Falscher Leistungsdruck

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  • Falscher Leistungsdruck

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    Seit ich vor ein paar Monaten im Radio einen Beitrag gehört habe, denke ich viel über das Schulsystem und den Druck der Gesellschaft auf die Schüler nach.

    Über was ging es in diesem Bericht:

    Jemand erklärte, dass in der heutigen Gesellschaft, die Kinder/Jugendlichen zur Durchschnittlichkeit erzogen werden. Das bedeutet, wenn jemand ohne Anstrengung in Mathe eine gute Note hat aber in Deutsch auch mit viel lernen schlecht ist, wird man den Schüler dazu bringen, dass er Deutsch noch mehr lernt. So wird er in beiden Fächern irgendwann Durchschnitt. Wenn man den Schüler allerdings in dem Fach fördert, in dem er von Natur aus schon eine Begabung hat, würde er sich von den anderen abheben und könnte so in seinem späteren Leben mehr erreichen. Ausserdem ist es auch schlecht für ein Land, wenn alle in jedem Bereich gleich stark sind.

    Beim mir war das so, ich musste immer das lernen, was ich nicht gut konnte, damit ich dort auch eine akzeptable Note hatte. Mit der Zeit ist das recht nervig und frustrierend. Was wäre gewesen, wenn man gesagt hätte, sie kann halt kein Französisch lassen wir es und sich auf die Sachen konsentiert hätte, welche ich wirklich kann und auch lieber ausübe?

    Zum Zeiten habe ich das Gefühl, dass in unsere Gesellschaft einige Berufe mehr Wert sind als andere. Das Bedeutet, wenn man ein Kind hat welches in der Schule sehr gut ist, möchten die Eltern oder auch die Lehrer, dass es studiert. Handwerkliche Berufe sind oft nicht so anerkannt, dabei denke ich, dass es vielen mehr Freude machen würde, wenn sie mit den Händen arbeiten könnten. Oft wird man, wenn man da einfach in eine Schublade gesteckt.

    Mit meinem Leben jetzt bin ich eigentlich recht zufrieden und es beschäftigt mich auch nicht wegen mit, sondern wegen meinem Sohn. Darum die Frage an euch:

    Wie empfindet ihr das? Welche Erfahrungen habt ihr? Was könnte man anders machen?

    Ich hoffe, dass ich mich meine Gedanken einigermassen verständlich rüber gebracht habe. Sonst bitte nachfragen.

    Gruss Yubacca
  • Ich hab Französisch schon immer gehasst, konnte es aber in der Schule extrem gut und das hat mir dann auch meine Abi-Note eingebracht. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich etwas so verhasstes so gut durchgezogen habe, finde es aber sehr erleichternd dass ich das Gelernte mittlerweile schon wieder vergessen habe. :D Im Endeffekt lernt man ja beim heutigen Schulsystem nicht für das Leben, sondern nur für die Lehrer und muss sich (oftmals) nach dem Abschluss sowieso erstmal komplett umstellen, insofern finde ich es gar nicht schlimm, wenn man sich sowas durchaus als Ziel setzt.
  • Ich vertrete da eine ziemlich pessimistische Ansicht. Dieses gesamte Schulsystem baut meines Erachtens darauf auf, die Gesellschaft zum konsumieren zu erziehen.
    Denn wer seinen Talenten beraubt wird durch diesen Eingriff in schon fruehem Alter, der versucht sich durch materielle Gueter sein gesellschaftliches Ansehen zu "erarbeiten".
    Gefoerdertes Talent bleibt nur einigen wenigen Gesellschaftsteilen vorbehalten. Folge der Herde, hinterfrage nicht und konsumiere - so wird es in der heutigen Zeit vorgelebt.

    Ganz klar, dass einige Berufsgruppen innerhalb der Gesellschaft als "minderwertig" angesehen werden. Denn wer in einem Beruf arbeitet, der eben nicht breite Akzeptanz findet, versucht ebenfalls wieder durch Konsum, seinen Stellenwert zu pushen.
    Ob da nun ein riesiger Masterplan hintersteckt, oder sich diese Situation "einfach so" ergeben hat, darueber vermag ich nicht zu urteilen.

