Papierflieger - Warum man sich nicht an Papier schneiden sollte

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  • Papierflieger - Warum man sich nicht an Papier schneiden sollte

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    Es ist echt schwer, zwei Testseiten mit Papierflieger-Content zu füllen, denn wirklich viel gibt es über dieses Spiel nicht z u erzählen. Der Name allein spricht schon für sich. Man nehme ein Blatt Papier, falte es ein paar Mal in der Mitte zusammen und schon erhält man das wichtigste (und auch einzige) Spielelement, das man auffinden kann.

    Wem das Spiel irgendwie bekannt vorkommt: Papierflieger ist ein Minigame des durchgeknallten Spiels WarioWare Inc., welches 2003 auf dem Game Boy Advance und wenig später auch für den Nintendo GameCube erschienen ist. Da dem Nintendo DSi die Funktion fehlt, Game Boy Advance-Module abzuspielen, gibt es einige Minispiele aus WarioWare Inc. im Nintendo DSi-Shop zum exklusiven Download (neben Papierflieger ist auch das Spiel Pyoro erhältlich).

    Das Konzept lässt sich schnell erklären: Ein Papierflieger muss sicher einen unendlich langen Parcours hinunterbefördert werden, möglichst ohne gegen die im Weg stehenden Blöcke zu stoßen, sonst heißt es nämlich „Game Over“. Das Spiel ist nahezu 1:1 aus WarioWare Inc. übernommen worden, man kann auch so dreist sein und Nintendo vorwerfen, nicht die geringste Mühe in die Umsetzung investiert zu haben. Stimmt! Es gibt nur einen einzigen Level im gesamten Spiel, der trister nicht gestaltet sein könnte. Rote Backsteine als Hintergrund zu verwenden ist ja auch unglaublich kreativ … Da hätte man sich mehr anstrengen können (und müssen). Auch eine spannende Story fehlt. Auch wenn sich jetzt manche Leser denken: „Was? Wie soll man sich zu so einem Spiel eine Story ausdenken, die vor allem gut ist?“. Regt euch mal ab, es gibt da viele verrückte Sachen, die man liebevoll inszenieren kann. Wario, dieser alte Gammler, hasst aus irgendeinem Grund Papier (wohl ein eMail-Fanboy oder sowas) und setzt alles in seiner Macht stehende darauf, dieses Teufelswerk aus der finsteren Welt zu verbannen. Also weicht in in Downscrollenden Levels (wie es sie ja auch in Papierflieger gibt) Fallen wie plötzlich auftauchende Feuersäulen, die man via ins Mikro pusten löschen kann, aus oder zerschießt skurrile Feinde. Auch verschiedene Papierflieger, die durch unterschiedliche Falttechniken erstellt werden und verschiedene Vor- und Nachteile haben, wären willkommen. Oder Levels mit wechselnden Windstärken, die das Flugverhältnis beeinflussen. Alles Elemente, die das Spielkonzept mächtig aufgefrischt und das Spiel vielleicht sogar sehr süchtig gemacht hätten. Sehr schade, Nintendo!

    Zurück zur Realität
    Nachdem ihr in Erfahrung gebracht wurdet, wie unglaublich eintönig der Endlosmodus ist, wollen wir und mal die anderen Modi vorknöpfen. Da hätten wir als nächstes den Zeitmodus. Hier müsst ihr bestimmte, (sehr) kurze Abschnitte des Endlosmodus anspielen und Highscores aufstellen. Insgesamt gibt es acht Levels, die zwischen zehn und dreißig Sekunden dauern. Klingt zwar nach wenig, doch die wollen erst mal geschafft sein: Während die ersten vier ein Klacks sind, steigt der Schwierigkeitsgrad ab Nummer fünf gigantisch und wagt es schon fast, an Unschaffbarkeit zu grenzen! Merkwürdig platzierte Blöcke, welche man sehr schlecht erkennen kann, tragen nur einen Teil dazu bei. Die Steuerung ist es nämlich, was euch zur Weißglut bringt. Die Kontrolle, die der Spieler über sein papierenes Fluggerät hat, beträgt nämlich gleich -10. Selbst, wenn man nur ganz kurz auf eine der Richtungstasten drückt, bewegt sich der Flieger meilenweit in die Richtung, wo es nicht hin soll. Darum ist es unmöglich, eine gerade Linie an unten zu fliegen. Wieso kann man nicht einfach per Druck auf die Runter-Taste auf dem Digikreuz direkt nach unten fliegen? Oh welch ein Glück, dass das Spiel nicht auf dem Nintendo DS Lite läuft. Da es ein äußerst schwammiges Steuerkreuz hat, wäre die Steuerung dort eine absolute Katastrophe gewesen. Da helfen auch die Hinweise im Hauptmenü des Spiels nicht („Benutze die Knöpfe, um zu spielen.“ … oh Mann, soll ich lachen? -_-).

    Ihr dachtet, das ist der einzige Nachteil an der Steuerung? Oh nein, es kommt noch viel schlimmer, als es JEDER von euch erwartet hätte. Das betrifft aber (lucky, lucky) nur total misslungenen Zweispielermodus. Während Spieler Nr.1 sich normal mit den Richtungstaste spielt, bedient sich der Mitspieler an den Y- und A-Buttons. Richtig erkannt, beide Spieler zocken an einem einzigen Gerät! Nintendo, das ist zwar nett gemeint von euch, aber ich denke, dieser Fehlentscheidung bedarf keinem weiteren Kommentar. Erst recht artet es in Chaos aus, wenn beide Spieler Rechtshänder oder beide Linkshänder sind. Abgesehen von der Steuerung gibt es aber noch einige weitere Kritikpunkte: Jeder Spieler hat seinen eigenen Bildschirm, anstatt dass sich beide den einen teilen. Darunter leidet nämlich die Übersicht, das hätte man auch anders lösen können. Desweiteren ist es nicht möglich lokal gegen andere zu zocken (das heißt: Zwei DSi-Beistzer spielen jeweils am eigenen Gerät gegeneinander), online spielen via Nintendo Wi-Fi-Connection kann man sowieso vergessen.

    Nicht nennenswert, der Vollständigkeit halber sei es aber trotzdem erwähnt: Die stets eintönige Musik nervt und auf die typischen DSi-Features (die beiden Bildschirme, Mikro, Kameras, Touchscreen…) wird null Wert gelegt.

    Immerhin kostet Papierflieger zum herunterladen nur mickrige 200 Nintendo-Points (was nach aktuellem Wechselkurs zwei Euro entsprechen), weshalb interessierte ruhig mal einen Blick riskieren können.

    Einzelwertungen:
    Grafik: 2/10
    Sound: 4/10
    Steuerung: 2/10
    Multiplayer: 3/10
    Urteil: 4/10

    Details:
    System: DSi Ware
    Umsetzungen: GameBoy Advace (2003), GameCube (2003)
    Herkunft: Japan (diese Verrückten)
    Publisher: Nintendo
    Entwickler: auch Nintendo
    Preis: 200 Nintendo Points (Haargenau 2€)
    Release: 03.04.2009
    Genre: UNDEFINIERBAR!!!
    Spieler: 1-2 (nen Versuch ist's ja wert)
    Online: Ne...
    USK: Ohne Altersbeschränkung
  • RE: Papierflieger - Warum man sich nicht an Papier schneiden sollte

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    KopfnussSanja schrieb:


    also ich muss schon sagen ich könnte es auf keinen fall schafen soviel zu schreiben

    respect


    Danke für dein Kompliment! Hab ich erst jetzt gesehen...