Wie optimiert ihr euren Post-Production-Prozess?

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  • Wie optimiert ihr euren Post-Production-Prozess?

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    Hallo zusammen,

    nachdem ich festgestellt habe, dass die Post-Production für Let's Plays einen signifikanten Teil meiner Arbeit am Kanal darstellt, habe ich angefangen, das etwas zu optimieren. Mich würde interessieren, wie das bei euch abläuft, und was ihr alles tut, damit ihr nicht mehr Zeit mit Cutten etc. verbringt als mit spielen ;)

    Mein Prozess ist wiefolgt: Ich nehme Spiel und Audio-Kommentar sowie ggf. Facecam direkt per OBS als eine einzelne MP4-Datei auf. Ich habe weder ein Intro noch ein Outro bei meinen Let's Plays, deswegen ergibt das dann schon das vollständige Video. Dabei starte und stoppe ich die Aufnahme per Tastendruck, damit ich leicht mehrere Folgen am Stück aufnehmen kann. In der Pause zwischen den einzelnen Folgen schreibe ich direkt Folgentitel und -beschreibung in eine Excel-Datei, die sich automatisch Folgennummer und Veröffentlichungsdatum berechnet und die Beschreibung und den Titel um die üblichen Elemente (z.B. Link zur Playlist) erweitert.
    Wenn ich während dem Aufnehmen eine passende Ansicht fürs Thumbnail entdecke, mache ich direkt über die Steam-Funktion ein Screenshot.

    Nach der Aufnahme lade ich alle Videos über die Youtube Upload-Funktion hoch. Währenddessen bearbeite ich die Thumbnails mit Photoshop: Dazu lege ich am Anfang jeder Spieleserie eine Vorlage an, so dass ich alle Thumbnails automatisch per Batch-Processing aus den Screenshots und der Excel-Datei (wegen Folgennummer) erstellen kann.

    Als nächstes mache ich irgendwas anderes, bis alle Videos hochgeladen sind (läuft einfach über Nacht im Hintergrund). Sobald sie alle hochgeladen sind, kopiere ich Titel, Beschreibungen und Ankündigungstext aus meiner Excel-Datei rein, plane die Veröffentlichung, erstelle einen passenden Eintrag auf Facebook, lade das Thumbnail hoch und füge Info-Cards zur Playlist und zum nächsten Video in der Reihe ein.

    Gerade dieser letzte Schritt ist für mich sehr aufwändig und müsste doch eigentlich gut automatisierbar sein. Wie macht ihr das alles? :)
    Let's Player, Rollenspieler und Gesellschaftsspiel-Gourmet
    nick-nack.de/
    facebook.com/nicknacklp
  • Aufnahme: MSI Afterburner, Codec: UT-Videocodec (YUV 4:2:2, RGB)

    Bearbeitung: Audio: Audacity / Video: Magix Video Deluxe 2014

    Encode:

    entweder:
    x264vfw (CRF 23, Slow)

    oder:
    Video rendern im Ursprungscodec -> SagaraS Skript Maker (Resize, Spline36) -> MeGUI (CRF 23, Slow, 10 bit)

    Insgesamt verbring ich also mehr Zeit mit dem Bearbeiten, als mit dem Aufnehmen. Aber das Bearbeiten macht mir auch Spaß :D

    Tumbnails mach ich meistens selbst mit GIMP oder aus Vorlagen.
    ~ Let's plays, Animes, Cinematics, Zeichnungen ~ :D
  • Ich nehme mit Dxtory auf, extrahiere die Tonspuren, bearbeite den Kommentar mit Audition (per Stapelverarbeitung geht das schnell) und werfe die Spuren dann in TMPGEnc. Ein bisschen zurechtschnippeln am Anfang und am Ende, dann wird die Folge in die Batchliste gespeichert und wenn die voll ist, rattert der Rechner ein Weilchen durch.
    Wenn die Folgen dann fertig sind, lade ich sie ganz normal über Chrome hoch und schaue sie mir während des Uploads komplett an (meistens mit 150% Geschwindigkeit) um eventuelle Fehler zu bemerken. Währenddessen schreibe ich auch Titel und einigermaßen ausführliche Beschreibungen. Die Thumbnails wurden schon vorproduziert dank Photoshop-Datensätzen, also einfach noch das entsprechende Bild auswählen, hochladen und fertig.
    Abschließend kommen die fertig kodierten Videos dann auf die Archivplatten und die hochgeladenen Videos schalte ich nach Lust und Laune frei. ^^
  • GrandFiredust schrieb:

    (CRF 23, Slow)

    Nur ein paar Fragen.
    Was ist denn ein geeigneter CRF?
    Ich hab 18, allerdings werden die Dateien oft sehr groß. Sieht 23 schlechter aus? Die Dateien, werden dadurch doch kleiner oder?