    Was kann man aendern?
    Das Internet bietet gluecklicherweise genuegend Stimmen, die dem Einheitsbrei im Fernsehen widersprechen. Kritik gegenueber der Gesellschaft und nicht zu allem Ja und Amen sagen hilft da schon ungemein. Diese Kritik sollte selbstverstaendlich nicht beleidigend werden. Bezogen auf die Schule vielleicht einfach mal mit dem Lehrer ueber die Talente deines Kindes sprechen, hinterfragen wieso spezielle Foerderung fuer diesen Bereich nicht moeglich ist. Aber ok, Nein bedeutet immer mehr Kampf als Ja.



    Gruesse,
    Knoedelbert
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    Ich denke auch, dass es wirtschaftlich effektiver wäre Spezialisten zu haben. Man wir nicht das Land der Dichter und Denker, weil alle mittelmäßig gut sind, sondern weil einige wenige extrem gut sind. Aber noch besser wäre, wenn alle in allem extrem gut wären. Und irgendwie scheinen die Verantwortlichen zu denken, dass das so einfach gehen würde. Wir können zumindest ab der Oberstufe einen Schwerpunkt wählen. Ob wir also sprachlich, künstlerisch, gesellschaftswissenschaftlich, naturwissenschaftlich oder sportlich begabt sind. Trotzdem müssen wir aus jedem Bereich etwas lernen. Also wirklich so weit lernen, dass man sein Abi nicht schafft, wenn man es nicht lernt.
    Als Elternteil muss man dann wohl selber darauf achten, das Kind ein bisschen zu fördern. Zugegeben, wenn man selber gerade den Bereich nicht mag, den das Kind mag, ist es kompliziert. Und auch generell ist dafür ja die Schule da, aber was soll man machen.
  • Der Druck auf die Schüler ist schon groß
    hab gerade Matura (Abi), also schriftliche schon hinter mir
    und schon vor 2 Jahren haben sie begonnen uns zu sagen, ja wenn wir das nicht können dann wird es schwierig in der Matura, denn GENAU das kommt ja
    Also besonders unsere Englisch Professorin hat ständig Druck aufgebaut

    Notendruck wird größer, und es wird ja auch eingetrichtert das ohne gute Ausbildung einfach nichts mehr geht heut zutage.

    Ösi mit Nachtsichtgerät
  • Patzian schrieb:

    Notendruck wird größer, und es wird ja auch eingetrichtert das ohne gute Ausbildung einfach nichts mehr geht heut zutage.
    Genau das Meine ich. Wieso ist eine Matura so wichtig. Vielleicht wäre man glücklicher in einem Beruf ohne Studium.
    Viele Menschen haben heute ein Burn out, könnte das daran liegen, dass sie einen Beruf gewählt haben, einfach weil man dort viel Geld verdient?
  • Das mit der Ausbildung ist wirklich wahr. Höre oft solche Sätze wie: " Ohne Abi ist man eh nix!" - Bin da komplett anderer Meinung. Es gibt durch aus Leute, die Abitur haben und trotzdem ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen. Auch Leute, die über Berufe wie Müllmann usw. herziehen, kotzen mich echt an. Ich meine, diese Leute arbeiten wenigstens und auch wenn es kein "toller" Beruf ist, werden diese Leute mehr gebraucht als z.B. ein Fotograf (ist nur ein Beispiel). Was wäre denn, wenn es diese Leute nicht geben würde? Ich finde, diese Leute haben viel mehr Respekt verdient. Naja, zurück zum Thema. Jeder der anders ist, ist minderwertig. In meiner Klasse ist ein dicker Junge. Dieser wird teilweise auch von Lehrern dumm angemacht, nur weil er dick ist. In Kilobeispielen wird z.B. immer er benutzt. Trotzdem ist er ein netter und freundlicher Mensch und ich verstehe mich gut mit ihm. Auch wenn es um Fächer geht kann man ihn als Beispiel nennen. Er ist in Geschichte einer der Besten und kennt wirklich alles auswendig, trotzdem wird er immer nur zur "Mittelschicht" gezählt, weil er in z.B. Latein nicht gerade gut ist. Ich finde, dass man solche Leute in ihren starken Fächern fördern sollte, wie es z.B. auch in der Oberstufe so ist. Dort kann man sich seine Leistungskurse ja selbst aussuchen.

