Die Büchse der Pandora / Wissen oder Weltfrieden?

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  • Die Büchse der Pandora / Wissen oder Weltfrieden?

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    Hallo Leute,
    allen, die die Physiker (Dürrenmatt) gelesen haben oder die Legende um die Büchse der Pandora kennen, wird diese Frage bekannt vorkommen.
    Die Frage ist: Sollte man Wissen vorenthalten, wenn man weiß, dass mit diesem Wissen grausame Sachen passieren könnten?
    Um mal zwei Beispiele zu nennen:

    1. Du bist Journalist und hast herausgefunden, dass die Regierung uns alle total bescheißt. Du weißt aber auch, wenn du das jetzt in der Zeitung schreibst, wird es einen riesigen Volksaufstand geben, den die Politiker gnadenlos niedermetzeln werden, es würden also viele Leute unschuldig sterben. Schreibst du den Artikel?

    2. Du weißt, wie man z.B. hocheffiziente Kraftwerke nach dem Vorbild der Sonne bauen könnte, aber du weißt auch, dass man mit diesem Wissen großes Unheil anrichten kann, weil man aus diesem Wissen heraus auch eine Bombe bauen kann, die alle Schrecklichkeit übersteigt. Würdest du das Wissen verbreiten?

    sich auf spannende Diskussionsbeiträge freuend
    Florian
  • Ich zitiere mal Spiderman,"MIt großer Macht kommt große Verantwortung"
    Das trifft ja darauf genau zu, ich denke mal, das mit der Regierung würd ich veröffentlichen, weil dann haben die mich ja auch beschissen.
    Die Sache mit dem Kraftwerk ist schon viel komplexer.
    Es könnte die Welt retten, oder aber sie dem Untergang weihen.
    Ich denke ich würd das für mich behalten.
  • "Die Physiker" geben ein gutes Trio ab - hiermit auch eine Empfehlung meinerseits. Nun zu deinen Fragen:

    1. Ich würde den Artikel schreiben. Warum? Wenn ich ihn nicht schreibe, schreibt ihn ein anderer. Ich will aber gern den Ruhm erben und das Bundestverdienstkreuz an mich reißen. Will mir schließlich was drauf einbilden. - Nein, ernsthaft: Kriege, Revolutionen und Aufstände gab es schon seit eh und je. Jetzt bin ich eben mal für eine Revolte verantwortlich. - Wieder etwas schwärzer: Ein paar Menschen mehr oder weniger stört eh keine Sau, außer vielleicht die Angehörigen und diejenigen, die Mitleid heucheln. So lösen wir wenigstens das baldige Problem der Überbevölkerung erschreckend schnell und einfach.

    2. Sofort. Wir haben ohnehin schon zig Atombomben, mit denen wir die Welt theoretisch gleich mehrfach zerstören könnten. Also macht meine Erfindung auch nur wenig aus. - Und ich ernte eben wieder Ruhm und Ehre. Dagegen hat wohl niemand etwas. Bringt sicher auch den ein oder anderen Euro ein und geldgeil war ich schon immer. Müsste ich beim Lotto wenigstens nicht mehr meine Lost-Zahlen tippen ... ;)
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    Das Problem an der Sache ist: es ist schon zig mal passiert. *kicher*
    Von daher: ja, ich würde Wissen "veröffentlichen".
    Bei 1) muss ich sagen, dass es nicht immer auf Mord und Totschlag hinauslaufen muss(!); der Aspekt des Wachrüttelns würde für mich im Vordergrund stehen.
    Wie heißt es immer so schön: "EIn Ruck mus durch Land XYZ gehen!"
    Und genau das ist mMn auch die Aufgabe eines Journalisten: Wissen vermitteln, die Informationen an die Leute bringen.
    Bei 2) muss ich auch sagen, dass die Atombombe ein Beispiel ist, dass man dafür nennen kann.
    Wir beziehen heute mittels Atomkraftwerken vielerorts unsere Energie. Dass daraus Atombombem wurde, die viele Städte wie Nagasaki oder Hiroshima zerstört haben, ist ein trauriger Effekt dieser Entdeckung. Aber: diese Energie könnte eine Verbesserung des Lebensstandards mit sich bringen.
    Mal ganz abgesehen von den geldgierigen Firmenleitern, die sich dadurch die Taschen voll Geld scheffeln: alles, was die Lebenssituation verbessern kann, ist es wert, versucht zu werden.
    Ok, wenn uns die Kraftwerke unter dem Hintern wegexplodieren und aus weiten Landstrichen reines Ödland hinterlassen und aus Menschen blutige Fleischklumpen fabriziert...
    Naja, dann: Upsi Daisy :3

