Ninety-Nine Nights (Xbox 360)

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    • Ninety-Nine Nights (Xbox 360)

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      Ich habe das Review geschrieben, als das Spiel noch relativ neu war, also bitte nicht wundern, dass ich die Grafik verhältnismäßig lobe. Nach heutigem Stand ist diese natürlich bestenfalls zu belächeln.
      Viel Spaß beim lesen,
      m.f.g Bombanski


      Spieler VS Orks, Trolle & Kamera

      Es herrscht ein Krieg in der Fantasy-Welt von Ninety-Nine Nights. Auf der einen Seite des Konflikts steht die Armee des Lichts und auf der anderen, die der Finsternis. Um es kurz zu machen, es herrscht der altbekannte Kampf zwischen gut und böse vor.
      Als Spieler wird man natürlich in diesen Konflikt miteingebunden und nimmt an Massenschlachten teil, in denen es gilt Orks, Trolle und andere fantasytypische Wesen niederzustrecken.

      Zu Beginn des Abenteuers übernimmt man die Rolle der jungen Tempelritterin Impphyy, die unter dem "Schutz des Lichtes" steht und mit ihren Verbündeten den Kampf gegen die Armee der Finsternis aufnimmt, um ihrem Land Einigkeit und Frieden zurückzubringen. Welches zuvor unter Angriffen von "Orks", "Dunkelelfen", "Pwucks" und anderen Wesen leiden musste.


      Die Ruhe vor dem Sturm

      Der Schwerpunkt von Ninety-Nine Nights liegt ganz klar auf Massenschlachten. Doch bevor die Schlacht ruft, gilt es vor Beginn jedes Levels Eure Unterstützungstruppen auszuwählen, welche beispielsweise aus Bogenschützen, leichter- oder schwerer Infanterie bestehen können. Warum das zwar prinzipiell ein nettes Feature des Spiels ist, aber den Spielverlauf nur geringfügig oder überhaupt nicht ändert?, dazu kommen wir später noch.
      Am Ort des Geschehens angekommen fallen als erstes die gut dargestellten Charaktere auf. Vor allem die jeweiligen Hautcharaktere sind besonderst gut modelliert worden. Mit zunehmender Spieldauer lassen sich immer mehr Charaktere freischalten (Inpphyy ist allerdings die Anfangs einzig anwählbare Spielfigur).

      Grafisch kann N3 im Allgemeinen punkten. Ihr findet euch häufiger in verschiedenen Levelsettings, wie Hügellandschaften, Waldgebieten, Ödland oder einer
      Burg, wieder. Auch kann die Weitsicht überzeugen, so sind Gegnerhorden bereits aus größerer Entfernung erkennbar und man weis bereits im Voraus was auf einen zukommt. Der einzige Kritikpunkt hierbei ist, dass einige (zum Glück bei weitem nicht alle) Levels sehr steril und leer wirken. Ein paar mehr Bäume oder Gebäude hätten dem Spiel hier bestimmt nicht geschadet.

      Wenn ich gerade schon beim technischen Aspekt von N3 bin sei schnell noch der Satz „Der Augen’s Freud’ ist der Ohren’s Leid“ in den Raum geworfen. Ich glaube Ihr könnt euch vorstellen, was ich damit ausdrücken will…

      Während grafisch einiges geboten wird tendiert der Sound eher zum totalen Gegenteil. Die musikalische Untermalung ist zwar recht gut gelungen, doch sobald der Kampf beginnt werdet Ihr nur noch „Uu! Uu! Ahh!“ oder „Haah! Haah! Haaaaaaa!“ zu hören bekommen, wenn Eure Spielfigur zuschlägt, was dann noch obendrein vom immergleichen Geräusch begleitet wird, das einen Treffer zu erkennen gibt - und Gegner zum treffen gibt es mehr als genug in N3!
      Nein danke, da hör ich lieber während des Spielens Musik an.


