Depressionen Bei den heutigen Jugendlichen

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  • Depressionen Bei den heutigen Jugendlichen

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    Hallo Liebe Community ;)

    Ich habe eine einfache Disskussionsgrundlage. Was haltet ihr von den heutigen Jugendlichen und davon, dass diese immer öfters Depressionen haben?

    -Was könnten Gründe für solche Depressionen sein?
    -Welche Rolle spielen Freunde & Familie?
    -Was sollten sie dagegen tun?
    -Habt ihr in eurer Jugendzeit ähnliches erlebt?
  • Freigeschalten, da Diskussionsansatz gegeben.

    Gründe für Depressionen gibt es viele. Stress in der Familie, Freundin macht Schluss, unzufriedenstellende Noten... Auch im Erwachsenenalter gibt es Depressionen und man sollte sie auf keinen Fall unterschätzen. Freunde und Familie sollten sich dabei um die Person kümmern, sie trösten (wenn es Stress in der Familie gibt, entsprechend eher die Freunde). Viel tun kann man gegen Depression nicht, entsprechende Person muss wieder den Spaß am Leben finden, wenn nötig mithilfe von Antidepressiva. Man muss der Person zeigen, dass zum Beispiel der Verlust einer nahestehenden Person nicht das Ende bedeutet, und man nach vorne gucken muss (ist kein Universalrezept, sollte aber in die Richtung gehen). Ich selbst bin manchmal auch ein wenig depressiv, aber da es sich in Grenzen hält, dauern diese auch meist nicht länger an.
  • Dome1808 schrieb:

    dass diese immer öfters Depressionen haben?

    Sehe ich anders. Ich denke, die Diagnoserate ist einfach viel höher als vor 10 oder 20 Jahren. Damals wurde man damit eher ausgelacht. Heute nimmt man das Thema ernst.
    Ist doch mit ADHS oder Legasthenie nicht anders gewesen.
    CobraVerde. Spieleklassiker und untergegangene Juwelen schamlos beworben.
    Der beste Post des Forums!
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CobraVerde ()

  • Gründe:
    nun, alles mögliche ... sowohl extreme Veränderungen im Umfeld, als auch Veränderungen an sich selbst sind da nicht auszuschließen
    aber selbst wenn die heutige Jugend häufiger unter Depressionen leidet, liegt das daran, dass die Medien einfach mehr Einfluss haben und, dass es heutzutage als Depression erkannt wird...

    Rolle Freunde/Familie: Die sollten natürlich bei der Depression dabei sein und versuchen diese zu beseitigen...natürlich können ereignisse eben mit diesen personen ein Auslöser sein, dann sollte man notfalls einen arzt/psychater aufsuchen

    was sollten sie dagegen tun? wie gesagt... für einen da sein, es gibt nichts besseres als unter freunden, bzw. bei der familie zu sein

    selbst erlebt? Nicht das ich wüsste... aber nen schlechten Tag oder eine schlechte Woche hat ja jeder mal ...
  • -Was könnten Gründe für solche Depressionen sein?

    -Schlechte Noten in der Schule
    -Stress mit Eltern
    -Druck unter Freunden/in einer Clique

    -Welche Rolle spielen Freunde & Familie?

    Falls es bekannt ist, dass die Person Depressionen hat sollten sich Freunde/Familie natürlich ein wenig um sie kümmern.
    Wenn es halt Stress in der Familie ist, dann sollten sich die Freunde in den Vordergrund stellen.

    -Was sollten sie dagegen tun?

    Viel tun kann man gegen Depression nicht, entsprechende Person muss wieder den Spaß am Leben finden, wenn nötig mithilfe von Antidepressiva. Man muss der Person zeigen, dass zum Beispiel der Verlust einer nahestehenden Person nicht das Ende bedeutet, und man nach vorne gucken muss.

    /sign

    -Habt ihr in eurer Jugendzeit ähnliches erlebt?

    Jep. Ich erlebe es immer wieder, da es aber nicht die Überhand annimmt ist es noch okay.


    Ich habe eine Freundin, bei der es ziemlich extreme war. Sie musste für 3 Monate in eine Psychatrie.
    Als sie mir das erzählt hat war ich echt geschockt, da ich nicht wusste wie schlecht es ihr ging. Aber als sie sagte, dass es für sie dort besser wäre..
    Naja glauben wollte ich es nicht, jedoch konnte ich sie ja auch nicht einfach aufhalten /:
    Nachdem sie wieder "draussen" war ging es ihr aber besser. :)
  • Leider ist meine Freundin depresiv (Das darf ich glaub ich sagen, niemand kennt sie^^) Sie ruft mich immer an, wenn es ihr schlecht geht und sie ruft oft an. Auf der anderen Seite lässt sie niemanden an sich ran und ist sehr abweisend. Das ist echt seltsam. Ich selber war nie depresiv, aber hatte auch so Phasen wo ich dachte, dass ich mich erstechen will... War aber eher alles Pubertär veranlagt ^____^;

    Gründe? hmmm, zum einem an übergroßer ausstoß von Stoffen, die die Emotionen stimulieren.(Pubertät), Aufmerksamkeitsdefezit, traumatische erlebnisse in der Kindheit usw.

    Manche Eltern wissen anscheinend nicht wie sie mit Depresionen umgehen sollen, dass endet dann meist in einem Teufelskreis...

    Am besten wäre ja, wenn man sich öffnet und seine Sorgen anderen mitteilt, manche kommen in spychatrische Behandlung, dort wird eigentlich nur dafür gesorgt, dass man sich öffnet. Und öffnen heißt nicht, dass man den anderen erzählen soll, wie unfair das Leben ist und das gesamte Umfeld depri machen soll, sondern von den Problemen erzählen die man hat.

    Das war es soweit von mir^^
  • -Was könnten Gründe für solche Depressionen sein?
    Stress in der Schule, Stress mit Eltern/Freunden, Liebesprobleme/Beziehungsprobleme

    -Welche Rolle spielen Freunde & Familie?
    Ehm, die verursachen ja den meisten Stress bei Jugendlichen *lol* , wobei man sagen muss, dass sie ihn wieder heilen können.