    Bayonetta~

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Bayonetta ()

  • Lenti42 schrieb:

    "Die Physiker" geben ein gutes Trio ab - hiermit auch eine Empfehlung meinerseits. Nun zu deinen Fragen:

    1. Ich würde den Artikel schreiben. Warum? Wenn ich ihn nicht schreibe, schreibt ihn ein anderer. Ich will aber gern den Ruhm erben und das Bundestverdienstkreuz an mich reißen. Will mir schließlich was drauf einbilden. - Nein, ernsthaft: Kriege, Revolutionen und Aufstände gab es schon seit eh und je. Jetzt bin ich eben mal für eine Revolte verantwortlich. - Wieder etwas schwärzer: Ein paar Menschen mehr oder weniger stört eh keine Sau, außer vielleicht die Angehörigen und diejenigen, die Mitleid heucheln. So lösen wir wenigstens das baldige Problem der Überbevölkerung erschreckend schnell und einfach.

    2. Sofort. Wir haben ohnehin schon zig Atombomben, mit denen wir die Welt theoretisch gleich mehrfach zerstören könnten. Also macht meine Erfindung auch nur wenig aus. - Und ich ernte eben wieder Ruhm und Ehre. Dagegen hat wohl niemand etwas. Bringt sicher auch den ein oder anderen Euro ein und geldgeil war ich schon immer. Müsste ich beim Lotto wenigstens nicht mehr meine Lost-Zahlen tippen ... ;)

    Na, da hat aber jemand eine recht zynische Denkweise. Ob man das nun ernst nehmen soll oder nicht: Wenigstens gibst du zu, dass du aufgrund von Ruhm und Ehre Menschenleben gefährden würdest (wenn auch indirekt). Ist ja egal, nicht? Passiert ja sowieso. Und wie prima sich so die Überbevölkerung der Erde lösen lässt. Ernsthaft..dich will ich sehen, wenn du Betroffener bist. Dein Gewissen möchte ich nicht sein..naja, doch. Das scheint nämlich im Urlaub zu sein. Aber du hast grade herrlich hervorgehoben, wie der Mensch im Allgemeinen ticken würde. War dies deine Intention und deine Nachricht nur ein kleiner Seitenhieb, darf ich schmunzeln. Meinst du das ernst..schüttel ich heftig mit dem Kopf.

    Beides nicht. Wieso? Ganz simpel: Mitgefühl, mein Gewissen, die Gewissheit das ich mit so etwas nicht leben könnte. Mehr brauche ich nicht. Und das reicht mir um gut schlafen zu können. Albert Einstein bereut nicht umsonst, dass er die Atombombe erfunden hat..wäre er doch mal Uhrenmacher geworden ;)

    Nennt mich jetzt Weichei..ich bin ja so ein Schwein.
  • Florian1401 schrieb:

    Hallo Leute,
    allen, die die Physiker (Dürrenmatt) gelesen haben oder die Legende um die Büchse der Pandora kennen, wird diese Frage bekannt vorkommen.
    Die Frage ist: Sollte man Wissen vorenthalten, wenn man weiß, dass mit diesem Wissen grausame Sachen passieren könnten?
    Um mal zwei Beispiele zu nennen:

    1. Du bist Journalist und hast herausgefunden, dass die Regierung uns alle total bescheißt. Du weißt aber auch, wenn du das jetzt in der Zeitung schreibst, wird es einen riesigen Volksaufstand geben, den die Politiker gnadenlos niedermetzeln werden, es würden also viele Leute unschuldig sterben. Schreibst du den Artikel?

