Kennt ihr das schlechte Gewissen in Sachen Jobwechsel?

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    • Kennt ihr das schlechte Gewissen in Sachen Jobwechsel?

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      Moin Leute,

      da ich mich vermutlich bald beruflich umorientieren möchte kommt bei mir mal wieder das ggf. damit verbundene schlechte Gewissen hoch. Man arbeitet mit Kollegen zusammen, die man mag und die man schätzen gelernt hat. Dann kommt der Zeitpunkt wo einem der Job in der Situation keinen Spaß mehr macht und man sich umorientieren möchte. Klar für mich wäre das besser: Mehr Zufriedenheit im Job. Nur andererseits denke ich mir mal wieder: Ja toll dann brumme ich meinen noch-Kollegen meine Arbeit auf und die haben schon genug um die Ohren.

      Auch wenn ich weiß, dass das eigentlich Tinnef ist, grübel ich gerade genau darüber. Aber letzten Endes ist eine ggf. suboptimale Personalplanung die dazu führt, dass die Arbeit eines gehenden Mitarbeiters nicht aufgefangen werden kann, nicht mein Problem, sondern das des Chefs oder nicht?

      Wie seht ihr das? Wart ihr schon mal in der Situation? Habt ihr auch schon ein schlechtes Gewissen gehabt oder seid ihr, überspitzt gesagt, gegangen unter dem Motto: nach mir die Sintflut?

      Freu mich auf euren Input. :)

      Gruß
      Kopfgeburt
    • Kopfgeburt schrieb:

      dann brumme ich meinen noch-Kollegen meine Arbeit auf
      Die bekommen sicher einen neuen Mitarbeiter. Niemand ist unersetzbar.
      Man kann es aber auch frühzeitig ankündigen und nicht von heute auf morgen gehen.

      Früher hat man für gewöhnlich 40 Jahre im selben Beruf+Betrieb gearbeitet.
      Der Trend der freien Entfaltung der eigenen Bedürfnisse und stets der Wunsch nach Zufriedenheit im Job kam erst vor einigen Jahren.

      Wenn man die Möglichkeit und das Bedürfnis hat, kann man es ruhig tun, sollte sich das aber gut überlegen und nicht spontan handeln.
      Andere haben teilweise über Jahre hinweg keinen Job und die neue Arbeit könnte sich als viel schlimmer herausstellen - der Weg zurück dürfte meist schwierig werden.

      Es ist schließlich kein Hobby wie Let's Playen, wo es nur um den Spaß geht. Auch Loyalität und Finanzen spielen eine große Rolle.
      Sofern die Möglichkeit besteht, arbeite dich in der Hierarchie nach oben - je höher du stehst, desto besser kannst du dich mit dem Job identifizieren.
      Bei den niedrigeren Positionen wird von häufigeren Personalwechseln meist eh ausgegangen.
      Trifft natürlich nicht überall zu.
    • Ja ich kenne das zu gut. Habe damals Metallbauer gelernt. 4 Jahre (nach der AUsbildung) in diesem Job bei der gleichen Firma gearbeitet. Meine Kollegen schätzen gelernt. Nur wurde mir dieser Job zu stupide/eintönig und wollte mich umorientieren und mein Hobby zum Beruf machen. Gesagt getan abends hab ich dann mich dran gesetzt und gelernt. Hab dann ein Studium zum Spieleentwickler gemacht auf der Unreal Engine. Hab mich dann weitergebildet zum Game Designer. Nun bin ich Freiberuflicher Spieleentwickler mit dem Schwerpunkt Game Designer. Und was soll ich sagen. Es war die beste Entscheidung. Anfangs dachte ich noch "Ob das was wird. Was ist wenn ich kein Job finde als Entwickler." na die üblichen Fragen halt. Hatte aber immer im Hinterkopf "Wenne das nicht riskierst wirst du es nie erfahren und eventuell später dir in den Arsch beißen".
      No risk no fun ;D
    • Klar, ich glaube jeder der einen Jobwechsel hinter sich hat kennt das Problem. Jedoch ist das nicht dein Problem sondern ein Problem der HR Abteilung (je nach Größe des Arbeitgebers). Diese planen schon mit Mitarbeiterfluktuationen, die vollkommen normal sind. Ich persönlich finde nicht, dass du dadurch deinen Kollegen mehr Arbeit aufbrummen wirst, da für dich ja sicherlich ein Ersatz gefunden wird oder es Schulungen geben sollte die das effizientere Arbeiten lehren sollten.
      Wenn du unzufrieden mit deiner Arbeit bist, solltest du den Job unbedingt wechseln, da deine Unzufriedenheit sich ja wahrscheinlich auch auf die effektivität ausüben wird und du nur noch 90% gibts anstelle der 100% die ein neuer motivierterer Mitarbeiter geben wird.
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      Kopfgeburt schrieb:

      Wie seht ihr das? Wart ihr schon mal in der Situation? Habt ihr auch schon ein schlechtes Gewissen gehabt
      Ich bin da sogar noch schlimmer. Ich habe teilweiße schon ein schlechtes gewissen, wenn ich Urlaub habe, oder Krank bin. Das ich Krank bin, kommt nicht oft vor, dass ich Krank Arbeiten gehe hingegen schon. (will heißen, dass ich 9/10 wo ich Krank bin, trotzdem Arbeiten gehe) Ich weiß genau, wie stressig es zur Zeit ist. Wie ich jeden Tag rennen muss um das zu schaffen, was geschafft werden muss. Und wenn ich dann fehle, denke ich immer: Scheiße, da geht bestimmt gerade die Welt unter. xD

      Kopfgeburt schrieb:

      Ja toll dann brumme ich meinen Kollegen meine Arbeit auf und die haben schon genug um die Ohren.
      Und genau deshalb, gehe ich, wie schon oben geschrieben auch Krank arbeiten. Ich bin erst 2x Zuhause geblieben, nicht aber, weil ich gebrochen habe oder Fieber hatte. Sondern, weil ich SO Krank war, dass ich nicht einmal mehr stehen konnte. Mein Kreislauf ist mir ständig abgeschmiert, nachdem ich dann ein zweites mal umgekippt bin, wurde ich im Pausenraum wach, vor mir mein Supervisor mit den Worten: Dich will ich hier die nächsten 2 Wochen nicht sehen, du siehst aus wie eine lebende Leiche.

      Ist das Dumm? - DEFINITIV! wenn man Krank ist soll man Zuhause bleiben. Aber das Gefühl, Arbeitskollegen und Freunde mit der ganzen Arbeit alleine zu lassen, ertrage ich irgendwie nicht. Ich denke dann immer so: ,,Scheiße, die denken jetzt bestimmt, ich simuliere das nur, oder was das fürn assi etc" - Ich rede hier von Arbeitskollegen. Ich Arbeiten auch mit Freunden in der selben Abteilung von dehnen ich nicht glaube, dass sie das glauben. Aber ja, ich lasse meine Kollegen halt ungern im Stich. xd
      Wenn du Glaubst, am Ziel angekommen zu sein, hast du das Ziel aus den Augen verloren.
      -derFLORIAN, 1991 - 2016, Hier steht nichts, hier auch nichts.
    • Kopfgeburt schrieb:

      Nur andererseits denke ich mir mal wieder: Ja toll dann brumme ich meinen noch-Kollegen meine Arbeit auf und die haben schon genug um die Ohren.
      wie du schon sagtest ...

      Kopfgeburt schrieb:

      Aber letzten Endes ist eine ggf. suboptimale Personalplanung die dazu führt, dass die Arbeit eines gehenden Mitarbeiters nicht aufgefangen werden kann, nicht mein Problem, sondern das des Chefs oder nicht?
      ... ist es die Sache des Chefs Personal nachzubesetzen.
      Mach dir darüber keine Gedanken, er wird viel besser bezahlt als du, um sich genau solche Gedanken machen zu müssen

      Kopfgeburt schrieb:

      Wie seht ihr das? Wart ihr schon mal in der Situation? Habt ihr auch schon ein schlechtes Gewissen gehabt oder seid ihr, überspitzt gesagt, gegangen unter dem Motto: nach mir die Sintflut?
      Ich würd daran keinen Gedanken verschwenden. Wenn ich gehe, gehe ich. Hab allerdings auch recht kompetente Kollegen die sagen "wenn einer geht, hat einer nachbesetzt zu werden, ansonsten Chef, sag mir welche Aufgaben vorrang haben, die werden gemacht, rest bleibt liegen der nich geschafft wird weil der Mitarbeiter fehlt".

      Ich würd da kein schlechtes Gewissen haben, und auch wenn n Kollege geht und ich dann seine Arbeit aufgebrummt würden kriege, würde ich das wie oben geschrieben zu meinem Chef sagen. Ich hab nich die Verpflichtung dauerhaft Aufgaben von 2 Mitarbeitern zu machen. Kein Bock auf Burnout.

      Also mach dir darüber keine Gedanken, du musst anfangen mehr auf dich zu achten als auf andere.
    • Das hatte ich vor ca. 9 Jahren bevor ich zu meinem aktuellen Job gewechselt bin. Unter anderem weil ich meine Kollegen mit einem unfertigen Projekt sitzen gelassen habe.

      Allerdings war das Management in der Firma einfach grottenschlecht und ich hät da nicht viel länger bleiben können. Inzwischen exisitiert die Firma nicht mehr und mein neuer Job gefällt mir immernoch bombig. :)
      Abgestürzt, von Monstern verhauen und in die Luft gesprengt.
      8o Let's Play Foolcraft :thumbsup: Let's Play FTB Beyond 8)
      It'll be fun they said...
    • Ich hatte super Kollegen, und einen "Wixx" Chef der gerne mal die "Mobbing" Keule raushängen lässt.
      Ausbildung beendet und gesagt tschüss, gönnt euch ! Meine Kollegen waren super nett, haben aber auch den Chef gehasst und immer nur geredet .. " ich geh hier weg .. scheisse hier ... " und sind dennoch geblieben.
      Dann ab woanders hin, in's Lager .. etwas völlig neues. Erstmal Zeitarbeit hurraaa.. war nicht toll. Also weder Stunden noch die Bezahlung.
      Dann durch ein paar Firmen gewandert für kein Geld und wenig Freizeit. Damit dann zu einer höher im ranking liegenden Firma. Dort vorstellig geworden, erzählt und gut verkauft und dann jetzt 3 Jahre lang so weiter gearbeitet wie in den Zeitarbeitsfirmen. Schon bin ich mittlerweise Knöpfendrücker und gut beim Chef angesehen.