    Habe mir die letzen Tage auch ein paar Gedanken gemacht. Wenn ich jetzt z.B. die Wahlpflichtfächer des Gymnasiums und die der Realschule vergleiche, lernen die Realschüler deutlich mehr für das später Leben. Ich meine z.B. was bringt mir das Wissen über Bakterien, wenn ich später z.B. Rechtsanwalt werden möchte? So gut wie gar nichts. Trotzdem wird man damit zu "gemüllt" und so von seinen "Leistungsfächern" abgelenkt.
  • Ich bin ja aufm Berufskolleg und mache dort mein Fachabi für IT-Assistent. So da haben wir auch Mathe und Elektro- und Prozesstechnik. Bei manchen Sachen, die wir da durchnehmen frag ich mich echt wofür man das braucht als IT-Assistent. Nehmen wir z.B. Parabeln und quadratische Gleichungen. Den "Quatsch" braucht man eigentlich gar nicht als IT-Assistent. Generell die ganzen schulischen Lernstoffe bereiten einen nicht speziell auf die Sachen vor, die man im Beruf machen möchte. Gut die Wahlpflichtfächer aufm Gymnasium machen das schon in gewisser Weise, aber bei den Wahlpflichtfächern MUSS man auch Fächer mitnehmen, die man eigentlich gar nicht braucht, da man in nem anderen Bereich arbeiten möchte.
    Ich finde dieser Druck ist absolut der falsche Weg um uns Schülern gute Noten zu verpassen. Man sollte die Schüler individuell in ihren Stärken fördern und nicht, dass der Schüler in allem gut sein muss.
  • Yubacca schrieb:

    Genau das Meine ich. Wieso ist eine Matura so wichtig. Vielleicht wäre man glücklicher in einem Beruf ohne Studium.


    Die meisten vermutlich ja.
    Da aber andere Länder hart Konkurrenz machen z.b China, sollten wir uns Leistungsdruck machen, wenn wir nicht bald von deren Regierung, abhängig sein wollen.

    Wenn China dann sagt, Freie Meinungsäußerung nene so geht das aber,
    nicht bei euch, aber wir deren Hilfe brauchen, haben wir das problem.

    Schau dir doch die ganzen Billiglohnländer an.
    Immer komplexere Aufgaben werden dorthin Outgesourced.

    Also entweder wir machen "primitive" arbeit für einen Hungerlohn, oder wir lernen etwas, was man (noch)
    nicht Outsourcen kann.

    Nehmen wir z.B. Parabeln und quadratische Gleichungen.

    Was macht ein IT-Assistent denn?
    Mir fallen im IT-bereich haufenweise bereiche ein, wo diese Grundlagen hilfreich sind.
    Zumindest wie man sie mit einem Taschenrechner richtig interpretiert.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Serra ()

  • @Serra

    Glaubst du nicht, dass es genügend Leute gibt, die auch gerne und mit Leidenschaft studieren und später ihren Beruf ausüben??? Und was ist mit den Berufen, die halt weniger Geld einbringen? Sollen wir diese dann outsourcen, obwohl es einige in unserem Land gerne machen würden?

    Meiner Meinung nach braucht es in jedem Beruf guten, motivierten Nachwuchs.

    Mein Problem ist eher das heutige System und wie kann ich als Mutter dagegen steuern, damit mein Sohn später glücklich ist in seiner Ausbildung und seinem Beruf. Im Sommer kommt er in den Kindergarten, also noch ein bisschen Zeit bis zur Berufswahl, aber schon dort werden sie beurteilt. Es kommt z, Bsp. eine Logopädin und schaut ob die Kinder die Wörter richtig aussprechen. Und ich bin jetzt schon nervös, wie er beurteilt wird.
  • Also ich gehör zum ersten G8-Jahrgang in NRW, und muss echt sagen: Schuldruck? Ich spür keinen.
    Oft maulen meine Mitschüler und deren Eltern auf Versammlungen, dass G8 nicht geeignet wäre, da der Druck auf die Schüler zu groß wäre. Und ich frage mich jedes Mal: Was für einen Druck? Vielleicht liegt das bei mir auch einfach daran, dass ich schon immer gut in der Schule war und nie wirklich pauken musste. Wo andere stundenlang vor'm Buch hocken und sich alles ins Hirn schlagen, muss ich die Notizen nur einmal durchlesen und schon hab ich's, oft reicht es mir, wenn ich um Unterricht genug aufpasse.

