Gebt ihr Obdachlosen/hilfsbedürftigen Menschen Geld?

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    • Gebt ihr Obdachlosen/hilfsbedürftigen Menschen Geld?

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      Hallo alle miteinander,

      ich muss von einem kleinen Erlebnis von heute berichten:
      Um kurz vor 16 Uhr habe ich mir - wie jeden Dienstag - am Bahnhof etwas zu essen gekauft. Da mein Zug erst um 16:30 abfährt, habe ich mich also in das Bahnhofgebäude gesetzt um in Ruhe zu schnabulieren. Wenige Minuten später, kurz nachdem ich mit dem Essen fertig war, kommt ein Anfang dreißig jähriger Mann angelaufen. Dieser ist sichtlich sehr erschöpft und wirkt etwas desolat. Er fragt mich höflich ob er sich neben mich setzen kann, was ich selbstverständlich abnicke.
      Er setzt sich also neben mich, und fängt eine Konversation an. Das freut mich sogar, da ich es angenehm finde sich mit Fremden zu unterhalten, was besonders in Deutschland nur selten passiert. Er fängt also an zu erzählen das er vom Krankenhaus kommt, in dem er eine Operation hinter sich hat, wodurch er noch gerädert ist. Desweiteren wurde er im Krankenhaus beraubt, und hat daher kein Geld und kein Telefon dabei. Da er großen Hunger hat fragt er mich, ob ich ihm etwas zu Essen kaufen könnte. Da ich mir erst vor ein wenigen Minuten vier belegte Baguettes gekauft hatte, biete ich ihm natürlich ein Stück davon an. Er merkt an das er kein Schweinefleisch isst (also wohl Muslim ist). Da ich selbst Vegetarier bin und die Baguettes daher nicht mit Fleisch belegt sind, nimmt er das Stück dankend an. Wir setzen also unsere Konversation fort, und tauschen - für diesen Thread - eher unwichtige Informationen aus.

      Es kam also wie es kommen musste: Er braucht Geld für ein Ticket nach Hause. Da er wie schon erwähnt im Krankenhaus bestohlen wurde, braucht er 11€ für ein Bus-Ticket. Ab hier würde es für viele Leute kritisch werden, da es nun mal um Geld geht. Ich selbst helfe gerne hilfsbedürftigen Menschen, und der Herr ist in diesem Moment (wenn seine Geschichte denn stimmt) definitiv in einer hilfsbedürftigen Position. Ich frage ihn zur Sicherheit also noch etwas aus:
      Kann er niemanden mit einem Telefon kontaktieren? Warum ist er in einer so weit entfernten Stadt für eine Operation? usw.
      Er ist schon sichtlich den Tränen nahe, und schildert das er DJ ist und für einen Auftritt in einem Club für ein paar Tage in der Stadt ist. Vor wenigen Tagen ist er in seinem Hotel mit Schmerzen in der Brust aufgewacht und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, in dem er an den Lungen notoperiert wurde. Während diesem Aufenthalt wurde er bestohlen, woraufhin er auch die Polizei kontaktiert hat. Und nun sitzt er neben mir am Bahnhof, und versucht irgendwie nach Hause zu kommen. Ohne jetzt weiter zu lange auszuschweifen: Ich habe dem Herrn das Geld gegeben, mit der "Bedingung" das er mir auf meine E-Mail antwortet, die ich ihm schreiben werde. Er gibt mir also seine E-Mail Adresse, bedankt sich und sagt, das ich sehen werde das es noch ehrliche Menschen auf der Welt gibt, und gibt mir einen Händedruck. Daraufhin geht er hinfort um sich ein Bus-Ticket zu kaufen. Wenige Minuten darauf gehe ich zu meinem Bahnsteig. Das Ganze hat sich etwa in 10-15 Minuten abgespielt.

      Und jetzt frage ich mich: Wie hättet ihr reagiert? Hättet ihr dem Herrn auch das Geld gegeben? Ist seine Geschichte authentisch?
      Und um das Thema noch etwas auszuweiten: Werft ihr Obdachlosen auch mal ein paar Euro in den Hut, oder gebt ihnen (was in den meisten Fällen wohl besser ist) etwas zu Essen?
      Wie steht ihr zu diesem Thema und was habt ihr für Erfahren gemacht?