    2. Du weißt, wie man z.B. hocheffiziente Kraftwerke nach dem Vorbild der Sonne bauen könnte, aber du weißt auch, dass man mit diesem Wissen großes Unheil anrichten kann, weil man aus diesem Wissen heraus auch eine Bombe bauen kann, die alle Schrecklichkeit übersteigt. Würdest du das Wissen verbreiten?

    sich auf spannende Diskussionsbeiträge freuend
    Florian

    Also im ersteren Fall würde ich dafür Stimmen, daß die Fakten auf den Tisch gelegt werden, weil es dabei um gesellschaftliche Probleme geht, die geklärt werden müssen, auch wenn es unschuldigen dabei das Leben kostet. Anders gesagt, man kann nicht nur des lieben Friedens will und weil es ja Menschenleben kostet, dem Faschismus freie Hand lassen.

    Zum zweiten Fall gibts nur eines zu sagen. Man sollte jeden Wissenschaftler erschagen, der sich mit Atomspaltung, Fussion oder ähnlichem Dreck befasst. Der Grund, daß ich fürs erschlagen bin ist simpel.

    Kann man Atomenergie friedlich nutzen ? JA. Kann man Atomenergie jemals wirklich beherrschen ? NEIN.

    Selbst die Büchse der Pandorra, die hier aufgeführt wurde, ist nur ein Fliegenschiss gegenüber einer jegliche Existenz gefährtenden Sache wie Atomenergienutzung auf der Erde ( von der wir dummerweise z.Z. nur eine haben).

    Wenn die irgenwann soweit sind andere Planeten zu besieden und sprengen da aus versehen mal einen davon ins All, dann ist mir das Wursch. Aber solange wir nur den einem Planeten zur Verfügung haben, sollte man jeden der diesen mit Atomnutzung/Forschung gefährtet schlichtweg kalt machen.

    Wenn ich an Cern denke, könnt ich kotzen ohne Ende. Die versuche da ja nur mal so Sachen wie mal den Urknall nachzumachen.

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  • @Sheratan:

    Naja, alle erschlagen, das klingt wieder wie Stammtischgerede. So ein Schwachsinn. Der Wissensdurst der Menschen wird nie erliegen und es wird immer noch etwas neues, absolut krankes entdeckt werden. Und die ersten Forschungen zur Nutzung von Atomenergie haben sich nicht gleich mit Sprengstoff befasst. Zudem ist es gerade wichtig, dass dort WEITERgeforscht wird, um Schwächen auszumerzen oder z.B. Fusionskraftwerke zu entwickeln, die wesentlich effizienter wären als AKWs und weniger radioaktiven Müll verursachen könnten, keine Kernschmelze entstehen lassen könnten. Menschen, die forschen mit Mord zu drohen, das ist weltfremd und mittelalterlich, erinnert an die gute, alte Inquisition.
  • TheOriginalDog schrieb:

    @Sheratan:

    Naja, alle erschlagen, das klingt wieder wie Stammtischgerede. So ein Schwachsinn. Der Wissensdurst der Menschen wird nie erliegen und es wird immer noch etwas neues, absolut krankes entdeckt werden. Und die ersten Forschungen zur Nutzung von Atomenergie haben sich nicht gleich mit Sprengstoff befasst. Zudem ist es gerade wichtig, dass dort WEITERgeforscht wird, um Schwächen auszumerzen oder z.B. Fusionskraftwerke zu entwickeln, die wesentlich effizienter wären als AKWs und weniger radioaktiven Müll verursachen könnten, keine Kernschmelze entstehen lassen könnten. Menschen, die forschen mit Mord zu drohen, das ist weltfremd und mittelalterlich, erinnert an die gute, alte Inquisition.

    Sicher klingt das brutal und ist von den realistischen Möglichkeiten leider im Moment weit weg, aber es ist das, was ich mir wünschte.

    Es gibt keine Sicherheit bei Atomkraft, außer der, daß es schief gehen wird und das es vielen vielen Menschen, wenn nicht gar allen, an den Kragen geht, so es dann so richtig schief geht.

    Menschen sind KEINE Götter, auch wenn sich die Wissenschaftler gern so sehen, wenn sie denken, sie könnten irgendetwas beherrschen.