    Zudem mach ich nächstes Jahr Abitur, und als erster G8-Jahrgang mache ich zusammen mit den letzten G9-lern, und schon bricht die nächste Diskussion aus "Ohh, Doppeljahrgang! Es wird nicht genug Studienplätze geben!" Ich persönlich finde das sogar irgendwie gut, da dadurch Konkurrenz entsteht und am Ende nur die besten einen Platz bekommen, den sie meiner Meinung nach auch verdienen.

    Ich möchte jetzt nicht sagen, dass das mit dem Leistungsdruck an Schulen nur Gelabber ist, aber das es doch recht individuell ist. Die einen spüren einen hohen Druck und müssen viel pauken, die anderen wiederum nicht.

    Edit: Zudem finde ich, dass persönliche Interessen, Hobbies und auch Talente viel mehr Auswirkungen auf den späteren Beruf und auf das Studium haben sollten. Was bringt dir ein 1,0 Abi, wenn du dann studieren gehst und merkst "Scheiße, das liegt mir ja gar nicht!" . Toll, da hast du einem evtl. sehr begabten den Studienplatz weggenommen. Es sollte eine Art Eignungsprüfung und noch andere Sachen geben, damit man auch die richtigen für einen Studiumsplatz bzw. für einen Beruf findet. Noten sind nicht alles. Man kann sich schließlich alles auswendig pauken und wenn die Prüfung vorbei ist, verschwindet das wieder aus dem Kopf.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von RoachGrace ()

  • Yubacca schrieb:

    Sollen wir diese dann outsourcen, obwohl es einige in unserem Land gerne machen würden?


    Hast du die Wahl, oder die Geschäftsführer, die auch nur wollen das die Firma überlebt.
    Und wie gesagt, die Stehen unter internationaler Konkurenz.

    Meiner Meinung nach braucht es in jedem Beruf guten, motivierten Nachwuchs.

    In vielen Ländern wird mit
    "arbeite oder du verhungerst" Motiviert. Funktioniert sehr gut.

    @RoachGrace
    Stimme ich dir zu. Noch.
    Warte mal 15 Jahre, wenn fast alle arbeiten per Roboter erledigt werden, und fast
    der ganze Rest Outgesourced wurde. Plötzlich ist ein 2.0 Abi nichts mehr wert.
  • RoachGrace schrieb:

    Oft maulen meine Mitschüler und deren Eltern auf Versammlungen, dass G8 nicht geeignet wäre, da der Druck auf die Schüler zu groß wäre. Und ich frage mich jedes Mal: Was für einen Druck? Vielleicht liegt das bei mit auch einfach daran, dass ich schon immer gut in der Schule war und nie wirklich pauken musste. Wo andere stundenlang vor'm Buch hocken und sich alles ins Hirn schlagen, muss ich die Notizen nur einmal durchlesen und schon hab ich's, oft reicht es mir, wenn ich um Unterricht genug aufpasse.

    Ich möchte jetzt nicht sagen, dass das mit dem Leistungsdruck an Schulen nur Gelabber ist, aber das es doch recht individuell ist. Die einen spüren einen hohen Druck und müssen viel pauken, die anderen wiederum nicht.
    Raus aus meinem Kopf! O:
    Morgen ist meine letzte Abiturprüfung. Ob ich aufgeregt bin? Nö, eigentlich nicht. Physik ist das Fach, was ich am besten verstehe und wo ich mir sicher bin, dass ich alles kann.

