Professor Layton und der Ruf des Phantoms

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    • Professor Layton und der Ruf des Phantoms

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      "Professor Layton und der Ruf des Phantoms", so heißt er also, der neueste Teil der erfolgreichen Rätselreihe rund um den charmanten Hutträger auf dem Nintendo DS. Es ist gleichzeitig der letzte Teil für den DS (den fünften Teil wird es ausschließlich für den 3DS geben) und der chronologisch erste Teil in der Layton-Historie, Beginn einer neuen Prequel-Trilogie. Verwirrend, war doch ursprünglich der dritte Teil ("Professor Layton und die verlorene Zukunft") als das große Finale vorgesehen. Muss dieses Spiel unter dieser Neuausrichtung in Sachen Qualität leiden?

      Story: Die Handlung spielt im kleinen verschlafenen Örtchen Misthallery. Hier soll Layton, auf Anfrage seines guten Freundes Clark Triton, mit seiner neuen Assistentin Emmy den Fall eines mysteriösen Phantoms untersuchen. Dieses für das Spiel namensgebende Geschöpf tritt ausschließlich nachts im dichten Nebel auf, geleitet von einer geheimnisvollen Flöten-Musik, und richtet viel Unglück und Schaden im Örtchen an. Laut einer Legende, die uns gleich zu Beginn des Spiels von einem geheimnisvollen Mann erzählt wird, handelt es sich hierbei jedoch um den einstigen Beschützer des Städtchens, den man mithilfe einer geheimnisvollen Flötenmusik rufen kann. In der Tat lässt sich diese auch bei den Angriffen des Wesens vernehmen, es scheint den Weisungen der Musik Folge zu leisten.
      Was es mit dem Wesen, der Musik und dem Mann vom Anfang auf sich hat, das sollte jeder besser selbst herausfinden, so viel sei jedoch gesagt: Die Story von "Professor Layton und der Ruf des Phantoms" ist serientypisch gespickt mit wahnwitzigen Wendungen und Laytons Folgerungen scheinen wie immer aus dem Nichts zu kommen, da das Spiel dem Spieler im Laufe des Spiels Informationen, die zur eigenständigen Lösung des Mysteriums beitragen könnten, vorenthält, um sie später in eindrucksvollerer Weise als brilliante Schlussfolgerung inszenieren zu können. Beispielsweise wird in einem Dialog mit einer Schlüsselperson des Spiels, in dem das weitere Vorgehen gegen das Phantom besprochen wird, einfach eine Schwarzblende gesetzt und bis zum Ende des Gesprächs gesprungen. Auch werden beispielsweise Bilder mit entscheidenden Details erst bei den Schlussfolgerungen offenbart. In puncto Lösen der Story-Geheimnisse in Eigenregie hinkt "Professor Layton und der Ruf des Phantoms" somit Serientypisch eher hinterher.
      Dass dies jedoch nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss, das beweist uns das Spiel gleich zeitgleich: Zwar wird man von den Charakteren eher an die Hand genommen und es gibt klare Aufträge wie "Gehe zu Punkt X, um mit Person Y zu reden", doch ist es gerade diese oft auftretende Linearität, die es den Entwicklern ermöglicht, die Geschichte auf eine Art und Weise zu erzählen, die für den Spieler angenehm und gleichzeitig durch passende Dialoge, Bilder und Filmsequenzen passend untermalt ist.
      Der wichtigste Punkt ist und bleibt jedoch: Auch nach noch so aberwitzigen Wendungen bleibt die Story stets in sich schlüssig. Zwar teilweise nicht ganz so schlüssig wie man es gerne hätte (denn, wie gesagt, das Spiel offenbart nicht alles zum Durchschauen der Story wichtige), aber dennoch kommt einem alles ziemlich durchdacht und rund vor. Die Story spielt sich wie ein guter Kriminalroman, gemischt mit einer Portion Science-Fiction, Steampunk und Fantasy. Selbst Ansätze von Liebesgeschichten sind vorhanden.
      Note: 8/10