    -Was sollten sie dagegen tun?
    Ihnen helfen.lol

    -Habt ihr in eurer Jugendzeit ähnliches erlebt?
    Nein.
  • Auf der anderen Seite lässt sie niemanden an sich ran und ist sehr abweisend.
    Sowas kann viele gründe haben.
    Bei mir wars damals so, weil ich einfach aufgegeben hatte. Ich wollte niemanden mit meinen problemen belästigen und irgendwie wars mir letztenendes auch egal, ob die leute wussten was ich für probleme habe. Helfen konnte mir da eh niemand, daher: Warum sollte ichs irgendjemandem erzählen und die an mich ranlassen?
    Selbst ne psychologin konnte mir nicht helfen, da die sprechstunden einfach nicht die gewünschte wirkung erzeugten, die ich gerne hätte. Ich war generell niedergeschlagen, traurig, lostlos, mutlos, apathisch und fertig mit der welt.

    Ich kam da auch nur raus, weil ich im letzten moment dachte "Ne, so nicht." und mich aufrappelte, ums mir selber zu zeigen, dass ich mein leben ändern kann. Und ich habs geschafft und seitdem is auch alles wieder okay. Allerdings kann ichs mir vorstellen wenn es menschen gibt, die sowas nicht nachvollziehen können. Einen rat geben kann man hier allerdings auch nicht. Die einen wollen, dass man nachfragt und teilweise richtig nachbohrt, damit ihnen gezeigt wird das es menschen gibt, die sich für sie interessieren. Andere (wie ich) würden extrem aggressiv darauf reagieren, wenn man ständig nachbohrt, da sie mit ihren problemen alleingelassen werden wollen.
  • Also ich denke gerade der Punkt Schule sollte bei dem Thema Depressionen auf keinen Fall unterschätzt werden. Einmal, da es dort vielseitige Möglichkeiten gibt, Depressionen überhaupt auszubilden, aber auch weile eine davon naheliegend ist und sich in Zukunft vermutlich noch weiter verschlimmern wird. Wenn man sich die schulische Entwicklung ansieht, so wird von den Schülern heutzutage viel mehr abverlangt. Aus 13 Schuljahren werden 12. Mehr Leistung in weniger Zeit ist gefordert. Dazu kommt der Faktor, dass man heutzutage einen Job, den man sonst mit Realschulabschluss bekommen hätte, nur noch mit nem guten Abitur bekommt. Die Anforderungen steigen einfach an allen Ecken. Auch weil vieles einfach immer umfangreicher wird. Die Eltern wollen natürlich das beste für das Kind, letztlich führt es aber dazu, dass sie Leistungsdruck aufbauen, meistens zu viel Leistungsdruck. Die Kinder setzen sich Ziele, teils gezwungenermaßen durch die Eltern, wollen sie nicht enttäuschen. Sie setzen die Messlatte zu hoch und letztendlich bekommen sie Depressionen, weil sie nicht das erreichen, was von ihnen gefordert wird, was sie selbst von sich fordern. Durchaus nachvollziehbar und denke ich ein häufiger Grund für Depressionen. Den Ansatz zur Besserung sollte man allerdings in der Politik finden und weniger bei den Eltern und Kindern. Letztendlich wollen die Eltern wirklich nur das beste für einen, auch wenn es den meisten schwerfällt das zuzugeben. Dazu kommt, dass auch heute noch einfach viel zu viele Kinder gemobbt werden, das schlimmste jedoch ist, dass viele mit der "Ist mir doch egal" Einstellung durch die Welt gehen und nichts dagegen tun, auch sowas führt zu Depressionen, das Gefühl zu haben, man wird nicht gebraucht. Man redet sich irgendwann selbst ein, dass man nur Müll ist der herumgetreten wird.
    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Familie selbst. Viele Eltern übermitteln heutzutage den Kindern nicht mehr das Gefühl von Liebe und Zuneigung, welches sie eigentlich brauchen. Genau genommen merken sie oftmals ihre eigenen Fehler nicht und suchen die Gründe nur bei ihren Kindern. Damit will ich nicht die Kinder in Schutz nehmen, es ist natürlich umgekehrt genauso. Aber da wir uns gerade nur auf jugendliche beziehen gehe ich auch nur darauf ein, generell gilt das ganze allgemein für jeden. Das Gefühl nutzlos zu sein, das Gefühl andere enttäuscht zu haben, das Gefühl nicht geliebt zu werden, allein zu sein, zu glauben das Leben sei nicht mehr Lebenswert, das führt zu Depressionen. Depressionen führen zur Isolation.

    Es gibt da im übrigen noch die Theorie: "Intelligente trinken mehr Alkohol."
    Spielt darauf an, dass viele gar nicht merken, wie viel auf der Welt doch falsch läuft. Und mich persönlich wundert es gar nicht, dass so viele Depressionen bekommen, ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Wer möchte sich schon in eine Welt integrieren, die Medikamente zurückhält, in der das Essen falsch verteilt wird, sinnloser Krieg geführt wird, Spenden nicht ankommen. Wir sind vermutlich das einzige Tier, das es schaffen wird, sich selbst auszulöschen!

    PS: Ich hatte schon mehr als genug Depressionen, sag ich ganz offen, brauch ich auch nicht zu verheimlichen.
  • Dome1808 schrieb:

    Was haltet ihr von den heutigen Jugendlichen und davon, dass diese immer öfters Depressionen haben?

    Hier musste ich mal kurz schmunzeln... Was wir davon halten? Natürlich finden wir es alle total toll, dass es so scheint, als würd die heutige Jugend sich immer mehr selbst hassen...
    Quatsch! Natürlich findet es keiner toll, aber die Chancen was dagegen zu machen sind... sagen wir mal... Begrenzt.

    Außerdem, was Cobra bereits sagte; Es scheint nur so, als wäre es verstärkt in dieser Generation so, weil es damals nicht als ''Krankheit'' angesehen wurde.

    Dome1808 schrieb:

    -Was könnten Gründe für solche Depressionen sein?

    Ich denke, dass es dort genug gibt...