      Und ja, ich wirke vielleicht etwas naiv in diesem Fall, aber ich glaube im gewissen Sinne noch an "das gute im Menschen", bzw. an die Aufrichtigkeit von Menschen.
      Und ich hätte es ganz ehrlich bereut, wenn ich im nicht das Geld gegeben hätte. Natürlich, 11€ sind definitiv nicht wenig, aber wenn ich bedenke das ich für mein Essen das ich mir kurz davor gekauft hatte noch mehr bezahlt habe, warum sollte ich diesem Herrn dann nicht helfen? Diese 11€ haben für den Herrn ein Ticket nach Hause bedeutet. Voraussichtlich natürlich, das ich nicht um den Finger gewickelt wurde, und mir meine Naivität in diesem Fall nicht zum Verhängnis geworden ist. Und auch wenn ich "hintergangen" wurde, wie schlimm wäre das? Klar, jetzt habe ich 11€ weniger, aber ist es nicht unverhältnismäßig wichtiger einem Menschen zu helfen? Das Geld ist mir egal, es wäre nur schön zu wissen ob sich die Geschichte von dem Herrn genauso abgespielt hat, wie er sie geschildert hat.

      Also, wie schätzt ihr den ganzen Fall ein?


      Und nur um es erwähnt zu haben: Ich möchte mich hier definitiv nicht als Altruist darstellen, oder irgendwelche egoistischen Ziele mit dem Beitrag erfüllen. Die Geschichte hat sich so abgespielt, und mich interessiert eure Meinung zu diesem Fall, und generell zum Thema "hilfsbedürftigen Menschen helfen". Vielen Dank für das Lesen dieses Beitrages.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rafinoff ()

    • Meistens mehr im Winter als im Sommer. Und meistens denen, die mich nicht anbetteln. Man wird in Wien an jeder Straßenecke, Ubahnstation etc. angehauen. Zuerst immer "wollen Zeitung kaufen" und gleich danach "eine kleine Spende bitte". Wenn sie beim Einstieg warten, sagen sie auch immer "Eine Frage", dass man stehen bleibt, obwohl sie keine Frage haben. Der neueste Schmäh ist auch, am Bahnhof nach ein paar Cent zu fragen, weil ja genau die einem fehlen um sich das Ticket zu kaufen. Den ersten zweien hatte ich das noch geglaubt und auch etwas gegeben, aber mittlerweile nicht mehr.

      Ich gebe meistens ein paar Münzen, wenn ich mir gerade was gekauft und die noch als Wechselgeld in der Hand habe. Aber auch nicht immer. Man kann nicht jedem helfen. Ich sehe es aber auch nicht als Absolution und fühle mich danach wie der Tollste überhaupt (Charity).
    • @Vrall
      Erstmal Danke das du dich für das Thema interessierst. Spenden an Obdachlose ist immer eine schwierige Sache. Wahrscheinlich aber besonders aus dem Grund, weil man eben nicht sicher weis ob derjenige nur etwas (im negativen Sinne) schnorren will, oder ob derjenige es wirklich braucht. Wenn ich ganz sicher weis das jemand auf der Straße lebt und das Geld zum überleben braucht, dann würde ich demjenigen auch sicher etwas Geld spenden.
      Ich denke viele Leute würden dann mit gutem Gewissen etwas spenden. Wobei ich die Option mit dem Essen immer noch besser finde. Das Geld können die Obdachlosen eben auch für Beispielsweise Alkohol ausgeben, was ich ihnen nicht mal unbedingt verübeln kann, aber essen ist allemal besser.

      Vrall schrieb:

      Man kann nicht jedem helfen. Ich sehe es aber auch nicht als Absolution und fühle mich danach wie der Tollste überhaupt (Charity).

      Ich denke das ist auch ein wichtiger Punkt. Viele, darunter oft mehr oder weniger bekanntere Persönlichkeiten, spenden viel Geld um ihr Image zu verbessern, bzw. um sich einfach selbst besser zu fühlen. Ist die Intention hinter der Spende dann verwerflich? Vielleicht.
      Trotzdem wurde etwas gespendet, was schon mal viel Wert sein kann.
    • Egal ob die Geschichte stimmt oder nicht. Du hast in dieser Situation wahre Größe gezeigt und das finde ich super von dir. Erst recht in einer Welt, in der man an jeder Ecke beschissen wird.

