Menschen ohne Hobbies

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      Gut, ich habe bereits versprochen, dass ich etwas Unruhe stiften werde und da kommt mir das hier gerade recht. Offen gestanden, das Thema an sich ist für mich nur ansatzweise von Interesse, allerdings habe ich @MrsLittletall noch als angenehme Person in Erinnerung, weshalb ich einmal, wenn auch reichlich spät, etwas Mehrwert in diese Diskussion bringen möchte.

      MrsLittletall schrieb:

      Vor ein paar Tagen war die Weihnachtsfeier unseres Betriebes. Das Gespräch kam irgendwann drauf zu sprechen, was man so in der Freizeit machen kann und ich hab gemeint, man kann sich ja seinen Hobbies widmen. Meinte meine Vorgesetzte einfach nur "Ich hab gar keine Hobbies." Mein Gedankengut hat dann sofort "Kein Wunder, dass du so ein zickiges Biest bist" geformt (natürlich hab ich das nicht ausgesprochen).

      Aber ehrlich... es ist mir schon öfter aufgefallen... gerade die Menschen, die ich kenne, die über 40 sind, scheinen überhaupt nichts zu haben, womit sie gern ihre Zeit verbringen. Sogar meine Schwester, die ein Baby hat, setzt sich manchmal hin und spielt ein kleines Videospiel oder schaut einen Film mit ihrem Freund.

      Wie kommt das...? Wieso finden manche Menschen nichts zu tun in ihrer Freizeit? Kennt ihr auch so jemanden und kommt er euch eher ausgeglichen oder unausgeglichen vor? Und stimmt meine Beobachtung, dass das eher in älteren Menschen zu beobachten ist als in jüngeren?

      Beginnen wir damit zu definieren, was ein Hobby eigentlich ist, da dies den meisten nicht klar zu sein scheint. Ein Hobby ist eine Freizeit-Aktivität, welche man regelmäßig, freiwillig und gern ausführt und je nachdem welcher Definition man folgen möchte, auch nichts mit dem Beruf zu tun hat. Weiterhin versucht man, seit Fernsehen und Internet prävalent in der Gesellschaft sind, die allgemeine Definition eines Hobbies etwas einzugrenzen, was ebenfalls auf das Empfinden der Gesellschaft zurückzuführen ist. Deshalb wird von den meisten Menschen ein Hobby erst als solches definiert, wenn es eine aktive Komponente hat.

      Dementsprechend würde Fernsehen nicht mehr als Hobby definiert werden, außer man fügt ein aktives Element hinzu, wie zum Beispiel die kritische Betrachtung eines Films oder die Prüfung der Kameraführung, um sich selbst in diesem Bereich weiterzubilden. Computer-spielen hingegen wird meist als Hobby gewertet, da es eine aktive Komponente aufweist, allerdings wird in den meisten Fällen kein Mehrwert darin gesehen, weshalb man auf andere Hobbies verweist, welche vermeintlich einen größeren Nutzen haben -> "Du verschwendest deine Zeit!".

      Das allgemeine Problem in unserer Gesellschaft ist allerdings, dass wir uns heutzutage wesentlich länger mit unseren Berufen und der Bildung widmen und demzufolge wesentlich weniger Zeit haben, um uns in unserer Freizeit mit wirklichen Passionen auseinanderzusetzen, geschweige denn welche zu finden. Dies ist ebenfalls ein Grund dafür, weshalb es mittlerweile schwieriger ist eine Familie zu gründen. Mir ist bewusst, dass es derzeit nach einem unnötigen Exkurs klingt, allerdings ist es relevant für den Punkt, auf den ich zusprechen kommen möchte.

      Du hast deine Vorgesetzte als zickiges Biest bezeichnet. Betrachten wir einmal, weshalb dies der Fall sein könnte. Als Vorgesetzte steht man konstant unter Druck; man muss sich beweisen, weil jederzeit jemand anderes die Position einnehmen könnte und gleichzeitig muss man die Fehler seiner Untergebenen einstehen. Weiterhin steht man unter Druck, da die Gesellschaft die Erwartung an einen stellt, beruflich soweit voranzupreschen, wie es einem möglich ist.