    Stress in der Schule, dort mit Lehrern, oder Schülern, oder nur das typische Notenproblem.
    (Was ich mal dazu sagen muss... Ich wurde damals in meiner Klasse auch nicht akzeptiert. Meine Schule, ein reines Gymnasium, ist mega die Spießerschule gewesen.
    Nur Mainstreamer oder Hopper [Tut mir leid, wenn ich damit jemanden treffe, aber da habe ich meine Abneigung gegenüber Hoppern her]... Die natürlich niemand akzeptiert haben,
    der meist in schwarz und Band-Merch rumrennt... Oder sich gar mal die Haare blau färbt)

    Stress in der Beziehung, evtl. gar keine Beziehung mehr, Liebeskummer, Wunsch nach einer Beziehung, unglücklich verliebt... und und und.
    (Ein sehr guter Freund von mir leidet sehr stark an Liebeskummer und hat deswegen mit dem Ritzen angefangen... Natürlich kann man versuchen ihm zu helfen,
    ihm immer wieder schöne Dinge zu erzählen, damit er für einen Moment glücklich ist, aber sobald man weg ist, ist alles wie vorher.
    Er ist momentan auch in einer Nervenklinik... Oder sowas in der Art. Er bezeichnet es selbst als 'Klapse'.
    Dann, meine beste Freundin... naja, damals... Hat wegen ihrem jetzigen Ex angefangen sich zu ritzen.
    Es war eine Fernbeziehung über so ca. 300-400km... und die Eltern waren intensiv gegen diese Beziehung und haben alles getan, damit sie ihn nicht sieht
    [was ich gut verstehen kann, so btw., da er wirklich schlecht für sie war... Hat sie mit 14 schon zum Kiffen und Saufen gebracht..].)

    Hass gegenüber sich selbst, seinem Körper, seinem Charakter

    und sonstige Probleme.. Habe keine Lust sie aufzuzählen, da ich nur die erwähnen wollte, wozu ich auch ein Beispiel habe.

    Dome1808 schrieb:

    -Welche Rolle spielen Freunde & Familie?

    Die Familie merkt meistens gar nichts davon... oder erst viel zu spät.
    Die Freunde merken es meist schon viel eher.. Aber Freunde sind generell ja ungefähr auf dem gleichen Alter..
    Also selbst in einer schwierigen Phase, wo man manchmal mit sich selbst nicht mal zurecht kommt.
    Man kann dem Freund/der Freundin nicht immer helfen..

    Ich habe es doch selbst erlebt...
    Ich war jedes Wochenende bei ihr, damit sie sich nciht ritzt, habe sie davon abgehalten...
    Doch dann; Ein Wochenende auf einem Quadtreffen.. Rufen mich ihre Eltern an und sagen, dass sie ins Krankenhaus gebracht wurde..
    Sie hätte sich so stark geritzt, dass sie genäht werden muss. Weil ich nicht da war und es verhindern konnte. Ich mache mir noch heute Vorwürfe.

    Dome1808 schrieb:

    -Was sollten sie dagegen tun?

    Ich merke jetzt bei meinem Kumpel in der Klinik rein gar nichts von der Therapie. Er hat sich noch nirgends so sehr geritzt, wie dort in der Klinik...
    Er hat ja keinerlei Kontakt mehr zu dem Menschen, den er liebt... Ich telefoniere wenigstens noch ab und zu mit ihm...

    Dome1808 schrieb:

    -Habt ihr in eurer Jugendzeit ähnliches erlebt?

    Wenn man meinen Post gelesen hat, dann denke ich, dass jeder sich zusammenreimen kann, ob mir sowas schon mal passiert ist.

    Damit macht's gut.
    Grüße Tammy

    PS: Wenn wer irgendwas kritisieren will, nur zu. Aber alles beruht auf wahren Gegebenheiten... Egal, wie absurd sich das alles anhören mag.
    Feedback von mir für euch 2.0 | erneute Feedbackfee!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tammy100131 ()

  • Achtung Zynismus!

    Bin selber 18 und damit wohl selbst noch jugendlich.
    Eigene Erfahrung: Die meisten Jugendlichen bekommen von ihren Eltern nur Zucker in den Ar*** geblasen. Das führt dazu, das sie selbst wenig bis gar keine Erfahrung mit Misserfolgen machen und somit nie lernen können, damit umzugehen. Wenn mal was nicht klappt, dann wird tagelang herumgeheult bis sich mal jemand findet, der einem die benötigte Aufmerksamkeit schenkt. Ich selbst hatte 12 Jahre lang eine cholerischen Stiefvater, der mich die ganze Zeit nur schikaniert hat. Ich wünsche das keinem, aber man lernt in der Zeit, selbstständig zu werden und ein Fell anzulegen.
    Heutzutage tanzen die Kinder den Eltern auf der Nase rum, und die lassen sich das auch noch gefallen. Überall wird gepredigt, man soll sein Kind anti-autoritär (v)erziehen.

    Ich war in dieser Teit auch oft unglücklich, aber irgendwann kam der Punkt an dem ich mir gedacht habe: "Fuck that shit." Ab da ging mir sein Geschrei ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus.Ich weiß was ich kann, und ich weiß wo meine Schwächen liegn. Kurz danach hat sich meine Mutter von ihm scheiden lassen.

    Ich hab letztens ein intressantes Zitat gefunden, das leider auf den Großteil meines Umkreises zutrifft.
    "Wir Menschen sind so eitel, dass wir sogar an der Meinung der Leute, an den uns nichts liegt, gelegen sind."
    Fast alle Mädels, die ich im RL kenne, flippen total aus, wenn jemand meint sie währen hässlich oder wenn sie mal ne schlechte Note (also in ihren Augen ne 3) einfangen.
    Fangen an zu heulen und so weiter. Absolut Null Selbstwertgefühl. Mangelhafte Selbsteinschätzung. Whatever.
    Man kann sich nicht immer nur auf andere verlassen. Manchmal muss man halt sein eigenes Ding durchziehen.

    Sicherlich soll man sich nicht von der Außenwelt isolieren, aber heutzutage weiß kaum einer, wie man selbst mit seinen Problemen umgeht.
    Warum ritzen sich Leute?
    Sry aber seid ihr nur total bekloppt?
    Was soll das den bringen? Sinnloser Drang nach Aufmerksamkeit. Warum hat man diesen Drang? Weil man es von klein an so gewöhnt ist.
    Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass die Probleme derjenigen/desjenigen immer nur von anderen Leuten gelöst wurden und somit die Person nicht gelernt hat, damit umzugehen. Man holt sich dann auf beliebigem Wege neue Aufmerksamkeit, weil man ja alleine so verloren ist.

    Los stempelt mich als gefühllos oder was auch immer ab, das ist bloß meine Meinung und ich glaube, da liegt wenigstens ein bischen Wahrheit drin. ;)
  • I'm ragin so hard, bro!