      Persönlich, ich bin ganz ehrlich, hätte ich dem Mann bei der Summe wohl kein Geld gegeben, sondern hätte eher versucht für ihn Hilfe zu suchen. Ein Telefonat bei Verwandten etc. Essen hätte er natürlich haben können. 4 Brötchen hätte ich eh nicht geschafft ^^

      Bei Bettlern, welche einfach nur mit einem Schild auf der Straße sitzen, oder jene, die einen ohne etwas anzubieten bereden, gebe ich nichts. Das liegt aber an meiner Auffassung, dass in unserem Land keiner mit einem Schild auf der Straße sitzen muss, wenn er denn will. Ich weiß, Schicksalsschläge hin oder her, es gibt immer Orte und Einrichtungen die einem helfen können.
      Aktuelle Projekte:
      - Breath of Fire 3
      - Darkest Dungeon (Early Access)
      - The Binding of Isaac: Rebirth (Hard Mode)

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      RecaGameTV schrieb:

      Persönlich, ich bin ganz ehrlich, hätte ich dem Mann bei der Summe wohl kein Geld gegeben, sondern hätte eher versucht für ihn Hilfe zu suchen. Ein Telefonat bei Verwandten etc. Essen hätte er natürlich haben können. 4 Brötchen hätte ich eh nicht geschafft

      Darüber hatte ich auch nachgedacht, und das wäre wohl auch eine gute Option gewesen. Das Problem war jedoch wenn ich mich richtig entsinne das er niemanden hat der ihm in dieser Situation helfen könnte. Natürlich kann man jetzt nicht mehr nachvollziehen ob sich seine Geschichte so abgespielt hat, aber das Leben spielt einem eben manchmal übel mit. Und vielleicht kamen bei ihm so viele unglückliche Zufälle zusammen, das er nun mal auf die Hilfe angewiesen war.

      RecaGameTV schrieb:

      Bei Bettlern, welche einfach nur mit einem Schild auf der Straße sitzen, oder jene, die einen ohne etwas anzubieten bereden, gebe ich nichts. Das liegt aber an meiner Auffassung, dass in unserem Land keiner mit einem Schild auf der Straße sitzen muss, wenn er denn will. Ich weiß, Schicksalsschläge hin oder her, es gibt immer Orte und Einrichtungen die einem helfen können.

      Auch ein wirklich guter Punkt. Oftmals höre ich von vielen Leuten, das viele Obdachlose schlichtweg wenigstens etwas Stolz behalten wollen, und deswegen nicht "dem Staat auf dem Portmonee" liegen wollen. Natürlich ist das von Person zu Person unterschiedlich, ist sind eben nicht alle Obdachlosen gleich. Hinter jedem steckt ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, und einem Schicksal wodurch diese eben auf der Straße gelandet sind,

      Es freut mich wirklich das sich einige zu dem Thema äußern, und dem Herrn geholfen hätten. Ob nun monetär oder anders ist per se nicht wichtig. Schlimm wäre es wenn man den Herrn einfach sich selbst überlassen hätte.
    • Rafinoff schrieb:

      Auch ein wirklich guter Punkt. Oftmals höre ich von vielen Leuten, das viele Obdachlose schlichtweg wenigstens etwas Stolz behalten wollen, und deswegen nicht "dem Staat auf dem Portmonee" liegen wollen.


      Aber spielt es denn wirklich eine Rolle, ob man dem Staat als ganzem "auf der Tasche liegt", oder einzelne Menschen anbettelt. Ich weiß, bei letzterem passiert es freiwillig, aber nichts desto trotz bekommt man Geld, das andere Leute erarbeitet haben.
      Und ob man durch betteln seinen Stolz beibehält, dass wage ich zumindest einmal zu bezweifeln. Persönlich hätte ich dadurch mehr eingebüßt, als wenn ich mir an richtiger Stelle helfen lasse.
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    • Ich weiß nicht, ob ich ihm geholfen hätte. Ich bin extrem misstrauisch gegenüber Fremden, vor allem wenn sie mich direkt anreden (Trauma von früher). Das hinge wohl ganz von der Art ab, wie er die Geschichte erzählt und ob ich Zeit habe ihm zuzuhören. Meistens muss ich irgendwohin und kann nicht auf ein Pläuschchen stehen bleiben.

      Die Sache ist oft die bei mir, dass ich als in einer Großstadt lebender Mensch immer öfter bargeldlos unterwegs bin. Ein nächster Bankomat ist nicht weit und in den meisten Läden kannst du mittlerweile per Eingabe zahlen. Somit lüge ich oft nicht wenn ich ihnen sage, dass ich keine 50 Cent dabei habe. Und ich werde den Teufel tun und neben einem Fremden meine Daten eingeben. Da komme ich lieber später nochmal vorbei und geb ihm dann was. Das vergesse ich aber auch ab und an oder er ist schon weg.
    • RecaGameTV schrieb:

      Und ob man durch betteln seinen Stolz beibehält, dass wage ich zumindest einmal zu bezweifeln. Persönlich hätte ich dadurch mehr eingebüßt, als wenn ich mir an richtiger Stelle helfen lasse.