      Wie Dr. Jordan Peterson aufgrund seiner Erfahrungen und Studien ermittelt hat, wird allerdings ab einem Gehalt von 60.000 Dollar pro Jahr die Lebensqualität nicht mehr wirklich steigern, was ungefähr 50.000 Euro pro Jahr entspricht. Das durchschnittliche Gehalt in Deutschland beträgt ungefähr 35.000 Euro pro Jahr, also ca. 2.900 Euro pro Monat. Selbstverständlich spreche ich von Bruttobeträgen und diese Daten sind, soweit ich mich erinnere, bereits ein paar Jahre veraltet, demzufolge sollte sich das Gehalt nach aktuellen Markttrends weiter nach oben geschraubt haben. Deine Vorgesetzte dürfte, wenn sie in einer respektablen Branche arbeitet, mehr verdienen als die 50.000 Euro pro Jahr, weshalb sie effektiv mehr psychischen und physischen Stress hat, ohne ihre Lebensqualität damit zu steigern.

      Des Weiteren ist es mit fast absoluter Sicherheit der Fall, dass deine Vorgesetzte keine Karriere macht, sondern einen Job hat. Fast jeder Mensch hat einen Job und keine Karriere, auch wenn uns anderes suggeriert wird. Wir werden dafür bezahlt, etwas zu tun, was niemand freiwillig machen möchte; warum sonst sollte man uns auch dafür bezahlen? Man wird nicht dafür bezahlt, dass man sich zu Hause mit einer flauschigen Decke in einen Sessel setzt und eine heiße Schokolade trinkt. Wenn wir also diesen Fakt betrachten, wird deine Vorgesetzte mehr als gewönhlich arbeiten, sie wird damit ihre Lebensqualität nicht wirklich steigern und unter mehr Anspannung stehen, was nicht gesund ist und sich auch auf ihr Gemüt auswirken wird.

      Weiterhin ist der Trend, dass Frauen in Führungspositionen länger auf Familie verzichten, da sie schlicht und ergreifend das Bedürfnis haben, sich beruflich zunächst selbst zu entfalten. Der biologische Imperativ ist allerdings, dass man eine Familie gründen möchte und sollte. Dementsprechend fühlen sich viele Personen ab einem bestimmten Alter unter Zeitdruck und entscheiden sich für falsche Partner, was ihrem Leben ebenfalls nicht zuträglich ist.

      Durch all diese Faktoren hat diese Person einen enormen Stress und kann die Leidenschaft nicht finden, sich ein "Hobby" zu suchen, eine Passion der sie folgen kann. Genau ein solches braucht sie allerdings, damit sie in ihrer Freizeit abschalten und sich tatsächlich erholen kann. Sie ist allerdings mit Sicherheit in ihren Trott so festgefahren, dass dies nicht passieren wird, bis sie zu einem "Breaking Point" kommen wird, einem Punkt ohne Rückzug.

      Du hast außerdem die Beobachtung gemacht, dass ältere Personen keinen, beziehungsweise seltener, Hobbies nachgehen. Dies hat dutzende Faktoren. Zum einen ist man ab einem bestimmten Alter nicht mehr physisch in der Lage um zum Beispiel Fallschirmspringen zu gehen. Außerdem hat man Verpflichtungen, welche einen an anderen Hobbies hindern, wie zum Beispiel die Familie. Sagen wir jemand hatte Spaß daran mit einem Motorrad durch die Landschaft zu fahren, den Wind in den Haaren zu spüren und die Romantik von Bewegung zu spüren. Sobald er ein Kind hat, wird er das Motorrad nicht mehr nutzen, da es gefährlich ist und er Verantwortung beweisen muss. Deshalb fangen Personen an zu vegetieren, bis sie in ein Alter kommen, an dem sie ihre Verpflichtungen nicht mehr ausführen müssen, sei es Rente oder das Alter der Kinder, in welchem sie sich nun selbst versorgen können.

      DarkHunterRPGx schrieb:

      Ich würde mal behaupten, es gibt keinen Menschen der keine Hobbies hat.
      Sie wollen es dann vermutlich einfach nicht erzählen, weil es gesellschaftlich entweder n Tabuthema (Sexspielchen) ist oder verachtet (Gaming, vlt doch was illegales - wer weiß :D) wird ODER es euch einfach nichts angeht und sie es nicht erzählen möchten

      Ich z.b. habe früher auch behauptet, dass ich keine Hobbies hätte. Weil ich halt nur am PC saß und gespielt hab. Ich kann mir von der typischen 0815 Gesellschaft schon denken, was für ne scheiße die labern werden, wenn ich das erzähle "willste nicht mal das und dies und jenes machen, statt nur zuhause rumzugammeln".