    Mann, die schaffen es nicht eine zuverlässige Wettervorhersage der nächsten 2 Tage zu machen, und da reden die von Sicherheit bei Atomkraft. Die sind von jedem Erdbeben überrascht, von jedem Vulkanausbruch, von jedem Flugzeugabsturz, Tornado, Hurrikan, Hochwasser und und und und.....

    Ne Du. Wenn sie nicht freiwillig aufhören in der Richtung zu forschen, müssen sie gewaltsam daran gehindert werden , damit sie nicht weiter die Existenz der Menschheit für nichts und wieder nichts aufs Spiel setzen.

    Nenne mir nur einen einzigen guten Punkt an Atomkraft, der nicht durch die Tatsache überschattet wird, daß die Kacke jederzeit hochgehen kann, und das der Müll selbst ohne Unfall noch die nächsten 250000 Jahre Menschen töten kann und wird.

    Nachtrag: Für mich ist hier EOD
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  • ArkusLP schrieb:

    Na, da hat aber jemand eine recht zynische Denkweise. Ob man das nun ernst nehmen soll oder nicht: Wenigstens gibst du zu, dass du aufgrund von Ruhm und Ehre Menschenleben gefährden würdest (wenn auch indirekt). Ist ja egal, nicht? Passiert ja sowieso. Und wie prima sich so die Überbevölkerung der Erde lösen lässt. Ernsthaft..dich will ich sehen, wenn du Betroffener bist. Dein Gewissen möchte ich nicht sein..naja, doch. Das scheint nämlich im Urlaub zu sein. Aber du hast grade herrlich hervorgehoben, wie der Mensch im Allgemeinen ticken würde. War dies deine Intention und deine Nachricht nur ein kleiner Seitenhieb, darf ich schmunzeln. Meinst du das ernst..schüttel ich heftig mit dem Kopf.
    Wenn du zugibst, dass der Mensch im Allgemeinen so tickt, darf ich wohl auch so denken. Bin schließlich ein Mensch. Ich heuchle nie und sage, was ich denke. Eine gefährliche Bombe werde ich nie erfinden - dafür habe ich zu wenig in Physik und Chemie aufgepasst. Das mit dem Journalisten ist für mich persönlich realistischer. Nur würde ich mich nicht mit Politik auseinandersetzen. Es ist müßig und würde mich aufregen, weil die Regierung ohnehin nur an sich selbst denkt. Stichwort: Egoismus. Und ich kämpfe ungern gegen Windmühlen an.

    Was ich sagen will (oder vielleicht sogar muss): Das war mehr oder weniger ernst gemeint. Wenn ich jemals Journalist sein sollte, würde ich am liebsten Enthüllungsstorys schreiben. Weil es interessanter ist und mehr Wirkung zeigt. Ich kann auch bei irgendeinem unwichtigen Klatschblatt anfangen. Nur würde mich das nicht sonderlich erfüllen, und darum geht es mir. Wenn ich dafür herausfinden muss, dass die Regierung uns bescheißt, ist das eben so. Ich würde genauso gern aber auch herausfinden, dass die Regierung super-nett zu uns ist. Nur wird das nie der Fall sein. Weil es noch nie der Fall war und der Mensch zu "schlecht" ist, um gut zu handeln.

    (Schlecht unter heutigen moralischen Gesichtspunkten. Eigentlich ist kein Verhalten gut oder schlecht, sondern nur neutral. Erst unsere Bewertung macht es gut oder schlecht. Sollte man immer im Hinterkopf behalten.)
  • @Sheratan: Derzeit gibt es - wie du selber bereits sagtest - keinen Nutzen von Atomkraft, die Vorteile werden durch die immensen Nachteile heruntergespielt, nur die Aktionäre verdienen daran. Umso wichtiger ist es, jetzt weiterzuforschen, damit wir nicht auf diesem selbstmörderischem Stand der Technik bleiben. Ich sag es nicht gerne, aber alles was die Menschen angegangen sind, hatten sie irgendwann unter Kontrolle und so wirds auch mit der Atomkraft sein, egal wie lange es dauern mag.

    Und ich kenne keinen Forscher, der sich für Gott hält. Kapitalisten, Aktionäre, Großkonzerne... Die benehmen sich wie Gott, denn sie haben das Geld, um alles zu bewegen.