      Da ich selbst noch nie Obdachlos war, kann auch ich das Ganze nur distanziert beurteilen. Ich denke das es durchaus Obdachlose gibt, die eben nicht betteln, und es ganz alleine wieder von der Straße schaffen wollen. Das ist natürlich löblich das sich das manche vornehmen, aber doch fraglich ob es überhaupt machbar ist komplett ohne Hilfe wieder von der Straße zu kommen. Zumindest in den meisten Fällen. Per se gibt es einige Stellen an denen Obdachlosen geholfen wird.

      Vrall schrieb:

      Ich weiß nicht, ob ich ihm geholfen hätte. Ich bin extrem misstrauisch gegenüber Fremden, vor allem wenn sie mich direkt anreden (Trauma von früher). Das hinge wohl ganz von der Art ab, wie er die Geschichte erzählt und ob ich Zeit habe ihm zuzuhören. Meistens muss ich irgendwohin und kann nicht auf ein Pläuschchen stehen bleiben.

      Das tut mir leid zu hören, das du mit fremden Menschen negative Erfahren gemacht hast. Aber natürlich kann man nicht jedem wildfremden Menschen einfach vollkommen vertrauen. Man sollte natürlich nicht generell jedem zu misstrauisch gegenüber sein, aber natürlich alles kritisch hinterfragen. Im Endeffekt muss man sich ohnehin für jede Person einzeln entscheiden. Wenn ich einen Obdachlosen sehe, und davon ausgehen kann das er wirklich etwas zu essen braucht, gebe ich ihm eben etwas ab. Schadet mir in dem Moment auch nicht. Mit dem Geld ist das natürlich auch wieder eine andere Sache, und man kann auch nicht jedem Helfen, das ist verständlich. Zumindest finde ich es gut das wir in diesem Thread darüber diskutieren. Das Thema "totschweigen" wäre wohl das schlimmste was man machen kann.
    • Rafinoff schrieb:

      Wie hättet ihr reagiert? Hättet ihr dem Herrn auch das Geld gegeben? Ist seine Geschichte authentisch?

      Ich muss leider zugeben das mich die letzten Jahre, die ich hier nun in Berlin lebe, mich ziemlich abgestumpft haben. Früher wär ich nich so gewesen.
      In Großstädten ist das mit dem Helfen auch etwas anders als in nem kleinen Örtchen, zumindest würd ich so entscheiden.
      Ich hätte ihm nichts gegeben, wie gesagt bin da recht abgestumpft, und mir wär das auch egal gewesen.
      Wenn ich soviel zu essen gehabt hätte, das es trotzdem noch genug für mich wär, hätt ich ihm wohl was gegeben, aber dafür hätte ich ihn sehen müssen, das kann ich so jetzt nicht sagen.
      Geld geb ich keinem was, nichtmal 10cent, nix, nada. Hatte vor einigen Monaten n nettes Gespräch mit nem Taxifahrer ... oder eher gesagt mein Kollege, ich hab gelauscht und gedöst. Der Taxifahrer meinte er fährt oft in der Innenstadt und hält auch öfter mal an Plätzen wo Obdachlose oder bedürftige rumlungern. Und der hat wohl gesagt, wv er so im Monat erbettelt. Seitdem gibts noch weniger als 0 von mir. Da ist mein Nettogehalt im Monat ja n scheißdreck dagegen ... gibt halt genug Naive Menschen, da muss ich nich auch so einer sein.

      Ob seine Geschichte authentisch ist? Nunja, er hat die Polizei gerufen, und dann? Nichts? Er wurde einfach so nach hause geschickt? Direkt nach ner OP? Grobe Fahrlässigkeit des Krankenhauses? Illegal?
      Naja da sind so einige Lücken meiner Meinung nach

      Rafinoff schrieb:

      Werft ihr Obdachlosen auch mal ein paar Euro in den Hut, oder gebt ihnen (was in den meisten Fällen wohl besser ist) etwas zu Essen?
      Wie steht ihr zu diesem Thema und was habt ihr für Erfahren gemacht?