      Ne danke, da verzichte ich drauf und sag lieber ich hab gar keine Hobbies.

      Ältere Menschen haben als Hobby einfach, sich auch mal auszuruhen. Sind nicht mehr die jüngsten und brauchen Zeit für sich.

      Und bitte korrigier mal den Rechtschreibfehler im Titel, dass macht den Thread sicherlich attraktiver ^^

      Ob jemand ein Hobby hat oder nicht, dass kommt auf die Definition an.

      Ich persönlich erzähle nur auf Nachfrage von meinen Hobbies, da die Assoziationen damit eher negativ konnotiert sind. Zum Beispiel erlerne ich das Schlösserknacken, da ich von dieser Fertigkeit fasziniert bin. Ich erlerne weiterhin Kartentricks, jongliere ein wenig, schreibe Geschichten und Artikel und löse täglich 1-2 mal einen Zauberwürfel. Ich bin also ein großer Fan von Aktivitäten die in die Spiele-Kategorie "Puzzle" fallen, eine Aktivität die man für sich selbst und mit sich selbst macht. Wenn ich aber jemandem sage, dass ich Spaß daran habe Schlösser mit einem Dietrich-Set zu öffnen, wird selbstverständlich und zu Recht angenommen, dass ich damit Schindluder treibe, auch wenn dies nicht der Fall ist. Außerdem ist ein Hobby ein Einblick in die Gedanken einer Person, es ist etwas sehr intimes, wenn man andere daran teilhaben lässt.

      Dementsprechend stimme ich dir zu, dass viele Hobbies von der Gesellschaft kritischer betrachtet werden als andere und weiterhin sollte man nicht vergessen, dass niemand gern sich selbst anderen öffnet.

      Würdest @MrsLittletall zum Beispiel von ihrer Vorgesetzten erfahren, dass sie jeden Tag nach der Arbeit mit behinderten Kindern malt und mit Obdachlosen Schach spielt, dann würde sie vollkommen anders über sie denken, da sie eine neue Seite kennengelernt hat. Es ist aber etwas sehr persönliches, deshalb sagt man lieber "nichts", obwohl ich "nichts" meist spannender finde als ein langweiliges Hobby.

      MrsLittletall schrieb:

      DerDummbabbler schrieb:

      Viele Menschen haben Hobbys, die andere Menschen wiederum nicht als Hobby bezeichnen bzw erkennen würden.
      Ein Hobby ist eine Freizeitbeschäftigung, also das, was man eben in seiner Freizeit so macht. Da jeder etwas in seiner Freizeit macht, hat jeder ein Hobby, selbst wenn es nur Rumsitzen und am Handy spielen ist.
      Stimmt, aber dann könnten sie doch sagen "Mein Hobby ist mein Handy". Die Smartphones sind heutzutage so präsent, das würde doch keiner komisch finden.

      Ich widerspreche dir vehement. Man kann durchaus sagen, dass das Handy ein Hobby ist, ja. Aber nur weil Smartphones allgemein als Nützlich angesehen und akzeptiert werden, heißt es nicht, dass man es als Hobby akzeptieren würde. Ein Hobby ist etwas, womit du dich gern beschäftigst, womit du konstant deine Zeit verbringst. Es ist eine Leidenschaft von dir. Handy als Hobby würde also suggerieren, dass du ein äußerst langweiliges Individuum bist und für die Gesellschaft keinen Mehrwert bringst.

      DarkHunterRPGx schrieb:

      OnlinePunk schrieb:

      wenn man wirklich nur arbeitet, isst, schläft
      Gesetzliche Arbeitszeit ist auch begrenzt, folglich würde man in seiner Freizeit arbeiten, was dann auch das Hobby wäre :P
      @MrsLittletall vieles ist Zeitverschwendung, sicherlich - und dennoch geben einige Leute bestimmte Dinge nicht zu, weils Tabuthema in der Gesellschaft ist, oder halt nicht akzeptiert wird. Hab ich ja alles schon in meinem ersten Post geschrieben.

