck13 und CI Games veröffentlichen noch ein paar DLCs und bringen dann irgendwann einen zweiten Teil raus, der noch besser ist. Ein 1000 CoD, ein 500 AC, ein 2402402940 Fifa (Die kaum Neuerungen bringen, eher ein Addon/Patch sind oder den Spieler an die Hand nehmen, als wäre es ein Pseudofilm) kriegen Spitzenbewertungen. Was für eine Welt.