      Nein - wie oben geschrieben, tu ich sowas nicht. Essen hab ich meist nie onmass dabei, deswegen gibts davon auch nix.
      Ich bin der Meinung in DE müsste keiner auf der straße spielen. Mein gott dann arbeitet man halt als Putzkraft und macht Klos sauber - naund? Besser n "1€-Job" als auf der Straße ums überleben zu kämpfen. Wer dafür zu stolz ist, tja der hat halt pech. Von mir gibts da kein Mitleid.
      Mag sein das es dafür jetzt verschiedene Ansichten gibt, aber so ist nunmal meine

      Finds schön das du den Leuten helfen möchtest, aber irgendwann wirst du ganz arg enttäuscht werden. Spätestens dann wenn du ihm ein zweites mal begegnest, und er die Show bei wem anderes abzieht - eventuell.
      Aber um so eine Aussage wirklich sinnvoll geben zu können, hätte man die Situation miterleben müssen.
    • Ich persönlich bin bei Menschen leider grundsätzlich extrem misstrauisch. Weil sich bei mir selbst "Freunde" hinterher immer als nicht vertrauenswürdig herausgestellt haben.

      Für Leute die sich wirklich als vertrauenswürdig erweisen, würde ich sogar mein letztes Hemd geben. Aber Fremde haben da natürlich überhaupt keine Chance in diesem Kreis innerhalb eines Gespräches zu kommen... das Geld hätte ich der Person so nicht gegeben.

      Ganz meiner Laune hätte ich vielleicht aber auch einen Anflug von Hilfsbereitschaft. Das würde aber niemals bedeuten, irgendwelchen Fremden Menschen Geld zu geben bzw. in die Hand zu drücken. Denn die können mir ja viel erzählen... Also entweder versuche ich da irgendwelche anderen Mittel um zu Helfen oder wenn mir jemand erzählt, dass er Geld für eine Fahrkarte braucht, dann wäre ich eher derjenige, der die Fahrkarte kauft, aber niemals das Geld dafür direkt geben würde. Hinterher bekommt er das Geld und gibt es für irgendwas anderes aus. Nein Danke.

      Und Obdachlosen mit ihren Hunden werden von mir ehrlich gesagt getrost ignoriert. Angeblich kein Geld haben, aber einen großen Schäferhund (ist es ja gefühlt meistens) besitzen... ja klar. Bin der Meinung, dass sowas durch Hartz IV hier in Deutschland gar nicht nötig und möglich ist...
      Bei mir gibt es die Spiele aus den unbekannten Weiten des Alls
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      Momentan im Anflug:
      Dragon Ball: Origins 2
      Action Adventure - NDS - 2010 - Seit 20.05.2017
    • Spende auch nie was, aus dem Grund wie schon genannt, dass in Deutschland niemand auf der Straße leben muss.
      Außerdem betteln bei uns viele Osteuropäer und da hört man ja immer was von organisierter Bettelei.
      Selbst bei aufgezwungenen Scheibenwaschen an roten Ampeln gibt es nichts, da ich immer signalisiere, dass ich kein Interesse an dieser Dienstleistung habe.

      Gerade diesen Punks mit ihrem "Haste mal n Euro" würde ich am liebsten immer ein "Such dir doch einen Job" zurufen.

      Wie ich in oben genannter Geschichte reagiert hätte, kann ich nicht sagen. Kommt halt darauf an, wie glaubwürdig derjenige ist.
      _______________________________________
      FuchsiLP mein LP-Kanal. Ein Besuch lohnt sich.
    • In deinem Fall hätte ich dem Mann wohl kein Geld gegeben. Die Sache ist die, ich war früher wahnsinnig oft mit dem Zug unterwegs und wurde dementsprechend oft angesprochen. Manchmal jede Woche, von derselben Person, mit einer neuen "dramatischen" Geschichte. Deshalb bin ich einfach unglaublich misstrauisch geworden. Das tut mir natürlich leid, für eben jene, die nicht lügen und das Geld tatsächlich brauchen.
      Ähnlich wie du, würde ich wohl einige Fragen stellen. Vielleicht auch einige "wirre" Fragen. Manchmal wiederholend, um seine Reaktionen zu testen. Klingt die Geschichte einigermaßen plausibel, würde ich mir überlegen ihm Geld zu geben. Tendenziell allerdings eher nicht.