      Hobby und Arbeiten ist ein Oxymoron. Ein Hobby ist in jeglicher Art und Weise wie es definiert wird, das Gegenteil von Arbeit. Du kannst, zumindest nach meinem Kenntnisstand, nicht von einem Hobby sprechen, wenn es dein Beruf ist und du damit Gewinn erwirtschaftest. Deswegen ist der Spruch "Mach dein Hobby zum Beruf, dann arbeitest du keinen Tag in deinem Leben" absoluter Stuss.

      Ich hoffe, dass ihr alle einmal einen wirklichen Beitrag zu diesem Thema zu schätzen wisst.

      Freundliche und amüsierte Grüße
      Shandal
    • Autsch, ältere Menschen haben also keine Hobbies ?

      Ganz ehrlich ich habe selten derart Vorurteilbehaftetes gelesen. Ich kann Euch aus eigener Erfahrung mitteilen, dass es in meinem Bekannten- und auch (den ferneren) Kollegenkreis keinen gibt, der kein Hobby hat. Es mag sein, dass diese in bestimmten Zeiten nicht so intensiv gelebt werden, weil die Kräfte in anderen Zusammenhängen gebunden sind. Das ist aber mal was gänzlich anderes als "keine Hobbies" zu haben.

      Selbst meine Mutter hat mit 85 Hobbies. Wie kommt man nur zu solch einer Aussage ? Unfassbar, solcher Nonsense!
      youtube.com/c/JolinaHawk/

      "Skill" und schrilles Gedöns gibts woanders. Hier wird quietschvergnügt mit leidenschaftlichem Dilettantismus und viel Liebe zum Spiel gespielt.
    • Jolina Hawk schrieb:

      Autsch, ältere Menschen haben also keine Hobbies ?

      Ganz ehrlich ich habe selten derart Vorurteilbehaftetes gelesen. Ich kann Euch aus eigener Erfahrung mitteilen, dass es in meinem Bekannten- und auch (den ferneren) Kollegenkreis keinen gibt, der kein Hobby hat. Es mag sein, dass diese in bestimmten Zeiten nicht so intensiv gelebt werden, weil die Kräfte in anderen Zusammenhängen gebunden sind. Das ist aber mal was gänzlich anderes als "keine Hobbies" zu haben.

      Selbst meine Mutter hat mit 85 Hobbies. Wie kommt man nur zu solch einer Aussage ? Unfassbar, solcher Nonsense!
      Dabei handelt es sich um eine anekdotische Beweisführung und langweilige Grundsatz-Diskussion. Beides ist weder verlässlich noch interessant.

      @MrsLittletall hat zum Beispiel exakt die andere Erfahrung gemacht, dementsprechend würden sich eure Meinung gegeneinander aufheben und wir wären beim Status Quo. Wir könnten in dem Fall natürlich nun eine Umfrage starten und die Mehrheit würde in der anekdotischen Beweisführung gewinnen; Recht haben müssen sie dennoch nicht.

      Genau deshalb kommen wir zu einer langweiligen Grundsatz-Diskussion. Wenn jemand sagt, dass er kein Hobby hat, hat er dann eines? Wie oft und regelmäßig muss etwas ausgeführt werden, damit es als Hobby gilt?

      Nehmen wir zum Beispiel deine 85 Jahre alte Mutter. Angenommen sie kocht für ihre Enkelkinder einmal im Monat, wenn sie zu Besuch kommen und macht dies sehr gern. Wäre es ein Hobby? Nach strenger Definition: Ja. Man kann nun aber behaupten, dass es zwar regelmäßig aber nicht oft genug ist, weshalb man berechtigte Zweifel daran hegen kann, dass es sich dabei um ein Hobby handelt. Wie steht es mit Reisen? Wenn man einmal im Jahr wegfährt, zählt es dann als Hobby? Man verbringt in dem Fall nur einen ungemein geringen Teil seiner Freizeit mit dieser Aktivität, kann man also von einem Hobby sprechen? Und wer entscheidet darüber, was nun richtig oder falsch ist?

      Es gibt immer Ausnahmen von Regeln. Allgemein kann man aber festhalten, dass man umso weniger Hobbies hat und diesen weniger nachgehen kann, umso Älter man wird und umso mehr Verpflichtungen man hat. Das ist einfache Aktion und Reaktion.