      Gameplay: "Professor Layton und der Ruf des Phantoms" ist ein reines Touch-Spiel, Knöpfe oder D-Pad werden euch hier nicht viel helfen. Stattdessen navigiert man sich über ein extrem simples System von Screen zu Screen: Berührt man den Schuh, der sich unten rechts auf dem Touchscreen befindet, so erscheinen Pfeile. Berührt man einen von diesen, so bewegt man sich in die gewünschte Richtung. Genau so einfach ist auch die Bedienung im Rest des Spiels: Ihr tippt den Bildschirm an, um Orte auf der Karte zu untersuchen, Personen anzusprechen, Dialoge fortzuführen etc.
      Dabei besteht ein Teil des Spiels aus der simplen Bewegung von A nach B oder dem Sprechen mit Personen. Der wesentlich interessantere Teil beginnt jedoch, wenn ihr auf dem Touchscreen nach einer Berührung ein rotes Ausrufezeichen angezeigt bekommt. Dieses deutet nämlich auf eines der zahlreich "versteckten" Rätsel im Spiel hin, dem Kernelement der Reihe. Was nun passiert, das lässt sich nicht genau beantworten. Zwar gibt es zu jedem Rätsel einen Aufgabentext, dieses ist jedoch auch schon die einzige Gemeinsamkeit zwischen den über 170 Rätseln. Mal müsst ihr (über eine sehr gut funktionierende Handschriftenerkennung!) die Antwort einfach nur Eingeben, mal müsst ihr Trampoline einzeichenen, um eine Melone unbeschadet zu transportieren, mal müsst ihr in einem Wettstreit um das letzte Wasserventil gewinnen, mal mal mal... Die Varianz der Rätsel ist einfach nur enorm. Hier gilt: Selber erlben und grübeln/scheitern! Apropos grübeln/scheitern: Jedes Rätsel besitzt zusätzlich drei verfügbare Tipps, die mehr oder weniger gute Hilfestellungen zur Lösung anbieten. Diese kosten jedoch Hinweismünzen, die ihr überall im Spiel finden könnt. Der Supertipp, der die Lösung quasi auf dem Silbertablett serviert, kostet sogar gleich zwei Münzen. Hier gilt es also, eher sparsam zu sein und Münzen für die knackigen späten Rätsel aufzuheben. Zudem gibt es eine komfortable Notizfunktion, mit Notizstiften in acht verschieden Farben und zwei Stärken plus Radierer.
      Als Sahnehäubchen werden vom Spiel noch drei Minispiele angeboten: Im ersten müsst ihr versuchen, eine gefahrlose Strecke für Eisenbahnen einzuzeichnen, im zweiten, einem Fisch beim Sammeln von Münzen zu helfen, im dritten, ein Puppentheater durch das richtige Einsetzen von Regieanweisungen zu komplettieren. Um jedoch die einzelnen Kurse/Aquarien/Vorführungen spielen zu können, müsst ihr gewisse Gegenstände sammeln. Dies wiederum geht nur durch das Lösen von Rätseln, ihr werdet also ordentlich auf Trab gehalten.
      Note: 9/10

      Grafik: Alle Spiele der "Layton"-Reihe fühlen sich an wie Zeichentrickfilme. Auch "Professor Layton und der Ruf des Phantoms" bildet da keine Ausnahme. Charmante und durch und durch überzeichnete Charaktere prägen die Landschaft (herausstechendstes Merkmalö wie eh und je: Die Nasen) und sind herrlich animiert und Hintergründe wurden mit sehr viel Liebe zum Detail angefertigt. Besonderes Augenmerk ist in diesem Spiel auch auf die zahlreich eingesetzten Filmsequenzen (häufiger als in den Vorgängern) zu legen, die den cineastischen Flair des Spiels nur noch verstärken.
      Note: 10/10

      Sound: Serientypisch ist die Musik sehr passend zum jeweiligen Geschehen auf dem Bildschirm. Die Rätselmusik ist sehr ruhig und mysteriös, Hintergrundmusiken des verschlafenen Örtchens schön ruhig gehalten. Besonders das Hauptthema verdient hier besondere Anerkennung, es ist sehr energiegeladen und lädt, da es auch im Hauptmenü gespielt wird, direkt zum sofortigen Spielen ein.
      In Sachen Synchronisation wurde ebenfalls das hohe Niveau der Vorgänger gehalten: Synchronsprecher wurden sehr passend zu ihren Rollen gewählt, die charakteristische Layton-Stimme von Mario Hassert ist genau so dabei wie die von Stefan Gossler, der die Rolle des Jean Descole übernimmt. Vereinzelt kann man hören, dass einzelne Sprecher mehrfach besetzt wurden. Dies stört aber aufgrund der Professionalität der Sprecher nur wenig.
      Note: 10/10