    Das mMn beste Mittel gegen etwaigen Druck habe ich schon verinnerlicht. Ich weiß was ich kann und wo ich hin will. Noten sind nicht alles. Und das sage ich als jemand, der auf dem Abschlusszeugnis einen Schnitt von 12 Punkten hat. (2+)
    Viel wichtiger als die bloße schulische Leistung ist das Interesse für ein Gebiet und das Verständnis, was man dafür aufbringt. Gerade in den letzten 2 Schuljahren ist mir klar geworden, wie wenig Noten eigentlich aussagen.
    Russisch konnte ich z.B. nie leiden und kann ich auch nicht wirklich. Hab trotzdem insgesamt 11 Punkte. Mathe ist neben Physik eines der Fächer, die ich am besten verstehe. Trotzdem stehe ich durch ein paar Leichtsinnsfehler oder Vorzeichenfehler in Arbeiten oder Klausuren nur auf 12 Punkten.
    Der Wert dieser Differenz lässt sich auch nur auf dem Papier feststellen. In Wahrheit liegen dazwischen Welten.

    Nicht wenige meiner vor allem MitschülerINNEN stehen punktemäßig wesentlich besser als ich. Warum? Weil sie besser Sachen aus dem Hefter auswendig lernen und stundenlang pauken. Was mach ich in der Zeit? Ich beschäftige mich schon mal mit den Dingen, die im Studium oder später im Beruf für mich wichtig sein werden. Allgemeinbildung und logisches Verständnis lässt bei diesen Mädels leider völlig zu wünschen übrig. Gelernt wird immer nur für die nächste Arbeit.

    Man darf Schule einfach nicht ganz so ernst nehmen, wie es einem immer gesagt wird. Natürlich ist ein guter Abschluss Vorraussetzung für den weiteren Berufs-/Bildungsweg. Aber sollte es jetzt nicht in jedem Fach klappen, dann ist das auch kein Beinbruch. Es schadet nichts überall mal was gehört zu haben.

    Ein gutes Beispiele finde ich sofort in meiner Bewerbung zum Studium. Ich werde wohl Medieninformatik und Interaktives Entertainment studieren (Spezialisierung auf Game Design) und der Numerus Clausus geht nur zu 20% in die Bewerbung ein. 20% nochmal extra auf Endjahresnoten in den Fächern Informatik, Englisch, Mathe und Physik. Und die restlichen 60% bestehen aus Vorerfahrungen, Interessen und Hobbys. Ich glaube kaum das es einen großen Unterschied macht, ob ich jetzt in jedem Fach Einsen habe oder mich nur in den für mich wichtigen Bereichen gut geschlagen habe.
  • Yubacca schrieb:

    Zum Zeiten habe ich das Gefühl, dass in unsere Gesellschaft einige Berufe mehr Wert sind als andere. Das Bedeutet, wenn man ein Kind hat welches in der Schule sehr gut ist, möchten die Eltern oder auch die Lehrer, dass es studiert. Handwerkliche Berufe sind oft nicht so anerkannt, dabei denke ich, dass es vielen mehr Freude machen würde, wenn sie mit den Händen arbeiten könnten. Oft wird man, wenn man da einfach in eine Schublade gesteckt.

    Das stimmt allerdings. Ich mache im moment mein Abi, und meine Alte klassen Lehrerin Meinte zu mir das ich wenn ihc das Abi schaffe aufjedenfall Studieren werde und dan einen Büro Beruf machen werde da ich ja viel zu gut für Handwerkliche berufe bin -_-. Aber ich weiß das ich in einem Büro eingehen würde. Ich muss was zum Anpacken haben. Deshalb werde ich auch was mit Veranstaltungs Technik machen. Das weiß ich jetzt schon. evtl Studiere ich, aber ich werde mich nicht in so ein sche.... Büro setzten (nicht gegen die Büro berufe, das muss ja auch gemacht werden nur das ist einfach nichts für mich)
  • Ich bin ein G8ler aus NRW und ich finde schon, dass da ne Menge Schuldruck entstehen kann. Kann bei mir aber auch an der Schule liegen, da die an sich sehr Leistungsorientiert ist und alles, was ich von anderen Schulen höre um einiges Entspannter klingt.