      Aus diesen Gründen hasse ich anekdotische Beweise und Grundsatz-Diskussionen in solchen Fällen, sie bringen keinen Mehrwert zur Debatte und langweilen lediglich.

      Gelangweilte Grüße
      Shandal
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      Hallo Shandal,

      ich kann den größten Teil deines ersten Beitrags in diesem Thread nachvollziehen und stimme mit ihm überein.
      Allerdings möchte ich dir beim letzten Absatz widersprechen und dafür die Aussagen in diesem noch mal einzeln anführen:

      Shandal27 schrieb:

      Hobby und Arbeiten ist ein Oxymoron. Ein Hobby ist in jeglicher Art und Weise wie es definiert wird, das Gegenteil von Arbeit.
      Hier gehst du davon aus, dass Hobby und Arbeiten gegensätzlich sind.

      Ich möchte dem widersprechen und meinen Widerspruch mit einem Beispiel begründen:
      Ich stamme von einem Bauernhof, bis einschließlich zur Generation meines Opas hat meine Familie von der Tierhaltung (genauer gesagt dem Verkauf von Kuhmilch) gelebt und entsprechend haben wir auch heute noch ein großes Grundstück, Ställe und landwirtschaftliche Maschinen.
      Obgleich mein Vater die Bauerei nicht übernommen hat und stattdessen Sattler geworden ist, hat er vor einiger Zeit Pferde gekauft. Die Art, wie er die Pferdehaltung durchführt, macht eben jene meiner Meinung nach zu einem Hobby. Er tut dies, weil er es gerne tut und teilweise auch als Gegenpol zu seinem Beruf.
      Dennoch ist das Halten von Pferden ein unfassbar großer Haufen an Arbeit: Man muss sie täglich misten und füttern, muss den Stall und die Weide reparieren, wenn die Pferde sie kaputt gemacht haben, und hat auch sonst noch einige anstrengende Dinge zu tun, die mit dem Halten von Tieren zusammenhängen.

      Ich sehe daher, dass diese Tiere für meinen Vater "Hobby" und "Arbeit" zugleich sind und betrachte deine Aussage daher als widerlegt, da das Hobby meines Vater Arbeit enthält und ein kompletter Gegensatz damit widerlegt ist.

      Ich gebe zu, kein Germanist zu sein und auch sonst einfach so zu sprechen, wie ich es gelernt habe, aber mE ist "Arbeit" hauptsächlich definiert als anstrengende Tätigkeit, durch deren Ausübung man gefordert wird. Dies wäre dann aber kein Gegensatz zum Hobby, das sich dadurch definiert, dass es eine Tätigkeit ist, für die man seine Freizeit gerne einsetzt, da auch ein Hobby fordernd sein könnte und diese Wortbedeutung der Arbeit mMn nicht aussagt, ob man jetzt Freizeit dafür geopfert hat oder nicht.

      Shandal27 schrieb:

      Du kannst, zumindest nach meinem Kenntnisstand, nicht von einem Hobby sprechen, wenn es dein Beruf ist und du damit Gewinn erwirtschaftest.
      Du wechselst hier vom Begriff "Arbeit" auf den Begriff "Beruf" und verwendest beide synonym, scheinst dabei aber zu übersehen, dass das Wort "Arbeit" (mindestens) zwei Definitionen hat, von denen nur einer der des Wortes "Beruf" gleicht, nämlich die Bezeichnung einer Tätigkeit, mit der man seinen Lebensunterhalt verdient.

      Es gibt aber noch die oben von mir angeführte Definition, die allerdings vom Wort "Beruf" nicht abgedeckt wird. Dies wird beim nächsten Zitat relevant:

      Shandal27 schrieb:

      Deswegen ist der Spruch "Mach dein Hobby zum Beruf, dann arbeitest du keinen Tag in deinem Leben" absoluter Stuss.
      Verwendet man für "arbeitest" hier die Bedeutung "seinen Lebensunterhalt verdienen" (also "seinen Beruf ausüben"), so hast du recht:
      Der Satz wäre absoluter Stuss: "Mach dein Hobby zum Beruf, dann musst du keinen Tag in deinem Leben mehr einen Beruf ausüben".