    Eigene Erfahrung: Die meisten Jugendlichen bekommen von ihren Eltern nur Zucker in den Ar*** geblasen. Das führt dazu, das sie selbst wenig bis gar keine Erfahrung mit Misserfolgen machen und somit nie lernen können, damit umzugehen. Wenn mal was nicht klappt, dann wird tagelang herumgeheult bis sich mal jemand findet, der einem die benötigte Aufmerksamkeit schenkt. Ich selbst hatte 12 Jahre lang eine cholerischen Stiefvater, der mich die ganze Zeit nur schikaniert hat. Ich wünsche das keinem, aber man lernt in der Zeit, selbstständig zu werden und ein Fell anzulegen.
    Heutzutage tanzen die Kinder den Eltern auf der Nase rum, und die lassen sich das auch noch gefallen. Überall wird gepredigt, man soll sein Kind anti-autoritär (v)erziehen.

    Ich war in dieser Teit auch oft unglücklich, aber irgendwann kam der Punkt an dem ich mir gedacht habe: "Fuck that shit." Ab da ging mir sein Geschrei ins eine Ohr rein und aus dem anderen wieder raus.Ich weiß was ich kann, und ich weiß wo meine Schwächen liegn. Kurz danach hat sich meine Mutter von ihm scheiden lassen.
    Drehen wir den Spieß doch mal um: Was machst du dann mit Leuten, die keinen "Zucker in den Arsch geblasen" bekommen, sich aber nicht wie du an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen können? Ernsthaft, es ist bewundernswert, dass du diesen Schritt geschafft hast, jedoch kriegen viele Menschen in einer ähnlichen Situation das nicht hin.
    Warum? Weil ihnen die nötige emotionale Stabilität, der Glaube an das Selbst, fehlt. Eben weil sie von ihren Eltern nicht die Liebe und Zuwendung erfahren haben, die sie hätten erfahren sollen.

    Bzw. was machst du mit Leuten, die das nötige Selbstbewusstsein, zu sagen "Fuck that shit" nicht haben, sondern Tag für Tag darüber nachdenken, ob sie es überhaupt noch verdient haben, weiterzuleben? Ob die Welt nicht ohne sie besser dran wäre? Verrecken lassen?

    Ich hab letztens ein intressantes Zitat gefunden, das leider auf den Großteil meines Umkreises zutrifft.
    "Wir Menschen sind so eitel, dass wir sogar an der Meinung der Leute, an den uns nichts liegt, gelegen sind."
    Fast alle Mädels, die ich im RL kenne, flippen total aus, wenn jemand meint sie währen hässlich oder wenn sie mal ne schlechte Note (also in ihren Augen ne 3) einfangen.
    Fangen an zu heulen und so weiter. Absolut Null Selbstwertgefühl. Mangelhafte Selbsteinschätzung. Whatever.
    Man kann sich nicht immer nur auf andere verlassen. Manchmal muss man halt sein eigenes Ding durchziehen.
    Bei allem Respekt, ich verstehe nicht, wie du das jemandem vorwerfen kannst.
    Kennst du die familiären Hintergründe der betreffenden Personen? Sicherlich, es KÖNNTE sein, dass sie als Kinder verhätschelt wurden und jetzt nicht mit direkter Konfrontation umgehen können. Es KÖNNTE aber auch sein, dass sie als Kinder vernachlässigt wurden oder ähnliche, vielleicht sogar gewaltsame Erfahrungen gemacht haben, und deswegen die Harmonie in ihrem Leben brauchen. Es KÖNNTE genauso gut sein, dass sie schulisch von ihren Eltern so viel Druck bekommen, dass sie verdammte Angst haben, wenn sie mit einer 3 nach Hause kommen.
    Alles schonmal da gewesen.

    Sicherlich soll man sich nicht von der Außenwelt isolieren, aber heutzutage weiß kaum einer, wie man selbst mit seinen Problemen umgeht.
    Warum ritzen sich Leute?
    Sry aber seid ihr nur total bekloppt?
    Was soll das den bringen? Sinnloser Drang nach Aufmerksamkeit. Warum hat man diesen Drang? Weil man es von klein an so gewöhnt ist.
    Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass die Probleme derjenigen/desjenigen immer nur von anderen Leuten gelöst wurden und somit die Person nicht gelernt hat, damit umzugehen. Man holt sich dann auf beliebigem Wege neue Aufmerksamkeit, weil man ja alleine so verloren ist.
    Und spätestens hier hätte ich gern den Schädel gegen die Wand geschlagen. "Achtung Zynismus" schön und gut, aber das sprengt den Rahmen.
    Ja, es gibt Menschen, die verletzten sich aus reiner Aufmerksamkeitsgier. Das sind dann die, die die Narben und Schnitte offen durch die Gegend tragen und jedem unter die Nase halten. Keinerlei Einwände, sowas halte ich auch für verwerflich.
    ABER: Wie in deinem kompletten restlichen Post, generalisierst du viel zu sehr. Nur ein Bruchteil der Menschen, die SvV (ja, ich mag den Begriff "ritzen" nicht) betreiben, lassen das die Außenwelt überhaupt wissen. Die geiern nicht nach Liebe und Zuwendung, sie verletzen sich, um ihrer emotionalen Probleme irgendwie Herr zu werden. Es ist gewissermaßen das "Last Resort".
    Der Grund ist schlicht und ergreifend biologisch: Adrenalin. Dadurch, dass dieses beim SvV ausgeschüttet wird, erhält man das Gefühl, zu leben, zurück, man erhält den Kick, den man in diesem Moment braucht.


    Ein bisschen Wahrheit liegt also durchaus in deinem Post, aber eben nur ein bisschen. Und ich frage jetzt einfach mal
    1) Wie sollten Eltern ihre Kinder erziehen, damit sie nicht zu diesen "Weichlingen" werden, von denen du sprichst?
    2) Was ist in deinen Augen verwerflich daran, wenn man den Menschen Aufmerksamkeit schenkt, die sie brauchen?
    Es kommt immer wieder so rüber, als würdest du propagieren, jeder hätte mit seinem Gefühlskram auf sich gestellt zu bleiben. Jeder solle seine Probleme gefälligst selbst lösen und seinen Arsch hochkriegen. Es gibt allerdings Teufelskreise, aus denen kommt man als Einzelner so gut wie nicht ohne fremde Hilfe raus. Und ja, irgendwo ist SvV wirklich ein Schrei nach Hilfe, aber doch nicht notgedrungen Aufmerksamkeitsgeierei.

    In meinen Augen, ist es eine weit größere Leistung, sich und der Welt einzugestehen, dass man Hilfe braucht, als sich stets allein und isoliert durchs Leben zu boxen und dabei eine Spur der Verwüstung hinter sich zu lassen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BrandNew ()

  • Wie in deinem kompletten restlichen Post, generalisierst du viel zu sehr.
    Das ist einer meiner großen Schwächen. Tut mir Leid, ich arbeite daran.
    Liegt evtl. daran, dass ich früher wirklich verdammt wenig Selbstwertgefühl hatte und es trotzdem irgendwie geschafft habe, mich emotional stabil zu machen.

