Paroidus (Game Boy)

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    • Paroidus (Game Boy)

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      Altbekanntes in abgedrehtem Design

      Parodius ist ein klassisches Shoot’em-Up Spiel, indem Ihr im Grunde nichts anderes macht als von links nach rechts zu fliegen, jede Menge Gegner abzuschießen, deren Projektilen auszuweichen, so viele Power-Ups wie möglich einsammeln und Euch mit den Bossgegnern der jeweiligen Levels herumärgern müsst.

      Wie der Name bereits vermuten lässt handelt essich bei Konamis Parodius um eine Parodie auf die hauseigene Gradius-Serie. Im Gegensatz zum Original legt Ihr Euch hier nicht mit Horden feindlicher Raumschiffe und dergleichen an, nein. Vielmehr geht es darum solch diabolische Kreaturen wie Pinguine, Clowns, eine Stripteasetänzerin oder ein fliegendes Piratenschiff mit einem Katzenkopf in die Schranken zu weisen. An dieser Aussage lässt sich einerseits wunderbar erkennen, dass sich Parodius selbst nicht das kleinste Bisschen ernst nimmt und andererseits wie einfallsreich, wenn auch abgedreht, das Gegner- Level- und Bossdesign ist.

      Zu Beginn könnt Ihr Euch für einen von vier möglichen Spielfiguren entscheiden, mit der Ihr das Spiel angehen wollt.

      Zur Auswahl stehen der klassische Raumgleiter „Vic Viper“, dessen Aussehen Freunden von Gradius wohl gleich bekannt vor kommen dürfte.

      „Octopus“, der - große Überraschung - ein Oktopus ist.

      „Thin Bee“, welche ebenfalls aus einem weiteren Konami-Spiel stamme, aber in der Game Boy Version eher einem klassischen Shoot’em-Up entsprungen zu sein scheint.

      Und zu guter Letzt „Pentarou“, der Pinguin.

      Unabhängig von Eurer Wahl beginnen alle Vier auswählbaren „Schiffe“ mit recht schwachen Projektil angriffen. Um diese weiter aufzurüsten gilt es Powerup einzusammeln, die von abgeschossenen Gegnern zurückgelassen werden. Beim Aussehen der Power-Ups zeigen sich auch schon die ersten Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren. Während die Vic Viper die gleichen Powerups einsammelt, wie sie schon in Gradius zu sehen waren, muss Pentarou beispielsweise Bonbons sammeln um seinen Angriff auf die höchste Stufe zu bekommen. Abgesehen davon unterscheiden sie sich noch in den Angriffen selbst. Die Vic Viper bekommt im Spielverlauf Laserwaffen spendiert, Octopus greift mit genügend Powerup seine Feinde mit einer Art Schallwelle an. Die Thin Bee feuert mit der Zeit Boxhandschuhe, während Pentarou bei seinen Projektilangriffen bleibt, diese aber natürlich verstärkt. Zusätzlich zu den verstärkten Waffen erhält jede der Figuren auch kleine Abbilder Ihrer selbst, die automatisch kräftig mit austeilen.

      Alles in allem spielen sich die Charaktere aber recht ähnlich und unterscheiden sich im direkten Vergleich eigentlich nur im Aussehen von einender. Zwar
      variiert das Angriffsmuster der Spielfiguren, aber einen wirklichen spielerischen Unterschied, oder gar einen Vorteil, den ein Charakter den anderen gegenüber hat, konnte ich nicht feststellen. Desweiteren lassen erledigte Gegner neben den normalen Powerups von Zeit zu Zeit auch noch weitere Extras zurück. Zum einen gibt es ein Powerup, das, wenn eingesammelt, alle sich auf dem Bildschirm befindlichen Gegner auf der Stelle tötet. Zum anderen gibt es noch Glocken, für die Ihr um sie einzusammeln weniger Zeit als für die restlichen Extras habt, da diese mit hoher Geschwindigkeit auf Euch zugeflogen kommen. Wenn Ihr nun auf diese schießt fliegen sie für kurze Zeit zurück und ändern bei jedem Kontakt mit Euren Projektilen ihr Aussehen. In ihrer normalen Form geben diese Euch lediglich ein paar extra Punkte für die Highscore. Was für mich schlichtweg nicht nachvollziehbar ist, da das Modul Eure erzielte Punktzahl ohnehin nicht speichern wird. Einmal den Game Boy ausgeschaltet und „schwupp“, das wars dann mit der Highscore. In meinen Augen ist das nichts weiter als verschenktes Gameplay.