      Umfang: "Professor Layton und der Ruf des Phantoms" bietet über 170 Rätsel verschiedenster Arten, eine Hauptstory von etwa 9 Stunden Länge (Quelle: Ich selbst ;)) und wöchentlich herunterladbare "Rätsel der Woche". Angehende Gentlemen sollten hiermit für eine Weile gut bedient sein, für ein Handheld Spiel ist der Umfang durchaus ausreichend. Da Bonus-RPG "London Life", das in den USA und Japan noch mit auf die Karte gepackt wurde, wurde in Europa leider gestrichen. Somit fallen etliche Stunden Spielzeit einfach weg.
      Note: 8/10


      Fazit: "Professor Layton und der Ruf des Phantoms" zeigt einmal mehr eindrucksvoll, wie ansprechend man ein Rätselspiel präsentieren kann. Zwar unterscheidet es sich in seinem Aufbau nicht sonderlich von den restlichen "Layton"-Serienablegern, doch ist es nicht wirklich schlimm, ein weiteres sehr gutes Spiel nach bewährtem Aufbau zu erhalten. Ein Wehrmutstropfen ist, dass hierzulande das Bonus-RPG "London Life", dessen Spielzeit auf etwa 100 Stunden geschätzt wurde, nicht auf der Karte enthalten ist. Wer also auf dieses Extra nicht verzichten möchte, dem sei ein US-Import ans Herz gelegt.

      Gesamtnote: 9/10

      Dieses Review soll keinen Preis gewinnen, ich bitte dennoch um Kommentare, Kritik und Verbesserungsvorschläge.

      Anhang:

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von Meduax ()

    • Gibt an der Kritik nicht viel zu kritisieren, ich empfinde sie als sehr gut geschrieben. Meine Anerkennung. DU hast einen Part drinnen, den ich nicht ganz verstehe:

      Zwar teilweise nicht ganz so schlüssig wie man es gerne hätte (siehe meinen Punkt zum Thema Eigenregie)



      Abgesehen davon frage ich mich, ob du nicht findest, dass die Wertung etwas hoch gegriffen wurde. Es wird sehr schwer dieses Spiel zu topen. Ist es wirklich SO gut?
    • SkyllsAtGames schrieb:

      Gibt an der Kritik nicht viel zu kritisieren, ich empfinde sie als sehr gut geschrieben. Meine Anerkennung. DU hast einen Part drinnen, den ich nicht ganz verstehe:

      Zwar teilweise nicht ganz so schlüssig wie man es gerne hätte (siehe meinen Punkt zum Thema Eigenregie)



      Abgesehen davon frage ich mich, ob du nicht findest, dass die Wertung etwas hoch gegriffen wurde. Es wird sehr schwer dieses Spiel zu topen. Ist es wirklich SO gut?

      Das von dir zitierte habe ich jetzt mal etwas umgeschrieben, vielleicht ist es nun besser zu verstehen. Zu deiner Frage: Meine Endnote setzt sich aus dem Durchschnitt der Einzelnoten zusammen (in diesem Fall exakt 9.0). Somit ist die Gesamtnote zwar nahe an der Perfektion, in den Einzeldisziplinen Story, Umfang sehe ich aber noch etwas Luft nach oben, in der Kategorie Gameplay fehlen meiner Meinung nach nur noch ein paar frischere Idden zur Perfektion.
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      Ja, so ist es um einiges besser zu verstehen, super :3

      Das mit dem Durchschnitt ist mir klar (Auch wenn da vielleicht eine Abstufung interessant wäre. Ist der Sound wirklich so wichtig wie das Gameplay?), trotzdem muss man da mit den Noten etwas aufpassen.
      Aber wenn du diese Note als berechtigt empfindest, ist es natürlich statt gegeben ;)

      Gutes Review!
    • SkyllsAtGames schrieb:

      Das mit dem Durchschnitt ist mir klar (Auch wenn da vielleicht eine Abstufung interessant wäre. Ist der Sound wirklich so wichtig wie das Gameplay?), trotzdem muss man da mit den Noten etwas aufpassen.
      Ich werde es mal so sagen: Wäre da Gameplay in der Note doch sehr ausgerissen (z.B. eine 7/10), dann hätte ich das durchaus stärker gewertet, da ich dann eine solch hohe Gesamtnote nicht mehr vertreten könnte. Ansonsten jedoch ist für mich persönlich der Sound, ebenso wie es das Gameplay selbstverständlich ist, essentiell für ein Spiel.