      Das Feld der 1000 Leichen…

      Kommen wir nun aber zum eigentlichen Spiel. N3 läuft konsequent nach dem Schema „Erst schlagen, dann fragen“ ab. Grundsätzlich kann man sagen, dass es in jeder Mission nur darauf ankommt das Levelende lebend zu erreichen. Sehr selten steht man dabei auch unter Zeitdruck, da man z.B. Katapulte zerstören muss, bevor die Mauern einer Burg unter dem Beschuss zusammenbrechen. Der Levelabschluss wird allerdings gelegentlich auch zur wirklichen Herausforderung, da sich Euch eine Gegnerhorde nach der anderen in den Weg stellt. Insbesondere in den späteren Levels werdet Ihr auf mehr als 1000 (!) feindlichen Soldaten konfrontiert sein. Diese gilt es dann selbstverständlich mit roher Waffengewalt zu beseitigen, wobei Euch hier nicht nur die Standard-Angriffe (‚X’ ; ‚Y’) zur Verfügung stehen. Auch verheerende Kombos könnt Ihr vom Stapel lassen, mit denen dann mehrere dutzend Gegner auf einmal das Zeitliche Segnen. Auch lässt sich der Sprung (‚A’) mit einem Schlag kombinieren. Besonderst cool fand ich hier die Möglichkeit auf einen Feind zu springen und dann durch mehrmaliges drücken von ‚A’ über die Köpfe von Freund und Feind hinweg von einer Seite des Schlachtfelds auf die andere zu gelangen.

      Eingangs habe ich ja bereits erwähnt, dass Ihr nicht alleine gegen die Gegnerhorden in die Schlacht zieht, sondern jeden Level in Begleitung einer Hand voll eurer Soldaten beginnt. Ihr werdet allerdings schnell merken, dass Ihr auf jeden ‚Freund’, den Ihr im Spiel habt auch ohne Probleme verzichten könntet. Eure Mitstreiter werden zwar angesichts größerer Gegnerhorden auch kampflüstern und begeben sich ohne zu zögern in das Massengetümmel, doch ist die Mehrzahl der Feinde erst einmal besiegt merkt man wie strohdoof die künstliche Intelligenz in N3 eigentlich ist. Es wird regelmäßig passieren, dass eure Kampfgefährten nicht einmal in der Lage sind einen einzigen Gegner, der von ihnen obendrein noch umzingelt ist zu besiegen. Viel schlimmer noch, mehr als 90% eurer Soldaten stehen in so einem Fall einfach nur untätig in der Gegend rum.

      Jeder Gegner hinterlässt nach seinem Ableben eine kleine rote Kugel, die von Eurer Spielfigur automatisch absorbiert wird. Dadurch lädt sich mit der Zeit eine rote Leiste im unteren linken Eckedes Bildschirms auf. Ist diese voll könnt Ihr durch einen Druck auf ‚B’ eine Art ‚Monsterangriff’ ausführen. Mit diesem lassen sich dann ganze Feindestruppen in Windeseile vernichten. Und als ob das noch nicht genug wäre hinterlassen die Feinde, die durch den ‚Monsterangriff’ ausgeschaltet wurden jeweils eine blaue Kugel, wodurch sich entsprechend eine blaue Leiste auffüllt. Wenn sich diese gefüllt hat kann wiederum durch einen Druck auf ‚B’ ein - ich nenne ihn einfach mal - ‚Ultra-Monster-Hyperangriff’, (:D) ausgeführt werden. Bei diesem fallen nun augenblicklich alle Gegner, die sich auch nur in Eurer Nähe befinden tot um.

      Während des Spielverlaufs trefft Ihr auch häufig auf Zwischen- und Endgegner, die gegen die roten bzw. blauen Superangriffe total immun sind. Hier muss man sich dann also wieder ausschließlich auf das Schwert verlassen. Diese Kämpfe laufen allerdings sehr behäbig ab und sind alles andere als ein Highlight, denn hier fällt besonderst deutlich auf, dass das Kampfsystem von N3 auf Massenschlachten ausgelegt ist. Häufig schlägt man einfach an einem einzelnen Feind vorbei, obwohl man direkt in seiner Nähe ist (und nein, das erklärt nicht die kaum vorhandene KI).

      Um Euch das Leben in den Massenschlachten etwas zu erleichtern hinterlassen einige Feinde Gegenstände die Eure Fertigkeiten verbessern, euch einen ‚EP-Boost’ verpassen oder Eure Lebensenergie wieder auffrischen. Moment…EP? Ist N3 etwa ein Rollenspiel mit Massenschlachten?
      Nein, das nun wirklich nicht. Zwar gewinnt man für jeden besiegten Feind etwas an Erfahrung und steigt mit der Zeit eine Stufe auf, wodurch man so nette Belohnungen, wie größere Reichweite oder mehr Schaden erhält, aber die verschiedenen Stufen dienen hauptsächlich dazu mehr und mehr Gegenstände im Inventar (‚Back’) unterzubringen. Die richtige Kombination der Items erleichtert dann den Spielablauf ungemein. Ebenfalls befinden sich in jedem Level einige Kisten, in denen es ebenfalls Tränke, Gegenstände und häufiger auch neue Waffen zu finden gibt mit denen man dann das weitere Spiel bestreiten kann.
      Anfangs habe ich ja bereits kurz erwähnt, dass es mehrere spielbare Charaktere in N3 gibt. Um diese anwählen zu können muss man zuerst die Kampagne von Inpphyy beendet haben. Auf diese Weise werden dann immer mehr Spielfiguren freigegeben, die jede ihre eigene Geschichte zu erzählen hat. Bis Schlussendlich noch ein geheimer Charakter auf den Spieler wartet. Wenn Euch derartige ‚dauermetzel Spiele’ wie N3 zusagen, wird Euch das Freischalten der Charaktere zweifellos einige Zeit bei Laune halten.