    BrandNew schrieb:

    1) Wie sollten Eltern ihre Kinder erziehen, damit sie nicht zu diesen "Weichlingen" werden, von denen du sprichst?
    2) Was ist in deinen Augen verwerflich daran, wenn man den Menschen Aufmerksamkeit schenkt, die sie brauchen?
    Es kommt immer wieder so rüber, als würdest du propagieren, jeder hätte mit seinem Gefühlskram auf sich gestellt zu bleiben. Jeder solle seine Probleme gefälligst selbst lösen und seinen Arsch hochkriegen. Es gibt allerdings Teufelskreise, aus denen kommt man als Einzelner so gut wie nicht ohne fremde Hilfe raus. Und ja, irgendwo ist SvV wirklich ein Schrei nach Hilfe, aber doch nicht notgedrungen Aufmerksamkeitsgeierei.
    1) Konsequenz ist etwas, was ich sogar manchmal in meiner eigenen Familie vermisse.
    Meine kleine Schwester braucht nur lang genug bockig zu sein, damit meine Mutter wieder mit ihren Forderungen einknickt.
    Ich hab nicht gesagt, dass alle Eltern ihre Kinder ihrem Schicksal überlassen sollen, aber sie sollen sie auch mal alleine Konflikte lösen lassen. Sicherlich hab ich gut reden, ich bin nun auch erst 18 und habe noch keine eigene Familie gegründet.

    2) An Aufmerksamkeit schenken ist soweit nichts verwerflich. Allerdings nicht für jeden Scheiß (z.B. o.g. eingeschnapptes Verhalten) und nicht geheuchelt.
    Ich habe nicht gesagt, dass man mit seinem "Gefühlskram" immer alleine bleiben sollte. Aber ein bischen Eigeninitiative würde vielen Leuten gut tun. Wichtig ist z.B. das man sich ein Ziel setzt. --> Was möchte ich erreichen (langfristig/kurzfristig)? Wie schaffe ich es, meine Ziele zu verwirklichen?
    Wenn jemand so etwas im Leben nicht hat, dann können Freunde und Familie versuchen, demjenigen ein paar Perspektiven näher zu bringen.
    Das ich "ritzen" statt SvV schreibe, hat noch eine besondere Bewandnis. Warum wohl ist es so weit verbreitet? Bestimmt nicht, weil die Leute im Bio-Unterricht gelernt haben, dass bei Verletzungen Adrenalin ausgeschüttet wird. Man hat schonmal davon gehört und macht es halt nach, weil es sich wahrscheinlich bewährt. Möchte mal wissen, wer damit angefangen hat...
    Jedes Mal, wenn ich davon höre blutet mir das Herz. Es ist einfach Verschwendung. Die Leute wissen nichts mit sich anzufangen, weil es ihnen niemand zeigt. Auch ich habe eine Freundin, die sowas schonmal gemacht hatte. Das wusste ich aber noch nicht, als ich sie kennen gelernt habe. Früher wollte ich sogar noch was von ihr, sie aber von mir nicht. (wie immer O: ) Ich war geschockt, als sie mir das erzählt hatte und konnte das überhaupt nicht nachvollziehen. Sie ist hübsch, intelligent und fürsorglich. Aber scheinbar hat ihr das niemand gesagt. Seitdem geize ich nicht mit Komplimenten. Wichtig ist aber, dass man sie immer ernst meint.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Xaramas ()

  • Eigentlich wollte ich meine Klappe dazu halten weil bei dem Thema nun mal jeder ne andere Sichtweise hat obs sie auf eigene Erfahrungen, Beobachtungen oder Schlimmstenfalls auf Vorurteilen beruhen wie dem auch sei...

    Warum ritzen sich Leute?

    Sry aber seid ihr nur total bekloppt?

    Was soll das den bringen? Sinnloser Drang nach Aufmerksamkeit. Warum hat
    man diesen Drang? Weil man es von klein an so gewöhnt ist.
    Wer sich ritzt hat ein Problem mit sich selbst... und rühmt sich in der Regel nicht damit, weils ihm selber peinlich ist daher finde ich diesen Kommentar etwas zu Klischeehaft ausgedrückt aber ansonsten muss ich dir recht geben
    Ein bisschen Wahrheit liegt also durchaus in deinem Post, aber eben nur ein bisschen.
    Da ich selber ein freund des Zynismus bin denke ich mal das der Post bewusst so überspitzt geschrieben wurde... naja wundert mich net wirklich das das kritisiert wird ^^

  • Das ist einer meiner großen Schwächen. Tut mir Leid, ich arbeite daran.
    Liegt evtl. daran, dass ich früher wirklich verdammt wenig Selbstwertgefühl hatte und es trotzdem irgendwie geschafft habe, mich emotional stabil zu machen.
    Wie schon gesagt, dafür gebührt dir durchaus Respekt. Jedoch sollte man niemals von sich auf andere schließen.
    Der größte Schritt, den man in einer solchen Situation gehen muss, ist, denke ich, der des sich-selbst-Anerkennens. Sei es aus Trotz ("Fuck that shit!") oder durch externe Bestätigung. Und die Intensität ebendieser ist eben subjektiv, manche Leute brauchen nur einen kleinen Schubs, manchen muss man Zeit ihres Lebens unter die Arme greifen.

    1) Konsequenz ist etwas, was ich sogar manchmal in meiner eigenen Familie vermisse.
    Meine kleine Schwester braucht nur lang genug bockig zu sein, damit meine Mutter wieder mit ihren Forderungen einknickt.
    Ich hab nicht gesagt, dass alle Eltern ihre Kinder ihrem Schicksal überlassen sollen, aber sie sollen sie auch mal alleine Konflikte lösen lassen. Sicherlich hab ich gut reden, ich bin nun auch erst 18 und habe noch keine eigene Familie gegründet.
    Jetzt würde mich mal interessieren, wie alt deine kleine Schwester ist.
    Allerdings ist das ein Punkt, bei dem ich dir - so, wie du es gerade formuliert hast - völlig Recht gebe. Es ist absolut kontraproduktiv, die "Helikoptereltern" zu mimen. Und wenn ich in Dokus sehe, wie Eltern teilweise ihre Kinder zu "fördern" versuchen, den Tag im Akkord durchplanen und ihnen so die Kindheit rauben... nein, ich sage jetzt nicht, was ich dazu denke.
    Das Problem ist nur, allerdings fehlt uns da beiden die Eigenerfahrung, dass man als Elternteil wohl stets das Gefühl hat, man müsste wie die Henne auf dem Ei sitzen. Ich gebe dir völlig Recht, es hat keinen Sinn, sein Kind in Watte zu packen, es muss auch mal auf die Fresse fallen - dann hat man als Elternteil aber gefälligst auch da zu sein. Und diesen Spagat zu schaffen ist, besonders in der heutigen Zeit, ein Drahtseilakt.