      Meistens gebe ich Straßenkünstlern Geld. Musikern, Maler, Sänger. Hin und wieder auch mal einem der fragt. Das entscheide ich dann nach Bauchgefühl.
    • Rafinoff schrieb:

      Werft ihr Obdachlosen auch mal ein paar Euro in den Hut

      Das habe ich früher mal gemacht, mittlerweile mache ich das eher seltener. Auch wenn es hart klingt, das muss ich Deutschland keiner mehr machen. Wurde hier ja auch schon gesagt.
      Stolz ist was schönes, aber in der Situation dann eher unpassend.

      Als Bewohner einer Stadt Nahe Nürnberg fahre ich öfters mal am Nürnberger HBF vorbei, da sieht man das immer wieder.
      Wie es auch @Vrall schon gesagt hat, werden die teilweise auch immer dreister. Die Leute, denen nur 3 Cent zum Ticket fehlen, hatte ich auch schon oft. Die machen das richtig mit Strategie und stehen immer an den Bahnschaltern rum. Sobald die sehen, dass jemand ein paar Cent Wechselgeld aus dem Automaten holt, schreiten sie zur Tat. Kann man relativ oft bemerken.

      Ein anderes Mal habe ich was bei einem Metzger im HBF gekauft. An den Tagen vorher habe ich schon öfter bemerkt (bin Stammkunde dort und entsprechend täglich in der Nähe), dass bei den Geschäften immer einer rumgelaufen ist, immer zur gleichen Zeit. Hab mir aber nichts weiter dabei gedacht. An jenem Tag habe ich dann dummerweise nur einen 50 €-Schein dabei gehabt und musste groß wechsel lassen, was natürlich bei einer Metzgertheke nicht so einfach unter der Hand war. Ich hatte meinen Einkauf noch gar nicht wegpacken können, da stand eben jener Typ auch schon neben mir und wollte mal ein paar Euro, weil er ja auch... - weiter hab ich nicht zugehört. Ich hab einfach abgelehnt und auf das verdutzte "Aber" geantwortet, dass mir mein Wechselgeld bis zum Ende des Monats in zwei Wochen reichen muss, weil ich Student bin. Ok, war gelogen. Ich hab sogar ein bisschen mehr Geld am Ende eines Monats. Aber wer so dreist ist, hat auch die Wahrheit nicht verdient. 8|

      Eine dritte Geschichte hab ich auch noch. Gerade die hat mich tierisch geärgert. Mein Vater und mein Opa waren mal zu Besuch bei mir. Wir sind dann in die Nürnberger Innenstadt bummeln gegangen. Irgendwann sind wir an einem Typen vorbeigelaufen. Der dreht sich um, ruft zwei mal: "Hallo", und als er merkt, dass wir ihn nicht bemerken, packt er meinen Vater mit voller Wucht an der Schulter und reißt ihn herum. Danach ist er auf einmal der traurige, gebrochene Mann: "Wissen Sie, mir geht es nicht so gut, und ich kann mir aber die Fahrt nach xyz nicht leisten, haben sie mal einen Euro?" - Mein Vater anfangs noch total verduzt, lässt ihn halt eiskalt abblitzen, worauf hin wir ein richtig schön hämisches "Ja dann besten dank auch!" hinterhergeworfen bekommen haben. Und das war wirklich richtig hämisch, das haben wir uns sicherlich nicht nur eingebildet.. o.o

      Straßenmusiker unterstütze ich teilweise ganz gerne, wenn mir deren Musik wirklich zusagt. Die tun was für ihr Geld und zahlen hoffenltich auch den Preis, den ein Auftritt in Nbg kostet, da ist das in Ordnung. Habe hier sogar eine CD von einem rumliegen, dessen Musik mir gefallen hat. Die hat 15 € gekostet.

      Rafinoff schrieb:

      Diese 11€ haben für den Herrn ein Ticket nach Hause bedeutet.

      Hm.. 11 € sind je nach Bereich nicht wirklich weit.. Warum hat der Herr kein Taxi genommen und den Fahrer entsprechend daheim entlohnt? Ach nee, ok, warte, vl. hatte er kein Geld dabei. Die Geldkarte dürfte ja dann vermutlich auch weg sein. Dennoch wird er sicherlich auch einige Freunde daheim haben. Ich hätte ihm wohl mein Billighandy gegeben mit der Aufforderung, einen Freund anzurufen (notfalls hätte ich auch die Nummer googlen können), zu dem er sich per Taxi dann fahren lassen kann, und der ihm das Geld dann im Voraus gibt. Etwas zu Essen hätte ich ihm wohl auch gekauft. Wohlgemerkt aber nicht nur das Geld gegeben, sondern das Essen direkt in die Hand.