      Folglich wird also eher die andere Bedeutung gemeint sein:
      "Mach dein Hobby zum Beruf, dann wirst du dich an keinem Tag in deinem Leben sonderlich anstrengen müssen."
      Ich gebe zu, dass das auch Quatsch ist - aus eigener Erfahrung (habe mein Hobby zum Beruf gemacht) kann ich sagen, dass ich trotzdem ab und an einen harten Tag habe oder eine Aufgabe erledigen muss, die ich nicht unbedingt machen möchte und die mich anstrengt, daher halte ich von diesem Sprichwort auch nicht so viel.

      Dennoch kann man sein Hobby durchaus zum Beruf machen und wird dann höchstwahrscheinlich einen besseren Beruf haben, als wenn man einen Job ausführt, den man weniger gern mag als sein Hobby.
      Außerdem kann ich in keinem der drei Begriffe einen wirklichen Widerspruch zu den anderen beiden finden. So kann mMn ein Hobby sowohl als Beruf herhalten, als auch Arbeit sein, wenn es für einen selbst eine anstrengende Tätigkeit darstellt.

      Shandal27 schrieb:

      Ich hoffe, dass ihr alle einmal einen wirklichen Beitrag zu diesem Thema zu schätzen wisst.
      Selbstverständlich.

      Shandal27 schrieb:

      Freundliche und amüsierte Grüße
      Shandal
      Freundliche und amüsierte Grüße zurück
      strohi
      You like music? I like pissing.
      ~Corey Taylor
    • MrsLittletall schrieb:

      Aber ehrlich... es ist mir schon öfter aufgefallen... gerade die Menschen, die ich kenne, die über 40 sind, scheinen überhaupt nichts zu haben, womit sie gern ihre Zeit verbringen. Sogar meine Schwester, die ein Baby hat, setzt sich manchmal hin und spielt ein kleines Videospiel oder schaut einen Film mit ihrem Freund.
      Wenn man0 das Thema von vorn betrachtet, dieser Post ist ja schon fast 1 Jahr alt, dann komm ich auch auf manches, das mir dann in den Folgepostings auch begegnet. Dennoch will ich auch darauf eingehen.

      Vieles, das man als Hobby bezeichnen kann, ist bei manchen zur Last geworden. So kann man beispielsweise mal irgendwann gärtnern, also im Garten arbeiten, Pflanzen einbuddeln und beim Wachsen zusehen etc. als ein Hobby sehen, aber wer sich dann irgendwann dazu entschieden hat, sich ein Haus mit grossen Garten zu kaufen oder zu mieten, sieht irgendwann nur noch die nötige Arbeit dabei und seine Sorge, was die Nachbarn, Freunde, Bekannte oder andere Besucher oder vorbei kommende denken, wenns irgendwann nur noch wuchert.

      Hobby am Auto basteln. Meist ein teurer Spass, bis man da alles drin und dran hat, damit es optisch nach was aussieht und dann muss auch noch meist die Musikanlage passen. Irgendwann ist das Projekt aber fertig und man hat nur noch mit dem Erhalt zu tun. Und man wird ja erwachsen. Manche bekommen Kinder und müssen sich entscheiden, ob sie lieber eine Rückbank mit Kindersitzen nutzen wollen oder stattdessen im Heck überdimensionierte BassBoxen und ihr Gepäck und Einkäufe nur auf der Rückbank Platz hätten.

      "Meine Hobbies sind basteln und Eisenbahn spielen". Ja, ein sehr altes Hobby, sich seine Eisenbahn aufzubauen, die vielen Häuserl aufzustellen und wenn alles fertig ist, den Zug durch die Landschaft fahren lassen.

      Ich könnte noch viele, ältere Hobbies aufzählen, die heutzutage vielleicht nicht mehr den "Nerv der Zeit" treffen würden. Wer in der heutigen Jugend oder jungen Erwachsenen könnte sich noch das Gärtnern als Hobby vorstellen. Meist ist man doch nur von den Eltern gezwungen worden, den Rasen zu mähen, beim Hecke schneiden zu helfen und den Hof zu kehren, mancher hat also zu dem "Hobby" ne ganz andere Einstellung.