    2) An Aufmerksamkeit schenken ist soweit nichts verwerflich. Allerdings nicht für jeden Scheiß (z.B. o.g. eingeschnapptes Verhalten) und nicht geheuchelt.
    Ich habe nicht gesagt, dass man mit seinem "Gefühlskram" immer alleine bleiben sollte. Aber ein bischen Eigeninitiative würde vielen Leuten gut tun. Wichtig ist z.B. das man sich ein Ziel setzt. --> Was möchte ich erreichen (langfristig/kurzfristig)? Wie schaffe ich es, meine Ziele zu verwirklichen?
    Wenn jemand so etwas im Leben nicht hat, dann können Freunde und Familie versuchen, demjenigen ein paar Perspektiven näher zu bringen.
    Was genau meinst du mit "geheuchelter Aufmerksamkeit"? Ich bleibe beispielsweise oftmals bis tief in die Nacht wach, um mit Leuten zu schreiben, die aus gegebenen Gründen eine Ablenkung brauchen. Da fallen mir dann teilweise schon die Augen zu und ich bin geistig schon halb eingepennt, aber wat mut, dat mut. Wäre das für dich schon Heuchelei?
    Wenn du dich allerdings nur auf diese "Oh du Arme, du hast die neuen Schuhe nicht gekriegt, das tut mir ja soooo leid"-Attitüde beziehst - keine Einwände, euer Ehren.

    Das mit der Zielsetzung ist ein Problem, das heutzutage allerdings etwas weiter verbreitet ist, wie mir scheint. Wenn ich mich umsehe und -höre, dann sehe ich viele Jugendliche, die einfach von Wochenende zu Wochenende leben und nicht in der Lage sind, langfristig zu denken. Da nehme ich nicht einmal unbedingt aus, letzteres ist mir auch ein Gräuel, wenn es um unangenehme Zukunftsplanungen geht.
    Und die Frage nach dem "Wie" ist dann wieder so eine Sache. Wenn wir mal zurück zur Depression gehen, dann ist das Endziel natürlich immer, aus dieser rauszukommen, allerdings sehen viele Menschen kein "Wie". Dann reichen auch "ein paar Perspektiven" nicht aus, sondern man muss besagten Menschen wirklich an die Hand nehmen und ihn führen.
    Eigeninitiative und Selbstwertgefühl sind schön und gut, allerdings bilden sich diese nicht aus der Not heraus. Zumindest in den meisten Fällen nicht.


    Das ich "ritzen" statt SvV schreibe, hat noch eine besondere Bewandnis. Warum wohl ist es so weit verbreitet? Bestimmt nicht, weil die Leute im Bio-Unterricht gelernt haben, dass bei Verletzungen Adrenalin ausgeschüttet wird. Man hat schonmal davon gehört und macht es halt nach, weil es sich wahrscheinlich bewährt. Möchte mal wissen, wer damit angefangen hat...
    Jedes Mal, wenn ich davon höre blutet mir das Herz. Es ist einfach Verschwendung. Die Leute wissen nichts mit sich anzufangen, weil es ihnen niemand zeigt. Auch ich habe eine Freundin, die sowas schonmal gemacht hatte. Das wusste ich aber noch nicht, als ich sie kennen gelernt habe. Früher wollte ich sogar noch was von ihr, sie aber von mir nicht. (wie immer O: ) Ich war geschockt, als sie mir das erzählt hatte und konnte das überhaupt nicht nachvollziehen. Sie ist hübsch, intelligent und fürsorglich. Aber scheinbar hat ihr das niemand gesagt. Seitdem geize ich nicht mit Komplimenten. Wichtig ist aber, dass man sie immer ernst meint.

    Wer damit angefangen hat? Ich würde mal vermuten, eine der antiken Hochkulturen. Die Selbstverstümmelung, sei es zu rituellen Zwecken oder um "Buße zu tun" ist etwas, was nicht erst in der postmodernen Gesellschaft erfunden wurde.
    Die älteste Quelle, die ich dir so spontan nennen könnte, wäre der Buddhismus. SvV in Form von Askese und Eremitendasein. Und so sehr das aus den Fingern gesaugt klingen mag, die völlige Abkapselung von der Gesellschaft sowie das Leben als Bettelmönch ist in gewisser Weise selbstverletzend.
    Hundertprozentig sicher hast du es dann im Christentum, durch die Geißelung. Selbstverletzendes Verhalten, um die Schuld abzuwerfen, die man auf sich geladen hat, ganz nach dem religiösen Vorbild Jesus Christus.
    SvV im 21ten Jahrhundert hat keinen anderen Zweck als die religiöse: Selbstbestrafung.
    (Inwieweit das sinnvoll ist, das sei dahingestellt. Du siehst aber, dass dieses Phänomen eines ist, welches nicht der Phantasie der heutigen Zeit entsprungen ist.)

    Eine Frage, auf die du nicht zwingend antworten musst: Hättest du es im Vorfeld gewusst, hättest du dich mit ihr angefreundet?
    Ich kenne das Phänomen nämlich von vielen Leuten, es gibt da irgendwo zwei Typen. Typus 1 ist der, dass man im Vorfeld bereits klarstellt, was Sache ist. Dann sagen viele bereits "wow, ne, du bist mir zu abgespaced". Typus 2 ist der, dass erst nach langer, langer Zeit, wenn man sich mit einem Menschen schon angefreundet hat, reiner Wein eingeschenkt wird. Auch dann fallen viele ab, eben weil sie es nicht nachvollziehen können. Und der Mensch, das ist ein natürlicher Trieb, hat Angst vor dem Unbekannten.