      Rafinoff schrieb:

      Klar, jetzt habe ich 11€ weniger, aber ist es nicht unverhältnismäßig wichtiger einem Menschen zu helfen?

      Ist es. Außer der Mensch will dich ausnutzen.
      Eben deshalb liegt bei mir die Schwelle zum "unkontrolliertem" Geben bei Fremden deutlich höher als bei Freunden. Ich lege teilweise meinen Freunden durchgehend 200 € aus und habe damit gar kein Problem, weil ich ihnen vertrauen kann. Bei Rock im Park, wo ich gerade war, habe ich die Getränke mit knapp 150 € übernommen und bin damit mit über 100 € Abstand der teuerste. Das Geld habe ich noch nicht zurück, aber ich fordere es auch nicht aktiv. Schließlich konnte ich mit meinen Freunden zusammen sein, das ist Lohn genug, und ich weiß auch, dass meine Freunde mir das irgendwann auch wieder zurückzahlen, egal wie.
      You like music? I like pissing.
      ~Corey Taylor

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Strohi ()

    • Ich finde es toll, dass du ihm geholfen hast, ganz ehrlich!
      Aber ich muss auch zugeben, dass ich die Geschichte nicht eine Sekunde geglaubt hätte.
      Tatsächlich bin ich aber etwas empfindlich gegenüber Reaktionen wie Weinen und in dem Moment hätte ich ihm das Geld wahrscheinlich gegeben, damit es ihm besser geht - selbst wenn das Weinen auch nur Fake gewesen wäre.. wieso muss ich auch eine Frau sein? ._. :D

      Aber ich gebe Obdachlosen immer Geld. Meistens hol ich mein ganzes Kleingeld aus dem Portemonnaie und gebe es ihnen, die sind immer so unglaublich dankbar. Und es ist mir auch egal, ob das das letzte Geld für den Monat war, mir ist es viel wichtiger, dass es anderen Menschen gut geht, die es nicht gut haben. Klar könnten sie mit dem Geld im Endeffekt auch etwas ganz anderes kaufen, seien es im ungünstigsten Fall Alkohol oder Drogen, aber das stört mich in dem Moment nicht. Menschen haben ganz unterschiedliche Gründe, wieso sie auf der Straße leben und wie sie schlussendlich dort leben - da steht es keinem von uns zu, sie deswegen irgendwie zu verurteilen.
      Meine Freunde verstehen das meist gar nicht. Wir hatten laaaange Zeit einen Obdachlosen vor unserem McDonalds sitzen, der quasi stadtbekannt war. Allen war klar, dass er sich von seinem erbettelten Geld nur Drogen und Alkohol kaufte, trotzdem hat er von mir Geld bekommen, auch, weil er einfach ein netter Mensch war. Und wenn ich ihm mal wieder einen 5-Euro-Schein in seinen Kaffeebecher gesteckt habe, wurde ich von meinen Freunden direkt für bekloppt erklärt. Aber er hat sich so unwahrscheinlich darüber gefreut, da war es mir egal, was er mit dem Geld angestellt hat. Leider ist er mittlerweile verstorben.

      Ich räume mir aber ein, dass ich Leuten nichts gebe, die einfach vollkommen dreist und frech sind. Wenn ich schlechte Laune habe und die mir auch noch blöd hinterher schreien, weil ich ihnen nichts gebe, kriegen sie auch den passenden Spruch reingedrückt. Das betrifft gerade Punks die bei uns vor dem McDonalds sitzen oder die Leute die am Bahnhof nach 10 Cent fragen, welche ja noch zum Ticket fehlen..
    • Ich vertrete die Meinung, dass es in Deutschland keiner nötig hat zu betteln und auf der Straße zu leben. Es gibt genug Einrichtungen zum Leben und die Menschen auf andere Weise helfen (kenne einen Menschen der es da raus geschafft hat und mir so einiges erzählen konnte), ABER diese Einrichtungen sind meistens mit Bedingungen verknüpft wie z.B kein Alkohol, weshalb viele von diesen Menschen selbst Schuld sind. Es gibt Ausnahmen und es gibt auch Leute die sind Alkoholiker/Süchtige, aber selbst ein Alkoholiker hat Anlaufstellen wo ihm geholfen wird. Die einzige Voraussetzung ist der eigene Wille.
      Ich gebe jedoch gerne Menschen die mich unterhalten, oder die z.B musizieren gerne Geld.