      Es ist gut, erst durch scheisse zu gehen um dann hinterher richtig etwas raus zu hauen.
      Und Kollegen findest du überall. Es gibt immer in jeder Firma diese Kollegen, die man richtig toll findet und dazu kommt noch ...
      sobald du die Firma wechselst kennen dich die alten Arbeitskollegen eh nichtmehr :D
      LP = MC²
    • Kopfgeburt schrieb:

      Ja toll dann brumme ich meinen noch-Kollegen meine Arbeit auf und die haben schon genug um die Ohren.
      Peng. Das sind Dinge, die du nicht ändern kannst. Du wirst gehen, ein anderer wird kommen, so ist das. Deshalb werden die dich nicht weniger mögen als vorher auch, zumindest dann nicht, wenn deren Kollegialität nicht darauf beruhte sich einfach nur gut zu stellen um daraus Vorteile zu ziehen. Die Leute machen sich zu viele Gedanken beim Jobwechsel, an erster Stelle steht man selber. Du musst schauen, dass du das bestmögliche für dich rausholst, denn du musst mit dir den Rest deines Lebens verbringen und willst sicherlich später einen schönen Lebensabend haben ohne große Sorgen - und den immer währenden Gedanken daran eine Chance möglicherweise verpasst zu haben. Wer sich nicht dumm anstellt und einfach ein "normaler Typ" ist, der dürfte in jedem Unternehmen schnell Kollegen finden.

      Sieh das ganze andersrum: In vielen Unternehmen wird es dir am Ende niemand groß danken auf eine Chance verzichtet zu haben. Irgendwann kommt vielleicht mal ein Punkt, wo du nicht mehr die Leistung bringen kannst die man von dir hätte (aus welchen Gründen auch immer), und dann kannst du schlimmstenfalls sogar noch einen eigenen Nachfolger anlernen. Je größer die Unternehmen sind, umso ersetzbarer bist du, und vor allem bist du am Ende des Tages nur eine Nummer in der Buchhaltung. Wenn du also eine Chance hast dich zu verändern und womöglich für die gleiche Arbeit mehr zu verdienen, verbau sie dir nicht mit falschen Nostalgiegefühlen, sondern nutze die Chance. Wenn deine Kollegen nicht nur selbige sind, sondern Freunde, wird man den Kontakt halten, nichts ist einfacher in der heutigen Zeit.

      Kopfgeburt schrieb:

      oder seid ihr, überspitzt gesagt, gegangen unter dem Motto: nach mir die Sintflut?
      Letzteres ist nicht überspitzt, sondern in der heutigen Zeit der springende Punkt. Das sagt ja nicht, dass man im Clinch auseinander geht, aber wenn man alles sauber regelt, dann würde ich mir über alles andere einfach null Gedanken machen - es bringt dich nicht weiter!
      Viele Grüße,

      Christian
      __________________________________
      Spielpartner gesucht: game8.yt/5ewfn

    • derFLORIAN schrieb:

      Ist das Dumm? - DEFINITIV! wenn man Krank ist soll man Zuhause bleiben. Aber das Gefühl, Arbeitskollegen und Freunde mit der ganzen Arbeit alleine zu lassen, ertrage ich irgendwie nicht. Ich denke dann immer so: ,,Scheiße, die denken jetzt bestimmt, ich simuliere das nur, oder was das fürn assi etc" - Ich rede hier von Arbeitskollegen. Ich Arbeiten auch mit Freunden in der selben Abteilung von dehnen ich nicht glaube, dass sie das glauben. Aber ja, ich lasse meine Kollegen halt ungern im Stich. xd
      Völlig übertriebener, ungesunder (!) und falscher Eifer. Dankt dir am Ende keiner. Man soll nicht wegen jedem Pups zuhause bleiben, aber wenn es einem nicht gut geht, dann hat man auf der Arbeit nichts verloren. Ich finde es sogar beschissen von den Leuten, wenn sie sich krank zur Arbeit schleppen und andere auch noch mit anstecken. Sowas geht gar nicht.
      Viele Grüße,

      Christian
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    • Die Mutter meiner Freundin ist immer zur Arbeit gegangen, egal wie krank. Nun ist sie Frührentnerin weil sie mehrfache Hirnhautentzündungen hinter sich hatte.
      Nun, ist jeder schnupfen sehr gefährlich.

      Soll nicht heißen wegen jedem Hüsterchen oder unwohlsein zuhause zu bleiben aber krank ist krank .. und ich hasse die Kollegen die hustend durch die Gegend laufen "Ja krank sein ist kacke, müsst ihr mehr arbeiten" und eine Woche später sind viele angesteckt und krank und wir müssen für mehrere nacharbeiten.
      LP = MC²