    Es sind oft die Menschen, von denen man es am Wenigsten erwartet. Da hast du die perfekte Antwort, das perfekte Gegenbeispiel zu deinem vorigen Post. Sie hat nicht nach Aufmerksamkeit gegeiert.
    "Aber scheinbar hat ihr das niemand gesagt" - genau das ist der Punkt. Menschen BRAUCHEN Bestätigung. Ohne soziale Akzeptanz, ist das menschliche Individuum nicht lebensfähig. Deswegen ist es auch irgendwo normal, eingeschnappt zu sein, wenn man gesagt bekommt, wie hässlich man doch sei.
  • Interessantes Thema, in das ich mich sofort einklinken möchte, denn es ist mir alles andere als fern.

    Um auf Xaramas Aussage einmal Punkt zu beziehen, dass die meisten Jugendliche durch eine einfache Kindheit keinerlei Misserfolg kennen und deshalb durch Fehlschläge schnell in Depressionen geraten können: Ich glaube das ist in den wenigsten Fällen so. Manchmal fängt es eher in der Kindheit sogar an, dass man mit derartigen Problemen zu kämpfen hat - wenn auch nicht wie im Umpfang als Erwachsener/Jugendlicher.

    Bereits bei meiner Einschulung war ich ein typisches Problemkind: Unbeliebt, laut, 'merkwürdig' und eine von jener Sorte, mit der man sich besser nicht abgab. Zur gleichen Zeit gab es immer wieder Streit zwischen meinen Eltern, mein Vater war manchmal für mehrere Tage einfach spurlos verschwunden. Diese schulische Ablehnung und das ständige Gefühl zu Hause unter Stress zu stehen hat früh nach sich gezogen, dass ich unter einer starken Selbstbewusstseinsstörung gelitten habe und unter ersten Anzeichen von ADHS litt.
    In der weiterführenden Schule nahm das Ganze seinen Lauf. Dadurch, dass ich keinerlei Vertrauen in Menschen aufbauen konnte, weil dies eben noch nie existiert hatte, konnte ich kaum Fuß fassen. Hänseleien und Mobbing standen an der Tagesordnung weil ich mich durch mein Aussehen (bunt gefärbte Haare, auffällige Kleidung) immer weiter von den anderen abgrenzte und mir meinen eigenen, kleinen Kreis suchte. Die wenigen Freunde, die ich hatte, waren zwar immer für mich da, fragten aber letztlich nicht nach, wenn irgendwas nicht stimmte. Genauso wenig wie Familienmitglieder. Ich kann es ihnen im Grunde nicht einmal übel nehmen. Die wenigsten Menschen wollen sich mit sowas auseinandersetzen.
    Dadurch, dass ich so viele negative Erfahrungen in den letzten Jahren gemacht habe, war ich über fast drei Jahre hinweg depressiv. Es ging sogar soweit, dass mein damaliger Ex-Freund mich vor einen Sprung aus dem Fenster bewahren musste, weil ich in manchen Momenten einfach nur rot gesehen habe. Ich wollte schlichtweg das Ganze hinter mir lassen.

    Mittlerweile geht es mir viel besser, obgleich ich immer noch mit Fremden sehr vorsichtig bin. Ich mache mir viele Gedanken über jede Situation, in der ich auf neue Leute treffen könnte und befürchte immer wieder, dass sie mich nicht mögen könnten, und das in einem äußerst ungesunden Maße.


    Warum ritzen sich Leute?
    Sry aber seid ihr nur total bekloppt?
    Was soll das den bringen? Sinnloser Drang nach Aufmerksamkeit. Warum hat man diesen Drang? Weil man es von klein an so gewöhnt ist.
    Mit fünfzehn habe ich mich das erste Mal geritzt. Damals war es für mich tatsächlich irgendwie 'cool'. Ich hab' mir gedacht, dass dadurch vielleicht manch' einer auf all den Mist aufmerksam wird, der mich bedrückt. Getan hat das niemand.

    Falls es heutzutage noch einmal vorkommt, dass ich zur Klinge greife, dann meist zum Wutabbau. Ich weiß, dass das eine verdammt dämliche Methode ist und ich kann danach meist nur selbst den Kopf über mich schütteln, aber für den Moment ist es meist das einzige, was mir einfällt.
    Inzwischen werden jegliche 'Flächen' genaustens von meinem Freund kontrolliert und darüber bin ich äußerst froh, denn ich weiß, dass es ihn ziemlich verletzt, wenn ich so mit mir umgehe und dieser Gedanke hält mich letztlich meist davon ab.


    Ich schätze die Ursachen für Depressionen sind wohl geklärt.

    In jedem Falle sollte man denjenigen, die depressive Verhaltensweisen oder sogar SVV aufweisen, mit großer Aufmerksamkeit und Einfühlsamkeit begegnen. Auf keinen Fall sollte man sie in irgendeiner Form zurückweisen oder Verletzungen wie dem Ritzen übertrieben verurteilen, denn gerade dann wird es schlimmer.
    si vis pacem, para bellum.
  • Dome1808 schrieb:

    Ich habe eine einfache Disskussionsgrundlage. Was haltet ihr von den heutigen Jugendlichen und davon, dass diese immer öfters Depressionen haben?

    Natürlich ist das keine schöne Sache, was sollen wir schon davon halten... fast alle Psychologen sind überbesetzt, es leiden nicht nur viele Jugendliche an Depressionen sondern auch extrem viele Erwachsene... Und es werden immer mehr, was mich ehrlich gesagt nicht wirklich wundert.

    -Was könnten Gründe für solche Depressionen sein?

    Ja, die meisten wurden ja schon genannt...
    - Misshandlung
    - Mobbing
    - Tod von nahestehenden Menschen
    - Stress mit den Eltern
    - Stress in der Beziehung
    - ungewollte Schwangerschaft
    - schlechte Noten
    - Krankheit
    - Medikamente
    - Störungen im Hormonhaushalt
    - bestimmte Phobien
    - ... und und und...

    -Welche Rolle spielen Freunde & Familie?

    Tja, meist leider nicht viel. Depressive Leute ziehen sich meist zurück, da sie sich unverstanden fühlen oder ihnen niemand zuhören möchte. Oft stellt man eine Depression erst nach vielen Jahren fest, da Eltern und Freunde diese nicht realisieren... man wird halt lieber als "ungewöhnlich" oder "komisch" bezeichnet anstatt als "depressiv", weil die Leute auch viel zu wenig Erfahrungen damit haben. Man wird ja meist gleich als Psycho hingestellt, wenn man zugibt, depressiv zu sein. Aufgrund dieser Vorurteile wird es meist sogar noch schlimmer...

    -Was sollten sie dagegen tun?