      Freue mich über Besuch
    • In deiner Situation hätte ich sicherlich auch Geld gegeben. Da ich aber ebenfalls die Meinung vertrete, dass in Deutschland keiner auf der Straße leben muss, würde ich niemals einem Bettler Geld geben.

      Mich würde interessieren, ob du eine E-Mail bekommst :). Halte uns da auf dem Laufenden :D.

      // Ohja die bösen Punks... weil die sich auch hinsetzen und betteln und so... um das Klischee noch etwas auszuweiten: neben dem Steine werfen und Mülltonnen anzünden haben diese doch gar keine Zeit zum "assi-sein".
    • Elliawald schrieb:

      Ich gebe jedoch gerne Menschen die mich unterhalten, oder die z.B musizieren gerne Geld.


      Ja, die zähle ich auch noch zu denen, die Geld von mir bekommen. Da müssen die aber echt gut sein, dass ich die schon von Weitem so toll finde, dass ich mein Geld raushole. :D

      TheParallaxLP schrieb:

      // Ohja die bösen Punks... weil die sich auch hinsetzen und betteln und so... um das Klischee noch etwas auszuweiten: neben dem Steine werfen und Mülltonnen anzünden haben diese doch gar keine Zeit zum "assi-sein".


      Das ist kein Klischee, das ist bei uns in der Stadt nun mal so. Ich rede auch nicht von allen Punks, sondern nur von denen, die bei uns dreist vor McDonalds sitzen und Geld haben wollen - manchmal sogar während die Burger essen, Zigaretten rauchen oder ihre Hunde dabei haben. In einem anderen Zusammenhang sind mir Punks vollkommen schnurz.
    • Ich würde versuchen mich in so einer Situation in die andere Person hineinzuversetzen und zu überlegen ob nicht Ungereimtheiten in dieser Story gibt. Da fallen mir schon ein paar auf.

      1. Er wurde im Krankenhaus bestohlen? Unwahrscheinlich. Die Ärzte haben so etwas nicht nötig, das Personal wird seinen Job nicht dafür riskieren und Verwandte, die einen Patienten dort besuchen, werden wohl nicht als erstes den nächst besten Zimmernachbarn berauben. Und von Krankenhaus-Räuber-Banden habe ich bisher noch nichts gehört ;)
      2. Keine Verwandten / Freunde? Die Polizei hätte mit Sicherheit andere Leute benachrichtigt, oder die Möglichkeit gegeben diese zu benachrichtigen. Außerdem hätte er als DJ sich an seine Club wenden können. (der seltsamste Punkt)
      3. Einfach einen fremden Menschen um Geld beten. Wenn man das nicht jeden Tag macht, haben viele Menschen riesige Angst und auch ein Schamgefühl für so etwas. Wenn mir das gekünstelt oder seltsam vorkommt, weiß man schon was wirklich dahintersteckt....

      Das ist natürlich alles nur eine Vermutung und der Mann kann natürlich auch recht haben. Keine Ahnung ob ich das gemacht hätte... Ich hätte da auch auf die Körpersprache geachtet.
      Aber wenn man im Leben etwas grundsätzliches gelernt hat, dann das jeder einen verarschen kann, egal ob Firmen oder Personen. Und das kommt häufiger vor, als man vielleicht denkt.
      ~ Let's plays, Animes, Cinematics, Zeichnungen ~ :D
    • GrandFiredust schrieb:

      1. Er wurde im Krankenhaus bestohlen? Unwahrscheinlich. Die Ärzte haben so etwas nicht nötig, das Personal wird seinen Job nicht dafür riskieren und Verwandte, die einen Patienten dort besuchen, werden wohl nicht als erstes den nächst besten Zimmernachbarn berauben. Und von Krankenhaus-Räuber-Banden habe ich bisher noch nichts gehört


      Meiner eigenen Mutter haben sie im Krankenhaus (einem privaten noch dazu) mal das Geldbörsl gestohlen. War weggesperrt und etc. aber trotzdem weg. Wir wussten nur dass der Hausmeister einen Generalschlüssel hatte, aber der hat seine Hände in Unschuld gewaschen. Und wegen den paar Euro (war nur eine Urlaubstasche ohne Kreditkarten etc.) haben wir auch keinen angezeigt. Aber es kann auch in den teuersten Hotels oder Krankenhäusern passieren. Öfter als man glaubt.