    Um allerdings etwas beizutragen:

    Aufnahme per Action! oder Shadowplay, ich weiß nicht das Beste, aber geht momentan nicht wirklich anders.
    Dann alles in Sony Movie Studio importieren, bearbeiten etc.
    Encode erfolgt dann mit x264vfw (18, Very Fast) und Flac.
    Anschließend Video und Audio per mkvmerge GUI muxen.
    Dann normal hochladen, die Beschreibung alle per txt gespeichert, muss nur noch einfügt werden. Das mit den Thumbnails löse ich wie Julien.
    Nach Upload werden die fertigen Videos + aufgenommenes Material gelöscht.
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    HarryKnopper schrieb:

    Was ist denn ein geeigneter CRF?
    Ich hab 18, allerdings werden die Dateien oft sehr groß. Sieht 23 schlechter aus? Die Dateien, werden dadurch doch kleiner oder?

    Ja, CRF23 sieht schlecht aus als CRF18, aber wenn du sowieso mit Shadowplay aufnimmst, macht das keinen Unterschied. ;) Da rettet selbst CRF0 nichts mehr.
  • Julien schrieb:

    HarryKnopper schrieb:

    Was ist denn ein geeigneter CRF?
    Ich hab 18, allerdings werden die Dateien oft sehr groß. Sieht 23 schlechter aus? Die Dateien, werden dadurch doch kleiner oder?

    Ja, CRF23 sieht schlecht aus als CRF18, aber wenn du sowieso mit Shadowplay aufnimmst, macht das keinen Unterschied. ;) Da rettet selbst CRF0 nichts mehr.


    Naja bei Very Fast sieht CRF18 doch sowieso schon aus wie 23 :D .
    Bei mir gibt es die Spiele aus den unbekannten Weiten des Alls
    Zum Kanal

    Momentan im Anflug:
    Star Trek: Virtual Dreadnought
  • MSI Afterburner oder OBS, wobei OBS mit qp=0, also Lossless
    Audacity
    Sagaras Scriptmaker + MeGui

    CRF = hauptsächlich für die Qualität und Dateigröße zuständig, minimaler Einfluss auf die Geschwindigkeit
    Preset = hauptsächlich für die Geschwindigkeit zuständig, minimaler Einfluss auf die Qualität und Dateigröße

    CRF 18 mit Very Fast sieht etwa wir CRF 20 mit Slow aus, wenn nicht sogar noch geringer der Unterschied.
  • Der Prozess vom OP klingt mir ganz gut... kein Neukodieren, kein Folgen zerteilen, kein Ansehen von dem was man aufgenommen hat, Fokus auf Kanalpflege statt Videobearbeitung.
    Insbesondere wenn man nur an 2 Tagen die Woche Zeit hat. Die Encodingproblematik und das Durchgehen der Aufnahmen waren nämlich bei mir ziemlicher Motivationskiller.
    Wobei die fehlende (Live)Zuschauerinteraktion und Zeitmangel wohl der Hauptgrund war YT abzubrechen.

    Letztlich hängt's natürlich davon ab woran man Freude hat. Wer sich gerne mit Videotechnik und Bearbeitung befasst investiert dort die Zeit, andere Photoshoppen gern.
    YouTube-Channel Twitch siehe Profil
  • MarelpeLP schrieb:

    Letztlich hängt's natürlich davon ab woran man Freude hat. Wer sich gerne mit Videotechnik und Bearbeitung befasst investiert dort die Zeit, andere Photoshoppen gern.

    Bingo, so sieht's nämlich aus. ;) Ich spiele und rede am liebsten, also spiele und rede ich auch am meisten. Das notwendige Übel der Kodierung mache ich dann halt noch, weil ich ein Qualitätsfetischist bin, aber wenn ich darauf pfeifen würde, würde ich wohl auch direkt mit OBS aufnehmen und alles direkt hochklatschen.
  • Post Production ist ja immer so ne Sache. Je nachdem welche Ansprüche man selbst stellt, was man bieten will und so weiter.

    Ich zum Beispiel nehme immer zuerst die Audio Spur auf, mit Cubase oder Audacity (Standard Freeware), sodass meine Stimme im Video selbst nicht drin ist. Dann zähle ich nen Countdown ein bis zu dem Punkt, wo die Videoaufnahme startet. Somit weiß ich auf den Punkt genau, wo ich die Audio Spur schneiden und einfügen muss.

    Im Videoschnitt selbst editiere ich dann Video und Stimmaudio immer gleichzeitig, sprich 3 Sekunden Video raus = die gleiche Stelle 3 Sekunden Stimme raus.
    Was sich immer lohnt ist, zu schauen ob man vor dem Schnitt in der Stimm Aufnahme Störgeräusche oder weitere Stimmen drin hat. Die sollte man dann rausfiltern. Ein Equalizer zum leichten Höhen boosten (je nach Mikrofon) und ein 100Hz Low Rumble Cut wären optimal, damit die Stimme nicht wobble bass like alles unterrückt und dennoch präsent und klar ist.

    Klingt viel, ist aber innerhalb von 10-15 Minuten geregelt, dann ist die Tonqualität gleich 5-10x besser.