    Ich merk das bei mir ziemlich deutlich mit dieser "Standartisierung". In Physik oder Chemie beispielsweise sind ca. 5-6 Leute (darunter auch ich selbst) die den Unterrichtsstoff problemlos aufnehmen und dem Rest um Meilen vorraus sind. Der Rest versteht großteils nichteinmal die Grundlagen (als letztens auf die Frage "Was entsteht, wenn Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert" die Antwort "Elektronen" kam wär ich am liebsten heulend aus dem Raum gerannt. In der 9. Klasse sollte man da die Antwort schon kennen) Doch statt das der Lehrer dann mal ne schlechtere Note gibt (die ich bei ihm eh unfair verteilt finde), kauen wir den gesammten Stoff immer wieder durch, anstatt was neues zu machen. Ich passe mittlerweile schon kaum mehr auf und kann trotzdem alles.
    Stichwort: Hypostress

    Dazu krasser Gegensatz: Französisch bei ner Muttersprachlerin. Es geht nur ums Lernen. Sobald die, die Französisch auf anhieb verstehen (wozu ich nicht gehöre) den Stoff verstanden haben, müssens alle begreifen. Dazu noch möglichst viele Hausaufgaben und zusätzlich zum Unterrichtsstoff, der für G8 ja schon angepasst wurde, noch 1-2 Bücher auf Französich pro Jahr durchnehmen. Ich versteh zwar den Stoff noch einigermaßen, aber dennoch läuft es daraufhinaus, das vor der Arbeit der Stoff nochmal mühsam wiederholt wird.
    Das passiert bei fast alles Schülern in allen Fächern. Vor den Arbeiten wird einiges zuhause nochmal fleißig wiederholt, nach der Arbeit alles wieder vergessen. Ich übe für Arbeiten nur sehr selten und wenig (nur Französisch und manchmal auch was für Deutsch). Ich hab desshalb zwar nie die allerbesten Noten, aber ich kann zumindest sagen, dass ich das, was ich in den Arbeiten mache, kann und es auch länger im Gedächnis bleiben wird.

    Wie oben ja schon gesagt wurde:
    Nicht wenige meiner vor allem MitschülerINNEN stehen punktemäßig wesentlich besser als ich. Warum? Weil sie besser Sachen aus dem Hefter auswendig lernen und stundenlang pauken. Was mach ich in der Zeit? Ich beschäftige mich schon mal mit den Dingen, die im Studium oder später im Beruf für mich wichtig sein werden. Allgemeinbildung und logisches Verständnis lässt bei diesen Mädels leider völlig zu wünschen übrig. Gelernt wird immer nur für die nächste Arbeit.



    In vielen Fächern macht es im mündlichen aber leider keinen Unterschied, ob man einfach alles aus dem Kopf kann, oder ob man überhaupt nichts von dem Stoff kann und alles ausm Heft raussucht, oder wie genau oder weitreichend das ist, was man sagt, sondern es nur darum geht, wieoft man wieviel sagt.

    Meiner Meinung nach sollte man, wenn man die Leistungen an andere Länder angleichen will, eher das System komplett verändern, wie z.B. Durch individuelle Förderung, anstatt einfach alle Schüler aneinander anzugleichen und den Lehrnstoff einfach zusammenzustauchen.

    Hätte man mich vor n' par Jahren gefragt, hätte ich mich für G8 entschieden und gesagt "cool ein Jahr weniger Schule". Heute würde ich mich ohne zu zögern für G9 entscheiden.

    Lg,
    matzibeater

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von mondbaergames ()

  • Serra schrieb:

    Das ist das viele dieser Berufe schnell erlernt sind, und dann finden sich schnell Leute, die
    das für den Halben Lohn machen.

    Das Stimmt wiederum, aber ich miente mit anpacken nicht einen schnell erlernten Beruf sondern wollte damit nur ausdrücken das ich NICHT ins Büro gehen werde. So ein Ausgebildeter Techniker mit einer 3 Jährigen ausbildung verdient nicht schlecht wenn er an den richtigen stellen Arbeitet. (MIr gehts nicht hauptsächlich ums Geld, weil spaß machen solls ja auch, aber ist doch auch nett ne)