      Zickenkrieg

      Auf der einen Seite der Spieler, der unbedingt für das ausgegebene Geld etwas Spielspaß haben möchte und auf der anderen Seite N3, das sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt richtigen Spielspaß aufkommen zu lassen. Aufgrund des immergleichen Spielablaufs (kurze Zwischensequenz, hunderte von Gegnern umlegen, um schließlich dem Endgegner gegenüberzustehen) spricht N3 von sich aus bereits keine große Masse von Spielern an. Und dann machen da noch das Speichersystem und die Kamera nicht richtig mit.

      Die Kamera lässt sich in zwei Positionen einstellen: Die eine etwas näher am Charakter, die andere etwas weiter weg. So weit so gut, doch während den Schlachten geht eigentlich immer die Übersicht verloren, was natürlich nicht wirklich negativ ist, denn Massenschlachten sind nun mal unübersichtlich. Was mich aber dennoch sehr geärgert hat ist, dass es keine automatische Kameraführung gibt. Mann muss die Kamera also auch im größten Kampfgetümmel immer selbst nachjustieren, was häufiger dann dazu führt, dass Eure Spielfigur Schaden nimmt und ihr nicht viel dagegen machen könnt. Insbesondere in einem Wald-Level zwangen die Bäume am Rand des Weges die Kamera immer wieder dazu das Geschehen von weiter oben, dann plötzlich wieder aus gewohnter Perspektive darzustellen. Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass dadurch auch noch das letzte bisschen Übersicht flöten gegangen ist.

      Verglichen mit dem Speichersystem gibt es aber keinen Grund über die Kamera zu meckern, denn dieses stammt noch aus der Urzeit der Videospiele und wäre in dieser Form sogar der ersten Xbox unwürdig gewesen. Es ist nämlich schlichtweg nicht möglich während eines Levels zu speichern, es gibt nicht einmal Kontrollpunkte, die es einem beispielsweise ermöglichen einen Kampf gegen den Level-Endboss zu wiederholen. Was im Klartext bedeutet, dass Ihr, wenn Ihr einmal den Löffel abgegeben habt - und sei es auch nur am allerletzten Gegner - den kompletten Level erneut von vorne beginnen müsst.

      Das wird besonderst in späteren Missionen zu einer wahren Geduldsprobe, da diese wirklich eine relativ lange Spielzeit in Anspruch nehmen. Im Zusammenspiel mit der Kamera ergibt das einen nicht zu unterschätzenden Schwierigkeitsgrad. Wer das aber unter dem Aspekt sieht, dass Videospiele den Spieler auch vor eine Herausforderung stellen sollen, wird sich daran aber selbstverständlich nur wenig stören.


      Fazit:

      N3 ist ein zweischneidiges Schwert, einerseits machen die gut aussehenden Massenschlachten für eine gewisse Zeit wirklich Laune, andererseits wird außer dauerhaftes ‚Buttonmashing’ und Geduld nicht viel vom Spieler verlangt.

      Man muss einfach auf diese Art von Spielen stehen um damit Spaß haben zu können. Und selbst wenn man auf so was abfährt motiviert N3 nie zu längeren Spielesessions, nach maximal einer halben Stunde hatte ich für meinen Teil jedenfalls immer genug von der N3-Metzelorgie. Aber im Gegenzug dazu hat N3 immer wieder seinen Weg für eine kleine Metzelorgie in meine 360 gefunden.

      Kurz gesagt: N3 macht einen Heiden Spaß, nur nicht lange, dafür aber immer wieder!



      Wertung:

      Grafik: 7 / 10 Steuerung: 6 / 10
      Sound: 6 / 10 Gameplay: 5 / 10
      Gesamt: 6 / 10

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