    Im Video selbst kann man dann überlegen, Intro, Outro oder weitere Elemente einzubauen. Was sich empfiehlt, ist ein Wasserzeichen, etwa ein Kanalbild, in eine der Ecken zu setzen. Das zeugt immer von Professionalität. Alles andere ist individuelle Geschmackssache ;)

    Das Video sollte möglichst im H.264 (MP4) Format komprimiert werden, YouTube verarbeitet schneller und verlustfreier. Ob nun 720p oder 1080p, 30fps oder 60fps, das hängt von euren Aufnahmen ab und euer PC Leistung. Uuuuund natürlich wie viel zeit ihr fürs Rendern investieren wollt. Z.B. braucht mein PC für ein 20min. Video 720p60fps im H.264 Format bei maximaler Bitrate (also zwischen 4-6GB Dateigröße) ca. 23 Minuten. Hängt aber wie gesagt vom PC und der CPU/GPU ab.

    Zum Schluss bei YouTube, je nachdem was man ins Video eingebaut hat, sollte man weitere Videos verlinken, am besten erst gegen Ende, sonst nerven die Anmerkungen das ganze Video über.
    Auch wenn man mit anderen zusammen Let's Played hat, sollte man fairerweise ihre Namen und Kanäle im Video erwähnen, falls niemand Einspruch erhebt.


    Ich hoffe, das gibt ein klares Bild. Mein Bekanntenkreis legt Wert auf solche Features. Lohnt sich auf jeden Fall, aber es sollte auch zu euch und eurem Kanal passen :D
    Spielen soll Spaß machen, nicht den Spaß verderben ^._.^

    Mein Kanal für familienfreundliche Let's Plays: youtube.com/channel/UCe4EYAYLQxDMXBNePiMUSEw
  • @Lennsy (Raccewpon)
    Wie wäre es mit einem Aufnahmeprogramm was Ingame und Mic aufnimmt, aber in zwei verschiedenen Tonspuren?

    H.264 Mainconcept ist Bitraten basierendes Encoding und damit ineffizient.
    Bei der Dateigröße und der Geschwindigkeit. X264 ist deutlich besser.

    Qualität auf Youtube kann man durch einfaches Hochskalieren der Auflösung und aufblähen der Fps extrem verbessern.
    Und wenn man das dann noch mit x264 verbindet geht das sehr schnell.

    Zudem momentan bei 1152p@HFR das Maximale an Qualität ist.
  • Ich kenne zwar kein Aufnahmeprogramm, welches das kann, aber es gibt sicher eines. Wenn man so eines nutzt, warum nicht. Ist das gleiche Prinzip wie mit Audacity Stimme aufnehmen und Ingame Sound via Capturing Software. Würde wahrscheinlich kaum weniger CPU benötigen.

    Meinte auch den X264, sorry. Ich schreibe immer H.264, hab da mittlerweile als eigenes Preset, deshalb guck ich da nicht mehr nach jedesmal :D
    Spielen soll Spaß machen, nicht den Spaß verderben ^._.^

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  • Lennsy (Raccewpon) schrieb:

    Ich kenne zwar kein Aufnahmeprogramm, welches das kann, aber es gibt sicher eines.
    DXTory und MSI Afterburner würden mir da einfallen. Ersteres kann sehr viele Audiospuren aufzeichnen, letzteres ist auf 2 beschränkt, was aber auch für den Ottonormalnutzer mit Kommentar - Gamesound reicht.

    Wenn man so ein Ding nutzt, dann spart man sich halt das Syncen.
    Videoempfehlungen:
    ShimmyMC
    NuRap
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    Napoleon Bonaparte
  • Das Syncen ist auf jeden Fall gespart. Setzt dann aber voraus, dass der Sound vom Kommentator von vorn herein so klingt, wie man ihn haben möchte. Wenn das geht, joa Testaufnahme reinhauen und los damit. Habs damals auch gemacht, bis dann meine Stimme zu leise wurde :D
    Spielen soll Spaß machen, nicht den Spaß verderben ^._.^

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  • Lennsy (Raccewpon) schrieb:

    Setzt dann aber voraus, dass der Sound vom Kommentator von vorn herein so klingt, wie man ihn haben möchte.


    Nein, eben nicht. Ich nutze das auch so. Nach der Aufnahme habe ich eine Stereospur Gamesound und eine Monospur vom Mikro. Die kann man dann getrennt nachbearbeiten (Kompressor, EQ, Auto-Leveler, etc.). Das ist ja eigentlich der Sinn bei mehreren Spuren.
    "Es wird Tote geben." Ein Rechtschreibfehler, der dazu führte, dass damals niemand zu meinem 8. Geburtstag gekommen ist.

    YouTube: huuemei
  • Wenn du dem Programm sagst, dass es selber Mischen soll ... ja, dann setzt es das voraus, würde ich aber dringend von abraten. Das kann nach hinten losgehen, wenn z.B. noch ein Normalisierungsfilter wirkt, wie beim Afterburner, oder man sich schlicht verschätzt.

    Allerdings sind Afterburner und DXTory eben zu mehr in der Lage. Sie können die Audiostreams getrennt, aber synchron in der Datei speichern, sodass du sie separat nachbearbeiten und normal mischen kannst.
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