    Na was wohl: nicht auslachen oder abstempeln sondern trösten, zu dem Betroffenen halten, ihn ggf. zu einem Besuch zu einem Psychologen motivieren. Das ist oft die bessere Variante, da Psychologen die Situation einfach viel besser einschätzen können. Besonders wichtig ist es, einen Arzt zu informieren, wenn der Depressive an Suizidgedanken leidet. Man unterschätzt solche Gedanken sehr gerne.

    -Habt ihr in eurer Jugendzeit ähnliches erlebt?

    Ich glaube jeder ist mal depressiv. Es gibt gute sowie schlechte Tage...
    Aber ja, ich kenne diese Situation durch jahrelanges Mobbing und Stress mit den Eltern sehr gut. Ich sage ja, kein Wunder, dass manche (junge) Leute depressiv werden, bei der Boshaftigkeit mancher Mitschüler... man glaubt es nicht, wie grausam Kinder sein können, ich habe es am eigenen Leib erfahren und es wird schlimmer. Kinder werden immer gewaltbereiter, hier wird man schon verprügelt, wenn man jemandem Hilfe anbietet (kein Witz...)


    Warum ritzen sich Leute?
    Sry aber seid ihr nur total bekloppt?
    Was soll das den bringen? Sinnloser Drang nach Aufmerksamkeit. Warum hat man diesen Drang? Weil man es von klein an so gewöhnt ist.

    Was lese ich denn da für eine gequirlte Scheiße? Genau das meinte ich: lasst diese bekloppten Vorurteile. Das hat nicht immer was mit Aufmerksamkeit erhaschen zu tun. Viele tun das heimlich... ich hab es selbst schon getan, weil es mich von den eigentlichen Problemen abgelenkt hat. Man glaubt es immer noch nicht wie es scheint, aber Schmerzen lenken ab, auch wenn es für manche "bekloppt" klingt. Aber Leute, die solche Fragen stellen tragen dazu bei, dass depressive Leute sich noch schlechter fühlen, da sie kein Selbstvertrauen besitzen und sich oft selbst schlecht machen. Man muss behutsam mit depressiven Menschen umgehen, manche Worte können wie Messerstiche sein!
    Edit: In diesem Punkt gilt ganz besonders: jemand der keine Ahnung hat, der sollte sich einfach raus halten, die Klappe halten oder sich erst informieren und DANN urteilen... Aber gut, das gilt eigentlich überall.

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  • Es gibt durchaus die Gruppe, welche sich ritzt um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
    Meiner Meinung nach ziemlich erbärmlich und respektlos gegenüber denen, die es tun, weil sie den Drang dazu haben. Ich selbst hatte kurze Zeit mal solche Probleme und bin nachdem ich meine "Phase" überwunden hatte noch eine geraume Zeit in einem Forum über das Thema aktiv gewesen. SVV (Selbst-Verletzendes-Verhalten) ist nicht nur ritzen und viele von euch machen es wahrscheinlich ohne es wahrzunehmen. Wenn man mit der Faust gegen die Wand haut nachdem man sich gestritten hat danach erstmal 10 Kippen hintereinander raucht.

    - schneiden mit scharfen Gegenständen wie z.B. Rasierklingen und Messern
    - mit Scherben die Haut einritzen
    - Wiederholtes Kopfschlagen
    - Ins-Gesicht-schlagen
    - In-die-Augen-bohren
    - Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien
    - oberflächlichen Hautverletzungen
    - Verbrühungen
    - sich mit Zigaretten oder einem Bügeleisen Verbrennungen zufügen
    - Abbeißen von Fingerkuppen
    - Verletzungen durch Kopfschlagen
    - exzessiver Sport
    - ungesunde Ernährung
    - zuwenig Schlaf


    Meistens ist Depression der Auslöser, kann aber auch eine schwerere Krankheit sein. Ich denke dadurch, dass unser Leben nicht mehr in so gelenkten Bahnen verläuft sind wir auch anfälliger geworden.
  • Nochmal zum besseren Verständnis:
    Warum ritzen sich Leute?
    Sry aber seid ihr nur total bekloppt?
    Was soll das den bringen? Sinnloser Drang nach Aufmerksamkeit. Warum hat man diesen Drang? Weil man es von klein an so gewöhnt ist.
    Diese Aussage spiegelt lediglich meine eigenen Gedanken wider, und NICHT, ich wiederhole NICHT meinen Umgang damit.
    Weil es für mich selbst einfach überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Ich bin nicht religiös und habe in dem Zusammanhang auch grade gar nicht an die Selbstgeißelung gedacht. Danke an BrandNew für den kleinen Geschichtsexkurs. (Mein ich ernst!)
    Ich gebe zu, das war vielleicht etwas zu sehr überspitzt. Aber wie schon gesagt, das sind nur meine unverfälschten Gedanken. Wenn ich damit jemanden hier verletzt haben sollte, dann tut mir das Leid. Manchmal sollte ich meine Gedanken eben doch mal filtern.

    Jetzt würde mich mal interessieren, wie alt deine kleine Schwester ist.
    Sie ist 11 Jahre alt.

    Was genau meinst du mit "geheuchelter Aufmerksamkeit"? Ich bleibe beispielsweise oftmals bis tief in die Nacht wach, um mit Leuten zu schreiben, die aus gegebenen Gründen eine Ablenkung brauchen.
    Wie war das mit: Du sollst nicht von dir auf andere schließen?
    In der Tat meinte ich aber das:
    Wenn du dich allerdings nur auf diese "Oh du Arme, du hast die neuen Schuhe nicht gekriegt, das tut mir ja soooo leid"-Attitüde beziehst
    und dann noch:
    Eine Frage, auf die du nicht zwingend antworten musst: Hättest du es im Vorfeld gewusst, hättest du dich mit ihr angefreundet?
    Kann ich jetzt im Nachhinein nicht mehr so genau sagen. Immerhin zieht man sich ja dann selbst mit rein und übernimmt auch im gewissen Rahmen einen Teil Verantwortung. Das Dumma an SvV ist meiner Meinung nach, dass man damit den Menschen, die einen nahestehen noch viel mehr verletzt als sich selbst. (Das Gefühl hatte ich zumindest)
    Man macht sich dann als Teil des Umfelds Vorwürfe und ziemlichen mentalen Stress. Weil man dann eben selbst in der Verantwortng steht. Deshalb ist z.B. Suizid das Egoistischste auf der Welt. Man selbst ist ja dann "frei", aber man hinterlässt wohl eine risiege,klaffende,seelische Narbe bei allen Bekannten, Freunden und der Familie.