      Aber, zurück zu den Glocken. Nach dem Ihr auf diese geschossen habt ändern diese ihre Eigenschaft und spendieren Euch Extrafähigkeiten. Wie beispielsweise ein abfeuerbares Schutzschild, dass alle feindlichen Projektile abblockt und Euch so eine kleine Versschnaufpause vor feindlichem Feuer verschafft. Oder Ihr werdet plötzlich riesengroß, könnt keinen Schaden mehr erleiden und alles was sich Eurer Spielfigur in den Weg stellt explodiert sobald es mit dieser in Berührung kommt. Das Gameplay und die Steuerung gehen hierbei nahtlos ineinander über. Egal wie viele Feinde oder Schüsse sich auf Euch zu bewegen, Ihr seid immer in voller Kontrolle über Eure Figur und werdet beim Spielen zwar gefordert, aber in der Regel nie überfordert. Falls das doch einmal
      vorkommen sollte stehen vor Spielbeginn im Optionsmenü drei verschiedene Schwierigkeitsgrade zur Wahl. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Ihr hier auch die Möglichkeit hab einen Level Eurer Wahl auszusuchen, von dem Ihr das Spiel aus beginnen wollt.

      Auch könnt ihr hier die Steuerung bearbeiten. Was im Klartext heißt, dass Ihr wählen könnt ob ihr mit „A“ oder „B“ feuern wollt. Mit der jeweils anderen Taste können auf Wunsch die eingesammelten Powerups manuell eingesetzt werden. Die Richtungsangaben für Eure Spielfigur werden natürlich mit dem
      Steuerkreuz eingegeben. Das Einzige was mich am Spielverlauf gestört hat, war, dass die Gegner durch die Levelbegrenzungen fliegen können, was Euch als Spieler selbstverständlich verwehrt ist. So kann es aber auch vorkommen, dass wenn diese Gegner wieder aus den Wänden herauskommen und Ihr im falschen Moment auf diese feuert, sie ein unerreichbares Powerup innerhalb der Levelbegrenzung zurücklassen. Sicherlich kein Beinbruch, aber trotzdem etwas nervig. Wie bereits erwähnt wird Euch als Spieler auch die Möglichkeit gegeben die eingesammelten Powerups manuell auf Geschwindigkeit, Feuerkraft, etc. zu verteilen. Das macht Ihr indem Ihr zunächst einmal genug davon einsammelt und diese dann per Druck auf „A“ (Standard-Tastenbelegung) der Entsprechenden Fähigkeit zuweist. Das hört sich allerdings besser an, als es im Endeffekt ist. Bei dem schnellen Spielablauf von Parodius, der Euch regelmäßig dazu zwingt Projektilen, Levelbegrenzungen und Gegnern auszuweichen und letztere ganz nebenbei noch abzuschließen um noch mehr Powerups zu erhalten, endet das manuelle „Auf powern“ in der Regel mit einem schnellen Tot. Da nach dem Ableben Eurer Spielfigur natürlich alle Powerups verloren gehen ist es also ratsam doch eher die Automatische Verteilung der Powerups zu wählen.

      Optisch ist Parodius einfach nur grandios und zaubert ebenso fantasiereiche wie gut animierte Gegner und Levelumgebungen auf das alte schwarz-weiß Display. Was aber wirklich Schade daran ist, ist, dass der Hintergrund nur zu Beginn des eines Levels einen Sternenhimmel zeigt und ansonsten völlig weiß bleibt. Dafür kann Parodius allerdings mit den detaillierten Bossen richtig auftrumpfen, wodurch der meist fehlende Hintergrund verschmerzen lässt.

      Die soundtechnische Untermalung ist ebenfalls recht gut gelungen. Zwar wiederholt sich die Musik recht schnell, was früher oder später dazu führen wird, dass sie abgestellt wird. Aber im Allgemeinen steht diese im Einklang mit dem Spielverlauf und ergänzt diesen recht gut.

      Fazit:


      Sicherlich zieht Parodius seine größte Faszination aus dem abgedrehten Gegner- und Leveldesign. Denn, um ehrlich zu sein, bietet die Spielmechanik an
      sich rein gar nichts was es nicht schon in dutzenden Spielen vorher gab. Aber das ist auch irgendwie das Schöne daran. Es kopiert mehr oder weniger dreist seine offensichtlichen Vorbilder, nimmt sich dabei selbst kein bisschen ernst, weiß genau was es ist und wie es sich zu präsentieren hat.

      Eine klare Empfehlung meinerseits, an jeden der etwas mit Game Boy oder Shoot’em-Ups anfangen kann und nichts dagegen hat mit einem Oktopus auf Pinguine zu schießen.

      Sauber!

      Grafik: 9 / 10 Steuerung: 10 / 10
      Sound: 8 / 10 Gameplay: 8 / 10

      Gesamt: 8,5 / 10

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Bombanski () aus folgendem Grund: "Paridus" als Überschrift... ja, man merkt, wenn mir die Arbeit im Nacken sitzt... da ist leider nicht viel mit Korrektur lesen ;-(