      Ich habe auch einen meiner Onkel bewundert, der stets aufgemachte Autos und schnelle Motorräder hatte, auch das ein oder andere zu Schrott gefahren hat und auch mal längere Zeit mit Beinverletzungen im Krankenhaus lag, das schreckt dann ab und heutzutage denkt man sich oft, wenn man so n Protzbenz oder Audi sieht "was für ne Geldverschwendung". Aber es ist deren Hobby.


      DarkHunterRPGx schrieb:

      "Kannst du nichts besseres mit deiner Zeit anfangen" blablabla
      Ja. Sowas kam mir auch. Es ist auch sehr schwer zu vermitteln, dass das Spielen am PC genauso seine Berechtigung hat, wie wenn Sie nur in Kleinanzeigen forscht, auf Youtube Musikvideos anschaut oder mit der besten Freundin über Skype tippt, Oder wenn sie im Garten arbeitet.

      Manche Dinge macht mann auch mit, wie das im Garten arbeiten oder mann hat auch Freude an den Hunden etc. aber eben nicht nur das.


      OnlinePunk schrieb:



      Generell fürchte ich, dass der Hauptgrund dafür, dass man sagt, man hätte kein Hobby ist, dass dieses gesellschaftlich geächtet wird, wie zB Gaming, Amateur Porns drehen und sowas halt... ^^
      Ja, die Gesellschaft. Ich würde jetzt nicht auf die Porns abdrehen, die gehören nun wirklich nicht zu den Dingen, die ich mit andern bereden würde, aber das Gaming ist schon ne andere Sache.

      GrandFiredust schrieb:

      Spoiler anzeigen
      Wie @DerDummbabbler schon geschrieben hat, glaub ich auch dass Hobbys vom Großteil der Gesellschaft enger definiert werden als einfach alle Freizeitbeschäftigungen.
      Wenn man irgendwo direkt nach Hobbys gefragt wird, dann sind Sportarten oder andere "direkte Dinge" am meisten akzeptiert. Fußball, Reiten, Singen, etc...
      Und oft geben das auch die Leute an, die mal vor 6 Jahren für 3 Monate im Fußballverein waren und das wars xD
      Wenn einem gar nix einfällt, dann nehmen die meisten Feiern, mit Freunden was unternehmen, Musik hören, ...
      Halt sowas was fast jeder macht.


      Aber Zocken oder Youtube sind so Sachen die irgendwie immer noch nicht etabliert sind in der Öffentlichkeit, auch wenn dennoch fast alle (jüngeren) Leute damit in Kontakt kommen.

      Deswegen ist es oft schwierig für diejenigen die kein "Alibihobby" haben irgendwas konkretes zu nennen.
      Vielleicht sagt man dann eher, dass man keine Hobbys hat, wenn einem nicht schnell noch etwas einfällt :)

      Ja, zocken ist so ne Sache, mit der man heutzutage schnell mal in eine dunkle Ecke gestellt wird. Daran sind aber auch die Medien schuld. Unter "zocken" verstehen die meisten ja doch nur Begriffe wie "Killerspiele". Und die wurden ja schon häufiger in den Amok-Fällen als Begründung angeführt und grosse Teile der Bevölkerung glauben alles, was in den bekannten Medien behauptet wird. "Es stand in der Zeitung, also muss es wahr sein"

      Ausserdem fühl ich mich an den Bericht von RTL über Zocker an der Gamescom erinnert. Die alle den selben Kleidungsstil haben, ungepflegt aussehen, stinken usw.
    • Mhm ... ein interessanter Thread. Ich habe mich bislang auch schon des Öfteren gewundert, warum manche Menschen so gar keine Hobbys zu haben scheinen und sich nach 2 Wochen Urlaub langweilen und auf die Arbeit freuen.

      Ich bin da tatsächlich ein ganz anderer Typus. Ich könnte gar nicht arbeiten und wäre tatsächlich dauerbeschäftigt ohne eine Spur Langeweile. Ich habe allerdings auch mehr als nur ein Hobby.
      Liegt wohl daran, dass ich jemand bin, der einfach nicht nichts tun kann. Es gibt für mich tatsächlich nichts Schlimmeres, als mich nur berieseln zu lassen, vom Fernseher zum Beispiel.

      Unabhängig von Arbeit und viel beruflichen Druck, gibt es eben einfach Menschen, die sich einfach nicht für Hobbys begeistern können. Ich kenne eine ganze Reihe von Leuten, die nichts machen außer Fernsehen und Shoppen.
      Viele Hobbys setzen ja auch eine gewisse Anstrengung und Fleiß voraus, einige haben darauf einfach keinen Bock. Das ist eben so.
      Umgekehrt gibt es Menschen, die lassen sich für eine ganze Reihe von Dingen begeistern. Und nehmen dafür sogar in Kauf, dass das Hobby viel von ihnen abverlangt.
      Ich habe mir als Jugendliche zum Beispiel selbst Gitarre beigebracht und bin am Anfang halt dauerhaft gescheitert und hatte als Dank auch noch höllisch schmerzende Fingerkuppen, sodass ich kein einfaches Wasserglas mehr in der Hand halten konnte.

      Übrigens finde ich, dass Zocken mittlerweile kein Hobby mehr ist, das von der Gesellschaft irgendwie geächtet ist. Liegt vielleicht auch daran, dass ich einen Bekanntenkreis habe, in demZocken quer durch die Bank eine beliebte Freizeitbeschäftigung ist.

      Am Alter liegt Hobbylosigkeit meiner Erfahrung nach übrigens auch nicht.
      Ich denke tatsächlich, das ist eine Typfrage ...
    • Ich kann es auch nicht wirklich verstehen, wenn ich mit jemanden treffe der Urlaub hat und sich fast schon wieder auf die Arbeit freut, weil er keine Ahnung hat, was er mit der Freizeit anfangen soll. Das ist für mich auch eine Sache die bei mir nicht passieren würde. Mein durchschnittlicher Schlaf liegt auch nur bei 6-7 Stunden am Tag. Aber gut, würd ich den Spaß am zocken total verlieren, müsste ich mir auch neue Dinge suchen. Aber dann würde ich sicherlich auch mehr lesen (derzeit irgendwie nur in öffentlichen Verkehrsmitteln) oder auch mehr sportliche Betätigung. Ich mache mir keine Sorgen nicht irgendetwas zu finden, das mir Spaß macht.
      Hoffentlich kann ich mich auch noch im Alter gut für Dinge jenseits des bespitzelns von Nachbarn begeistern ^^

      Interessant wird es auch wieder bei Kindern. Die tun sich nämlich teilweise schon bedenklich schwer ohne irgendwas digitales zu beschäftigen. Aber man hat natürlich gut Reden, wenn man selbst noch mehr oder weniger vor dem Smartphone seine Schulzeit hinter sich gebracht hat. Aber ich bin manchmal echt froh, dass ich meilenweit von eigenen Kindern entfernt bin (außer in Spielen xD )

      Aktuell: Divinity: Original Sin 2 RimWorld [Alpha 17] Stardew Valley The Witcher 3
    • Ich würde behaupten das wenn man ein Anstregenden Beruf hat lange arbeiten muss und Familie hat auch nicht wirklich viel Zeit hat für Hobbies.
      Ich kenne es noch früher selber von meinen Eltern, die arbeiten manchmal 10 Stunden am Tag oder sind auf Geschäftsreise und dann noch um die Familie kümmern. Wo soll man da Zeit haben für Hobbies ?

      Abgesehen das etwas lesen Spazieren, mal Fahrradfahren oder einfach mal Kaffee trinken gehen nicht wirklich als Hobby angesehen wird bzw. für die Leute so anfühlt. Klar hat man vielleicht am Wochenende Zeit was zu unternehmen aber auch da ist wieder Familie oder auch der Haushalt wieder dran und eventuell hat man auch kein Bock was zu machen.
      Dann haben die halt als Hobby "TV" gucken, nur wird das keiner als Hobby sehen ist aber im Grunde genau so Sinnlos wie Computerspielen.

      Wenn man möchte kann man sich natürlich auch Hobbies suchen wenn man diese ganzen Sachen macht aber ich kann verstehen das man dann auch keine Lust mehr hat oder nicht mehr Motiviert ist noch was zu tun.

      Ich kann es voll und ganz nachvollziehen bei Familie und Frau so gut wie keine Zeit zu haben für Hobbies oder man tut einfach so als ob man Hobbies hätte wie die früher bei Schlag den Raab die anscheint 48 Stunden am Tag hatten XD :D